Beiträge von Camillo09

    In Deutschland ist Massentierhaltng erlaubt und wird staatlich subventioniert, bei Hunden gibt es Rasselisten, je nach Bundesland können "auffällig gewordene Hunde" (also auch Hunde, die einen Passanten durch Anspringen "bedrohen") zu lebenslangem Leinenknast und Maulkorbpflicht verdonnert werden, in Deutschland werden immer noch Katzenbabys mit der Schaufel erschlagen, statt dass Kätzinnen kastriert werden,.... die Liste kann man beliebig lang fortsetzen.....
    Und in SO einem Land willst Du Urlaub machen?

    ;)

    Auch wenn man erst mal nicht die richtigen trifft: wenn alle Vermieter von Ferienhäusern, Gaststättenbetreiber, Freizeitanlagenbetreiber... auf die Straße gehen, weil die Touristen wegbrechen, und nicht nur die Hundehalter, und zudem durch den reduzierten Tourismus auch Steuereinnahmen wegbrechen, dann ändert sich vielleicht was. Solange es nur Hundehalter sind und alle anderen für das Gesetz sind, wird das sicherlich nicht passieren.

    Abgesehen davon ist man ja dank der Gesetze mit Mischlingen ohne Papieren ohnehin gezwungen, von Dänemark fernzubleiben. Ich könnte da keinen ruhigen, entspannten Urlaub machen, wenn ich fürchten muss, in meinem Hund sieht irgend ein Polizist einen verbotenen und ich habe keine Möglichkeit, das Gegenteil zu beweisen.

    Wenn ich nach Dänemark in den Urlaub fahren will, kann ich genauso gut die deutsche Nord- oder Ostseeküste nehmen. Da unterstütze ich dann auch noch die eigene Wirtschaft und trage das Geld nicht ins Ausland. Oder Holland, Belgien, Frankreich...

    Btw. genauso handhabe ich das übrigens auch mit Zoohandlungen, bei denen es Kleintiere gibt. Da kaufe ich gar nichts, kein Hundebett, Futter..., weil ich solchen Läden kein Geld lassen will.

    Hast du damit nachhaltig Erfolg? Mit nachhaltig meine ich, dass das Fehlverhalten in Zukunft in ähnlichen Situationen seltener auftritt

    Nein, ich glaube nicht,aber das hat auch seine Gründe und die sind nicht die Methode. Mein Hund lernt in der Situation nichts und so etwas wie aehnliche Situationen gibt es für ihn nicht. Es dient nur dazu, ihn runter zu kriegen und ihn zu beruhigen. Meiner ist lernt nicht, mit solchen Situationen allein umzugehen, durch seinen Deprivationsschaden. Deshalb generalisiert er das auch nicht. Das heißt aber nicht, dass das nicht bei anderen, normal lernenden Hunden klappt. Es wurde aber definitiv nicht schlechter, vielleicht sogar besser, unsere Schritte sind sehr, sehr klein.

    Und das beste ist dann immer der Nachsatz: Warum eigentlich keinen Kontakt? Der ist doch ganz ruhig. Und dann fangen sie an, den Hund zu locken...

    Den Schluss, dass man mit dem Loben, Streicheln, ruhig sprechen... nicht das Bellen belohnt hat, sondern komischerweise das Gegenteil erreicht, nämlich das Einstellen des Bellens, fällt den meisten dann aber doch sehr schwer, auch wenn es eigentlich ganz offensichtlich ist.

    Wenn der Hund am bellen ist, ist es natürlich zu spät für jegliches Abbrechen. Das muss natürlich vorher passieren. ;). U.a. deshalb hat es sich bei uns bewährt, dem Hund die Dinge anzusagen. Dann habe ich Zeit, falls er sich überlegt, dass es trotzdem gruselig ist, und kann ich auf ausreichend Distanz und Zeit noch "vorbeugend abbrechen". Also im Anspannen schon. Dann braucht man auch keine drastischen Methoden, wenn der Hund zumindest noch halbwegs ansprechbar ist. Man muss nur rechtzeitig sein, oder zu Variente 2 übergehen:

    Wenn ich den Moment verpasst habe, das gruselige Etwas plötzlich auftaucht o.ä., dann gehe ich auch mit positivem ran, also streicheln mit clickern... Da muss man sich zwar jedes Mal anhören, dass man den Hund fürs Bellen belohnt, aber das kann man dezent ignorieren. In der Situation lernt der Hund nämlich eh nichts, dazu ist er viel zu gestresst. Positives hilft dem Hund, runter zu kommen und aufnahmefähig zu werden.

    Bei meinem Hund ging ignorieren in den meisten Fällen nicht, weil er ja immer sein Ziel, Abstand und in Ruhe gelassen werden, erreicht hat. Bei uns ging es auch erst voran, als es klare Ansagen gab, dass nach vorne gehen und Theater machen nicht toleriert wird. Dann konnte bzw. musste er ein anderes Verhalten zeigen, das dann belohnt wurde. Grundstein war aber, dass sein altes Verhalten nicht mehr erlaubt war.

