Beiträge von dagmarjung

    Ich habe eine schwarze Kleinpudelhündin und mache mit ihr Obedience und Tricktraining. Im Obedience starten wir in Klasse 1, mit den Tricks waren wir schon in Wettbewerben erfolgreich. Dummyarbeit liebt sie auch sehr, leider haben wir im Moment keine Trainingsgruppe. Mantrailing haben wir auch eine Zeitlang gemacht. Überhaupt findet Cara Nasenarbeit in jeder Form toll.
    Das alles klingt nach vollem Programm, aber an den allermeisten Tagen ist einfach Radfahren/Spazierengehen mit ein bißchen Ballwerfen, Spielen und Schnüffeln angesagt.

    Außerdem hat Cara den Test bei den 'Helfern auf vier Pfoten' erfolgreich bestanden und wir durften seitdem auch schon mal eine Schulklasse besuchen und den Kindern den richtigen Umgang mit Hunden vermitteln. Was Cara grundsätzlich sehr geeignet zum Umgang mit Kindern macht, ist neben Kontaktfreude ohne Aufdringlichkeit vor allem, daß sie gegenüber Menschen, auch Kindern, weder Futter noch Spielzeug verteidigt.

    Die Schur beim Pudel ist nun wirklich jedem selbst überlassen, außer man will ausstellen. Auf Schauen bevorzugen die Richter leider oft die auffälligen Frisuren, jeder Teilnehmer wünscht sich die bestmögliche Bewertung und wird deshalb seinen Hund so vorstellen. Dadurch entsteht aber leider bei 'normalen' Hundefreunden das Bild vom geschniegelten, hochgestyltem Pudel, das wirkt eher abschreckend und schadet meiner Meinung nach dem Image der Rasse ganz erheblich.
    Anatomisch zeigt sich der Pudel aber als Hund im eleganten Jagdhundtyp, ohne irgendwelche Übertreibungen.


    Dagmar & Cara

    Bin ja gespannt auf deine bisher noch ungenannten Favoriten! :smile:

    Ich schließe mich aber den Stimmen für die Pudel an. Klein- oder Großpudel können alle Punkte deiner Liste erfüllen. Weil es schon angesprochen wurde: Was die Farben betrifft, haben die alten Farben Schwarz, Weiß und Braun den Ruf, im Wesen am stabilsten zu sein. Da ist nun mal auch die breiteste Zuchtbasis vorhanden. Bei der Erzüchtung der neuen Farben war und ist man oft auf Inzucht oder enge Verwandschaftszucht angewiesen, das ist weder für Gesundheit noch für das Wesen ideal. Zum Glück wurden die restriktiven Bestimmungen inzwischen gelockert, so daß es heute mehr Austausch zwischen den Farbschlägen gibt.
    Kontaktfreude oder Zurückhaltung liegt aber wohl doch eher in den Familien als in den Farben. Ich würde mir bei der Auswahl die Mutter und falls möglich den Vater daraufhin gut anschauen.

    Bei Großpudeln ist zu berücksichtigen, daß sie heute oft an der oberen Grenze der Standardgröße liegen und auch nicht selten darüber hinauswachsen. Kleinpudel dagegen tendieren mehrheitlich eher zur unteren Grenze ihres Standards. Beides hat denselben Grund: Pudelzucht ist international und in anderen Ländern gelten andere Größeneinteilungen.

    Jagdtrieb kann beim Pudel vorhanden sein, ist aber dank der guten Erziehbarkeit normalerweise gut zu händeln, wenn man von Anfang an ein Auge drauf hat.

    Eine verwandte Rasse mit ähnlichem Wesen wie die Pudel ist der Lagotto Romagnolo. In der Größe liegt er zwischen Klein- und Großpudel, im Körperbau ist er etwas kräftiger als die Pudel.

    Beide Rassen gelten als vielseitige Alleskönner. Ursprünglich waren sie Apportierhunde, also für enge Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet.

    Dagmar & Cara

    Ich kann mich Gorgeous200 nur anschließen.

    Bezieht sich deine Frage wegen der Kinder auf deine eigenen oder solche, mit denen deine Hündin regelmäßig Kontakt hat, oder auf gelegentliche Kontakte mit fremden Kindern? Kommt es dabei zu kritischen Situationen, wo die Hündin zu grob spielt oder ist deine Frage rein theoretisch? Ich würde im Zweifelsfall meinen Hund gar nicht mit Kindern so körperlich spielen lassen, denn ein kleineres Kind ist schon einem mittelgroßen Hund nicht gewachsen.

    Meine Kleinpudelhündin darf mit mir körperlich spielen, auch mit Spielbissen in den Ärmel, aber mit meinem kleinen Neffen nur ohne direkten Maulkontakt. Also andere Spiele wie Ballverstecken oder Werfen sind okay, Ziehen am Zerrseil ebenso. Cara hat keinerlei Probleme, das zu akzeptieren. Sie ist aber generell kein Hund, der sich sehr für Raufspiele begeistert und dabei so richtig hochdreht.

