Beiträge von Lysaya

    Ich finde es schön, wenn man sich armen Socken annimmt.

    Ihr müsst euch nur im klaren sein, dass das ein seelisch kranker/ schwerstbehinderter Hund ist.

    Ich würde das ehrlich gesagt machen, wenn es Vorraussetzungen gibt, die das Leben des Hundes nicht noch schlimmer machen. Man kann ja im Verlauf schauen, was sie an Zivilisationskrankheiten- Umwelt psychisch ertragen kann.


    Ja, holt sie da raus. Aber schraubt eure Erwartungen zurück und denkt bitte dran, dass es unfair ist, solche Hunde „Zwangs zu bekuscheln“ und „mit Nähe zu erdrücken“. Richtet einen kleinen ruhigen Rückzugsort für sie ein. Solche Hunde sind mit zu viel Input und Trubel und Dauerbeschalling und Dauerlicht ggf. massiv überfordert.


    Ja, ich bin für die Befreiung aus der Shelterhölle.

    Hast Du die Anforderungen gelesen, die an diese Hündin gestellt werden?

    - Mitnahme ins Büro

    - Stadtleben

    - Zusammenleben mit altem Rüden

    Und dann das, was dieser Verein bietet:

    - einen u.U. kranken Hund

    - keine Sicherheit durch Rücknahme

    - keine realistische Einschätzung (und auch ein "können wir nicht sagen" wäre ehrlicher als das, was die erzählen)

    - keine Sozialisierung

    - grobe Schätzung, dass es mit anderen Hunden wahrscheinlich funktioniert

    - kein Gesundheitscheck

    Da ist es auch nicht mehr mit "Erwartungen runterschrauben" getan. Da muss man der Realität ins Auge sehen, dass man die nächsten 10 Jahre (!) sein gesamtes Leben auf diesen speziellen Hund umstellen muss, den man nur von einem Photo oder ein paar Video-Schnipseln kennt.

    Sowas muss man echt wollen.

    Meine Einstellung ist da eher: ich kann nicht jeden Hund retten. Jeder Hund, der da rausgeholt wird, macht Platz für neue Hunde. Dieser Verein macht offensichtlich eine Menge Geld mit dem Elend, denn Ausgaben gibt es kaum, das wird auf Pflegestellen, Rettungspaten oder neue Besitzer abgewälzt.

    Und diese "Rettung" macht hier in Deutschland dann womöglich meinen eigenen Hund "kaputt" oder füllt unnötig einen Platz in einem Tierheim - wenn die den überhaupt nehmen.

    Shelter sind die Hölle, da stimme ich zu. Aber das ist wie mit dem Mitleidskauf eines Meerschweins im Zoohandel: es signalisiert Nachfrage und das steigert die Produktion.

    Ich hasse den Satz, aber: der Markt regelt.

    Also ganz überspitzt gesagt (und nicht böse gemeint):

    Bei so vielen Anzeichen, dass dieser Hund gröbere Probleme im Rucksack hat, ist die Chance dass du ganz gewaltig Stress haben wirst ziemlich hoch.

    Könntest du vielleicht noch genauer erklären, was du in den Videos genau siehst, was du als "viele Anzeichen und gröbere Probleme" bezeichnest?

    Wie bereits geschrieben denke ich, dass es für keinen Hund, der so gehalten wird jahrelang einfach ist, schwanzwedelnd und voller Freude einem Menschen auf so engem Raum entgegenzutreten.

    Ich glaube, dass wildsurf das gesamte Paket meint. Nicht nur die Videos und das hat Phonhaus schön beschrieben.

    Wie formulier ich das ... also, es ist klar, dass ein Hund im Shelter anders reagiert als in "Freiheit".

    Aber warum wird diese Hündin als devot und menschenbezogen, freundlich, neugierig vorgestellt, wenn doch ganz offensichtlich in dieser Umgebung keine realistische Einschätzung möglich ist?

    Und wenn diese Beschreibung schon nicht stimmt. Was stimmt vom Rest?

    Die Hündin wirkt nicht aggressiv, aber deutlich gestresst. Sie wendet den Blick ab, hechelt, schmatzt. Der Körper ist steif und das Angetatsche gefällt ihr deutlich nicht.

