Beiträge von physioclaudi

    Das Problem war auch gar nicht der Fokus der Frage, sondern woran ihr das reizoffene im Alltag fest macht

    Im Alltag ist das bei uns ein alles wahrnehmen, meinen auf alles reagieren zu müssen, unwichtige Dinge nicht ausblenden können. Bei Emil und Lucifer in Welpen/ Junghundezeiten auch gerne auf alles sich bewegende anspringen (durchaus rassetypisch). Einfaches Gassi durch belebte Innenstädte ist hier nie mal eben so möglich, würde ich momentan auch nicht mit beiden Hunden zusammen machen, weil sie mir schlicht um die Ohren fliegen würden. Bei Emil kann man das deckeln und einfach ruhiges Benehmen einfordern, aber hab ich noch Lucifer dabei, dann brauche ich alle Aufmerksamkeit für den.

    Was meine beiden dafür im Gegenzug mitbringen ist viel WTP. Bei Emil nochmal deutlich mehr, als bei Lucifer. würde ich jetzt auf die Idee kommen und drei Std straight trainieren, die würden mit Begeisterung mitmachen, bis sie umfallen.

    Sowas kann zb einem Fiete nicht passieren. Der macht mal so 10 Minuten mit und wenn es ihm zu anstrengend wird, dreht er sich um und geht. Der meldet sich dann schlicht ab. Das kann er aber eben auch in aufregenden Gebieten.

    Fiete war knapp 2 Jahre, also jünger als Lucifer jetzt, da waren wir mit ihm in Südfrankreich. Der ging entspannt mit mir in Nizza, Cannes und St.Tropez bummeln, Hauptsache er durfte auch schnüffeln. Im Cafe lag er dann unter dem Tisch. Reizoffen ist er halt kein Stück.

    Ach, ich hab den Chewbacca vergessen. Wenn er selber, oder ich ihm das Ohr kratze. 1:1 Chewbacca.

    Ich mag Colliegeräusche auch. Emils Kläffen nervt da eher. Wobei Emil beim Gassi die Backen hält, da hab ich nur den jodelnden Jungspund zu meiner akustischen Unterhaltung, wenn es aufregend wird.

    Fakt ist aber: Ich kann meine Umwelt nicht ändern. Und die Umwelt ist nicht wirklich das Problem. Sie ist es nur, wenn ich und mein Hund damit nicht umgehen können.

    Das finde ich einen total wichtigen Satz. Und ich habe lange gebraucht mich selbst dahingehend zu erziehen. Emil war als Junghund und auch noch darüber hinaus eine echte Katastrophe. Und kam uns wer entgegen, hab ich schon Schnappatmung bekommen. Irgendwann hab ich es für mich und meinen Kopf umgedreht. Sprich, "Oh super da kommt jemand, Gelegenheit zum Üben". Und das allein hilft schon. Denn gerade reizoffene und sensible Hunde bekommen ja so genau mit, wie das andere Ende der Leine einen sich nähernden Trigger wertet. Und da muss ich mich nicht wundern, wenn der Hund austickt.

    Ist der Hund reizoffen und reaktiv, ist er das eben. Das kann man dann nur kontrollieren und nicht wegerziehen.

    Finde ich auch total wichtig. Ich muss meine Hunde so akzeptieren und führen, wie sie nun einmal sind. Emil und Lucifer sind beide reizoffen und zumindest bei Emil kann ich ein Abdrehen schlicht verbieten und das klappt auch, er fährt sich auch ein Stück weit wieder runter, aber es ist anstrengend. Für ihn und für mich auch. Aber er hat einfach gelernt es auszuhalten. Lucifer noch nicht wirklich. Wenn zu viele Reize da sind kommt irgendwann der Punkt, wo er es halt nicht mehr aushält und jodelig wird. Sprich, Löffelchen leer. Somit versuche ich das Maß an Reizen zu kontrollieren, was natürlich nicht immer klappt, indem ich Situationen verlasse, die er nicht lange aushalten kann.

    Fiete war da ganz anders. Einzig läufige Hündinnen bringen ihn in Wallung. Ansonsten ist er chillig, regt sich nicht auf, kann in Biergarten, Baumarkt, Restaurant, alles kein Thema. Er braucht Individualdistanz, Fremde Menschen und Hunde sollte man ihm von Hals halten. Tut man das, ist er der ideale Begleithund.

    nein,er arbeitet nicht...... der kleine kerl hat genug mit dem normalen alltag zu tun

    Aber Arbeit ist Spaß. Alltag ist oft eher anstrengend für den Hund und in meinen Augen kein Ersatz für die Arbeit, für die ein Hund brennt.

