Beiträge von Lysaya

    Hmh, ja. Trifft das Deiner Meinung nach nur auf Hunde oder gesamt auf alle Tiere zu?

    Laut der Artikel, die ich verlinkt hatte, auch Katzen, Nager und Exoten.

    Eine Freundin auf FB hat inzwischen 11 Katzen und überlegt gerade, wie sie Platz für zwei weitere Felv (heißt das so?) infizierte Kater aus Ägypten schaffen kann ...

    Eigentlich hat sie keinen Platz, aber die ursprüngliche Endstelle hat quasi am Flughafen abgesagt.

    Keine Ahnung, ob ich mich so unverständlich ausdrücke?

    Es ist doch erstmal egal, ob es Fundtier, Abgabetier oder Beschlagnahmung ist.

    Jedes dieser Tiere benötigt im Fall eines Falles einen Platz und daran scheitert es aktuell.

    Bei einer Beschlagnahmung kann es ja schon mal passieren, dass da adhoc 50 Tiere auf verschiedene Tierheime verteilt werden (ich meine, wir hatten hier mal so einen Fall von einer Malteser-Züchterin). Klar, die müssen ja untergebracht und versorgt werden.

    Fundtiere ebenso, der Finder kann es ja nicht einfach behalten, das wäre Unterschlagung.

    In fast allen Quellen habe ich zum Thema Abgabetiere gefunden, dass die Tierheime sie (gegen Gebühr) aufnehmen würden, wenn Platz wäre.

    Es ist aber nunmal keiner da (ob die 80% aus dem SWR Bericht stimmen, weiß ich nicht, aber damit wären wirklich fast alle Tierheime voll).

    Dass Tierheime keine Tiere annehmen müssen, weiß ich. Aber Organisationen, die sich "Tierschutz" auf die Fahne schreiben und nach einer missglückten Vermittlung sagen: "nö, hab gerade keine Pflegestelle, behalt den Hund nochmal ein paar Monate." sowas prangere ich an. Am Ende landet dieser Hund dann doch im Tierheim - wer will es dem Halter verdenken? - oder wird im schlimmsten Fall ausgesetzt. Oder beschlagnahmt, wenn es richtig aus dem Ruder läuft.

    Ich weiß nicht, wo Du das aus meinen Beiträgen gelesen hast, aber ich bin nicht dagegen, dass man Tiere ins Tierheim bringen kann, wenn man ihnen nicht mehr gerecht wird. Ich zweifle nur an, dass das mit den Kapazitäten, die aktuell vorhanden sind, funktioniert.

    Meine "Lösung" wäre, dass die seit Jahren unvermittelbaren, gefährlichen Hunde euthanasiert werden und gleichzeitig an der Ausbildung der Tierpfleger und der Ausstattung der Tierheime gearbeitet wird. Nebenher sollte es endlich verbindliche Auflagen für eine Hundetrainer-Ausbildung geben. Außerdem Kontrollen der Tierschutzorgas, um schwarze Schafe raus zu fischen.

    Also ob jetzt mit oder ohne Auslandstierschutz: Es gibt zu wenig freie Stellen, zu wenig Personal, zu wenig Geld.

    Zu sagen "man hat keine staatlich garantierte Abgabegarantie" ist das Eine. Nur wohin soll dann der Hund, der das Kind gebissen hat?

    Oder eben auch der Hund aus dem Tierschutz, der nach 6 Monaten "auspackt". Irgendwo müssen diese Tiere ja hin.

    Platz kann man nur auf zwei Arten schaffen: man baut an oder man euthanasiert.

    Und noch allgemeiner: Das „deutsche Tierschutzproblem (welches auch immer es sei)“ wird von Auslandshundeimport wirklich nur minimalst tangiert. Oder herrscht die allgemeine Auffassung, dass Tiere = Hunde?

    Da das von mir stammt: ich sprach explizit von Tieren allgemein, weil es eben nicht nur Hunde, sondern auch Katzen und Kleintiere betrifft. Völlig überrascht hab ich bei der Recherche erfahren, dass wohl Wasserschildkröten vermehrt ausgesetzt werden o.O

    Und das Problem ist doch einfach benannt: es gibt zu wenig Plätze / Betreuung für zu viele auffällige, unvermittelbare, (große) Hunde, aber auch andere Tiere. Die Tierheime sind voll und wenn dann jemand kommt und sagt: "ja, ich hab eigentlich auch keinen Platz mehr, aber ich nehm den noch", dann wird mit Sicherheit der ein oder andere froh sein, das Problem nicht mehr zu haben.

    Mag sein, dass ich dem Auslandsimport zu kritisch gegenüber stehe, weil ich - auch hier im DF - oft genug davon lese, wie so ein Direktimport schief läuft und die Orga dann die Segel streicht und sich nicht mehr verantwortlich fühlt. Es werden ja nicht nur unproblematische Welpen aus den Tötungsstationen geholt.

