Beiträge von dagmarjung

    Von welchem Test redest du jetzt?

    AD = Ausdauerprüfung. So heißt die weiter oben im Thread genannte offizielle Prüfung im Rahmen von Zucht und Sport, für kleine Rassen wie Zwergschnauzer, Zwergpinscher, Zwerpudel (oder rein theroretisch auch Möpse :roll: ) wären das 10 Km im flotten Trab neben dem Fahrrad.

    Ich hoffe, ich habe es richtig verstanden, dass die Malinois angstaggressiv agiert?

    Die Art , die Bürste und das packen (ist ja eher Beutefang Verhalten) sprechen dafür?

    Nein. Das was du schilderst ist keine Angstagression. Eher das Gegenteil von Angst.

    Es ist für Hunde mit starker genetischer Disposition zum Wachen und Schützen völlig normal, keine anderen Hunde (Konkurrenten) in ihrem Revier zu dulden und diese anzugreifen bzw zu vertreiben. Und die Malihündin ist mit einem Jahr in dem Alter, wo sie das entsprechende Selbstbewußtsein und die mentale Reife dafür entwickelt und vom spielerischen Junghund zur ernsthaften Erwachsenen wird. Beutefangverhalten kann dazu auch eine Rolle spielen, auch dafür werden Malis ja extrem selektiert.

    Grob gesagt, ein solcher Hund möchte keine anderen Hunde in seinem Dunstkreis haben und wenn sie nicht verschwinden, beißt man sie eben tot. (Das tun viele Hunde, und keineswegs nur Malis, ja auch mit fremden Katzen im Garten.)

    Malis neigen dazu, alle ihre Probleme mit den Zähnen zu lösen. Das ist einfach das erste, was ihnen einfällt.

    Kennst du sie zahlreichen Youtube-Videos, in denen winzige Maliwelpen sich in alles verbeißen, was sich bewegt und "nie" mehr loslassen?


    Und wohlgemerkt das ist nicht "böse". Das sind einfach die Anlagen, die sie zu großartigen Arbeitshunden in ihrem Feld machen.

    Genau hier kommt normalerweise der Mensch ins Spiel, der seinem Hund durch enge Führung und sorgfältige Erziehung die Regeln vermittelt und ihn nicht einfach seinen Neigungen gemäß laufen läßt. Ihm andere Lösungsmöglichkeiten für Frust zeigt als Zubeißen usw.

    Hier werden einerseits Jagdhunde empfohlen, die auch irgendwann einmal zum Einsatz kommen sollen.

    Andererseits wird ein sehr gechillter Hund gewünscht, der vorzugsweise viel frei laufen darf, und zwar in einem Umfeld, wo man quasi ständig auf Wild trifft.

    Das beißt sich meiner Meinung nach.

    Bei der Wahl eines Jagdgebrauchshundes stehen doch ganz andere Kriterien im Vordergrund, zB was für ein Revier, was für Wildarten, was für Jagdweisen usw.

    Wie die Titel zustande kommen, ist - außer für Insider - zweitrangig. Besonders die großen internationalen Schauen sind aber einfach die Vorbildgeber für die unzähligen Züchter/Vermehrer, die sich daran orientieren. Hier wird entschieden, wie der Markenartikel Mops (bzw Rassehund generell) auszusehen hat.

    Ob der Sieger nun der erste von 2, von 20 oder 200 gemeldeten Hunden ist - das ist vollkommen egal. Er steht auf dem Siegerpodest, wird vor laufender Kamera zum Best in Show gewählt wie in dem Video neulich, und nur das zählt. So und nicht anders hat der ideale Mops auszusehen.

    Das Elegante am offiziellen VDH Belastungstest für Kurznasen ist ja, daß die Hunde den Test einmalig vor dem Zuchteinsatz machen müssen, also im Alter unter 2 Jahren, wenn die meisten noch relativ fit sind. Was danach passiert, wen schert's.

    1 Kilometer bzw 11 Minuten am Stück traben, das bekommen alle sonstigen Kleinhunde mit normalem Körperbau ohne weiteres hin, eine Belstung sieht anders aus.

