Beiträge von dagmarjung

    Ich finde es schon fair, wenn man nicht einfach so verschwindet, sondern dem Hund mit einer kurzen Formel wie 'Ich bin dann mal weg' eine Ankündigung gibt. Das ist für mich etwas anderes als ein gefühlsduseliger Abschied, den man tatsächlich vermeiden soll. Es ist für den Hund schon was anderes, ob man nur mal ins Bad verschwindet oder die Wohnung ganz verläßt.
    Ebenso begrüße ich meinen Hund beim Wiederkommen kurz, freundlich und ruhig und ignoriere ihn nicht.

    Mit 12 Wochen sind nur kleine Wunderkinder schon wirklich stubenrein, und die sind selten. Der normale Welpe braucht viel länger, auch wenn es immer öfter klappt und Unfälle immer seltener passieren. Ihr hattet einfach einige Tage lang Glück. ;) Bleibt dran, habt Geduld und laßt eurem Kleinen Zeit.

    Dagmar & Cara

    Dein Zuchtverein müßte dir doch eigentlich ganz präzise sagen können, was für eine Prüfung für die Zuchtzulassung erforderlich ist und was diese beinhaltet. Damit du nicht so rumraten must... bringt dir ja nichts, aufs Geratewohl mit viel Aufwand eine Prüfung zu machen, die dir dann nichts nützt. :???:

    "Der Prüfungsleiter kann Ausnahmen in Einzelfällen zulassen, wenn sie aus züchterischen oder jagdlichen Gründen erforderlich sind."
    Würde das nicht auf deinen Fall zutreffen? Wegen breiterer Zuchtbasis bei einer seltenen Rasse?

    Ich weiß, daß es zB im Jagdspanielclub Bestrebungen gibt, die allzu eng gezogenen jagdlichen Linien der Cockerspaniel zu erweitern, indem Anlageprüfungen auch für Nichtjäger mit Hunden aus nichtjagdlicher Linie geöffnet werden. Damit mehr Hunde geprüft werden und gegebenenfallls auch für die jagdliche Zucht zur Verfügung stehen.
    Da haben die einzelnen Vereine also durchaus eine gewisse Handlungsfreiheit, auch wenn die eigentlichen Gebrauchsprüfungen nur Jagdscheininhabern offenstehen.

    Ich vermute, für dich kommt es darauf an wie dein Zuchtverein das sieht. Ob sie eher überheblich sind und die Hunde der Nichtjäger schon abgeschrieben haben oder selbst interessiert daran sind, möglichst viele ins Boot zu holen im Interesse einer breiten Zuchtbasis.

    Habe gerade die letzten Beiträge gelesen, das sieht doch übersichtlich aus: „Schußfestigkeit im Wasser und Verlorenbringen aus tiefen Schilfwasser „ :smile:

    Dagmar & Cara

    Es ist gut möglich, daß sie die Stubenreinheit in ihrem bisherigen Leben nie wirklich gelernt hat. Hunde lösen sich bevorzugt an Orten, wo sie sich schon einmal gelöst haben und wo sie sich sicher fühlen. Vermutlich ist draußen noch alles sehr neu und aufregend für sie, dann kann es sein, daß sie so unter Spannung steht, daß sie nicht oder nicht ausreichend dazu kommt, sich zu lösen. Drinnen bei euch entspannt sie dann endlich und macht ihr Geschäft an den ihr schon vertrauten Platz. Das Wörtchen 'demonstrativ' ist hier fehl am Platze, denn das deutet eine Frechheit oder gar böse Absicht an. Das trifft nach deiner Schilderung aber überhaupt nicht zu. Alles spricht dafür, daß sie einfach noch nicht so recht weiß, was sie tun soll und wo.

    Es ist sicher am besten, wenn ihr genauso vorgeht wie bei einem jungen Welpen, der die Stubenreinheit lernen soll. Also sehr oft rausgehen, zunächst durchaus alle 2 Stunden, außer ihr müßtet den Hund dafür wecken. Diese Gassirunden sollen kurz und sehr ruhig verlaufen, ohne Bespaßung, spielen und toben und immer an demselben Ort. Wenn es dort einmal klappt, dann bald auch regelmäßig. Ruhig und sanft loben, keine wilde Party. Auch die längeren Spaziergänge sollten mit einer entspannten Schnüffelzeit auf der Gassiwiese enden, damit sie die Gelegenheit hat, sich zum Schluß noch mal zu lösen.

