Beiträge von BeardiePower

    Ich finde die praktische Prüfung unsinnig. Dient bloß in diversen Hundeschulen als Gelddruckmaschine.

    Meine Idealvorstellung wäre tatsächlich eine knackige theoretische Prüfung, welche bei nicht-vorhandensein mit Geldstrafen geahnded wird, bis der Halter diese nachweisen kann.

    Das reicht völlig.

    Wobei sich selbst in der Theorie die Geister scheiden, was jetzt wahr ist oder nicht.

    Das sieht man doch schon an den vielen Trainern und Büchern, wo es teils große Unterschiede gibt, was sie so zum Verhalten des Hundes sagen, und wie Mensch reagieren sollte; ebenso bei der Erziehung.

    Es gibt keinen einzigen Weg der Hundeerziehung. Wenn der erlernte Weg der Falsche für den einen Hund ist, was dann?

    Oder auch mit dem Verhalten. Die einen sind noch immer bei Alpha, Dominanz, Hund nicht aufs Sofa, Mensch geht zuerst durch die Tür etc.; die anderen haben das schon ad acta gelegt. Was, wenn ausgerechnet die Theorie bei Erstgenanntem ist?

    Was wird den Neuhundehaltern beigebracht? Althergebrachtes? Neueste Forschungsergebnisse? Individuelles Vorgehen?

    So schön und gut ein Hundeführerschein ist, aber es ist immer relativ.

    Viele Neuhundehalter wissen doch gar nicht, daß sie einen Hundeführerschein machen müssen. Viele melden ihren Hund auch nicht an. Und nicht jede Gemeinde kontrolliert; weder per Steuerregister, noch draußen.

    Jetzt bei Corona gibt es sowieso keinen Unterricht, keine Prüfung. Also kann jeder machen, was er will.

    Und ich persönlich finde, daß sich die Situation in NDS - oder besser: in meinem Bereich - seit der Hundeführerscheinpflicht verschlechtert hat.

    So viele unwissende Leute habe ich vorher nicht erlebt.

    Genauso mit dem Verhalten. So viele rücksichtslose HH, so viele aggressive und nicht hörende Hunde (die überall ohne Leine laufen, und wo niemand dran denkt, den Hund mal anzuleinen, wenn jemand entgegenkommt) hat es vorher nicht hier gegeben. Es scheint immer schlimmer zu werden. Manchmal macht es echt keinen Spaß mehr, spazierenzugehen.

    Und selbst in meiner Kindheit wurde verscherbelt.

    Da gab es Springturniere hier in der Gegend, wo man bei einer Tombola ein Fohlen gewinnen konnte. Jeder durfte mitmachen. Jedes Jahr wurde aufs Neue ein Fohlen verlost.

    Man konnte doch sogar in der Wendy Fohlen gewinnen. Eine Kindheitsfreundin hat damals mitgemacht und ein Hafifohlen gewonnen. (war irgendwann Ende Neunziger, Anfang 2000er meine ich)

    Echt? Zu meiner Zeit hat man in der Wendy "nur" Reiterferien gewinnen können.

    Naja wenn man damalige hundehaltung mit heutiger vergleicht ist eine Verhaltensstörung eventuell auch einfach nur nicht so aufgefallen wie sie heute auffallen würde

    Das gilt nicht nur für Hunde, sondern auch für Kinder. Aber das ist ein anderes Thema.

    Ja, das gab es. Die wurden dann auch geliefert. Niemand fragte, ob man geeignet ist. Einfach bestellen und der Hund kam.

    Der Zwergschnauzer vom Lebensgefährten meiner Mutter wurde bei Quelle bestellt und wurde dann in einer Kiste - ganz alleine als Fracht - mit dem Zug geliefert.

    Und, wie hat sich das auf den Hund ausgewirkt? War der nachher verhaltensgestört oder sonst wie traumatisiert?

    Nö. Der Zwergschnauzer namens Troll war der beste Kumpel gewesen. Er ist mit dem Lebensgefährten meiner Mutter, der damals noch Kind gewesen ist, jeden Tag durch den Wald gestreift, immer ohne Leine. Er schwärmt noch immer von seinem Troll.

    Troll ist auch immer durch das angrenzende Fabrikgelände gestreift und hat sich bei den Arbeitern was vom Pausenbrot erbettelt, was ihn dann dicker werden ließ, daß er irgendwann ein Papierschild am Halsband hatte, wo "Bitte nicht füttern" draufstand. Damals sind Hunde ja noch alleine umhergestreift.

    Vielleicht lag es daran, daß er ein Schnauzer gewesen ist, daß ihm die Lieferung nichts ausgemacht hat. Ein sensiblerer Hund hätte vielleicht das nicht so gut überstanden. Aber wer weiß? Man hatte ja damals nicht so die Anforderungen an den Familienhund wie heute, daß das vielleicht dann auch gar nicht so aufgefallen ist, wenn ein Hund irgendwie "anders" war. Zudem waren die Hunde ja meistens draußen. Entweder im Garten, im Zwinger oder an der Kette. Oder die Hunde sind frei durch den Ort gelaufen. Kaum jemand ist mit ihnen spazierengegangen, wie man das von heutzutage kennt. Und man hat sich auch nicht so Gedanken gemacht. Da wurde vielleicht durch diese genannten Umstände vieles übersehen.

    Und selbst in meiner Kindheit wurde verscherbelt.

    Da gab es Springturniere hier in der Gegend, wo man bei einer Tombola ein Fohlen gewinnen konnte. Jeder durfte mitmachen. Jedes Jahr wurde aufs Neue ein Fohlen verlost.

    Dann gab es Kaninchenschauen, wo man auch Kaninchen kaufen und gleich mitnehmen konnte. Die Kaninchen wurden einzeln verkauft, ohne Aufklärung, daß sie eigentlich nicht alleine gehalten werden sollen; keine Fragen, ob man sich auskennt, keine Beratung, wie man Kaninchen hält - nichts.

    Ein "Oh, wie süß! Das will ich haben!" von einem Kind hat ausgereicht.

    Auch an die Tierabteilungen in den Baumärkten kann ich mich erinnern.

    Konnte man damals echt Hunde aus dem Katalog bestellen :shocked:

    Das hab ich ja noch nie gehört (oder wir haben damals einfach keinen Neckermannkatalog bekommen |))

    Ja, das gab es. Die wurden dann auch geliefert. Niemand fragte, ob man geeignet ist. Einfach bestellen und der Hund kam.

    Der Zwergschnauzer vom Lebensgefährten meiner Mutter wurde bei Quelle bestellt und wurde dann in einer Kiste - ganz alleine als Fracht - mit dem Zug geliefert.