Die 5-Meterleine erlaubt schon ein deutlich entspannteres Handling als die normale Führleine, weil der Welpe nicht direkt immer in die Leine knallt, wenn er sich mal spontan bewegt. Aber sie reicht nicht aus zum Rennen.
Gibt es ein Gelände, wo deine Hündin mal frei laufen kann ohne daß links und rechts Straßen sind?
Die meisten Welpen in dem Alter haben noch Folgetrieb und achten von sich aus darauf, ihre Bezugsperson nicht aus den Augen zu verlieren, weil sie existenziell abhängig von ihr sind. Das kann man für die ersten Ausflüge gut nutzen und dabei natürlich den Rückruf üben.
Wenn du dir im Zweifel bist, mach eine ganz lange Strippe ans Geschirr (10 Meter), bewaffne dich mit Leckerchen und Spielzeug und probiere aus, wie deine Hündin sich verhält. Den Namen und Rückruf wirst du ja auch schon in Ansätzen geübt haben, so daß das nicht ganz neues für sie ist.
Der Folgetrieb verliert sich mit der Zeit und er wirkt nicht dicht am eigenen Haus. Dann wirkt der instinktive Zug nämlich in erster Linie hin zum "Bau", also zum Haus. Also Welpen einpacken und irgendwohin weiter weg transportieren.
Ruhe halten:
ein Welpe, der ganz normal im Alltag mitläuft, der jeden Tag etwas erlebt, genügend Bewegung hat, Neues kennenlernt, aber auch genügend Ruhezeit hat, dem braucht man Ruhe nicht künstlich beizubringen wie einen Trick, sondern der folgt einfach seinem natürlichen Ruhebedürfnis. Wenn nix los ist, kann man entspannen.
Es geistern teils seltsame Zahlen durch die Ratgeberliteratur; falls da von 20 oder gar 22 Stunden Ruhezeit für Welpen die Rede ist, vergiß das ganz schnell. Freilandbeobachtungen an verwilderten Haushunden ebenso wie an Wölfen ergaben nicht mehr als etwa 17 Stunden Ruhe (Schlafen und Dösen). Welpen sind nun mal jeden Tag viel aktiv, sie müssen sich ja lernend mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, ihren Körper und ihre Sinne trainieren und Erfahrungen sammeln. Das braucht jeden Tag genügend Zeit.
Wenn du deine Hündin künftig zur Arbeit mitnehmen wiolst, kannst du deinen Tag schon jetzt entsprechend takten, indem du Ruhe- und Aktivitätsphasen so legst, wie es deinem Arbeitstag entspricht.
Das Spielen in der Wohnung ist Ansichtssache. Ein Welpe sollte meiner Meinung nach öfters Gelegenheit zum Spielen haben, und da ich im zweiten Stock und ohne Garten wohne, habe ich mit meiner Hündin auch drinnen gespielt. Aber nicht zu viel und nicht zu lange und die wilderen Sachen fanden draußen statt. Grundsätzlich finde ich es schon wichtig, daß die Wohnung vor allem der Ruheort ist. Wichtig war mir auch, daß meine Hündin ein "jetzt ist Schluß"-Signal zur Beendigung des Spiels gelernt und akzeptiert hat. Dann steht auch einer kleinen Spielrunde drinnen nichts entgegen.
Mit 10 Wochen sind Welpen wie Kleinkinder in der oralen Phase, nehmen so ziemlich alles in den Fang und treiben ihren HalterInnen den Schweiß auf die Stirn. Es gehört zum Erkundungsverhalten dazu, mit dem Maul die Beschaffenheit der Dinge zu erforschen. Ich fand diese Zeit mit Cara echt schwierig, bei uns liegt überall so viel Müll rum, furchtbar.
Das Verhalten ist normal und es geht nach einigen Wochen von selbst vorbei. Es lohnt sich also nicht, erziehungstechnisch jetzt ein Riesenfaß deswegen aufzumachen, "weil der Hund es sonst nie lernt". Sondern es ist besser, die Zeit mit Management zu überstehen.
Wenn irgend möglich, lass den Hund ruhig mal machen. Natürlich muß man giftige, splitternde oder sonstwie gefährliche Gegenstände wegnehmen. Aber wenn man versucht alles und jedes wegzunehmen, ist es stressig für beide Seiten und dann wird schnell der ganze Spaziergang zur Auseinandersetzung um aufgenommene Dinge. Kein Wunder, wenn der genervte Hund anschließend zuhause aufdreht, um sich die Anspannung wegzurennen.
Versuche, dich an Orten aufzuhalten, wo dein Hund nichts Schlimmes aufnehmen kann. Bei Steinen über Verschluckgröße würde ich auch gelassen bleiben. Ich wette, dann verlieren sie bald ihren Reiz. Wegnehmen macht die Dinge ja auch erst recht interessant.