    Insgesamt könnte nach deiner Schilderung das Programm mit den ausgedehnten Runden an wechselnden Orten vorläufig noch zu viel für deine Hündin sein. Man muß bedenken, sie wurde aus ihrem Leben herausgerissen und alles um sie herum ist völlig neu. Wahrscheinlich braucht sie im Moment nicht so sehr Abwechslung sondern erst mal eine gewisse Routine in ihrem Leben, damit sie die Möglichkeit bekommt sich Schritt für Schritt einzugewöhnen und all das Neue zu verarbeiten. Es gibt Sicherheit, wenn man sich auf gleichbleibende Abläufe verlassen kann. Geh also vorerst ruhig immer dieselbe Strecke beim Spaziergang und überfordere sie nicht durch zu lange Gänge. Später, je mehr sie sich bei euch einlebt, kann man dann mehr Abwechslung hineinbringen und die Spaziergänge ausdehnen.

    Viel Erfolg,

    Dagmar & Cara

    Der kritische Punkt an diesem Modell ist in meinen Augen, daß sich zwei Menschen für die nächsten 15 Jahre zeitlich und räumlich festlegen müssen, die außer dem Interesse am Hund eigentlich nichts gemeinsam haben. Im Beispiel der TS klappt das ja schon mal nicht auf Dauer.
    Überhaupt sehe ich da viel Konfliktstoff falls es mal Uneinigkeit gibt in Bezug auf Kosten, Krankheiten, 'wer-ist-schuld' Fragen.
    Eine Hund-Beteiligung ist in meinen Augen nicht ganz dasselbe wie eine Reitbeteiligung, weil der Hund in aller Regel eine weit engere Beziehung zu seinen Menschen hat als ein Pferd. Ein Wechsel wenns nicht klappt trifft ihn also weit härter.

    Aber das Modell hat auch Vorteile. Vor allem den, daß beide Bezugspersonen ein ureigenes Interesse am Hund haben und sich nicht nur aus Gutmütigkeit zum Hundesitten überreden lassen. Ich kenne viele Familien, wo zB die alten Eltern der berufstätigen Besitzer aus Gefälligkeit täglich den Hund betreuen, aber mit der Erziehung völlig überfordert sind und den Hund womöglich schon kräftemäßig kaum halten können. Kann man ihnen auch nicht wirklich übelnehmen, sie sind es ja nicht, die sich den Hund angeschafft haben.

    Dagmar & Cara

    Die diversen Vereine im Jagdgebrauchshundeverband bieten üblicherweise Lehrgänge an, also wäre dein Zuchtverein der erste Ansprechpartner.

    http://www.jghv.de/

    Aus Prüfungsberichten verschiedener Vereine ersehe ich, daß oft auch verwandte Rassen oder solche mit ähnlichen Anlagen an solchen Kursen und Prüfungen teilnehmen. Du kannst also auch andere Vereine ansprechen, wenn du nicht gerade einen Dackel auf einer Prüfung für Vorstehhunde führen willst.
    Ob und an welchen Prüfungen du auch als Nichtjäger teilnehmen darfst, ist verschieden. Oft ist der Jagdschein Voraussetzung.

    Es gibt einiges an Büchern zum Thema Jagdhundeausbildung, das wird dir sicher weiterhelfen. Wenn du guten Kontakt zu Jägern hast und in deren Revier üben darfst, bist du fein raus, falls nicht, wird es sehr schwierig.

    Dagmar & Cara

    Zum Thema Pudel als ausgeprägter Einpersonenhund:
    Großpudel werden heute gerne und zunehmend als Blindenführhunde und Behindertenbegleithunde ausgebildet. Diese sollen zwar letztendlich einer Person dienen und natürlich auch eine feste Bindung zu ihr aufbauen, aber der Ausbildungsweg sieht normalerweise mehrere einschneidende Wechsel der Bezugspersonen vor: Aufzucht des jungen Hundes in einer Patenfamilie, dann Wechsel zum Ausbilder, danach erneuter Wechsel zum (hoffentlich) endgültigen Besitzer. Jedesmal wird der Hund aus seinem Leben gerissen und muß sich auf neue Menschen einstellen.
    Das ist für keinen Hund leicht, aber Pudel gehören offenbar ähnlich wie Retriever zu den Rassen, die typischerweise damit weniger Probleme haben als andere, zB Schäferhunde. Ob das nun ein Kompliment für den Pudel oder den Schäferhund ist, sei mal dahingestellt... ;)


    Dagmar & Cara