Beiträge von physioclaudi

    Ich halte es für normal das z.B. ein Malinois alle Fremdhunde um sich herum akzeptiert (bestenfalls), solange diese seine Individualdistanz nicht unterschreiten (sagen wir 1m) und dann nach diversen, nicht als solche angenommenen oder als solche akzeptierten, körpersprachliche Warnungen auch beschäfigt. Ein solcher Hund ist keineswegs nicht „dicht im Oberstübchen“.

    Dafür braucht es keinen Mali. Mein Emil ist auch so. Lässt ihn ein Hund nicht in Ruhe, dann macht er eine klare, knackige Ansage. Ist laut, sieht krass aus, aber er hat noch nie ein Loch in einen Hund gemacht. Ich finde, das ist Kommunikation. Lässt man ihn in Ruhe, passiert das nicht. Er geht auch selber Bögen. Aber viele Hunde können es nicht lassen, ihm dann nach zu laufen. Er hebt zweimal die Lefze und brummt, kommt das nicht an, gibts eins auf die zwölf. Und ich finde es auch befremdlich, wenn ich dann gefragt werde, warum mein Hund so aggressiv ist. Wenn ich dem jeweiligen Halter hinterher laufen würde um ihm, trotz Bitte es zu lassen, beherzt in den Schritt zu greifen, würde ich vermutlich eingewiesen werden. Natürlich sind Menschen keine Hunde und das Kennenlernen läuft anders ab, aber Kommunikation bleibt Kommunikation. Und hab ich keinen Bock auf mein Gegenüber, dann ist es ok das zu sagen. Als Mensch und auch als Hund. Habe ich einen Hund, der das wirklich mit Beschädigungsabsicht ausdiskutiert finde ich das je nach Situation auch verständlich und bin dann als HH natürlich gefragt das zu verhindern.

    Spannendes Thema, zu dem ich vermutlich nicht viel beitragen kann.

    Mich fasziniert es immer wieder wie unterschiedlich die Bindung zu meinen Hunden war. Ich bin ja mehr oder weniger immer derselbe Mensch. Aber meine Hunde alle sehr verschieden.

    Bei meinen jetzigen ist es auch so. Ich liebe alle beide sehr. Habe nicht das Gefühl einem weniger Liebe geben zu können (das ging mir so, als Chica noch lebte, da sie einfach nicht so mein Typ Hund war, dennoch hab ich sie natürlich geliebt, aber nie so wie Emil zb). Ein weiterer Umstand ist das Alter in dem sie kamen. Alle Hunde, die schon als Welpe bei mir waren, zu denen habe ich eine tiefere Bindung als zu denen, die im Erwachsenenalter kamen.

    Emil und ich sind uns sehr nah. Meine TÄ meinte mal, so eine Beziehung hätte sie nichtmal zu ihrem Mann :hust: . Er spiegelt mich und ich oft auch ihn. Er mag ja generell fremde Menschen nicht besonders, ignoriert sie allerdings i.A. Wenn ich diese Menschen allerdings auch nicht mag, wird er auch deutlich abweisender. Diese Nähe hat allerdings auch zur Folge, dass er generell eher abweisend wirkt und allgemein eher weniger beliebt ist bei unseren Freunden/ Familie, wie Lucifer, der everybodys Darling ist. Emil ist ein haariges Körperteil von mir und macht sehr deutlich, dass er sonst eher niemanden benötigt. Sogar meinem Mann gegenüber.

    Lucifer ist ein total offener Hund und mag Menschen und Hunde. Neigt zu Aufdringlichkeiten, wenn man ihn nicht mal auf den Boden der Realität holt, aber grundsätzlich ist er einfach ein Gutelaunehund.

    Ums alleine bleiben haben wir auch nie Theater gemacht und alle meine Hunde konnten bislang allein bleiben. In der Gruppe sowieso, aber auch ganz allein.

    Erziehung war/ist bei Emil grundsätzlich einfacher. Er hat mehr WTP als Lucifer. Oder vllt liegt es auch an unserer Art der Bindung, denn sind mal andere mit ihm unterwegs benimmt er sich eher wie offene Hose.

    Interessant ist das in der Huta. Die Trainerin dort hat DSH und einen sehr konsequenten, auch mal unnetten Umgang mit den Hunden, aber absolut klar und für den Hund verständlich. Lucifer kam dort mit etwa 10 Monaten das erste Mal hin, sie hat EINMAL geklärt wie der Hase läuft und seitdem spurt Lucifer bedingungslos bei ihr. Das klappt bei mir nicht annähernd so gut, weil ich für diesen Hund oft zu ungenau war. Ich bemühe mich inzwischen um mehr schwarz/weiß, aber das gelingt mir nicht immer. Emil dagegen spurt in der Huta nicht. Trotz Kasernenton. Das klappt bei mir deutlich besser. Letztens meinte die Trainerin, Lucifer wäre ein toller, führiger und unkomplizierter Hund und Emil halt nicht. Bei mir ist es tatsächlich genau andersrum. Also spielt Beziehung offenbar eine sehr große Rolle. Zumindest bei meinen Hunden.