    Groß und schlecht erzogen: Unvermittelbare Hunde sorgen in Tierheimen für viele Probleme
    Im Tierheim in Heidenheim gibt es immer weniger freie Plätze für Hunde in Not. Das Problem: Große, schlecht erzogene Hunde sind oft unvermittelbar und bleiben…
    www.swr.de
    Zitat

    Das Problem voller Tierheime gibt es nicht nur in Heidenheim. Im ganzen Land zeichnet sich das selbe Bild ab, meint der Vorsitzende des Landestierschutzverbands, Stefan Hitzler. "70 bis 80 Prozent der Tierheime können keine großen Hunde mehr aufnehmen. Die Tierheime haben ein Problem. Wir laufen voll.“

    "Im Moment merkt man, dass die Verzweiflung groß ist bei den Menschen"
    Tierheime sind am Limit, immer mehr Menschen geben ihre Tiere ab. Vielen Tierheimen droht der Kollaps.
    www.swr.de
    Zitat

    Damals niedliche Welpen seien mangels entsprechender Kurse nicht erzogen und fingen nun an zu beißen. Andere Menschen könnten sich wegen steigender Kosten etwa für Tierärzte, Energie oder andere Ausgaben die Haltung nicht mehr leisten. Die Tiere würden dann überall ausgesetzt.

    Gesellschaft: Tierheime in NRW sind mitten in den Ferien rappelvoll
    Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesellschaft“. Lesen Sie jetzt „Tierheime in NRW sind mitten in den Ferien rappelvoll“.
    www.zeit.de
    Zitat

    In Bielefeld gingen zuletzt vermehrt Aufnahmeanfragen für Katzen ein. «Aufgrund der hohen Fundtier-Zahlen ist es uns jedoch schon längere Zeit nicht mehr möglich, Abgabekatzen aufzunehmen», schilderte eine Mitarbeiterin. Ähnlich sei es bei Hunden: «80 Prozent unserer Hunde sind Problemhunde, häufig mit Beißvorfall». Es gebe daher kaum Fluktuation. «Abgabehunde mussten wir deshalb bis auf wenige Ausnahmen ablehnen.»

    Solange die Problemhunde jahrelang Ressourcen binden, wird sich nichts ändern.

    Dazu kommen noch die alten und kranken Hunde, die ja auch nicht mehr leicht vermittelt werden.

    Aber ein junger Staff mit Vorgeschichte kann so locker 5-7 Jahre in seinem Zwinger hocken ...

    Zeigt eigentlich sehr schön die Problematik, dass man das nicht so einfach festmachen kann.

    Ausgangslage waren die "Höllenhunde". Laut Aussagen von V.B. solche Hunde, die man eben zum großen Teil nicht mehr vermitteln kann und von denen auch sie einige in Extrazwinger gesteckt hat.

    Diese Hunde verteilt man nicht mal eben auf andere Tierheime um.

    Da braucht man fachkundiges Personal, Platz und Zeit. Und in dieser Zeit fehlen halt die Stellen für andere gefährliche Hunde.

    Kann man ruhig mit Facepalm kommentieren, ändert aber nichts dran, dass es ja nicht so einfach war, die über 60 Höllenhunde auf private Pflegestellen, Endstellen oder andere Tierheime umzuverteilen. Es gibt also de facto nicht genug Leute, die sich das zutrauen oder die entsprechenden Möglichkeiten haben.

    Klar, wer einen netten Mix will, wird auch dann keinen Kangal mit Vorgeschichte haben wollen, wenn keine Auslandshunde da sind.

    Trotzdem finde ich immer noch, dass wir erstmal unser Tierschutzproblem lösen sollten, ehe wir in anderen Ländern anfangen - zumal inzwischen bekannt ist, dass dort Hunde zum Teil produziert und hier mit möglichst dramatischer Story verkauft werden.

    Wenn hier reihenweise Tierheime Tiere ablehnen (sogar, wenn einfach der Besitzer verstorben ist), dann kann man es doch nicht anders als "voll" bezeichnen.

    Ich glaube ja langsam, der Titel dieses Threads ist irreführend.

    Man kann den Tierschutz nicht in "gefährlich" und "ungefährlich" aufteilen und je nur eine Seite betrachten.

    Wir haben eine Anzahl von x Plätzen in Tierheimen (deutschlandweit).

    Wenn die jetzt zu 3/4 von "ungefährlichen" Auslandshunden belegt werden, dann bleibt nur noch 1/4 für die "Brecher". Wohin also mit jedem weiteren Hund, der - aus welchem Grund auch immer - abgegeben werden muss. Sicherlich hat man einen Puffer, aber der ist nicht unbegrenzt.

    Und wenn die Plätze für "gefährliche" Hunde schon voll sind, dann kann ich nicht einfach noch 100 Hunde aus Rumänien importieren und hoffen, dass die alle ganz nett sind und nie zurück kommen.

    Platz und Personal sind da endliche Ressourcen. Das wächst ja nicht einfach mit der Anzahl der Hunde.

