Beiträge von physioclaudi

    Wir haben das hier im Thread schon mehrmals thematisiert. Auch als „erfahrener“ Hundehalter kannst Du einen Hund bekommen der dich die Haare raufen lässt, der viel fordernder, schwerer zu führen und einfach anders tickt und funktioniert als du es kennst. Oder die Vorgänger waren einfach weicher und leichtführiger.

    Absolut!!!

    JEDER meiner Hunde hat anders getickt. Alle hatten ihre Baustellen, aber alle hatten andere. Um nur die letzten drei zu nennen, immerhin alle Hütis, aber so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann.

    Emil mit dem Potential sich von 0auf 100 ins Nirwana zu schiessen. Stressanfällig, reizoffen und irgendwie immer "an".

    Fiete mit Treppen- und Untergrundphobie, sowie einer gigantischen Individualdistanz.

    Lucifer als bislang für mich schwierigster Hund, weil einerseits eben frech und fordernd und jede Grenze austestend (gerne wiederholt), andererseits auch gelegentlich unsicher und ein doch eher weicher Hund. Der braucht klares schwarz/weiß, aber ich muss mich immer wieder erinnern meinen Wutbären (Wortkreation meiner Trainerin) weg zu packen. Einerseits konsequent bleiben, weil er halt ein Frechsack ist, andererseits aber auch eine Stütze für ihn zu sein, weil er eben durchaus auch ein paar Ängste im Gepäck hat an denen er ziemlich lange festhalten kann.

    Aber um nochmal auf das Thema einzugehen, warum hier im Thread so viele Hunde schwierig zu sein scheinen. Ich glaube vieles davon ist individuelle Wahrnehmung des eigenen Hundes und eben das Fokussieren auf Probleme, an denen man sich abarbeitet. Und viel Unsicherheit bei Situationen, die man so nicht kennt/ einordnen kann.

    Ich jammere ja auch gerne über das Teufelchen, früher hab ich über Emil gejammert (und da hatte ich deutlich mehr Grund). Aber auch durch persönliche Befindlichkeiten, die man in der Hundeerziehung aussen vor lassen sollte, aber nicht immer kann, kann einen so ein Jungspund dann schnell mal aus der Bahn werfen.

    Warum trampeln Hunde immer auf einem rum? Nando macht das im Bett auch, wenn ich aufstehen will.

    Lucifer trampelt zwar nicht auf mir rum, das übernimmt Emil, dafür liegt er wie ein Mühlstein auf meinen Beinen nachts. Und Stupsen, weil mir die Beine absterben, wird mit genervtem Grunzen quittiert, damit er aufwacht muss ich schon deutlicher werden.

    Die Situation vor dem Video: Ich hab in der Küche gestanden und wollte was am Handy machen. Sie kam und ich konnte sie in dem Moment nicht beachten und dann ging es los.

    Ich weiß, dass ich sicherer werden muss. Bisher gab es nie Situationen, wo ich dachte, die Situation entgleitet mir. Sie war lieb, hat nie gebellt - höchstens gefiept, nie geknurrt und wäre nie so auf mich zu gegangen. Ich hab tatsächlich nicht mit sowas gerechnet und hab sie bis vor anderthalb Wochen noch nie bellen oder knurren gehört.

    Normal, normal, normal.... nicht aggressiv, kein Stück :bussi: . Und mein Gott sie ist so niedlich dabei. Was natürlich nicht hilfreich ist :hust:

    Ich hatte das hier ja auch, aber Lucifer hats nicht beim Anbellen belassen, der wurde deutlich vehementer und ich war auch sehr unglücklich darüber, verstehe ich. Lucifer war allerdings schon als Welpe rotzfrech.

    Er hat noch immer mal solche Anwandlungen, wo ihm was nicht passt und er dasteht und mich anbellt. Emil steht dann neben mir und bläst empört die Backen auf, weil sowas geht ja gaaaar nicht.

    "Schluss" ist mein Abbruchwort, was bei Ignoranz dann halt durchgesetzt wird. Und die Decke kann ich da auch empfehlen. Und ja, Lucifer hat das früher auch ständig aufgelöst. Ich hab ihn zurückgeschickt. Ging er nicht, seinen Kragen gepackt, ihn hin geführt. Wenn das in ein Pingpong aus hin und her mutierte hab ich ihn auch mal an seinem Platz angebunden. Auch da wurde gerne weiter gemeckert und auch mal ne Leine zerbissen und ein sicher verwahrt gelaubter Junghund stand wieder bellend hinter mir. Er hat mir auch mal, als ich gebückt im Flur stand um Emils Füße ab zu trocknen, herzhaft in den Hintern gebissen. Heutzutage kann ich drüber schmunzeln, damals fand ich es nicht immer komisch. Der Hund hat mich endlose Nerven gekostet.

