Beiträge von AlfredBaecker

    Warum wir ihn schimpfen??? Weil er Regeln braucht. Das Schimpfen ist wirklich nicht schlimm, brutal oder laut. Aber wenn er Blumen aus den Töpfen reisst wird er halt zurechtgewiesen - im sinnvollen Maß.

    Es ist wirklich nicht so, dass wir uns nicht auskennen mit Hundeerziehung und Futter bleibt ja auch nicht die ganze Zeit stehen (hast du meine Beiträge überhaupt gelesen?). Wasser gibt es genug, klar.

    Deine Tipps haben wir schon ausprobiert. Nichts für Ungut. Ausserdem ist Welpi schon 7 Monate alt und weiss schon, wie auf der Nase herumturnen geht und testet das auch zu genüge aus. Beiden Hunden geht es super. Sie dürfen sich frei bewegen, sie haben viel Auslauf und wir nehmen uns oft die Zeit ne Arbeitspause einzulegen um mit ihnen zu spielen. Die haben also eigentlich ein wirklich tolles Leben bei uns.

    Am Anfang dachte ich ja auch, ok - der alte Hase hat nicht immer Bock auf den jungen Hüpfer, aber mittlerweile hat er ganz offensichtlich Angst.

    Dabei hat er am Anfang so schön mit ihm gespielt! Und wir haben auch nie mit meinem geschimpft, wenn es ihm zu viel wurde und er den Welpen zurecht gewiesen hat wenn er keine Lust mehr hatte. Durften sie alles selber klären und meiner war anfänglich auch noch entspannt und hat ihn ignoriert und ist dabei entspannt da gelegen.

    Jetzt kauert er sich nur noch in sein Plätzchen wenn der Welpe ihn auffordert mit ihm zu spielen. Als wäre die Freundschaft total gekippt...

    Danke für deine Antwort. Du hast recht. Ich werde jetzt anders reagieren bzw. habe das jetzt seit heute auch intuitiv gemacht. Am Anfang dachte ich halt, wenn ich ihn verhätschel jedes Mal wenns unbequem wird für ihn, lernt er es nicht, das selbst unter Hunden zu klären.

    Mein Kollege ist auch sehr kooperativ, weil ihm das natürlich leid tut. Man denkt da halt nicht dran, wenn man am anderen Ende des Büros den Hund schimpft (nicht einmal sehr laut!) und hier an meinem Arbeitsplatz schauen mich vom Plätzchen aus, zwei große, angsterfüllte Augen an und der ganze arme Hund zittert ganz furchtbar.

    Ich werde ab Morgen wirklich mehr darauf achten, dass ich ihn entweder aus der Situation nehme oder ignoriere (hatte man mir für seine Angst beim Tierarzt schon geraten).

    Nur das mit dem Zureden - ich Dummkopf - das ist natürlich mein Fehler an dieser Stelle (gewesen). Das habe ich immer gemacht, klar - ich wollte ihm mit ruhiger Stimme beruhigend mitteilen, dass doch alles in Ordnung sei.

    Heute abend war es so: Wir kamen vom Gassi mit unserem Gast fürs Wochenende und beide Hunde haben was zu Essen bekommen - da der freche Welpe aber natürlich so viel lieber das Futter meines Hundes haben will, habe ich den beiden eh schon räumlich getrennt das Futter hingestellt. Der Gasthund hatte seins im Flur (und hat es auch gegessen bzw. verschlungen) und ich habe mich mit meinem Hund in die Küche verzogen nachdem ich gesehen habe, dass er neben seinem Futter Männchen macht als ob er sagen möchte: "Oh Gott bist du verrückt mich hier neben dem Futter abzusetzen - der Welpe kommt doch gleich und nimmt es mir weg - hilf mir!!!" Er hat also männchenmachend und furchtbar zitternd in der Küche neben seinem Futter gestanden wie ein Erdmännchen und an Essen war nicht zu denken. Also habe ich die Tür zugemacht, mich zu ihm auf den Boden gesetzt und tatsächlich mit hoher Stimme gejubelt und meinen und seinen Namen gesagt. Das hat geholfen. Dann habe ich ihn ein wenig gestreichelt und ihn auf meinen Schoss kommen lassen und diesmal halt nicht runtergetan weil er mir so leid getan hat. Das hat alles geholfen. Er wurde ruhiger, hat sich gefreut über meine kleine Party am Küchenboden und hat am Ende gegessen und getrunken.

    Das Schlimme an der Sache ist: Der Welpe ist ja nicht aggressiv. Würde meiner ein zwei Mal mal n bisschen giftig werden, wüsste dieser dann um seine Grenzen und alles wäre geklärt. Und auch wenn der Welpe sein Futter wegessen würde - dann wäre das halt doof - aber da der Welpe wirklich in keinster Weise agressiv ist, verstehe ich nicht, warum meiner dann so Angst bekommt?!?

    Und wenn ich dann den Welpen schimpfe (kontrolliert, nicht laut - bestimmt und ohne Frust! Habe viel in 4 Jahren gelernt!), dann kümmerts ihn kaum aber mein Hund denkt, ich meine ihn damit und würde ihn gleich töten...?!?!

    Ich habe einen ganz arg lieben Jack-Russel-Terrier, der mein bester Freund und sozial und supernett und sozial gegenüber allen Tieren und Menschen ist. Er hört prima, läuft den ganzen Tag ohne Leine mit mir durch dir Gegend, ist also auch den ganzen Tag mit mir auf Arbeit und hat eigentlich ausser seiner Allergie die wir aber mit Spezialfutter auch in Griff bekommen haben, keine Auffälligkeiten. Er ist ein durch und durch ausgeglichener, toller, supergut horchender Jack-Russel.

