Beiträge von Loheneck

    Habe mir Eueren Rat zu Hilfe genommen und eine Hundetrainerin zu mir nach Hause geholt. Sie war am Ende der Meinung, dass mein Hund sehr durch das Mobbing seiner Geschwister gelitten hat und sie sehr intelligent ist, dass sie das in Zukunft vermeiden möchte. Das ständige Hin- und Herlaufen und Kontakt zu uns suchen, liegt daran, dass sie definitiv Angst hat, uns zu "verlieren" und versucht durch ihr ständiges in Kontakt treten sicher zu stellen, dass wir für sie da sind. Es ist natürlich im Moment für uns schwierig, ihr Dinge nicht zu gestatten mit diesem Hintergrund. Die Hundetrainerin hat mir geraten, mich für ca. 20 Minuten auf den Boden zu setzen, während ich und mein Mann Fernsehen, und ich ihr all meine Aufmerksamkeit gebe. Danach soll sie bei jedem Versuch zu uns zu kommen, auf ihren Platz geschickt werden. Jetzt wollen wir mal schauen, meiner Maus ein wenig Selbstbewusstsein einzuflösen.

    Vielen Dank für Euere Antworten. Dass mein Hund der Chef ist, würde ich jetzt mal verneinen, sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Nachdem sie versucht, ihren Platz zu verlassen, stehe ich auf und schicke sie mit einem konsequenten Blick wieder auf ihren Platz. Dabei zieht sie den Schwanz ein, duckt sich und geht zurück legt sich wieder hin. Dabei kommt es auch hin und wieder vor, dass sie eine kleine Menge Urin verliert. Ihr Tun wird von uns sicher nicht belohnt, aber wie gesagt, ich habe das Gefühl, dass sie immer und immer wieder unsere Nähe sucht, als hätte sie Angst, dass wir sie ausschließen könnten. Sie erinnert mich an meine Tochter mit 4 Jahren, die immer und immer wieder abends das Bett verlassen hat, um bei uns zu sein.

    Kontrollverhalten... dazu möchte ich sagen, dass ich jedes Kontrollverhalten sofort unterbinde, in dem ich die Türe hinter mir zumache und sie gar nicht die Möglichkeit hat, mir zu folgen. Ich weiß aber, dass sie es machen würde. Ein Kontrollverhalten ist also sicher gegeben, nur ob es als "ich steh über Euch und bin der Boss" gewertet werden kann, weiß ich im Moment nicht zu sagen.

    Zudem darf sie einige Zimmer, vorallem die Küche nicht betreten, was auch sehr gut klappt. Nachdem ich nach Hause komme, freut sie sich sehr, schwänzelt um mich herum, ein Anspringen haben wir ihr schon im Welpenalter abgewöhnt, in dem wir sie erst auf ihren Platz geschickt und sie dann erst begrüßt haben, wenn sie sich beruhigt hat.

    Ich wüsste im Moment nicht, was ich falsch gemacht habe in der Erziehung. Sie lebt einfach nur erst dann auf, wenn ich wieder zu Hause bin. Und in der Zeit, in der ich nicht zu Hause bin, leidet sie tatsächlich.

    Liebe Grüße
    Claudi

    Hallo liebe Hundecommunity. Eigentlich dachte ich immer, Hunde zu verstehen, da ich seit meinem 5. Lebensjahr bis jetzt, also gut 30 Jahre mit Hunden zusammen gelebt und besessen habe. Die meisten davon waren Mischlinge, aber auch Boxer, Schäferhund, Labbi und Mops war dabei.

    Da meine letzte Hündin im Oktober 2011 verstorben ist und ich ohne Hund nicht leben kann/will, habe ich mir Ende November 2011 aus einem ungeplanten Wurf bei uns im Dorf eine Mischlingshündin (Rotti/Bordeauxdogge) zu mir geholt.