    Wenn er heutzutage meint mich anmotzen zu müssen haben wir so Szenen, Hund steht im Wohnzimmer, bellt in meine Richtung, ich drehe mich zu ihm um, hole gerade Luft um ihn auf seine Decke zu schicken und er dreht noch vorher ab und marschiert, demonstrativ vor sich hin motzend :fluchen: auf seine Decke. Er könnte das mich anmeckern ja auch einfach lassen und gleich auf seine Decke gehen, aber nunja....


    Allgemein könnte man meinen sein Hirn beinhaltet nur Futter, Stöckchen und seinen Penis. :roll:

    Oooooh ja, so einen hab ich hier auch sitzen :omg:

    Ich habe jemanden mit vielen bunten Hunden (darunter zwei Collies), der eine Stunde von dir weg ist und sehr gerne mal mit dir gehen möchte. Sie kann gut hündisch und schafft es bestimmt dir ein bisschen Sicherheit zu vermitteln. Ich schreib dir mal ne PN mit dem Kontakt.

    kann ich auch nur empfehlen. Mach das unbedingt :herzen1:

    Mein Sheltie neigt auch zum Hüten, wenn ihm irgendwo zu viel Dynamik entsteht. Allerdings denke ich nicht, dass er mit einem Schaf so wahnsinnig viel anfangen könnte. Aber wer weiß. Ich kenne schon auch Shelties, die Schafe hüten. Meine LHC zeigen da gar keine Neigung zu. Also Lucifer hält sich für nen großartigen Jäger, man soll ihn doch endlich mal lassen. Seine Nase ist auch wirklich hervorragend, merkt man auch im Alltag. Aber das ist ja jetzt für mich eher kein typisches Hütiphänomen.

    Ich denke schon, dass meine gemäßigten Hütis ganz gut ohne Schafe auskommen. Fiete als Showlinie ist ja an sich eher ein Begleithund. Der kann überall mit hin, läßt sich bewundern und gut ist das. Emil und Lucifer finde ich jetzt deutlich anspruchsvoller, gerade was den Umgang mit Umweltreizen angeht. Also auch innerhalb von Rassen gibt es ja riesen Unterschiede. Es können zwei Hunde kaum so verschieden sein wie Lucifer und Fiete, dennoch beides LHC.

    Emil wollte früher Autos jagen, halt Bewegungsreize, aber Angst hatte er nicht.

    Fiete hatte lange ein Thema mit LKW, aber in erster Linie halt weil die laut sind. Angst war das nicht.

    Lucifer juckt sowas gar nicht. Der kam ja als Welpe vom platten Land und wir wohnen an einer Hauptstrasse, wo es je nach Tageszeit ziemlich laut und voll sein kann. Die ersten Male mit mir vor der Tür hat sich der Dreikäsehoch aufgebaut, Straße, Gehweg, alles überblickt wie ein kleiner Pascha. Dem war das völlig egal. Autos jagen war auch nie ein Thema, der gibt sich mit solchen Kindereien nicht ab, würde lieber RICHTIG jagen.

    Kommt aber auch auf den Hundetyp an..

    Ares würde sich niemals von jemand Fremden korrigieren lassen.. der würde da massiv gegen an gehen..

    Bei ihm ist es gerade die Beziehung zu mir, die ihn die Korrektur überhaupt annehmen lässt..

    Das ist echt spannend.

    Emil ist ja extrem nah an mir dran, den Trainereffekt haben wir trotzdem. Er beschwichtigt dann schnell, wirkt dabei aber nicht ruhiger, sondern eher defensiv gestresst. Ich möchte ja lieber, daß er wirklich runter fährt, wenn er einen Abbruch kriegt. Das tut er bei Fremden doch eher nicht, da ist er dann eher gedeckelt.

    Lucifer fährt sich runter und nimmt sich zurück. So zb auch in der Huta.

    Fiete hat gerne passiv aggressiv reagiert.

    Aber eventuell, weil du mehr Erfahrung hast und von Anfang an deutlich und richtig korrigiert hast?

