Komme gerade wieder zurück von mehreren Kursorten in insgesamt 10 Tagen und fünf verschiedenen Orten. Und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht vom Zwonkel, der ja sehr lange auf meinen Touren nicht dabei war... ein Jahr inzwischen etwa. Er war oft laut, aber ein Stück weit muss ich das wohl als Teil seiner Persönlichkeit akzeptieren und in wildreichem Gebiet auch durchaus anstrengend, aber immer nur in kurzen Phasen. Am Kursort gibt es einen Sandplatz, umzäunt, wo er immer mal die Beine strecken konnte und das hat ihn sehr zufrieden gemacht. Das Fahren und Wohnen im Camper hat er nicht verlernt, er pennt da drin halt. Egal, ob das Ding fährt, oder steht.
Bbylabi Als Besitzerin zweier ebenfalls spezieller Hunde fühle ich mit dir. Aber auch wenn es Dir vllt gerade eher unwahrscheinlich erscheint, vieles regelt die Zeit. Emil war viel, viel, viiiiiel schlimmer als Lucifer. Der hat sich ständig abgeschossen, Gassigänge durchgebellt und war einfach furchtbar. Ein Mischung aus erwachsen werden und einem hilfreichen Trainer brachte mit etwa 3 Jahren den entscheidenden Durchbruch. Kein einfacher Hund, aber ich kann mich auf ihn verlassen.
Lucifer ist jetzt 2,5 Jahre, ich habe große Probleme seine Aufmerksamkeit zu mir zu holen (das war zb bei Emil nie das Problem) und er hat ja leider so einen ausgeprägten Jagdtrieb, aber gerade in letzter Zeit merke ich deutliche Fortschritte.
Ich bin momentan einfach recht stur und wesentlich konsequenter. Lucifer braucht ziemlich klare Vorgaben. Er ging jetzt in all den fremden Gebieten an der Flexi (zuhause eher SL), sobald ich aber gemerkt habe, dass er mich weniger wahr nimmt und irgendwas in der Nase hat, oder sieht, oder weiß der Geier, dann kam er an die kurze Leine. Und an der dirigiere ich ihn so lange stur hinter mich, bis er aktiv Kontakt zu mir aufnimmt und an durchhängender Leine mit dem Kopf maximal auf Kniehöhe kommt. Und das klappt momentan immer schneller, was sehr schön ist.
Ich habe mich jetzt auch überwunden seine Jodelei nicht mehr aktiv abstellen zu wollen (mir tut halt meine Umwelt gelegentlich doch sehr leid), weil es zum einen nicht wirklich klappt und ich dann auch hektisch werde. Ich ignoriere das Jodeln und fordere seine Aufmerksamkeit.
Interessanterweise habe ich festgestellt, dass die Aussenwirkung mit dem jodelnden Hund weniger dramatisch ist, als ich das für mich befürchtet habe. Mehrfach kam jetzt schon von Passanten "Ach, da freut sich aber einer aufs Gassi", oder ähnliche Kommentare. Genervt hat eigentlich keiner reagiert. Was das angeht bin ich Kern des Problems. Denn am Wirkungsvollsten kann ich das Gejodel abstellen, wenn er im Kopf zu mir kommt, da er dann tatsächlich aufhört.
Als wir vorhin zuhause ankamen hat der Zwonkel sich erstmal auf den Wohnzimmerteppich geworfen und ist laut grunzend und weitere seltsame Töne produzierend da drauf herum gekugelt. Danach hatten beide ein bisschen Mühe runter zu kommen und zu akzeptieren, dass heute nichts mehr läuft, aber jetzt liegen sie hier pennend herum und ich wasche Wäsche und was sonst noch so anfällt. Emil muss ich immer mal daran erinnern, dass ich keine permanente Begleitung benötige, Lucifer macht sowas ja eh nicht.
Donnerstag geht es wieder für zwei Nächte in den Camper, diesmal mit dem Gatten zusammen. Man darf gespannt sein.