Schon ein wenig her:
Bergland von Jarka Kubsova
Das Buch ist in zwei Stränge, die abwechselnd sind, eingeteilt.
In einem Bergdorf in Südtirol muß in den 1940er Jahren wegen Schicksalsschlägen Rosa ihren kleinen Bergbauernhof ganz alleine bewirtschaften, was sie zum Erstaunen aller auch gut schafft.
Es wird ihre Geschichte erzählt, von Kindheit bis zum Tod; dabei immer die Landwirtschaft im Blick.
Der zweite Strang erzählt die Geschichte von Rosas Enkel und Familie, die den Hof weiterführen, aber eben nicht so, wie Rosa das gemacht hat, sondern eher als Ferienbauernhof, wobei sie von der Tourismus-Behörde ziemlich gegängelt werden.
Im Grunde genommen passiert in diesen Geschichten nicht viel. Es ist auch anders als normale Romane geschrieben; teilweise ist es mehr Sachbuch als Roman.
Die eigentliche Botschaft dieses Buches ist nämlich - meiner Meinung nach - eher die Entwicklung der Bergdörfer, der Landwirtschaft und des Tourismus. Man könnte es als gesellschaftskritisch sehen.
Denn man erfährt vieles über die Entwicklung in der Landwirtschaft, wie durch Vergrößerung die einst Selbstversorger-Höfe zu Wirtschaftshöfen geworden sind; immer größer und größer, weil man sonst auf der Strecke bleibt - mit allen Folgen, die das nach sich zieht.
Die Entwicklung im Tourismus; die Vorgaben für Zertifizierungen und so weiter.
Ein etwas anderes Buch, aber trotzdem gut.