    Unter dem Chip waren Lucifers Hoden auch etwa Walnussgroß, im Normalzustand sind die etwa hühnereigroß, evtl auch etwas größer.

    WAAAAS? Hühnerei groß? 😵😵😵

    Und ich dachte schon Gustaf hätte große Klöten

    Ja, die sind schon ordentlich. Emil hat auch so Pingpong Bälle und der ist ja eher ein kleiner Hund. Beide verstecken das allerdings sehr züchtig in ihrem Plüsch. Da hat Gustaf natürlich weniger Möglichkeiten.

    Zu dem Thema fällt mir ein, als die Jungs mal zwei Tage in der HUTA waren, weil ich mit meinen Mädels in Prag war, bekam ich von der Trainerin dort ein Bild von Emils Hoden. Kommentarlos. Darauf hab ich mal vorsichtig nachgefragt warum ich dieses schöne Bild empfangen durfte, sie wollte wissen ob das "normal" ist. Also die Größe. Äh ja, ist so. Der ist gut bestückt, der kleine Napoleon.

    Maizy ja das war bei uns zb anders. Der Chip war ein Halbjahreschip, er hat ihn letzten März bekommen und erst im Dezember ging der Irrsinn wieder los. Der hat deutlich länger gehalten. Bei Emil, der sich unter dem Chip quasi nicht verändert hat und auch intakt nicht übermäßig rüdig unterwegs ist (ich wollte halt sehen, ob er hormonbefreit ruhiger wird) lief der Chip nach knapp 5 Monaten aus.

    Puh ja. Mein Mann und ich versuchen halt momentan ihn zu ertragen. Das klappt mal besser, mal schlechter. Er kriegt auch so Ideen, ich sitze mit den beiden auf der Erde und kuschel sie, auf einmal fängt er an zu hecheln, Emil springt auf und zeigt ihm die Zähne und Lucifer fängt an an meinem Ärmel zu knabbern und will mich rammeln. War zwar nur einmal, aber das hat er vor dem Chip halt auch mal versucht. Nach einer deutlichen Ansage läßt er es auch wieder.

    Sicherlich vermenschliche ich das alles, aber seit der Chip ausläuft mutiert mein fröhlicher, immer gut gelaunter Colliebub zum verhuschten, nervösen Nervsack.

    Die Frage ist halt, ist er wirklich glücklicher, wenn er intakt bleibt? Das scheint mir nicht so. Wäre nicht meine Sorge um seinen Bewegungsapparat würde ich mich vermutlich insgesamt nicht so schwer tun.

    Unter dem Chip waren Lucifers Hoden auch etwa Walnussgroß, im Normalzustand sind die etwa hühnereigroß, evtl auch etwas größer.

    Man erkennt den "Fortgeschrittenen", egal in welcher Disziplin, immer an einer gewissen Demut.

    Allein diesen Satz würde ich gerne 100 mal liken, weil mir das in meinem Leben schon soooo oft untergekommen ist. Bei mir und bei anderen. Je mehr man weiß, desto eher weiß man, dass man nichts weiß,... oder so :woozy_face:

    Mein erster Hund war so ein Geschenk. Der war quasi selbsterziehend, hat nie was in Frage gestellt, kam klar, wenn hier 10 Kids zum Kindergeburtstag waren, konnte überall offline laufen, liebte alles und jeden. Und was dachte ich? Klar. Ich dachte, ich hab es voll drauf, so als Hundeerzieher. Erst Chica und dann noch viel mehr Emil haben mich dann sehr schnell Demut lernen lassen vor allem, was ich eben NICHT weiß. Und das ist endlos viel.

    Ne ist richtig, der kann auch kein Italienisch. Aber zu zweit fühle ich mich zumindest immer etwas entspannter, wenn was sein sollte. Wir sind schon öfter in Italien in einer Werkstatt gewesen, damals noch mit zwei Kindern und zwei Hunden und einem alten BMW, der immer gewartet hat bis wir in Italien waren, bevor er die Hufe gestreckt hat. Wir waren früher viel dort. Das ging immer alles problemlos. Entweder man sprach dort Englisch, oder hat sich mit Händen und Füßen verständigt. Allerdings waren wir nie weiter südlich, als bis Rom.