    Auf einer Tierheimseite hab ich gelesen, dass sie die Straßenhunde aus Partner-Tierheimen aus dem Ausland importieren, weil sie die deutschen, auffällig gewordenen Hunde nicht vermittelt bekommen (zum Teil ist der Besitzstatus nicht geklärt, ein Rechtsverfahren schwebt noch, gesundheitliche Abklärung, ...) Für mich klingt das so, als hätte man diese Langzeitinsassen ohnehin schon aufgegeben.

    Aber selbst in der verlinkten Petition verlangt "der Tierschutz" weniger Auslandsimporte. Bzw. bessere Kontrollen, strengere Regeln.

    Also irgendwie sind sie doch Teil des Problems.

    Es werden ja nicht nur die netten Welpen aus Rumänien geholt, die man easy vermittelt bekommt, um damit eben auch die Langzeitinsassen zu versorgen, sondern on top kommen ja die Hunde, deren Geschichten wir manchmal hier im Dogforum lesen dürfen: Direktimport über eine private Orga, Halter überfordert, Hund passt nicht in die kleine Stadtwohnung, Orga nimmt ihn nicht zurück und Tierheime weigern sich (weil voll oder nicht zuständig).

    Das Problem mit den unvermittelbaren Hunden bleibt natürlich trotzdem. Die binden Platz, Zeit, Geld und Personal.

    Die Frage ist ja: wie viele Plätze hat man realistisch für solche Hunde, um ihnen noch ein halbwegs gutes (Rest-)leben zu ermöglichen. Unser örtliches Tierheim wäre mit drei solcher Kaliber voll, wenn sie denen noch Auslauf und Auslastung bieten wollen.

    Mittel der Wahl kann ja nicht sein, dass sie in den Zwinger kommen, einmal am Tag Futter und Ende ...

    Ich finde die verantwortungsvolle Euthanasie eines sozialen Lebewesens "humaner", als eine lebenslange (und das kann viele Jahre sein) Isolation von Mensch und Tier.

    Gerade im Tierschutz fließt da aber sehr viel Emotion rein. Gesehen an Chicco, dem allerlei menschliche Gefühle angedichtet wurden, angesichts der Tatsache, dass es zwei Tote durch seine Bisse gab. Irgendwie scheint der Gedanke für einige völlig absurd, dass man nicht jedes Tier resozialisieren kann. Auf der anderen Seite dient diese Mitleidstour ja auch als Geschäftsmasche und es ist schwer bei der Masse an "Anbietern" die schwarzen Schafe auszusortieren ...

    Und dann bleibt die Frage: Wieviel mute ich den Hundehaltern zu? Möchte ich, dass die Familie ihre Dogge behält, obwohl das Kleinkind der Familie plötzlich Angst hat? Für viele Eltern - verständlich - ein NoGo, wenn der Hund das Kind anknurrt. Geht das Tierheim (oder der Tierschutz) offen damit um: "Hund hat Kind angeknurrt, keine Vermittlung in Familien" hat das Tier mit relativer Sicherheit einen Langzeitplatz gewonnen. Und auch Tierheime sichern sich da ab, selbst, wenn sich raus stellt, dass das situativ bedingt war, will ja keiner Schuld sein, wenn hinterher doch was passiert.

    Aber diese Aufbewahrung ist - für mich - kein Tierschutz. Vor allem nicht, wenn es keine Aussicht auf ein artgerechtes Leben mehr gibt. Damit will ich nicht sagen, dass Tierheime oder Organisationen nicht auch sehr bemüht sein können. Aber dafür ist dann doch zu wenig Geld, Personal und Zeit vorhanden.

    Da bin ich bei Dir.

    Ich würde das aber nicht zeitlich auf 6 Monate, sondern mindestens 1 Jahr, begrenzen - damit hat man dann auch die Welpen/Junghunde drin, die erst in der Pubertät schwierig werden.

    Und wenn Tierschutzvereine sich den Eigentumsvorbehalt in den Vertrag schreiben, dann sind sie dauerhaft in der Pflicht (auch nach Jahren noch) und Organisationen mit Direktimporten müssten für jedes Tier eine Pflegestelle vorweisen können. Wer 10 Tiere her bringt, muss erstmal 10 Pflegestellen haben, je Pflegestelle maximal 2 Tiere.

    Nicht überwiegend, denke ich.

    Aber beim Direktimport aus dem Ausland ohne "Sicherheitsnetz" ist das Risiko wahrscheinlich nochmal höher, weil da ja keine echte Kontrolle stattfinden kann, ob Hund/Halter zusammen passen. Allein in den letzten Wochen so viele Ersthundhalter, die mit dem "niedlichen Import" völlig überfordert waren - was dann natürlich auch kippen kann.

    Das mit der Rückgabefrist sehe ich auch kritisch, das fängt nur die ab, die sich in den ersten Wochen schon eingestehen, dass sie sich übernommen haben. Manche Hunde packen ja aber auch erst später aus.