    Nein, es gibt Hundetypen und Rassen, da kannst du als Fremdperson sowas eben gar nicht machen. Retriever sind aber genau darauf selektiert, freundlich zu Fremdpersonen zu sein und jederzeit mit Fremdpersonen arbeiten zu können.

    Ich sag ja, Lucifer ist der Labbi im Colliekostüm. Der arbeitet mit Fremden zusammen und das auch durchaus freudig. Emil hat sich drei Jahre geziert bis er mit der Trainerin von Dogdance gearbeitet hat. Und selbst dann wirkte er noch gestresst dabei. Er ist halt auch ne Dramaqueen.

    Aber nach außen hin zeigen meine beiden und auch Fiete einen Trainereffekt, wenn auch recht unterschiedlich.

    Beim letzten Training ist er etwas gesprungen und hat in die Leine gebissen. Da hat ihn mein (neuer) Trainer ruhig am Halsband genommen, ist auf sein Spiel gar nicht eingegangen. Aber er ist daraufhin mit zusammengeklappten Ohren ins Sitz gegangen. Ohne Gewalt, ohne Unruhe, ohne Stimme. Denke aber das macht die echt souveräne Ausstrahlung des Trainers aus. Die bräuchte ich :face_with_rolling_eyes:

    Du das ist aber generell immer was anderes. Wenn ein Fremder Mensch meine Hunde zur Ordnung ruft, das sind natürlich dann immer ein Trainer, sonst würde ich das nicht zulassen, dann sind die immer sofort ruhig, springen, schnappen nicht mehr. Das liegt aber auch daran, dass sie denjenigen nicht einschätzen können und erstmal kleine Brötchen backen. Da ist keine Beziehung vorhanden, keine gemeinsame Geschichte,... Mich dagegen kennen die Hunde und vermutlich lesen sie in mir wie in einem Buch.

    Hier heult Emil bei Sirene. Hat Chica auch gemacht und ihm und Fiete beigebracht, die haben dann hier zu dritt geheult, war sehr süß, fand ich zumindest. Die einzige Gelegenheit bei der die drei mal einer Meinung waren. Chica konnte heulen wie ein kleiner Wolf, sehr melodisch tatsächlich. Fiete und Emil sind nicht sooo begabt, Lucifer macht es bislang gar nicht.

    Aber ich habe ihn bewusst auf das beißen in die Leine konditioniert als „Ventil“. Einfach weil ich sie immer dabei habe. Ergo, Übersprungshandlung = in die Leine packen. Aber sehr moderat, als ob er einfach etwas braucht woran er sich „festhalten“ kann. Und wir gehen dabei im normalen Tempo weiter. Auf „aus“ ist auch sofort Schluss. Meist reichen ihm wenige Sekunden. Wenn nicht, breche ich es nach 10-15sek. ab. Reinsteigern ist nicht.

    Emil hat sich ja früher immer kläffenderweise ins Nirwana geschossen, der rannte ja dann wirklich schreiend durch die Gegend :dizzy_face: . Ich hab damals Stöckchen in die Gusche geschoben und aufs Wort "tragen" hin, sollte er es ne Weile tragen und wer was im Maul hat, kann nicht krakelen. Hab ich natürlich zuhause erstmal geübt.

    Funfact, wenn er heutzutage ins kläffen kommt und ich ihn abbreche, guckt er sich hektisch nach nem Stöckchen um, was er dann so zwei Minuten mitschleppt, bis er sich beruhigt hat. Findet er keins, beißt er in nen Grasbüschel. Letztens ragte in dem Moment eine dünne Wurzel aus dem Waldweg und er hat da rein gebissen und versucht sie raus zu rupfen. War sehr speziell.

    stimmt, das hab ich mit Emil viel gemacht. Mega langweiliges Gassi (für mich). Also eben eine Strecke mit wenig Ablenkung und dann geschlendert. Und zurück. Und anstatt viermal Gassi gehen, dann eben noch ne Std Garten. Und da keine Action für den Hund. Entweder ich hab gebuddelt und er hat Blümchen angeguckt, oder wenn es warm war, auf meiner Liege gegammelt, den Hund auf den Beinen. Das war für den Knallfrosch mental eh viel schwieriger, als ne Stunde bellend durch den Wald zu rennen (bei Emil waren es ganz andere Baustellen, davon abgesehen).