    Doch in letzter Zeit macht mir Eines immer mehr Sorgen: Er ist schon immer ein Sensibelchen gewesen und auch wenn er Selbstvertrauen hat und offen auf andere Hunde und Menschen zu geht, hat er eine seltsame Form von Angst entwickelt: Er fürchtet sich wenn ich oder meine Frau laut werden und oder, was noch viel schlimmer ist, wenn ich oder das Herrchen vom Bürokollegenhund, der zwar liebe aber noch ein Welpe und somit rotzfrech ist, zurechtweisen.

    Das heisst: Er bezieht alles immer auf sich und bekommt Angst und fängt an zu zittern und will auf den Arm seit Neustem.

    Beispiel: Kollege und ich im Büro. Sein (auch lieber und süßer, aber eben noch unerzogener und spieltriebiger) Welpe reißt Blumen aus ihren Töpfen und verteilt sie im Büro. Er schimpft den Hund (aber nicht jetzt brutal oder so, aber eben im strengen Tonfall) und was ist - mein Hund (der weder in der Situation aktiv dabei war noch Schimpfe bekommt - also gar nicht gegen ihn gerichtet) ist aufrecht auf seinem Plätzchen, schaut mich mit Angsterfüllten Augen an und zittert wie Espenlaub.

    Ich beschwichtige ihn dann immer aber so richtig funktioniert das nicht. Ich selbst schimpfe meinen Hund fast nie, einfach weil es nichts zu schimpfen gibt - er ist tipptopp erzogen und stellt alle Jubeljahre mal was an.

    Ich muss hinzufügen, der Welpe liebt meinen Hund und will ihm nichts Schlimmes, aber er nimmt ihm sein Essen weg, trinkt immer sein Wasser aus, usw. Und meiner lässt es mit sich machen. Ausserdem fordert er ihn dauernd zum Spielen auf und da er größer ist, nervt er ihn halt auf Schritt und Tritt einfach weil er ihn zwickt und an ihm herumzuppselt (alles Spiel, nicht aggressiv).

    Am Anfang dachte ich, ok - mein Hund wird ihm schon sagen, wenn es ihm zu viel wird. Ist halt eben noch ein Welpe und meiner ist soo lieb, er hat halt einen langen Geduldsfaden mit dem Neuen. Doch mittlerweile traut sich mein hund kaum mehr aus seinem Körbchen und wenn ich ihn rufe und er zu mir kommen will und der andere kommt auch, dreht er auf halbem Weg um und geht wieder in sein Körbchen.

    Am Anfang dachte ich halt, gut - das machen die beiden unter sich aus und irgendwann wenn der Neue kein Welpe mehr ist, gibt es dann eine Rangordnung und fertig aus.

    Aber so finde ich das blöd, weil mein Hund mittlerweile gar keinen Spass mehr hat und nur noch gestresst ist. Klar schauen wir beide dass der Welpe in die Schranken gewiesen wird - aber mir fällt es so schwer, weil der Welpe ja auch n ganz Lieber ist und meinem Hund ja gar nichts tun will, sondern mit ihm spielen will und nie agressiv, sondern spielauffordernd ist.

    Mittlerweile schauen wir beide immer drauf, dass der Welpe meinen nicht zu sehr nervt, aber das Schlimme ist, da meiner wohl nicht auseinanderhalten kann, wem die Schimpfe gilt, erschreckt ihn das ja auch schon. Wisst ihr wie ich das meine?

    Jetzt hatte mein Kollege mir dieses Wochenende weil er weg musste, den Welpen zum Aufpassen gegeben und da sich mein Hund wirklich mit allen Hunden versteht (auch mit Problemhunden), dachte ich, es sei eine gute Gelegenheit, dass die beiden so Freunde werden. Leider hat sich alles nur noch verschlimmert.

    Der Welpe ist wirklich nicht aggressiv, aber mittlerweile fängt mein Hund schon an zu zittern und gestresst zu hecheln und auf den Arm zu wollen, wenn er sich in der Wohnung bewegt oder ihm zu nahe kommt. Ich muss sagen, klar - weil der hier in unserer Wohnung erstmal das komplette Zerstörprogramm gefahren hat, musste ich ihn oft schimpfen weil es einfach nicht anders ging und wurde dabei stimmlich streng, das wiederum hat meinem Hund total Angst gemacht.

    Es ist aber nicht so, dass mein Hund mich nicht streng kennt, also von wegen, dass er Angst hat, weil das eine neue Erfahrung für ihn ist.

    Aber es ist doch schon merkwürdig, dass wenn ich mit dem Welpen im Bad schimpfe weil er mich zu arg in die Hand beißt während ich ihn abwischen will, mein Hund in der Küche vor lauter Angst fast durchdreht?!?

    Ich bin wirklich mit meinem Latein am Ende und hoffe ihr wisst Rat.

    Wie gesagt, auch wenn ich schon mit dem Welpen schimpfe dass er meinen in Ruhe lassen soll, jage ich meinem Angst ein - eine verzwickte Situation.

    Mein Hund ist ein Rüde, 4 Jahre alt, nicht kastriert, ist sonst die meiste Zeit recht ausgeglichen (alle lieben und verlieben sich in ihn, weil er sonst ein ganz normaler, bestimmt sehr sensibler aber lebensfroher Hund ist), aber Angstzustände kenne ich von ihm schon von früher (Tierarzt z.B.) oder als Welpe wenn er in Stresssituationen war.

    Ich hoffe ich konnte so gut erklären dass ihr euch einigermaßen ein Bild machen und evtl. mir weiterhelfen könnt.

    Danke und Liebe Grüße! Alfred.