ich habe eine kleine münsterländer hündin.
allerdings reiner münsti...
uns wurde am anfang sehr viel angst gemacht wegen des jagdtriebes.... zumal beide eltern jagdlich geführt wurden und die welpen sehr früh mit ins revier genommen wurden.
unsere damalige mantrailingtrainerin(unser verstorbener sam hat das gamacht) ,hat,als sie änni(da 11 wo.) die hände über den kopf zusammengeschlagen und gerufen; ob wir wissen was wir da für einen hund haben.... wenn die das erste reh gerissen hat... würden wir es sicher wissen.....(in den 6 jahren ist änni einmal hinter der nachbarskatze her als die bei uns war,aber nie wild)
für mich ist meine änni einfach ein großer schatz.... klar hat sie jagdtrieb,aber wenn man bereit ist sich damit auseinander zu setzen und dem hund alternativen bietet ,ist das (für mich) nicht schlimm.
wir longieren,das macht sie sehr gerne und dabei wird der kopf und auch was bewegung angeht ausgelastet.
wir sind noch in einer "spaßgruppe" wo so ziemlich alles mal gemacht wird,das findet sie toll und am meisten liebt sie unterordnungsübungen.
zu gerne hätte ich dummy/apportier arbeit mit ihr gemacht,aber da hat sie einfach keine lust zu(haben wir wirklich versucht)
bis zum 4 lebensjahr war auch wild kein thema,wir sind täglich in der natur unterwegs und treffen jeden tag rehe ,ab und zu auch mal hasen.
als dann vor 3 jahren bei einem spaziergang ein reh uns direkt vor die füße sprang und auf der anderen strassenseite im wildzaun hängenblieb ,hat sich das geändert.
unser verstorbener hund hat sich einfach gesetzt und einmal wuff gemacht,änni hing schreiend in der leine .ein weitergehen war unmöglich,mein mann mußte mich dort mit dem auto einsammeln.
2 wochen später passiert uns so was ähnliches noch einmal auf dem waldweg,da hab ich nur ins geschirr gegriffen und gewartet bis die rehe weg waren und änni sich etwas beruhigt hatte.
beide male waren die tiere auf der flucht vor einem jagenden hund....
von da an hab ich wochenlang den wald gemieden,hab versucht hilfe zu bekommen,aber unsere damalige trainerinen beim longieren,beide haben jagdhunde für den zughundesport, wollten nicht helfen... ich hätte halt einen jagdhund ,solle mich damit abfinden.unsere hundeschule ist darauf nicht spezialisiert,arbeitet halt ganz normal mit themen was jagdtrieb angeht...
das so hinnehmen war aber nun wirklich nicht mein ziel und so hab ich nächtelang im www gesucht und dabei über das deutsche jagdportal einen jäger gefunden der jagdhunde ausbildet ,vorweigend aus dem tierschutz und der wochenendseminare anbietet... auch für nichtjäger(was wirklich selten ist).
wegen corona und weil wir unserem sam zu dem zeitpunkt keine weiten fahrten mehr zumuten wollten,haben wir damals per telefon einen arbeitsplan bekommen .den haben wir punkt für punkt ,ganz kleinschrittig abgearbeitet ,dabei immer wieder rücksprache gehalten.
heute drei jahre später bleibt änni auch bei laufendem wild ruhig.ich habe in dieser zeit neu gelernt meinen hund einmal zu lesen.... zu sehen wann sie wild anzeigt und ob es nah dran oder weiter weg ist.das macht meine kleine ganz wunderbar....
in gebieten wo ich weiß das uns kein wild über den weg läuft ,kann sie auch super ohne leine laufen,enten und vögel sind ihr egal.... nur bei mäusen hatte sie schon einmal erfolg,hat die maus aber fallen gelassen nachdem diese gequiekt hat.... trotzdem bleibt sie öfter mal stehen ,an stellen wo viel laub liegt und steht vor........auf lass die maus geht sie dann aber artig weiter.
wenn dein herz für diesen hund schlägt und du bereit bist den einsatz zu geben der notwendig wird........warum nicht?
vieleicht hilft dir ja mein text ein bischen,macht ein bischen mut
lg