Beiträge von Cattlefan

    Locker!

    2 Monate ist eine lange Zeit und 2 - 4 km sind machbar für jeden (gesunden!) Menschen.

    Als ich angefangen habe, bin ich vorher auch noch nie gejoggt, die erste Runde, die ich lief, hatte nunmal 1,8 km, in 4 Wochen ausgedehnt auf 3,5km.
    Dabei war ich alles andere als schnell (so um ´ne 7 pace, geschätzt), aber ich hatte mir stricktes Gehverbot auferlegt :D

    Die Menschen reagieren menschlich und nicht hündisch.

    Oft genug aber doch gerade deswegen, WEIL sie sich vorher informiert haben, Bücher gewälzt, sich mit Verhaltenskunde auseinander gesetzt, um Rat gefragt haben.....
    Und dann ist die Realität ganz anders, einfach real ;)
    Und schon steckt der gut informierte, mit viel theoretischem Wissen voll geballerte engagierte Hundehalter mitten in diesem seltsamen "Welpenblues".

    Wäre in vielen Fällen vermeidbar, wenn man sich vorher (möglichst beim Züchter, der ist ja der beste Ansprechpartner für den Anfang) was das mit der Stubenreinheit auf sich hat ("das geht nicht in 2 Wochen") und wie man Dinge des Alltags praktizieren soll ("Das eigene Leben darf weitergehen, der Welpe ist nicht der Mittelpunkt des Universums"....) und dann beginnt man seine erste Welpenzeit ohne zu wissen, dass der Welpe keinstenfalls länger als 2 Minuten aus den Augen gelassen werden kann, dass er nicht zuviel nicht zu wenig auf die Minute genau ausgelastet werden muß, in welchen Abständen genau man rausgeht etc.

    Man läßt Fehler zu ("Ups, eine Pfütze, ok, nächstes Mal gehen wir früher raus!") und lernt. Unvoreingenommen von ZU VIEL Theorie.

    Irgendwie lese ich hier bei vielen raus, dass man nur "das gewisse etwas" braucht und es läuft mit dem Hund. Seh ich nicht so.

    Nö, eigentlich nicht ;)

    Aber man sollte als HH einfach eine gewisse Dosis Empathie Lebewesen gegenüber mitbringen, sonst hilft alles erlerntes Wissen nicht.

    Intuitiv, "aus dem Bauch heraus " handeln, heißt ja nicht, dass man sich dem Lernen (z.B. aus Beobachtung) verschließt ;)
    Und am besten lernt man durch Fehler.

    Mal auf einer sozialen Plattform nachfragen, aktive Hundesportler fragen (wie viele Leute waren früher außerhalb des klassischen Schutzdienstsports im Hundeverein?), im Internet nach Verbänden fragen, das Tierheim oder den Züchter fragen usw usf. Ich zähle jetzt mal nicht alles auf..

    Dann fragst Du nach und erhälst die ganze Bandbreite an Antworten. Von "lass ihn NIEMALS NICHT vor Dir durch die Tür Genen und ihn nie auf erhöhten Plätzen sitzen, Du bist das Alphatier!" über "Lass ihm das nicht durchgehen, korrigiere das Verhalten sofort!" bist hin zu clicker ein anderes (gewünschtes) Verhalten an"

    Woher soll dieser völlig unbedarfte Mensch jetzt wissen, welcher der Ratschläge der richtige in seiner Situation ist?
    Dasselbe mit Büchern und Trainern: Wie soll jemand gänzlich ohne Ahnung von Lebewesen entscheiden, welcher Weg der richtige ist?
    Eine "Begründung" haben sie alle, weshalb das so und nicht anders sein muß.

    dass von unerfahrenen und somit "intuitiv handelnden" Haltern das Aufreiten regelmäßig und ausschließlich als Dominanzgeste interpretiert wird.

    Nochmal: Intuitiv und unerfahren sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe!
    Mann kann "unerfahren" genügend Beobachtungsgabe und Empathie besitzen, um eine Handlung des Hundes NICHT als mögliches Ergreifen der Weltherrschaft zu interpretieren und man kann auch schon viel gelesen, gehört und erfahren haben und ist trotzdem der Meinung, ein Hund der rammelt will eben diese Weltherrschaft.

    Aber es gibt durchaus Hundehalter die seit Jahrzehnten Hunde halten und das Schwanzwedeln immer noch für Freude halten und Mobbing für lustiges Spielen.

    Und würden diese HH "wissender" durch 200 Bücher 15 Wochenendseminare und 3mal wöchentlicher Besuch in der HS?

    Ich denke, dass viele von denen sich die Bücher suchen, die ihnen bestätigen, dass Hunde sich nicht mobben, sondern immer lieb haben und glücklich spielen, die eine HS empört wegen "Unfähigkeit der Trainer" verlassen, weil der doch trotz "freudigem Schwanzwedeln" des Hundis sich nicht hat beißen lassen...

    Aber auch das ist der Verdienst des heutigen Trends, alles was "anders" ist, ist gleich gewaltsam

    Liegt sicher auch daran, dass viele einfach ihre absolute Unwissenheit und ihr Unvermögen, den Hund im Hund zu sehen mit "Mein Bauchgefühl sagt mir...." vertuschen (wollen). Ist auch im Forum von Zeit zu Zeit zu sehen... ;)

    Was ist denn Intuition beim Hund? Heutzutage doch eher die Übertragung menschlicher Gefühle auf den Hund.
    Wenn die totalen Klischeekleinhundehalterinnen wieder auf der Wiese gegenüber stehen und rätseln, ob ihre Rüden nun wirklich schwul sind, weil sie sich gegenseitig poppen?
    Wenn der junge Erstsemester von gegenüber sich freut, dass sein Hund so schön lacht, ihm dabei aber immer warm ist, weil er so stark hechelt?

    Wenn DAS für Dich "Intuition ist, dann reden wir über gänzlich verschiedene Dinge!

    Intuition ist NICHT gleich absolute Unwissenheit und Ignoranz des Hündischen im Hund!