Beiträge von dagmarjung

    Ich finde eine gutgeführte Welpenstunde, in der Spiel- Ruhe- und Trainingssequenzen sich abwechseln, ist eine feine Sache. Zum einen bin ich der Meinung, daß Welpen auch mit Gleichaltrigen spielen dürfen sollen, und die sind in freier Wildbahn nicht immer leicht zu finden.

    Zum anderen lernen die Welpen von Anfang an, sich trotz der Nähe von potentiellen Spielpartnern auch ruhig zu verhalten - wenn zB die Trainerin Fragen beantwortet oder die nächste Übung erklärt - oder sich auf ihren Menschen zu konzentrieren.

    Beides kann man nirgendwo so einfach wie in der Welpenschule üben. Denn nur in dieser Situation sind alle Hunde gleichermaßen unter Kontrolle.

    Und wie soll eine Hundeschule verhindern, dass der Hund ein Balljunkie wird.

    Ganz einfach: indem die Trainerin das Thema anspricht und die Hundehalter darauf aufmerksam macht, daß Hunde durch Ballwerfen tatsächlich süchtig werden können. Was meine Trainerin höchst eindrücklich getan hat. Dafür bin ich ihr dankbar, denn Klein-Cara fand Ballwerfen toll, und ich habe mir zunächst nichts dabei gedacht. Dank meiner damaligen Welpentrainerin konnte ich fortan darauf achten, Cara den Spaß in Maßen zu gönnen, es aber nicht zur Sucht kommen zu lassen.

    Ja, es gibt sicherlich gute Hundeschulen, aber gerade ein Anfänger kann das ja gar nicht beurteilen.

    Das ist nicht ganz einfach, aber es gibt schon Möglichkeiten. Ich rate ja gerne dazu, sich zunächst ohne Hund möglichst mehrere Angebote live anzuschauen. Dann ist man objektiver, kann vergleichen und schlechte Welpenstunden, in denen Hunde gemobbt oder gar vom Trainer malträtiert werden, gleich ausschließen. Um das zu erkennen, reichen eigentlich normales Einfühlungsvermögen und gesunder Menschenverstand aus.

    Es fällt aber wesentlich leichter, wenn man von außen betrachtet und nicht schon selbst mit dem eigenen Hund mittendrin steckt.

    Ab wann bekommt man denn von Züchtern einen Welpen in Deutschland?

    Welpen dürfen mit der vollendeten achten Woche abgegeben werden, viele Züchter warten aber noch etwas länger.

    Kannst du mal euren Tagesablauf schildern? Denn ohne etwas konkretere Informationen haben wir möglicherweise zuviele unterschiedliche Bilder im Kopf.

    Du sagst zB, dein Welpe schläft weniger als andere Welpen. Wie lange schläft er denn wirklich so über den Tag verteilt?

    Es kursieren da einige Zahlen im Internet über die wünschenswerten Ruhezeiten von Welpen, die schlicht unsinnig sind. Ein gesunder Welpe muß keine 20 oder gar 22 Stunden täglich schlafen. Das trifft vielleicht auf neugeborene Saugwelpen zu, aber bestimmt nicht auf Hundekinder von 8 Wochen und mehr. Beobachtungen an verwilderten Haushunden wie an Wildcaniden haben eher Ruhezeiten um die 16, 17 Stunden am Tag ergeben, was Schlaf und leichtes Dösen einschließt. Welpen benötigen Zeit, um zu spielen und ihre Umwelt zu erkunden.

    Machst du oder macht ihr eigentlich Ausflüge ins Grüne, wo der Hund sich aktiv mit seiner Umwelt auseiandersetzen kann, laufen, klettern, Wasser kennenlernen, Gerüche usw? Möglichst frei oder sonst an einer Schleppleine gesichert? Damit meine ich keine Wanderungen von A nach B, dafür ist er noch zu jung. laßt euch lieber an einem Ort nieder und laßt den Welpen einfach mal im eigenen Tempo machen, Pausen inclusive.

    Das ist in dem Alter wichtiger als Kommandotraining oder irgendwelche Intelligenzspiele und lastet den Hund altersgerecht aus, wenn man davon überhaupt beim Welpen sprechen will.

    In anderen Worten du hast einfach nicht aufgepasst?

    Ist es das was du mit mental und so meinst?

    Ich verstehe das schon und sehe da auch einen Unterschied.

    Normalerweise konnte ich Cara beim Spaziergang im Auge behalten, gleichzeitig aber auch ein Gespräch mit einer Begleiterin führen oder meinen Gedanken nachhängen. Also Multitasking, die Aufmerksamkeit aufteilen. Cara wußte das auch und benahm sich entsprechend gut. Ein halbes Auge am Hund reichte aus, daß unsere innere Verbindung stabil blieb. Ich konnte mich darauf verlassen, daß Cara mich im Auge behielt und mir folgte.

    Wenn ich mich aber mit etwas beschäftigte, was meine 100%ige Aufmerksamkeit erforderte, bemerkte Cara, daß ich mich innerlich ausgeklinkt hatte und kündigte dann auch ihrerseits.

    Ich habe das mal unabsichtlich getestet, als ich eine Weile ein OnlineSpiel ähnlich wie Pokemon Go ausprobiert habe, von dem ich dachte, daß sich das gut mit dem Hundespaziergang vereinbaren ließe. Dazu mußte ich mich aber über jeweils einige Minuten an bestimmten Orten vollständig auf das Smartphone konzentrieren. Da fing Cara dann an, sich weit von mir zu entfernen und von mir weg zu streunen was sonst gar nicht ihre Art war.

