Also dieser Tip mit dem Bauchgefühl kommt ja oft und mich hat der am Anfang immer etwas ratlos zurück gelassen.
Ich habe mal einen Artikel darüber gelesen dass Intuition meist richtig ist WENN man in dem entsprechenden Bereich viel Erfahrung hat. Dann hat man einen großen Erfahrungsschatz, der sich auch aus ganz vielen unbewusst wahrgenommen Faktoren zusammensetzt und entsprechend stellt sich dann ein gutes oder auch mulmige 'Bauchgefühl' ein.
Aber in Bereichen wo man keine Erfahrung hat, kann es diese Intuition eigentlich nicht wirklich geben.
Ich meine, es gibt ja so richtige 'Hundemenschen'; ein paar kenne ich auch. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Meine Kröte ist mein erster Hund und ich erinnere mich noch gut, wie ich in den ersten Monaten immer gemerkt habe, dass sie versucht sich mitzuteilen, ich sie aber einfach nicht verstehe. Es war teilweise richtig rührend wie deutlich sie in Hündisch versucht hat was zu sagen - so ein richtiges Hunde-Equivalent von LAUT und l.a.n.g.s.a.m. reden.
Nur hab ich's einfach nicht verstanden.
Nach zwei Jahren kann ich es viel besser, aber bei anderen Hunden bin ich dann oft trotzdem aufgeschmissen.
Wie soll man als Primat und Hundeanfänger plötzlich rein intuitiv einen Caniden aufziehen? Im Grunde orientiert man sich dann doch nur an dem was man schon erlebt hat - und da kommt teilweise ziemlicher Murks bei rum. Welpenschutz, Rudelführer, Dominanzverhalten und anderen Quatsch kann man sich dann auf dem Hundeplatz anhören. Und das sind noch die besseren Sachen. Ab und zu kommt ja tatsächlich immer noch 'mit der Nase reinstubsen, Klaps mit ner Zeitung auf den Po, Stachler rum und ordentlich dran rucken etc.
Als ich damals auf der Suche nach einer Strategie war kam auch der Gedanke an eine Erziehung ohne Leckerlie auf. Eine überzeugende Hundeschule dazu fand ich auch - weit weg und sauteuer. Und eine Bekannte hat es ohne gemacht, allerdings ist die genau so ein typischer Hundemensch und hat völlig andere Ressourcen als ich (mithelfender Partner, Datsche, Bulli - viel Platz und Freiheit also für ein wildes Hundekind)
Alle anderen - Hundeschulen wie Hundetrainer - arbeiten hier mit Leckerlie. Und ich schwanke zwischen Genervtheit weil es eben ohne Leckerlie nur schwer und schon gar nicht längerfristig geht und Erleichterung, dass meine Maus so bestechlich ist und mir damit den Alltag in der Stadt mit Hund ganz enorm erleichtert.
Ich finde es gibt einfach mehr als nur einen Weg.
Clickern z.B. liegt mir so gar nicht aber es bewirkt wohl wahre Wunder bei manchen Hunden und manchen Problemen. Andere machen alles über den Futterbeutel und fahren damit gut, wieder andere benutzen Spielis als Belohnung usw usw. Ich persönlich finde kleine Krümel in der rechten Hosentasche am einfachsten (und bin nur aufgeschmissen wenn ich ein Kleid tragen will)
Tricks würde meine Maus übrigens liebend gerne machen. Wenn ich mich dann doch mal zu ner kleinen Übungsrunde durchringe ist sie immer total begeistert dabei. Nur ich, das Frauchen, bin nicht motiviert genug für anständiges Trickdogging.