Und Abbau/Ausschleichen der Belohnung in Alltagssituationen hat dazu geführt, dass Hund total verwirrt war („aber das ist doch das gewünschte Verhalten, wieso werde ich nur noch so wenig belohnt? Ist das jetzt wieder falsch? Ich fiepe einfach mal doppelt so viel, das hilft mir immer!!“)
Das Problem hat mein Mann gerade. Er war immer der Meinung, ein Hund muss einfach hören, ich bin doch sein Herrchen. Kekse brauchen wir nicht. Lucifer hat ihm die Mittelkralle gezeigt. Da hat er dann endlich meinen Rat angenommen und Leckerchen mitgenommen. Und eine 180° Wendung hingelegt, jetzt ist er ein Keksautomat. Der Hund hängt an ihm dran. Jetzt meckert der Gatte, dass der Hund so keksfixiert ist. Ich meinte, ich finde das als Basis nicht so übel. Er weiß ja schonmal wo es den heißen Scheiß gibt. Hab ich mit allen meinen Hunden so gemacht. Aber dann reduziere ich die Häufigkeit der kekse und es gibt immer wieder verbales Lob. Und eben keinen Keks. Hat bei meinen Hunden nie dazu geführt, dass ich wieder uninteressanter wurde, im Gegenteil. Es gibt ein Lob OHNE Keks, da mache ich es jetzt mal noch besser, vllt kommt dann der Keks.... und Jackpot, den gibt es dann.
Positionen und deren korrekte Einhaltung ist bei Lucifer auch sehr wichtig. Aus zweierlei Gründen. Zum einen, damit klar ist, dass man drauf achten muss, was Frauchen möchte, sich zurück nimmt, an meine linke Seite (Lucifers Stammseite) kommt. Und dann nicht zieht und dann Frauchen anguckt, obs so richtig war. Macht man das prompt, gibt es bestimmt was Gutes.
Was für Lucifer aber auch wichtig ist, diese feste Position ist sein sicherer Hafen. Er ist zwar groß, laut und durchaus eindrucksvoll, aber ihm selbst ist das nicht so klar. Und er ist ganz froh, wenn ihm Entscheidungen abgenommen werden. Aber das musste er erst lernen, dass ihm das gefällt.
Kommt zb jemand mit Hund frontal auf uns zu, fängt Luci das Hibbeln und jodeln an, geht u.U. auch auf Zug und/ oder wechselt die Seite vor Aufregung. Dann bleib ich stehen, sage "rüber", was heißt eben auf seinen Stammplatz und er bekommt ein "Fuß". Sind die Leute nun wirklich direkt auf Kollisionskurs zu uns kriegt Luci meine Hand vor die Nase mit Keks drin. So hab ich das Fußkommando aufgebaut und so kann ich ihn an den Hunden vorbeiziehen. Das klappt sogar mit nem halben Meter Abstand. Aber ich denke mir das klappt eben nur, weil das für ihn sozusagen eine sichere Übung ist. Da passt nix Fremdes Bedrohliches zwischen uns, wenn wir das machen.
Vllt bilde ich mir das auch nur ein, aber es ist zuverlässig abrufbar, daher denke ich schon, dass das in etwa so für ihn ist. 