    Jaaaa, auf jeden Fall. Wir waren heute Morgen beim Trailen und jetzt liegen zwei glückliche, müde Hunde hier rum. Gerade Lucifer brennt fürs suchen und es geht einem echt das Herz auf, wenn man ihn dabei sieht. Und er kann, wenn er sucht, Dinge ausblenden, die ihn sonst sehr anstrengen. Fremde Hunde, Kinderwagen, laut redende Menschengruppen? Egal. Ich muss SUCHEN.

    Somit ist das "Arbeiten" für meine Hunde immer etwas zutiefst befriedigendes, was sie dann eher aussöhnt mit dem Alltag, wo sie sich dauernd zurücknehmen müssen.

    Na das klingt ja sehr ansprechend. Meine Pöbelmaus brauchte ne Tonne Training, damit sie die Backen hält (Auslandshund). Sie explodiert nur zu gern verbal. Entsprechend nervös würde ich beim neuen Hund direkt rangehen und das quasi fast automatisch schüren. :tropf: Der Collie klingt aber an sich rundum als ein sehr angenehmer Zeitgenosse. :smiling_face_with_hearts:

    Ne, pöbeln tut hier der Collie auch nicht, aber gerne mal maunzen, fiepsen, jodeln, weil man driiiingend neue Freunde braucht. Bellen auch mal, aber nur aus Frust, weil man nicht hin darf. Wobei das alles gerade stark nachlässt. Im Freilauf ist Lucifer viel entspannter und es kann sogar mal sein, dass er an einem Fremdhund vorbeiläuft. An der Leine findet er das aufregender.

    Selbst Fiete, der ja hier zuhause echt arschig werden konnte mit den anderen beiden, ist mit Fremdhunden zurückhaltend (früher hatte er Schiss, das ist aber vorbei). Er will definitiv KEINE neuen Freunde, Hündinnen sind auch nur in der Läufigkeit spannend, er ist quasi das Modell Eremit.

    Fazit ist für mich schon, dass der Collie ein angenehmer Zeitgenosse ist, aber durchaus auf eigene Weise anstrengend. Sie sind halt kommunikativ und das muss man mögen. Fiete ist recht leise.... meistens...aber er hat auch ne große Palette an Tönen, die aus ihm herauskommen, vor allem, wenn er sich freut.

    Lucifer, halt mit einem lauten Sheltie aufgewachsen, ist tendenziell lauter, hat einfach einen sehr tiefen Brustkorb und ein wirklich großes Stimmvolumen. Bellen ist gar nicht so sehr das Thema. Aber eben singen, jodeln, maunzen, brummeln, seufzen,.... So ein Collie läßt seine Umwelt gerne an seinen Aktivitäten teilnehmen.

    "Ich muss warten" - grummelquietsch

    "Ich lege mich hin" - stöhnseufz

    "Ich hab einen Kumpel entdeckt" - jodeldideldö

    "Ich hab den Paketboten gehört" - grummelwruff"

    usw usf...

    omg, das klingt alles furchtbar anstrengend. Ich würde meinen Hund da einfach nicht mehr mit nehmen und wenn sie kommen, muss eben deren Hund daheim bleiben. Die Hunde dauerhaft voneinander fern halten wäre mir zu blöd.

    Wäre mir auch zu blöd, ehrlich gesagt. Wenn die Partnerin deines Sohnes, mogambi so gar keinen Kontakt zwischen den Rüden wünscht, soll sie ihn zuhause/ im Auto lassen.

    Ansonsten fänd ich auch ruhiges Gassi eine gute Alternative. Und danach wird sich halt hingelegt.

    Ich bin sicher, Lucifer könnte das so auch nicht, probiere das aber auch nicht aus, haben da keine Gelegenheit zu. Sprich, fremde Hunde bei uns im Haus sind meinen Hunden unbekannt. Emil fänd das wohl extrem kacke, den würde ich wegsperren und mein, mit ausbaufähiger Impulskontrolle gesegneter Junghund, würde wohl am Rad drehen. Ich bin froh, dass menschlicher Besuch inzwischen mit beiden gut klappt. |)

    Denk nochmal in Ruhe darüber nach. Vielleicht hat sie ihren Job jetzt verloren und braucht ihren Hund :(

    Im Ernst? Wie eine Tafel Schokolade, die man jetzt mal braucht, weil man gerade echt ne miese Zeit hat? Die Schokolade strampelt man sich, wenn man sich erholt hat dann auf dem Crosstrainer wieder ab und den Hund setzt man dann wieder in die Kleinanzeigen, oder was?