    Zum Vergleich: Es gibt eine offizielle Ausdauerprüfung, die zB beim Pinscher-Schnauzerklub zur Zuchtzulassung gehört. Für Zwergpinscher und Zwergschnauzer sind das 10 Km am Fahrrad, die im Tempo zwischen 10 und 15 Stundenkilometer zurückgelegt werden, übrigens gemeinsam mit den anderen Größen.

    Auch das ist keine Prüfung, für die ein gesunder Hund, der sich im Alltag genügend bewegen kann, spezielles Training bräuchte.

    Das wirklich Bedrückende an den Möpsen dieser Zuchtstätte sind die vielen positiven Schaubewertungen, die ausgerechnet diese maximale Extremform mit Titeln, Schleifen und Pokalen auszeichnen. Und das eben nicht auf der Vermehrerschau in Hintertupfingen, sondern auf VDH-FCI Scauen.

    Da hat man gedacht, es setzt endlich der Ansatz von Umdenken ein, aber nix da. :ugly:

    Älterer Kleinsthund (10 Jahre +) von nur 3,5 Kilo und dazu ein zweiter Hund - da würde ich persönlich die obere Gewichtsgrenze für den zweiten bei etwa 10 Kilo ansetzen. Ganz besonders dann, wenn der zweite als Welpe ins Haus kommen soll. Auch dann wird man noch viel Management betreiben müssen.

    Du hast ja auch sinngemäß geschrieben, daß Nils schon lieber auf Augenhöhe mit anderen Hunden kontaktiert.


    Werum soll einer der beiden Hunde ausschließlich im Erdgeschoss leben? :???:

    Bei dem, was du von ruhig, gelassen und souverän schreibst, muß ich doch immer wieder an einen erwachsenen, eher schon etwas älteren Hund aus zweiter Hand denken.

    - Nachfrage bei Tierschutzvereinen auch jenseits der auf der Webseite vorgestellten Hunde kann sich lohnen. Denn so manche einfach zu vermittelnden Hunde (klein, nett, gesund) schaffen es gar nicht auf die Webseite, so schnell sind sie vermittelt.

    - ZüchterInnen geben manchmal Zuchthündinnen nach der Welpenphase ab, die sind dann oft so um die 6 Jahre alt und das ist gerade bei kleineren Rassen in den allerbesten Jahren.

    - Außerdem haben sie manchmal Rückläufer oder ältere Junghunde abzugeben, die eigentlich für die Zucht bestimmt waren, sich dafür aber doch als ungeeignet herausgestellt haben. Die sind dann schon aus dem Gröbsten heraus.

    Zuletzt werden Hunde auch von privat über die Kleinanzeigen vermittelt. Da muß man natürlich sehr sorgfältig und kritisch schauen. Aber natürlich sind auch viele echte "umständehalber" dabei, wo der Hund nicht problematisch ist. Es gibt nicht wenige Hundetrainer, die Hilfe und Beratung beim Hundewahl anbieten.

    Das Problem dabei ist natürlich, wenn du deine Hündin nicht direkt ganz dicht dabei hast, ist sie nach wie vor ungeschützt. Denn du machst der Malihündin vielleicht klar, daß mit dir nicht zu spaßen ist, aber die Sheltiehündin selbst wird deshalb noch lange nicht enstgenommen.

    Sobald du mit anderen Dingen beschäftigt bist und/oder weiter entfernt, hast du keine Kontrolle mehr.

    Die Malihündin ist erst ein Jahr alt. Da fängt ein junger Hund gerade erst an, ernsthaft zu werden, probiert mal aus, wie das geht.

    Wenn sie die anderen kleineren Hunde nicht in ihrem Revier haben möchte - oder was immer ihre genaue Motivation ist - dann war das erst der Anfang und es ist damit zu rechnen, daß sie morgen oder in ein paar Wochen oder in einem halben Jahr so energisch zur Sache geht, daß sie sich weder von dir noch von ihrem Besitzer abhalten lässt.

    Einen Stoffkennel kannst du dann vergessen.