    Jedoch schon am ersten Tag, als sie bei uns „einzog“, hat sie nur Kontakt zu mir gesucht, vielleicht lag es dran, dass die „Züchterin“ auch eine Frau mit dunklen Haaren und leiser Stimme war, so wie ich in etwa aussehe und auch ganz leise zu ihr gesprochen habe. Das ist aber nur so eine Idee.

    Im Laufe der Zeit kristallisierte sich heraus, dass wenn ich das Haus verlasse und sie mit meinem Mann allein zusammen ist, sie nur vor der Tür liegt und wartet, bis ich wieder zurück komme. Leckerlies oder Animation zum Spiel von seiner Seite konnte sie bisher nicht von ihrer „Trauer“ ablenken.

    Lt. der „Züchterin“ war sie diejenige, die von ihren Geschwistern immer geärgert und gebissen wurde und sich nicht traute mitzuspielen, sondern immer in der Ecke eingerollt gelegen und zugesehen hat.

    Sie hat ihren festen Platz im Wohnzimmer, auf dem sie sich auch gerne aufhält. Wenn ich und mein Mann zusammen auf der Couch Fernsehen, dann steht sie ca. alle 5 Minuten auf und will gestreichelt werden. Nach den Streicheleinheiten geht sie wieder zurück auf ihren Platz. Jedoch kann sie da auch nicht entspannen sondern hat immer den Blick auf uns gerichtet und ein Blick zu ihr ermuntert sie wieder, aufzustehen und zu uns zu kommen. Wir vermeiden es also zu unserem Hund zu blicken. Aber auch das hindert sie nicht, diesen ständigen Kontakt aufrecht zu erhalten. Sollte ich für ein paar Minuten den Raum verlassen, fängt sie an, wie ein Tiger im Käfig das Zimmer auf und ab zu gehen, bis ich wieder zurück bin.

    Die Hündin schläft von der ersten Nacht bei mir im Schlafzimmer auf ihrem Kissen am Boden. Da mein Mann oft wochenlang auf Grund seiner Arbeit nicht zu Hause ist, bin ich es, die sie füttert und mit ihr raus geht, also ihre Kontaktperson. Sobald mein Mann zu Hause ist, übernimmt er das Füttern, vor allem aus der Hand, damit sie mehr Zutrauen gewinnt. Aber bisher hat es noch nicht wirklich Früchte getragen.

    Mein Mann hat mittlerweile schon Probleme damit, mit ihr alleine sein zu müssen, da ihn diese ständige Unruhe und das Hin- und Herlaufen bis ich wieder zurück bin natürlich auch verrückt macht. Als Fernfahrer erholt er sich eigentlich nach seiner wochenlangen Fahrt zu Hause, aber durch die ständige Unruhe des Hundes kann er das oft nicht. Wir haben einen großen Garten und selbst wenn er mit ihr im Garten spielen will, läuft sie nur von Zaun bis Terrasseneingang und kann erst dann mit ihm spielen, wenn ich zurück bin und mich mit im Garten aufhalte. Dann erst kann sie das Spiel genießen, aber ohne mich ist sie nur ein nervöser Bündel Hund, der mir so sehr leid tut.

    Ich habe so ein Verhalten auch noch nie bei meinen vorherigen Hunden erlebt. Auch das Zurückschicken auf ihren Platz kann sie nur für ein paar Minuten durchhalten. Dann kommt wieder „ich will jetzt gestreichelt“ werden und ich habe das Gefühl, dass sie vollkommene Verlustängste quälen. Wobei wir ihr nie das Gefühl hierfür vermitteln. Wir schmusen und spielen viel und gehen auch lange Spaziergänge mit ihr, selbst mit Futtersuche im Wald, damit sie auch kopfmäßig gefordert wird.

    Vielleicht hat jemand von Euch eine Idee, damit meine Maus etwas ruhiger wird oder hatte auch schon so einen „Problemfall“ zu Hause.

    Ansonsten ist sie ein Zuckerstück, kommt mit allen Hunden auf der Hundewiese zurecht, spielt ohne Aggression und buddelt liebend gerne nach Mäusen.

    Über Antworten würde ich mich sehr freuen....