ZitatMan könnte z.B. dem nervigen Trend entgegen wirken, polnische Vermehrer mit Upswurfbesitzern gleich zu setzen. Auch wenn man glaubt, man prangere damit Verantwortungslosigkeit und Geiz an, tut man doch nur eines, nämlich professionelle Vermehrerei bagatellisieren.
Und noch einmal etwas zu diesem immer wieder gern geschriebenen "Geiz ist ja heutzutage geil" -Thema. Jeder Rentner, jeder finanziell benachteiligte Mensch hat exakt das gleiche Recht, sich einen Hund anzuschaffen wie das gut situierte Mittelstandspaar mit Haus, Garten und Bewusstsein. Während letztere aber 2000€ für einen lupenreinen Pudel ausgeben können, müssten erstere dafür für ein Jahr das Essen einstellen. Und ebenso wie die Züchterhundbesitzer hat auch der Sozialhilfeempfänger das Recht, keinen Hund aus dem Tierheim haben zu wollen. Also, wohin schickt ihr "Geiz ist geil"- Anprangerer die Armen?
Na ja, also ehrlich gesagt schicke ich die ganz Armen zurück in ein Zuhause ohne Tiere.
Für mich sind Tiere Luxus. Mein derzeitiges Einkommen liegt nur unwesentlich über dem HartzIV Aufstockersatz und ich habe echt Probleme über die Runden zu kommen. Vor allem wenn plötzlich wegen einer Schramme zwei TA-Besuche fällig sind und mir die 50 Euro derart fehlen, dass ich eine Woche nur noch von Restvorräten aus der hinteren Ecke meines Kühlschranks lebe. Ich hätte mir nie und nimmer einen Hund geholt wenn damals meine finanziellen Verhältnisse nicht um Längen besser gewesen wären. Gott sei Dank habe ich (noch) Eltern, die meine Kröte total lieben und sofort bei größeren TA-Rechungne helfen werden, wenn es mal nötig wird. Und ich gehe auch davon aus dass ich nicht auf Dauer so arm bleibe.
Ein Sozialhilfeempfänger hat meiner Ansicht nach ein Recht auf eine vernünftige Wohnung mit Basisausstattung (zu der ich auch eine Waschmaschine zähle), Zuschüsse für Freizeitakitvitäten der Kinder, vernünftiges Essen usw. usw. Dinge, die für ein normales Leben notwendig sind. Dazu gehört für mich kein Auto, kein Urlaub in der Fremde und auch kein größeres Haustier.
Zumal ein Hund auch Bewegung und Beschätigung braucht und ich wüßte nicht, wie jemand der Sozialhilfe bekommt (also arbeitsunfähig ist) einem Welpen oder Junghund gerecht werden kann. Die hiesige Tiertafel sieht das übrigens ähnlich. Man bekommt umsonst Futter für sienen Hund, wenn man Bedürftigkeit nachweisn (z.B. Harzt IV Bescheid) UND wenn man nachweisen kann, dass man sich den Hund angeschafft hat BEVOR man bedürftig wurde. Das finde ich sehr vernünftig.
Das ist natürlich alles nur meine ganz persönliche Meinung.
Ich hab ja auch einen Vermehrerhund (ch wußte es damals nicht besser und hab mich halt ganz deppig in ein Welpenfoto verliebt), aber immerhin einen aus einem wirklich netten Zuhause und nicht von irgendeinem Wühltisch, ohne Sozialisierung und viel zu früh weggerissen von dem entzündeten Gesäuge einer völlig ausgemergelten Mutterhündin.