Bei der eigenen Rasse ist man halt gerne "blind" vor Liebe.
DAS habe ich gar nicht. Im Gegenteil. Emil war als Junghund wirklich schwierig und ich hatte ja etliche Trainer durch, bis uns geholfen werden konnte (und ja, ich weiß dass es MEINE Führungsinkompetenz war, hatte aber noch nie so ein Kaliber). Und auch heute muss ich IMMER aufmerksam sein bei meinem Duracell Häschen. Aber ich war immer sehr besorgt, dass alles falsch läuft, dass ich den Hund "kaputt" mache, weil ich alles falsch anpacke, weil dass wir Probleme hatten war mir mehr als bewußt.
Bei meiner Rasse bin ich auch nicht so blind vor Liebe. Es gibt so manches, was ich beanstande. Genauso wie ich gerne meine Rasse eher schlecht rede (also die negativen Seiten hervorhebe), damit so ein Wurschtel nicht in falsche Hände kommt.
Meine Rübe war als Welpe so rotzefrech, das gibt es gar nicht. "Nein!" konnte man streng sagen, hat aber meistens keine Wirkung gezeigt. Sie von was abbringen hat Gemecker ihrerseits gegeben. Und sie war immer der Meinung, wenn etwas verboten wurde, daß sie es jetzt erst recht macht.
Hart im Nehmen. Meine Cousine hatte damals mal eine Zeit lang eine Klapperdose für ihre Hunde gehabt. Die hat sie auch geschmissen, wenn Maddy dabei gewesen ist. Ihre Hunde haben sich erschreckt und haben von ihren Untaten abgelassen. Maddy hat nicht mal mit dem Ohr gezuckt. Da merkt man halt die alten Linien.
Maddy hatte auch keinen Folgetrieb als Welpe gehabt. Sie wollte zu jedem Menschen.
Und - wie sagte die Züchterin? "Maddy macht IHR Ding." - Das hat man besonders daran gesehen, daß Maddy schon bei den Züchtern eigene Wege gegangen ist. Einmal konnte sie sich unbemerkt davon machen und ist bei den Züchtern den Gartenzaun hochgeklettert.
Als wir sie geholt haben, hat sie zweimal im Auto kurz gefiept und das war es. Zu Hause angekommen, hat sie sich im Garten und Haus bewegt, als würde sie schon immer hier leben. Nix mit Unsicherheit wegen fremder Umgebung.
Aber auch wenn sie in der Welpenzeit so frech gewesen ist - die Pubertät haben wir nicht gemerkt. Da war sie der bravste Hund gewesen.