Mein Welpenblues bei Iwan damals lag definitiv an meinem Perfektionismus. Ich bin aber auch generell ein Mensch, der alles durchdenkt und jede Eventualität ins Auge fasst, noch bevor sie eingetreten ist. Das ist ohnehin mental anstrengend und ich muss mich da immer wieder selbst dran erinnern, dass ich nicht alles beeinflussen kann.
Als Iwan mit etwas über 12 Wochen hier einzog hatte ich keine Zeit für Gedanken vorher, weil der Knopf ziemlich spontan binnen einer Woche hier war (Donnerstag Mail an die Züchterin, Freitag telefoniert, Sonntag besucht, Dienstag war er hier). Das war zum einen gut, weil ich mich sonst vermutlich nochmal umentschieden hätte, aber alle Gedanken und Sorgen, die ich mir sonst im Vorfeld gemacht hätte, überrollten mich zeitgleich mit dem Krümel.
Meine ganzen Pläne waren schon zunichte, als er die erste Pfote über die Schwelle setzte und erstmal anfing zu humpeln. Der eigens für die Folgewoche angesetzte Check-Up beim TA musste vorgezogen werden und damit war für mich schon Chaos. Dann vertrug er das Futter nicht ... die Decke war nicht genehm ... er wollte die ausgesuchte Gassistrecke nicht laufen ... er hat meine Tochter gebissen ... und alles, was ich so schön geplant uns skizziert hatte, war hinfällig.
Geholfen hat mir ein Anruf beim Züchter. Rückblickend war der zwar wirklich hart, aber er hat mir den Kopf gerade gerückt und das war das einzig Richtige. Hätte mich jemand noch mitleidig bestätigt, das hätte mir nicht geholfen. Ich brauchte einen klaren, harten Blick auf das Ganze und jemanden, der mir unverblümt sagt, dass ICH das Problem bin. Als ich das begriffen habe, lief es hier super und Iwan war mein Seelenhund.
Bei Bodo war ich schon viel ruhiger, aber auch da hatte ich mit mir zu kämpfen, wusste aber, dass ich das schaffe. Das machte es einfacher.
Bei Lucy war ich nur nervös, ob wir von der Orga die Zusage endlich bekommen, weil ich die kleine Giftspritze nicht mehr abgeben wollte
Sie bringt mir auch jeden Tag bei, dass nicht alles nach meinen schönen, perfekten Plänen geht.