    Grundsätzlich können sich Hunde sehr gut auf verschiedene Sozial- und Spielpartner einstellen. Sonst könnten sie auch mit ihren eigenen Welpen nicht angemessen umgehen.

    Mit meiner Schäferhündin hatte ich vor Jahren ein sehr nettes Erlebnis; mit mir hat sie sehr gerne und mit vollem Einsatz Zerrspiele mit dem Stöckchen gemacht, dann trafen wir einmal einen kleines Kind, das mit ihr spielen wollte. Es war sehr rührend für mich zu sehen, wie sie ihren Spielstil an den Dreikäsehoch angepasst hat, den Stock so präsentiert, daß er drankommen konnte, und ihre Kraft dosiert eingesetzt.

    Dagmar & Cara

    Der Alltag mit einer läufigen Hündin ist nicht so stressig wie oft vorher befürchtet, wenn man mal deine spezielle Situation mit intakten Rüden im Haushalt beiseitelässt.
    Man meidet die üblichen Hundeballungswiesen, ist ja klar. Bespaßung ist in dieser Zeit weniger nötig, die Hündin ist vollauf damit beschäftigt, jeden dritten Grashalm mit Kontaktanzeigen zu versehen. :smile:
    Ansonsten Leine dran und bei Hundebegegnungen auf Distanz vorwarnen, dann erntet man oft ein 'Danke' der Rüdenbesitzer, die froh sind, ihren Hund rechtzeitig zu sichern und auf Abstand zu gehen. Unangenehme Begegnungen mit Rüdenbesitzern hatte ich bisher nie, das kann wohl mal vorkommen, ist aber keineswegs die Regel.
    Zuhause hängt viel davon ab, wie aktiv die Hündin im Haus ist. Wer ruhig liegt, kann sich sauberhalten, wenn viel Action herrscht, im Haus gespielt und getobt wird, dann gibt es natürlich vermehrt Tropfen. Bei mir kommen leicht waschbare Decken auf alle Liegeplätze, die werden hinterher gewaschen und gut ist.

    Eine Klausel im Schutzvertrag, die eine Kastration verlangt, ist unwirksam.

    Dagmar & Cara

    Es wäre schön, wenn man ein und dieselbe Hündin einmal kastriert und einmal unkastriert beobacheten und die Entwicklung in beiden Fällen vergleichen könnte, aber das ist leider nicht möglich. Also steht man als Hündinnenbesitzer vor dem Dilemma, das man sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden muß, die beide ungünstig verlaufen können.

    Tierärzte sehen häufig vorrangig die gesundheitliche Vorbeugung gegen Gesäugekrebs und Gebärmuttervereiterung. Je früher die Kastration, desto besser, nach der dritten Läufigkeit ist zumindest der Vorsorgeeffekt bezüglich der Mammatumore hinfällig.

    Verhaltensbiologen haben mehr die Folgen für die Ausreifung des Wesens im Auge. Danach sollte eine Hündin nicht weniger als drei Läufigkeitszyklen einschließlich Scheinträchtigkeits- und Scheinmutterschaftsphase durchmachen, bevor (falls überhaupt) kastriert wird. Denn erst dann ist eine Hündin wirklich erwachsen.

    Beides zusammen ist wie man sieht leider nicht zu haben.

    Das mit dem kindlich bleiben ist leider nicht nur ein Gerücht. Geschlechtshormone sind nun einmal ein wichtiger Bestandteil für den Ablauf der Pubertät und den Umbau des Gehirns zum Erwachsenen. Die Züchterin meiner Pudelhündin ist seit Jahrzehnten Hundefrisörin und hat dadurch Gelegenheit, viele der von ihr gezüchteten Pudel über die Jahre zu beobachten, wenn diese zu ihr zum Scheren gebracht werden. Sie sagte mir, daß die früh kastrierten Hündinnen im Wesen unreifer und kindischer bleiben als ihre nicht oder später im Leben kastrierten Schwestern. Ich finde diese Beobachtung schon bemerkenswert, denn normalerweise hat man ja keine solchen Vergleichsmöglichkeiten.


    Dagmar & Cara

    Dieses Problem erinnert mich stark an einen anderen Konflikt, nämlich den zwischen Fußgängern und Radfahrern auf Bürgersteigradwegen. Er entsteht nur deshalb, weil beide Gruppen auf Restflächen zusammengepfercht werden. Der Löwenanteil des Straßenraums gehört unwidersprochen den Autos. Auf dem schmalen Rest, der für den Fuß/Radweg bleibt, fühlen sich die Fußgänger von den Radlern bedrängt, die Radler ärgern sich, weil sie durch die Fußgänger am Vorwärtskommen gehindert werden. Schnell wird auf die 'rücksichtslosen' Anderen geschimpft.

