Beiträge von Lysaya

    Schleppleine aber bitte, bitte nur, wenn der Hund wirklich gut an Dir orientiert ist.

    Auch mit 10 Meter kann man da die schlimmsten Verletzungen davon tragen.

    Und diesmal spreche ich aus eigener Erfahrung. Mein Hund war nämlich einfach nur der Katze hinterher und ich dachte, ich halte 52kg Berner, die 10 Meter Anlauf hatten, mit Kraft :dead:

    (Brustbein geprellt, Knie auf, Hände auf, Kiefer ausgerenkt, Schulter gezerrt, Platzwunde am Kinn, Handgelenk gestaucht, leichte Gehirnerschütterung ... Kollateralschäden wie Hose und Brille kaputt lass ich mal außen vor ...)

    Zu "der würde mir nie was tun".

    Ich hab das hier glaub ich schon mal erzählt. In der Nachbarschaft gibt es ein Paar, die haben (oder hatten?) einen Kangal. Reinrassig, direkt aus der Türkei importiert, als er Welpe war. Die erste Zeit sah man die immer als Familie mit dem Hund laufen, so kam man ins Gespräch. Irgendwann ging nur noch der Mann mit dem Rüden.

    Zufällig hab ich mal beobachtet, wie die Frau etwas über den Zaun geworfen hat und weil ich neugierig war, hab ich nachgefragt. Jedes Mal, wenn sie nach Hause kam und in ihren (also in Augen des Hundes SEINEN) Garten wollte, musste sie ein halbes Kilo Gehacktes über den Zaun werfen :ugly: Sonst hat er sie nicht rein gelassen.

    Ich fand das so faszinierend (auf eine perfide Weise), dass ich mit unserem Hundetrainer drüber geredet hab und er meinte: "Das ist aber noch recht nett von dem Kangal, dass er für nen halbes Kilo Hack seinen Job kurz vergisst."

    Wenig später hab ich diesen Hund nicht mehr gesehen.

    Anderes Beispiel:

    Meine Freundin wohnte mit ihrer Cousine und drei kleinen Kindern zusammen. Sie haben einen "Labradormischling" aus dem Ausland geholt. Als ich das Bild gesehen habe, hab ich auf den HSH-Anteil hingewiesen, ihnen Unmengen an Infos und Warnungen zukommen lassen. Von der Story her war der süße Kerl etwa zwei Jahre und hatte inzwischen die dritte Familie. Angeblich Scheidungsopfer.

    Nach einer Woche durften die Kinder keinen Besuch mehr kriegen, nach zwei Wochen hatte er das Wohnzimmer als sein Reich annektiert (die Couch gehörte ihm eh von Beginn an). Eskaliert ist das Ganze, als er entschieden hat, dass die Cousine meiner Freundin das Haus überhaupt nicht mehr betreten darf und sie gerade noch die Tür zwischen sich und ihn bringen konnte.

    Die Orga hat sich geweigert die Verantwortung zu übernehmen. Tierheim war nicht zuständig und so wurde der Kerl mit etwa zwei Jahren eingeschläfert.

    Jeder, der hier schreibt, hat entweder Erfahrung als Halter eines solchen Hundes oder als (leidvolle) Erfahrung mit einem solchen Hund/Halter-Gespann.

    Was mich an der ganzen Geschichte am meisten stört ist, dass Du das so herunter spielst, die Notwendigkeit eines Trainers noch in Frage stellst und das am Geld fest machst.

    In solchen Momenten wünsche ich mir, dass der Huskybesitzer sich nicht geeinigt hätte.

    Der Vorfall war kein Unfall, das war vorhersehbar.

    Ich kann mir gar nicht vorstellen 50kg zu halten. Dafür braucht man echt Muckis.

    Nein. Dafür braucht es keine "Muckis". Denn 50kg Hund hälst Du nicht allein über Kraft.

    Ich wiege ca. 55kg und gehe mit 80kg verteilt auf zwei Hunden.

    Mein erster Berner wog 52kg allein.

    50kg Hund müssen im Gehorsam stehen, der Rest ist Technik. Das muss man aber lernen.

    Nun hätte man auch bei einem Leonberger(-Mix) wissen können, was da an Größe/Gewicht auf einen zukommt ... selbst, wenn man wohlwollend davon ausgeht, dass mit dem HSH-Anteil nicht zu rechnen war.

    Abgeben kommt für mich überhaupt nicht in frage. Ich liebe Henry und kann mir das Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.

    Lieben bedeutet unter Umständen aber loslassen können.

    Wenn man liebt, muss man eventuell auch einsehen, dem Hund nicht gerecht zu werden.

    Das, was Du von ihm erwartest und das, was Du leisten kannst, passt - laut Deinen Beiträgen - halt nicht zusammen.

    Warum muss Henry abschnappen? Du überlässt ihm den Job, den Du eigentlich machen musst. Lass nicht zu, dass ihn jemand / ein Hund so bedrängt, dass er sich wehren muss. Das Fiasko ist vorprogrammiert. Hunde sind nicht "fair". In solchen Dimensionen denken die nicht. Und Henry hat Dir bewiesen, dass er entscheidet, wo seine Grenze ist, weil Du nicht für ihn da bist.

    Ich glaube Du erkennst hier echt nicht die Gefahr, die von Deinem Hund und Dir ausgehen.

    100 Euro sind Peanuts gegenüber dem, was auf Euch zukommt, wenn Dir das um die Ohren fliegt.