Beiträge von Fusselnase

    Ich stelle mir darunter einfach einen psychisch stabilen Hund vor.
    So wie Lendril es beschrieben hat.

    Gammur, bei deiner Definition fehlt mir, dass es auch wesensfeste Hunde gibt, die aber aufgrund fehlender oder schlechter Erfahrungen in bestimmten Situationen z. B. Angst zeigen.

    Wie Resa, die ja im Tierheim Opfer von Beißattacken geworden ist (ihr wurde dabei der Schwanz abgebissen) und deshalb Angst vor einem bestimmten Typ Hund hatte und dann auch versucht hat zu flüchten.
    Trotzdem würde ich sie als grundsätzlich wesensfest bezeichnen. Unter anderen Umständen wäre sie ein Superhund geworden. War sie natürlich auch so ;) , aber verstehst du, was ich meine?

    Ein nicht wesensfester Hund wäre in all den Jahren im Canile vermutlich schon durchgedreht und zum Angsthund oder Beißer mutiert.
    Gleiches gilt für Feli, die aufgrund fehlender Erfahrungen natürlich öfter mal Unsicherheiten zeigt. Aber sie geht damit richtig toll um.

    Ja, da hast du sicher Recht. Also mit dem anderen bestimmt auch, ich kenne mich damit echt nicht aus.

    Ich weiß ja auch nicht, woher meine Hunde ursprünglich kommen. Die hatten z. T. auch ihr Päcklein zu tragen, aber ich bin mir sehr sicher, dass das auf ihre Erfahrungen zurückzuführen ist und nicht auf die genetischen Voraussetzungen.
    Berta, mein English Setter (mit 2 oder 3 ins Tierheim gekommen, 7 Jahre dort geblieben) war die Coolness in Person, mit der konnte ich auf der Mittelinsel stehen und die LKWs vorbeirasen lassen, dass ihr die Ohren nur so schlackerten. Das hat die nicht gejuckt. Alma (Spinone Italiano) war auch so(ähnliche Biographie), Resa (auch Jagdhundmix) eigentlich auch. Letztere hatte nur ein wenig Respekt vor manchen Hunden, sie wurde in ihrem Leben aber auch übel zusammengebissen.
    Fricka (GM-Mix) war scheu und misstrauisch, aber als sie sich eingewöhnt hatte, war sie ein Fels in der Brandung.
    Ylvi (Griffon, 5 Jahre Tierheim) geht unangenehmen Dingen schnell aus dem Weg, ist aber grundstätzlich auch abgeklärt.

    Alles Jagdhunde (also vermutlich für einen bestimmten Zweck gezüchtet) aus Italien.
    Keiner war nervös, hyperaktiv, unverträglich oder dergleichen, und alle kamen hier in der Stadt sehr gut zurecht, auch mit Kindern, anderen Hunden, und, und, und... echt alltagstauglich eben.

    Aber wie gesagt, ich weiß bei keinem Hund, aus welchem Stall sie kommen. Aber ganz sicher nicht von dem, was man hier so allgemein als guten Züchter ansieht und was ja hier zur Debatte steht.
    Deshalb finde ich das Thema interessant und vielleicht gehören meine Erfahrungen auch dazu, denn Bällchenbad und Pipapo hatten die ganz sicher nicht. Man kann also sagen, dass ich die gleichen Beobachtungen gemacht habe wie du.

    Feli ist vielleicht noch interessant. Sie ist der einzige Hund, bei dem ich weiß, wo und wie sie aufgewachsen ist. Sie wurde in einer privaten "Auffangstation" in Ungarn geboren, dort hatte jemand alles gesammelt, was vier Beine hatte und unkastriert zusammengesetzt. Sie hat 5 Jahre lang nichts anderes kennengelernt als ihren Zwinger.
    Und sie ist trotzdem total cool, also auch wenn ihr manche Dinge unheimlich sind, will sie alles kennenlernen und hakt das dann auch ab.
    Das ist für mich ein Zeichen von Wesensfestigkeit.