    Der Preis dafür ist natürlich auf meiner Seite, dass nichts und niemand, kein anderer Hund oder Mensch mehr ungewollt an ihn dran kommt. Und das ganz konsequent, sonst ist sein Vertrauen, dass ich ihm Schutz gebe, dahin und schneller als mir lieb ist, sind wir wieder bei 0.

    Ich kündige ihm inzwischen auch alles an, das hilft ihm unglaublich. Er weiß dann, ich habe es gesehen und kümmer mich drum. Wenn ich das nicht tue, dann verspannt er sich und würde auch wieder bellend nach vorne gehen. Aber dass er das nicht lernt und generalisiert, liegt wohl an seiner Deprivation.

    Meiner läuft schon frei, aber nur, wenn nicht viel los ist und ich genug Zeit habe, ihn immer abzurufen. Aber da er eh einen Miniradius hat und kein besonderes Interesse an seiner Umwelt, reicht ihm ein Radius von 8m eigentlich auch aus. Nach 2 min rennen trottet er eh nur neben mir her, das kann er auch an der Leine, ist für uns beide entspannter.

    ich habe selber auch einen hund und wollte mal wissen ob ihr auch von euren hunden das futter probieren würdet ? da ich mal gehört habe das man hundefutter essen kann

    Ich würde das Futter meines Hundes auf jeden Fall essen. Mein Mann klaut sich regelmäßig aus dem Topf. Es schmeckt halt für unseren Geschmack etwas fad ;), ansonsten ist es nicht schlecht.

    Ist aber selbst gekochtes Futter, das nur aus Lebensmitteln besteht. Fertigfutter gibt's auch für den Hund nur noch ab und an, wenn ich vergessen habe, aufzutauen.


    Heißt im Umkehrschluss, dass z.B. ein Straßenhund auf der Straße (=das Umfeld, auf das sich das Gehirn angepasst hat) dort völlig stressfrei und "verhaltensunauffällig" leben kann, während er hier in der Mietswohnung gar nicht klarkommt.

    Die Übergänge sind halt fließend. Ein "vollständig" deprivierter Hund ist einer, der in gar keinem Umfeld stressfrei leben kann. Dann gibt es eben noch alle Schattierungen...


    Genau das kann ich bei meinem beobachten. In der Wohnung (also das, was er die ersten 3 Jahre seines Lebens hatte) ist er ein ganz normaler Hund. Da merkt man gar nichts von seinen Schwierigkeiten. Er lernt ganz normal, testet Grenzen, macht Blödsinn, spielt...

    Draußen ist die Welt eine andere.

    Was Konfrontation betrifft, kann das bei Unsicherheit und Angst vielleicht sogar teilweise funktionieren, bei Deprivation sicher nicht. Der Hund ist überhaupt nicht fähig, daraus irgendetwas zu lernen (er lernt nämlich unter Stress genau 0,0 und den hat er bei einer Konfrontation).

    Beispiel Menschenbegegnungen: wir sind schon immer Menschen unterwegs begegnet, er hatte damit immer Konfrontationen und gelernt hat er anfangs überhaupt gar nichts. Jeder nächste Mensch war wieder genauso schlimm wie der erste. Ehrlich, als Halter kommt man sich da auch vor wie in "und täglich grüßt das Murmeltier". Jedes Mal wieder die gleiche Situation und jedes Mal denkt der Hund, dass der Mensch ihn fressen will. Auch heute noch, nach inzwischen 3 Jahren, muss ich ihm durch die Situation helfen und ich denke inzwischen, dass das immer so bleiben wird. Generalisieren Fehlanzeige.

    Gerade mit HH, die man öfter trifft, ist es schon lustig, weil die Situation immer gleich abläuft und der Hund einfach nichts lernt. " Die kennen sich doch" gibt es für meinen Hund nicht. Er weiß heute nicht mehr, dass dieser Hund ihn gestern nicht gefressen hat. Leider verstehen das andere Hundehalter so gar nicht und lassen ihre dann gerne in meinen reinrennen, weil die sich doch gestern auch verstanden haben. Deshalb mache ich das im Gespräch inzwischen deutlich, dass mein Hund das morgen (oder gar später) nicht mehr weiß.
    Am Wochenende habe ich festgestellt, dass es nach 3 Jahren auch bei Hundebegegnungen gewisse Fortschritte gibt, vielleicht noch 3 Jahre (so lange haben wir ja für die Menschen gebraucht) und dann geht auch das ohne Stress... wenn ich Glück habe, nur 2, weil ich jetzt besser weiß, wie ich es bei dem Hund anstellen muss, dass er Alternativverhalten abrufen kann...

    Jaja, man lernt Geduld, viiiiiiiieeeeeel Geduld...