Hallo liebe Foren-Mitglieder,
vor 8 Wochen habe ich eine 2-einhalb-jährige Mischlingshündin vom Tierschutz adoptiert. Die ersten 4 Wochen war ich "nur" Pflegestelle ;-) Sie heisst Kira und soll ein Yorky-Mix sein. Ich denke aber, dass da auf jeden Fall Rauhhaardackel mitgemischt hat. Sie ist klein, schwarz und wuschelig. Vielleicht war auch ein Schnauzer mitbeteiligt.
Hier erstmal noch noch mehr Hintergrund-Infos bevor ich mit meinem Problem komme:
Kira lebte vorher bei einem älteren Ehepaar. Dort hat sie wohl nicht viel kennengelernt und war „nur“ Schoßhündchen. Als ich sie übernommen hatte,war sie zielmich verstört und hatte vor fast allen Geräuschen Angst. Auch vor anderen Hunden hatte sie extreme Angst.
Wenn sie sehr verunsichert war, wollte sie immer auf den Arm. Das habe ich aber nicht durchgehen lassen. Das hat sich mittlerweile im Alltag schon gelegt. Sie ist tendentiell ein unsicherer Hund mit geringem Selbstbewusstsein. Ansonsten ist Sie ruhig, sensibel, vorsichtig, anhänglich und genügsam. Das ist der Ist-Zustand. Ich denke, dass sie immernoch Zeit benötigt, um wirklich bei mir "anzukommen". Sie taut zwar tendentiell immer mehr auf, aber so richtig zusammengewachsen sind wir noch nicht. Die Veränderung, die sie durchmachen musste, war und ist sehr groß. Da sind 8 Wochen für ein Sensibelchen bestimmt nicht sehr viel...
Es gibt ein paar Baustellen, an denen ich mit ihr unbedingt Arbeiten muss.
Ich starte mal mit dem Verhalten, dass für mich im Moment das größte Problem ist:
Da ich berufstätig bin, nehme ich sie tagsüber mit in Büro. Jedesmal, wenn ein Kollege ins Zimmer kam, hatte sie sehr stark gebrummt und dann auch in hoher Stimmlage losgebellt. Dabei stürmt sie auf den Fremden zu, der in "unser" Revier eingedrungen ist. Nach einiger Zeit lässt dann das Bellen nach und sie wuselt Schwanzwedelnd um den Kollegen herum.
Das ganze Verhalten hatte sich anfangs gesteigert solange ich nicht eingegriffen habe. Dann fing ich an, beim ersten Anzeichen von Grummeln und Bellen ihr ein scharfes „Aus“ zu sagen und habe sie auf ihre Decke verwiesen. Zuerst hatte sie dann einfach weitergebellt. Mittlerweile bleibt sie zwar auf ihrer Decke ( ich lasse sie aber auch nicht vorbei, wenn sie doch versucht, zum Kollegen zu laufen). Dabei wirkt sie aber stark verunsichert. Sie dreht und windet sich in geduckter Haltung mir gegenüber und scheint nicht zu verstehen, was sie falsch macht. Bis sie dann schlußendlich „Platz“ macht. Ist der Kollege dann länger im Raum oder geht wieder, beruhigt sie sich irgendwann wieder. Am liebsten möchte sie dann zum Kollegen, um gestreichelt zu werden.
Zu Hause läuft es beim Tür-Klingeln ähnlich ab, nur dass alle Reaktionen stärker verlaufen. Wenn ich sie auf ihre Decke schicke und sie „Platz“ machen soll, hatte sie sich kürzlich sogar auf den Rücken gelegt. Sie brummelte dann aber trotzdem weiter und schaut mich ganz verunsichert an. Dieses Verhalten ignorierte ich solange, bis sie sich komplett beruhigt hatte. Dann habe ich sie kommen lassen.
Ich versuch dabei ruhig zu bleiben und nicht selber laut zu werden.
Auch wenn sie ihr unbekannte Geräusche hört, verhält sie sich ähnlich. Allerdings nur da, wo sie sich zu Hause fühlt (also bei mir zu Hause und im Büro.)
Ich denke, dass ihr Verhalten eine Mischung aus Revierverhalten bzw. Schutztrieb mir gegenüber und Unsicherheit sein könnte. Wenn ich ihr vermitteln könnte, dass alles in Ordnung ist, wenn Besuch kommt und sie sich an mir orientieren könnte, wäre ich vielleicht einen großen Schritt weiter. Aber wie kann ich ihr mehr Sicherheit bieten?!
In ihrem vorherigem zu Hause hat sich das Verhalten schön etabliert. Als sie dort abgeholt wurde, hatte sie sehr, sehr stark gebellt und geknurrt und hat sich wohl kaum mehr beruhigt. Der damalige Besitzer zeigte aber auch gar keine Reaktion und fand das Verhalten anscheinend normal.
Ich bin absolut kein Profi, da Kira nun min erster Hund ist. Seit fast 2 Jahren beschäftige ich mich zwar mit dem Thema Hund aber Theorie und Praxis klaffen dann doch irgendwie auseinader... Vielleicht hat hier jemand einen guten Rat, wie ich mich am besten Verhalten soll ohne sie noch mehr einzuschüchtern. Ich möchte gerne alles richtig machen, damit sie ein glücklicher Hund werden kann und wir ein eingespieltes Team werden können. 
Ich hoffe, ich habe alles einigermaßen verständlich beschrieben. Sonst fragt doch bitte weiter nach.
Vielen Dank schonmal im voraus!
Liebe Grüße!