    Das ist interessant, was du schreibst. Ich habe die ganze Zeit gedacht: Ja, das ist bei meinen Hunden eigentlich auch so. Die wurden allerdings auch nicht mit Gedöns aufgezogen, und ich habe auch schon manchmal gedacht, dass das vielleicht ein Vorteil ist. Wobei es mir da weniger um Prägung ging als um erzieherische Maßnahmen, aber der erste Aspekt ist auch interessant.
    Nun kommen die aber eher nicht vom guten Züchter. Sind die dann einfach zufällig wesensfest? Das würde dann doch aber bedeuten, dass eben nicht nur gute Züchter das vollbringen können, es bei weniger guten Züchtern aber eher Zufall ist.
    Oder ich verstehe den Begriff "wesensfest" nicht richtig, das kann auch sein.

    Nur für den Hinterkopf, falls ihr alles andere ausgeschlossen habt: Mir hat mal jemand erzählt, dass er unter Verdauungsstörungen litt/eine schlechte Darmflora hatte. Und ein Symptom war ein nerviges Kribbeln in Armen und Beinen.
    Fragt mich nicht, wie das zusammenhing. Aber meine Hündin Berta hat sich auch sehr viel an den Beinen geleckt, Arthrose hatte sie aber nicht. Aber sie hatte oft Durchfall - möglicherweise hatte sie eine Unverträglichkeit, die ich nicht herausgefunden habe.

    Aber beim Tierschutzhund geht's vorrangig um den Hund...

    Eben, deshalb finde ich es schwierig, Prinzipien zu formulieren, auch wenn es natürlich auch wenig unterstützenswerte Quellen gibt (Auswahlkriterien gibt es natürlich immer!). Aber wenn man wie ich ältere Tiere wählt, kann man eigentlich kaum gezielte Vermehrung unterstützen.
    Ausnahme: Wenn dem Vermehrer Gebärmaschinen abgekauft werden. Da hätte ich Bauchschmerzen, aber aus Prinzip so einem armen Hund ein Zuhause verwehren... ich weiß nicht, ob ich das könnte. Schwierig!

    Aber ich find´s echt interessant, wie viele Dinge man beim Züchter beachten muss/kann/sollte... hui. Ist eine ganz andere Welt (meine ich nicht wertend).

    Ist manchmal so. Es kann z. B. sein, dass ein Tierheim mit verschiedenen Vereinen zusammenarbeitet und der, der am schnellsten einen Platz frei hat, den Hund dann vermittelt.
    Ist ja auch nicht verkehrt, es erhöht ja die Chancen. Sinnvoll ist es nur, wenn die sich auch untereinander gut absprechen.
    Manchmal überschneidet sich auch was.
    Natürlich kann es auch mal versehentlich passieren, keine Ahnung, ob das hier der Fall war.

    Und der Name - vielleicht fanden die "Nele-Fee" doof, was ich absolut nachvollziehen könnte. :D

    Mir geht es jetzt darum dass mein Freund eigentlich eher der zurückhaltende Typ Mann ist der Menschen erst mal misstraut bzw. seine Gefühle nicht so zeigen kann.

    Jetzt frage ich mich woher dieses Phänomen kommt, diese bedingungslose Liebe die man nur einem Hund geben kann.

    Ich glaube nicht, dass das ein Zeichen dafür sein muss, dass er den Hund mehr liebt als dich.
    Es ist für manche Menschen einfacher, einem Tier gegenüber Gefühle zu zeigen. Der Hund kann´s nicht falsch verstehen, es gibt keine gegenseitigen unausgesprochenen Erwartungen etc. Oder ums mal ganz lax auszudrücken: Da ist es nicht so peinlich.

    Viele Männer haben ihre Probleme damit, das zu zeigen (schreibst du ja oben auch). Ich kenne das von mir selbst auch, mir kommen z. B. die Worte "Ich liebe dich" schwer über die Lippen, aber nicht, weil ich das nicht so empfinde, sondern weil sich das irgendwie blöd anhört. Kitschig oder unpassend, oder als würde man eine Reaktion erwarten. Oder so.

    Ich glaube, dass es gut ist, dass er´s wenigstens dem Hund gegenüber rauslassen kann. :smile:

    Aber wenn du unter bestimmten Situationen leidest, solltest du das schon mal ansprechen. Vielleicht kann man auch anders etwas erreichen, ohne Reden, mit irgendwelchen Türöffnern. Das ist für manche Männer besser. ;)
    Aber wie, das weiß ich auch nicht. Ich versuche sowas immer mit anderen Männern zu besprechen, die können sich da besser reinversetzen.

    Das ist jetzt natürlich ein sehr küchenpsychologischer Beitrag! :smile: