Ich bin auch Hundeanfängerin, hatte es aber mit meinem kleinen Sensibelchen allerdings etwas leichter.
In meinem Kopf schwirrte natürlich auch diese veraltete Gerde von Dominanz, Alphawurf, Futter wegnehmen etc etc rum, aber neuere Literatur hat mich eines besseren gelehrt und ich hab mir auch ein paar Trainerstunden gegönnt.
Persönlich denke ich, dass der Mensch in der Mensch-Hund Beziehung schon Chef sein sollte, was man aber nicht dadurch erreicht das man versucht hündische Verhaltensweisen unpräzise nachzuahmen. Ich fand das, was Martin Rütter in seinem Hundetraining Buch über Agieren und Reagieren und Ressourcen-kontrolle geschrieben hat wirklich gut.
Ich denke nicht, dass man mit einem Hund immer nur sanft reden muss. Ab und an ist ne ordentliche Ansage was geht und was nicht sicher nicht falsch. Aber es ist besser, wenn man dabei nicht wütend ist (leichter gesagt als getan, ich weiss) und wenn man dem Hund ein Alternativverhalten anbietet; und man muss klar und konsequent sein - und auch das ist schwer denn natürlich stört mich eine bestimmtes Verhalten meines Hundes in manchen Situation schon, in anderen aber wieder nicht. Nur versteht der Hund eben nicht warum z.B. hochspringen manchmal ok ist und manchmal nicht.
Wenn der Hund mit etwas aufhören soll, muss man ihm erstmal eine Signal beibringen das bedeutet 'Hör auf mit dem was Du tust.' Auch das ist allerdings leichter geschrieben als getan, wie ich aus eigener Erfahrung weiss. :-/
Ganz sicher muss Dein Hund auch unglaublich viel erstmal lernen und kennen lernen. Und ihr müsst eine gute Beziehung zueinander aufbauen damit er lernt, dass er Dir vertrauen kann, wenn Du ihm klar machst, dass er sich um etwas Bestimmtes - wie Radfahrer - nicht sorgen muss, weil Du das im Griff hast.
Da arbeitet man auf verschiedenen Ebene (Beziehung und Erziehung) und das braucht viel Zeit. Du kannst nicht in 2 Monaten die Defizite und Unsicherheiten ausradieren, die sich über 1, 5 Jahre schlechter Lebensbedingungen angesammelt haben.
ICh hoffe, dass die neue Trainerin einen guten Weg findet, der für Euch beide funktioniert. Das mit dem Futter ist eine gute Idee und wird sehr häufig und von vielen Leuten so gemacht. Ich habe schon oft gesehen dass das gut funktioniert um 1. dem Hund beizubringen, dass Futter (und Zuwendung) wirklich von Dir kommen (Ebene Beziehung) und 2. den Hund damit mehr auf Dich zu fokussieren, wenn ihr draussen unterwegs seid. (Ebene Erziehung)
Kopfbeschäftigung ist eigentlich für alle Hunde was Feines. Wenn ihr noch etwas zusammengewachsen seid kannst Du vielleicht auch einen Hundesport finden an dem ihr beide viel Spass zusammen habt (was dann wieder zur Beziehungsarbeit gehört) Da gibt es total tolle Sachen, die man als Hundeanfänger gar nicht so kennt: Mantrailing, Hundefrisbee, Longieren - wühl Dich mal durch die unteren Themen in der Forumübersicht und freu Dich auf das Ende des kommenden Winters :-)
Hundeerziehung ist ein ewiges vor und zurück - auch für Leute, die ihre Hunde als unbescholtene Welpen von Anfang an aufziehen. Dran bleiben und nicht verzweifeln!