    Ähnlich ist es hier. Die Hundewiese ist hier offenbar die einzige Möglichkeit, den Hund überhaupt mal von der Leine zu lassen, aber anscheinend viel zu klein. (Sonst wäre die Umzäunung nicht finanzierbar und ein Ballverbot nicht nötig, weil man sich ausweichen könnte). Könnten Hundehalter ein ganzes Spaziergebiet nutzen, würde sich das Problem in Luft auflösen, weil man sich leicht aus dem Weg gehen könnte. Ich kann den Hundehalter verstehen, der auf die Hundewiese angewiesen ist, sie aber nicht nutzen kann, sobald Kinder da sind. Ebenso verständlich sind mir die Bedürfnisse von Eltern mit Hunden, die ihre Kinder nicht daheim lassen oder fremdbetreuen lassen wollen und können, nur weil sie mit dem Hund ausgehen.
    Nun hacken beide Seiten aufeinander ein, anstatt gemeinsam Druck bei der Stadt zu machen, um die Ursache des Problems anzugehen, nämlich mehr Freilaufmöglichkeiten für Hunde zu schaffen, damit Hundehalter mit unterschiedlichen Bedürfnissen nicht auf engstem Raum zusammengepfercht werden.

    Ich finde die Unterstellung übrigens nicht angebracht, Hundewiesen würden überwiegend von faulen Hundehaltern genutzt, die ihre Hunde dort parken. Die wirklich faulen und unfähigen Hundehalter machen sich nämlich gar nicht erst die Mühe, ihren Hund auch nur bis zur Hundewiese zu bringen, sondern bewegen sich nur in unmittelbarer Umgebung der Wohnung, meist an der Flexi.
    Hundewiesen sind vielerorts schlicht die einzige Möglichkeit, Hunden überhaupt mal legal den Freilauf zu ermöglichen.


    Dagmar & Cara

    Streicheln ist in diesem Zusammenhang keine gute Bestätigung. Was sie wirklich will, ist ja das Gefühl der Beute zwischen den Zähnen. Wenn du dich ihr also näherst, um sie zu streicheln, glaubt sie nur, du willst ihr den Ball vor der Nase wegschnappen, und kommt dir zuvor.

    Deine Bemerkung, deine Hündin sei wie in einer anderen Welt, wenn sie ihren Ball im Maul hat, läßt mich auch vermuten, daß sie ein Balljunkie ist, also echtes Suchtverhalten zeigt. Da schließe ich mich Cattahum an, daß du den Ball erstmal für lange Zeit, vielleicht für immer, aus ihrem Leben streichen solltest. Verwende lieber andere, in ihren Augen weniger wertvolle Spielgegenstände.
    Gerade wenn sie das 'Aus' noch nicht gelernt hat, macht es wenig Sinn, das ausgerechnet mit ihrem Suchtgegenstand zu üben. Nimm lieber was Leichteres, was ihr weniger schwerfällt abzugeben bzw gegen etwas anderes zu tauschen.

    Wie gesagt, nimm am besten zwei gleiche Spielzeuge, die zu groß sind um sie beide zugleich ins Maul zu nehmen, ;) und das was sie hat, ist immer das Langweilige, das interessiert dich nicht die Bohne, das soll sie mal ruhig behalten. Dagegen das was DU hast, das ist TOLL, das machst du interessant, du hast ohne sie jede Menge Spaß damit, das bewegt sich, versteckt sich, flieht, bis sie es haben will, und dann läßt du sie noch länger zappeln und dann! wenn sie ihres fallen läßt, um deines zu schnappen, sagst du 'aus' und die Belohnung ist das neue Spielzeug in ihrem Maul. Du kannst dann entweder das erste fallengelassene Teil unauffällig aufheben (Erst Fuß drauf, dann Bücken) oder wenn sie dir zuvorkommt ist das auch egal, du sagst wieder 'Aus' wenn sie Gegenstand 2 fallenläßt um Gegenstand 1 zu fassen, und das Spiel geht in die nächste Runde. Du hast in jedem Fall gewonnen, denn sie kann es nur richtig machen. Vorausgesetzt, die Gegenstände sind groß genug.

    Dagmar & Cara

    Die Kastration kann dann sinnvoll sein, wenn das unerwünschte Verhalten des Rüden direkt mit einem übersteigerten Geschlechtsverhalten zusammenhänngt: alle Rüden als Rivalen herausfordern und mit ihnen raufen, Hündinnen ständig sexuell bedrängen, auch wenn sie nicht läufig sind und jeden einzelnen Grashalm rauf und runter kontrollieren, ob da nicht doch eine Hündin hingepinkelt hat.
    Ein Rüde, der nur noch und ausschließlich die Weiber im Kopf hat, ist tatsächlich erzieherisch meist nicht gut ansprechbar. Wenn man einen solchen Rüden kastriert oder mit dem Chip behandelt, bekommt er den Kopf frei für anderes und ist dann natürlich leichter trainierbar. Daher stammt die irrige Meinung, Kastration sei grundsätzlich gut, um einen Hund besser zugänglich für Erziehungsmaßnahmen zu machen. Das stimmt aber wie gesagt nur bei speziellen Problemen.

    In eurem Fall kommen die Probleme aus ganz anderen Verhaltensbereichen, die mit dem Geschlecht des Hundes gar nichts zu tun haben.


    Dagmar & Cara