Ich hatte bei meiner Hündin auch schon die SD in Verdacht, lese deshalb schon lang in der Facebook-Gruppe mit und hab auch mit Frau W. telefoniert. Leider habe ich da schon eher den Eindruck gewonnen, dass irgendwie bei jedem Hund eine subklinische SDU diagnostiziert wird... Und vieles wird dann zwar ohne wissenschaftlichen Hintergrund, aber dafür umso dogmatischer propagiert (T4 MUSS im oberen Drittel sein, TSH über 1 ist immer auffällig, Antikörper werden auch unterhalb der Referenz als vorhanden angesehen etc.) und dann wird drauf los substituiert.
Jau ... Vor allem geben dann vollkommen medizinische Laien gebetsmühlenartig ihre Weisheiten zum Besten und Frau W. (und die andere, deren Namen ich vergessen hab) werden als die einzigen Experten in den Himmel gehoben.
Dann wird irgendwas substituiert (und ich bin sicher, wenn der TE mit dem niedrigen T3 bei Frau W. aufschlägt, kriegst er noch ein Rezept für Thybon) und der Rest wird außer Acht gelassen. Ich hab da Blutbilder gesehen, die schreien nach Mittelmeerkrankheit, Niereninsuffizienz oder Entzündungen, aber Hauptsache man knallt Forthyron rein.
Inzwischen ist sogar alles an TSH auffällig, das über 0,1 (!) liegt - und die Laborreferenz sagt 0,6 ...
Wir waren mit Lucy bei einer Ärztin, die auch Bücher über die SD-Diagnostik und die SDU geschrieben hat. Sie hat unsere Hündin fast zwei Stunden untersucht, bis sie anhand des Verhaltens, der 4 (!) Blutbilder und einem Telefonat mit unserer Haustierärztin auf die subklinische SDU kam. Von ihr stammt der Satz: ich behandel den Hund, nicht die Blutbilder.
Lucy ist mit ihren Werten an der untersten Referenz und bei TSH relativ mittig gewesen. Damit ging es ihr nicht gut. Sie bekommt nun Leventa (in der flüssigen Form wirkt es bei ihr besser) und wir müssen weiterhin engmaschig kontrollieren. Die Ärztin will den Hund dafür aber auch regelmäßig sehen.
Ich hab in der FB-Gruppe mitbekommen, dass da Diagnosen aufgrund falscher Blutbilder gestellt wurden, weil Leute die Zettel vertauscht hatten oder fremde Werte angegeben hatten. Dazu kommen die ewigen Wartezeiten, die bei einer akuten Erkrankung echt fatal sein könnten.
Ne, absolut nicht mein Ding.
Kirasherrchen ich würde wirklich bei der Lebergeschichte dran bleiben. Und nicht alle Tierärzte sind zu doof, um Schilddrüsenerkrankungen zu diagnostizieren. Tierärzte, die sich auf die Fahnen schreiben, die alleinig Wissenden auf dem Gebiet zu sein, hinterfrage ich sowieso erstmal. Die Ausbildung war nämlich für alle gleich und dass Hunde eine Schilddrüse haben, die Einfluss auf ganz viele Vorgänge im Körper hat, dürfte so ziemlich jeder Tierarzt wissen.