Was mir hier besonders aufstößt, ist dieses "Du mußt dich informieren über Krankheiten, welcher Hund welche Krankheit hat, welche Linien evtl. belastet sind etc. Und wenn du das nicht machst, hast du selber schuld, wenn dein Hund krank ist." Obwohl das eigentlich meiner Meinung nach Aufgabe der RZV ist.
Der RZV gibt mir die nötigen Werkzeuge an die Hand, Vorschriften, Untersuchungsauswertung, Datenbanken und ja, da ist dann einfach auch mal Eigenverantwortung gefragt, dass man sich vorab informiert und nicht erwartet, dass man einfach hingeht und ohne Sinn und Verstand kauft, weil die Welpen ja so süß sind.
Nicht von jeder Rasse gibt es Datenbanken, wo drin steht, welcher Hund, welche Linie, welche Erbkrankheit hat(te). Bei meiner Rasse gibt es das nicht. Da gibt es zwar HD-Auswertungen zu lesen, aber ansonsten? Es gibt zwar eine Krankheitssammelbank in Amerika, wo weltweit Krankheiten, die Exemplare meiner Rasse haben, eingesandt werden KÖNNEN. ABER: Erstens weiß Otto-Normal-Verbraucher davon nichts, weil der RZV darüber kein Wort verliert. Und zweitens gibt es keine Namen bzw. Zwingernamen dazu. Es geschieht völlig anonym. Wie soll ich also dann herausfinden, was in welcher Linie ist?
Und abgesehen davon, würde es sich dann für den VDH und deren RZV gehören, daß sie auf ihren HPs - für jeden ersichtlich - schreiben, daß sich ein Interessent selber informieren muß, und wo er das tun kann.
Ansonsten kann ich nur sagen, daß wir beide kräftig aneinander vorbeireden. Denn scheinbar verstehen wir uns gegenseitig nicht so recht, wie wir das meinen.
Wie sagte mein Französischlehrer immer so schön, man kann die Kamele zur Oase tragen, aber saufen müssen sie schon selber.
Und es wäre schön, wenn du dann doch noch irgendeine Antwort auf die gestellten Fragen hättest, z.B. ab welchem Punkt man einen Hund aus der Zucht nehmen sollte. denn fordern und meckern ist immer leicht.
Würde eine Rasse mehrere Erbkrankheiten haben, würde ich gucken, welche am weitesten verbreitet ist und welche die meisten körperlichen und / oder psychischen Beeinträchtigungen hat, und da dann schauen, daß diese Linien nicht mehr zum Einsatz kommen. Und ja, wäre eine Rasse so stark betroffen, daß es dann kein Zuchtmaterial mehr geben würde, dann würde ich zusehen, daß ich entweder eine andere Rasse einkreuze oder die Rasse aufgebe.
Würde eine Rasse "nur" ein oder zwei Erbkrankheiten haben bzw. nur wenig betroffen sein, wäre es kein Problem, die entsprechenden Tiere bzw. deren Nachkommen / Verwandten aus der Zucht zu nehmen.
Oder allgemein die von Betroffenen verwandten Tiere, die in die Zucht gehen sollten, müssen auf die Krankheiten, die da aufgetreten sind, getestet werden. Gibt zwar auch keine 100%ige Sicherheit, aber besser als nichts.
Und trotzdem frage ich mich, wieso die RZV nicht selber vor geplanten Verpaarungen danach gucken, ob da was ist, um die Gefahr so gering wie möglich zu halten? Wieso soll der Interessent alles studieren?
Mal so nebenbei gesagt: Würden die RZV selber so gucken, ob da was ist, ob die Verpaarung evtl. eine Erbkrankheit haben könnte, wie es von euch von den Käufern verlangt wird, und dementsprechend eine bestimmte Verpaarung verbieten, weil die Gefahr zu groß ist, dann würde es weniger Leid geben. Denn wenn die Käufer gucken sollen, werden diese Verpaarungen ja trotzdem gemacht - auch wenn der Interessent von der Verpaarung Abstand hält. Und somit werden dann trotzdem evtl. kranke Hunde geboren. Besser wäre es doch, diese Hunde wären erst gar nicht geboren. Das kommt ja auch noch dazu.
Und ich bleib auch dabei, viel Drama würde sich vermeiden lassen, wenn die Leute sich mal mehr informieren würden als "oh das find ich süß, was kostets das und wo krieg ich das so schnell wie möglich". Darüber kann man sich aufregen wie man will, meine Erfahrung zeigt aber ganz klar, dass der Züchter so offen und transparent mit den Risiken umgehen kann, wie er will, die meisten Welpenkäufer interessiert das einen Dreck, denn sobald die beschlossen haben, einen Welpen zu kaufen, überwiegt das "haben wollen" und "oh wie süß" jegliche Vernunft und sämtliche Warnungen und Infos zum Thema Gesundheit und Genetik rauschen beim einen Ohr rein und beim anderen Ohr raus.
Und auch hier sehe ich, reden wir aneinander vorbei bzw. verstehen uns nicht gegenseitig. Hier antworte ich nochmal mit meinem letzten Absatz von eben:
Und trotzdem frage ich mich, wieso die RZV nicht selber vor geplanten Verpaarungen danach gucken, ob da was ist, um die Gefahr so gering wie möglich zu halten? Wieso soll der Interessent alles studieren?
Mal so nebenbei gesagt: Würden die RZV selber so gucken, ob da was ist, ob die Verpaarung evtl. eine Erbkrankheit haben könnte, wie es von euch von den Käufern verlangt wird, und dementsprechend eine bestimmte Verpaarung verbieten, weil die Gefahr zu groß ist, dann würde es weniger Leid geben. Denn wenn die Käufer gucken sollen, werden diese Verpaarungen ja trotzdem gemacht - auch wenn der Interessent von der Verpaarung Abstand hält. Und somit werden dann trotzdem evtl. kranke Hunde geboren. Besser wäre es doch, diese Hunde wären erst gar nicht geboren. Das kommt ja auch noch dazu.
Sieht man ja auch hier im Forum in den "Ich will Rasse xy" Themen immer wieder sehr schön. Da kann man so transparent sein, wie eine frisch geputzte Glasscheibe, wenn die Leute vor lauter Herzchenscheuklappen mit Anlauf aber dafür ohne Hirn losrennen, kann man ihnen nicht helfen.
Wer sich danach aufregt, dass ihn - sollte es schief gehen - nicht jeder in seiner oftmals öffentlichkeitswirksamen Opferrolle unterstützten will, der will natürlich nicht hören, dass er doch alle Infos gehabt hätte.
Zu solchen Stories gibt es immer zwei Seiten - hat man schon bei der Ursprungsgeschichte der "der böse Züchter hat mich betrogen" rund um Indiana Wildsteigerland sehr schön gesehen, die ja bis heute in ihrer Märchenform hohe Wellen schlägt - nur die andere Seite wird man in den weigsten Fällen nicht hören, weil die Leute lieber hier im Internet über die abwesende Partei herziehen, statt sich einem Gespräch auf Augenhöhe zu stellen, weil da könnte man ja vielleicht doch merken, dass manche Fehler bei einem selbst gelegen haben.