    Ich hatte also die Wahl, sie dann immer solange anzuleinen oder das Spiel sein zu lassen und habe mich für letzteres entschieden, weil mir die gemeinsame Qualitätszeit mit dem Hund letztendlich wichtiger war.

    Wie hätte sich ein Hund unter veränderten Vorausssetzungen entwickelt?

    Ich denke in diesem Zusammenhang immer an einen Zwerpudelrüden, den ich regelmäßig im Pudelclub traf. Er hatte etwa Caras Größe, kam wie sie vom anerkannten Züchter, war von Welpe an bei seinen Leuten gewesen. Also vergleichbare Voraussetzungen wie bei Cara.

    Weil er offenbar als Welpe recht lebhaft war, hatte er von der Züchterin einen Namen ähnlich wie "Teufel/Kobold/Dämon", den das ältere Besitzerpaar beibehielt. (Ich nenne den Namen nicht, denn es geht ja um dritte Personen).

    Dieser Pudel war nervös, kläffte viel, war hektisch, zeigte starkes Suchtverhalten (Ball) und teils auch schnappend Agression. Der Grundgehorsam war schlecht und der Pudel lernte schlecht bis gar nicht.

    Die Besitzer liebten ihn zwar, fanden ihn aber auch nervig und führten das auf seinen angeborenermaßen schwierigen Charakter zurück, denn schließlich hatte er seinen Namen ja nicht umsonst von der Züchterin bekommen.

    Für Betrachter von außen stellte sich das Bild dagegen ganz anders dar: Das problematische Wesen des Pudels war 100% hausgemacht und die logische Folge der Behandlung durch seine Besitzer, die willkürlich, unsensibel, überfordernd, teils aufhetzend (Bällchen) und oft massiv strafend (meist unbewußt) mit dem Hund umgingen. Dies in bunter Reihenfolge und für den Hund kaum berechenbar.

    Nein, Ansprechen half leider nichts, denn man hatte ja vorher schon xx Jahre Rottweiler gehabt usw...

    Ich bin zutiefst überzeugt, hätte ich diesen Rüden und das Ehepaar meine Cara gehabt, wäre der Rüde das allseits hochgelobte Musterkind gewesen und Cara hätte als nerviger, ungehorsamer Kläffer am Rande des Wahnsinns existiert.

    Warum tragt ihr ihn mit 12 Wochen noch die Treppe hoch? In welchem Stock wohnt ihr?

    Kritisch ist eher das Runtergehen als das Hochlaufen von Treppen, wegen der stauchenden Belastung der Gelenke. Das Hochsteigen mit Schub aus der Hinterhand sollte kein Problem sein, wenn ihr nicht gerade im 4. Stpck wohnt.

    Ja, ich denke, sowas muß sich vor allem eingängig formulieren lassen - zuviel Differenzierung sollte man da nicht erwarten, sonst würde man so etwa bei 3 + 5 +2 landen, und das ist einfach nicht sexy. :D

    Zwei alte Sprüche, die ich aus älteren Büchern kenne, deren Autoren die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg erlebt haben:

    "Drei Jahre ein junger Hund, drei Jahre ein guter Hund, drei Jahre ein alter Hund" - den hatten wir hier schon, und: "Jedes Jahr nach dem zehnten ist ein Geschenk!"

    Das war traditionell die Erwartung an die Lebensdauer von Hunden. Die Variante mit 4 statt 3 Jahren höre ich hier zum erstenmal und da setze ich auch ein Fragezeichen, denn zweifellos werden Hunde mit 2,5 bis 3 Jahren richtig erwachsen und nicht erst mit 4.

    Zusammenfassend läßt sich also sagen, daß früher eine Lebenserwartung von um die 10 Jahre als normal empfunden wurde. Daß Hunde älter werden ist nicht ausgeschlossen - "Geschenke" kann es geben - aber eben nicht unbedingt zu erwarten.

    Was mich nachdenklich macht in Bezug auf die Lebenserwartung von Hunden: In den letzten Jahrzehnten hat die Tiermedizin große Fortschritte gemacht und gleichzeitig sind Hundebesitzer weit mehr als in früheren Zeiten gewillt, für tierärztliche Leistungen auch entsprechend Geld auszugeben. (Ganz aktuelle Entwicklungen bezüglich GOT mal außen vor gelassen.)

    Man sollte also annehmen, die Lebenserwartung von Hunden müßte im Durchschnitt steigen, auch wenn natürlich nicht alle von der besseren medizinischen Versorgung profitieren.

    Das ist laut Aussage von Tierärzten aber nicht der Fall.

    Der Genetiker Hellmuth Wachtel sieht hier wiederum einen Zusammenhang mit der Krise der Rassehundezucht allgemein, also die langfristige Folge der genetischen Verarmung, die eben nicht nur zur Ausbildung von Extremmerkmalen führt, sondern auch zu unauffälligeren Folgen wie früherer Alterung.

    Ist das eine deutsche Polizeistaffel?


    Warum kaufen die einen kupierten Dobermann?

    Die sind in NRW. Und die Behörden kaufen Hunde zwischen einem und zwei Jahren von privat, die gesund und vorgearbeitet sein und einen Eignungstest bestehen müssen, aber bloß nicht zuviel kosten dürfen. Allzu wählerisch kann man dann nicht sein in Bezug auf Eigenschaften, die die Brauchbarkeit nicht einschränken.

    Mich erstaunt eher, daß hier überhaupt noch andere Rassen als Malinois vertreten sind. Dobermann und Rotteiler habe ich schon jahrelang nicht mehr im Polizeidienst gesehen, neben den Malis lediglich noch vereinzelte Deutsche Schäferhunde.

    Beim Dobi wundert es mich, daß sie das Risiko wegen DCM eingehen. Oder kann man das jetzt frühzeitig erkennen und ausschließen?