    Ein Lebewesen weg geben ist eine Entscheidung mit großer Tragweite über die man ja hoffentlich sehr intensiv nachgedacht hat. Hat man das nicht und den Hund spontan abgegeben, dann sollte man vllt auch keine Hunde halten.

    Ich mache leider mit jedem Hund bislang die gleiche Erfahrung, dass Silvester Jahr für Jahr mehr zum Thema wird.

    Welpen und Junghunde finden es halt einfach zum Bellen (Emil und Lucifer) und ansonsten isses egal, oder pennen einfach weiter (Fiete).

    Dann waren wir jahrelang in Dänemark an Silvester, weil Chica so eine Panik hatte, da waren maximal 20 Minuten laut. Fiete hat es immer verpennt, Emil wurde dann zum Jahreswechsel 18/19 das erste Mal nervös, aber nur während der (kurzen) Knalleinheiten.

    Die beiden Corona-Silvester waren wir zuhause und Emil war ebenfalls alarmiert, Fiete dann auch, aber weil wenig los war, war es dann auch schnell wieder gut.

    Dieses Jahr ist Emil seit die ersten Böller am 28. hoch gegangen sind alarmiert, gestern waren wir extra mit Womo in der Pampa, aber man hat es halt aus dem nächsten Ort gehört. Lucifer hat anfangs mal gebellt, dann wurd es ihm offenbar zu blöd jeden Knall zu kommentieren und er hat geschlafen. Ab 12 fühlte er sich in seiner Nachtruhe gestört, war aber nicht ängstlich. Emil dagegen war und ist leider völlig verstört. Er neigt ja eh dazu hinter mir her zu dackeln, heute klebt er an meinem Bein, Rute quasi zwischen den Beinen. Beim Morgengassi in der Pampa war alles chic. Da gabs Rehe, wodurch mein Luciferarm jetzt vermutlich 10cm länger ist, aber nix hat geknallt. Seit wir aber wieder zuhause sind knallt es immer mal und Emil ist zu einem Häufchen Elend mutiert.

    Meine Tochter und ihr LG sind extra über Silvester zu seinen Eltern, die haben einen Partykeller, wo wenig zu hören und nix zu sehen ist, wo sie laut fern gesehen haben. Dann sind sie mit Fiete gegen 8 in den Garten in der Hoffnung er macht Pipi, es hat geknallt, der Hund rannte ins Haus und klemmte zitternd hinter einem Schrank. Er hat nicht Pipi gemacht, die Kinder sind gegen drei mit ihm nachhause, er hat auch auf dem Weg vom Auto ins Haus nichts gemacht und hat die ganze Nacht Panik geschoben, weil es immer mal geknallt hat. Morgens beim Gassi hat er dann etwa 15 Liter gepinkelt und wollte dann auch schnell wieder nachhause.

    Ich hoffe, dass diese sch.... Knallerei irgendwann mal verboten wird.

    Ich würde auch einfach entspannt dran bleiben.

    Emil, der ja wirklich ein Hibbel ohne Ende ist und LAUT noch dazu, kann inzwischen mit mir durch jede Fußgängerzone. Ich mute ihm das jetzt nicht ständig zu, weil er es einfach furchtbar findet, aber er kann es ertragen. Viel Training, klar, aber viel hat sich auch einfach verwachsen. Ich hab immer gefordert und mache das auch bei Lucifer, dass sie mich nicht ausblenden. Also immer auf dem Schirm haben, dass da jemand hinten dran hängt. Ich bleibe stehen, wenn der Hund zu aussenfokussiert wird und spreche ihn an, bis ich Aufmerksamkeit bekomme. Je nach Erregung dauert das. Und ist laut, aber ich hab halt auch laute Rassen.

    Ich versuche eher nicht das Hibbeln, oder fiepen zu deckeln (bei Emil deckel ich schon das Kläffen, aber das macht er auch nicht vornehmlich aufgrund von Aufregung, sondern weil er es geil findet), sondern sie geistig zu mir zu holen.

    Aversiven Abbruch bei Aufregung hab ich auch mal versucht, bei Emil klappt das auch, aber der ist kein Stück unsicher, sondern findet es auch schlicht super sich aufzuregen. Bei Lucifer ist sehr viel Unsicherheit dabei und da helfen Ruhe, Kekse und eben den Fokus zu mir holen.

    Lucifer trailt ja auch und da kann er Reize ziemlich gut ausblenden. Letztes Mal knallte mitten im Trail ein Tutnix in uns rein und er jammerte, guckte mich an und wollte ihn nur los werden, ging kein Stück auf die "Spielaufforderungen" ein. Das war schon ziemlich cool.