    Das hätte dem/der Filmer/in aber klar sein müssen, wenn er/sie sich anmaßt, Hunde einzuschätzen. Nicht anfassen, Schritt zurück gehen, warten. Jedes Nähern belohnen. Kleine Schritte. Dafür ist in so einem Shelter nicht die Zeit bei der Menge an Hunden, das ist mir klar. Aber diese Hündin sitzt da jetzt seit 2 Jahren und erlebt das so.

    Das erste Video ist aus dem März. Dort wurde das ansatzweise versucht, aber genau in dem Moment, wo sie etwas Neugierde zeigt, sich dann doch umentscheidet, wird sie verfolgt, bedrängt und in ihrem Schutzraum gestört. Auch ein Teil der Bilder ist in ihrem Rückzugsort.

    Nun ist ein Hund ja nicht blöd und sie wird in den zwei Jahren gelernt haben, dass sie keine Chance hat. Sie kann nicht raus, sie ist abhängig von denen, die ihr da das Futter rein bringen oder mal durchfegen. Sie lässt es über sich ergehen, was aber dem Wesen eines HSH widerspricht, der oft eigene Entscheidungen treffen muss - allein von der Genetik.

    Man kann einfach nicht vorhersagen, wie diese Hündin reagiert, wenn sie angekommen ist, Freiheiten hat.

    Und Ausschlusskriterien wären für mich:

    - keine medizinische Versorgung im Shelter

    - zu den fast 500 Euro Kaufpreis kommen noch ca. 300 Euro Tierarztkosten (stand auf der Website)

    - Du bekommst u.U. einen schwerkranken Hund mit MMK oder Giardien, aber das ist dann Dein Problem (Kosten)

    - eine Rückgabe ist nicht möglich

    - keine realistische Einschätzung des Charakters

    - keine Sozialisierung

    - keine Sicherheit, dass das mit dem Ersthund funktioniert

    Wenn Du damit zurecht kommst und das stemmen kannst - zeitlich und vom Geld her - dann kann man das machen, aber immer mit dem Risiko, dass das grandios scheitert und man keine Hilfe erhält.

    Unsere Lucy stammt aus Deutschland, wir wissen grob von ihrem ersten Jahr. Sie war von Beginn an auffällig, inzwischen wissen wir, dass sie eine CNI hat, Schilddrüsenfehlfunktion und mind. Anaplasmose und Borreliose. Letztere beiden Krankheiten vermutlich, weil die Vorfamilie sich nicht um Zeckenschutz (in einem Risikogebiet) gekümmert hat. Für 45kg Hund kostet jeder Schub ca. 130 Euro an Medikamenten, dann kommen nochmal 100 Euro Blutentnahmen dazu.

    Und dieser Verein importiert Hunde, mit dem Wissen, dass diese Krankheit da sein kann, lässt das aber den Besitzer im ersten Monat selbst heraus finden und sagt dann: "Ja, wussten wir, dass das sein kann. Aber ist nicht mehr unser Hund."

    Von Erkrankungen am Bewegungsapparat aufgrund von (unbemerkten) Unfällen oder schlicht Platzmangel reden wir mal nicht.

    Ich kenne es eigentlich so, dass die Hunde vor dem Transport und geraume Zeit danach nochmal hier in Deutschland getestet werden - zumindest lese ich das hier öfter so. Genauso mit den Giardien. Allein, dass sie das so erwähnen, lässt mich aufhorchen. Ich hätte keine Lust, dass mein Ersthund sich mit so nem Mist ansteckt, weil der Verein es mit der Gesundheitsfürsorge nicht so genau nimmt.

    Erst, wenn Du einen Hund dieses Vereins von einer Pflegestelle aus Deutschland übernimmst, hast Du zumindest die Gewissheit, dass die Pflegefamilie diese Probleme schon mal angegangen ist.

    Auf reine Permethrin SpotOn hat Tucker schon mal neurologisch reagiert, ganz auf Permethrin verzichte ich aber ungern, es ist einfach der Zecken- und Parasitenkiller und wirkt zuverlässig repellent.

    Wie hat denn Tucker reagiert?

    Bei Lucy haben wir ja testen lassen, ob was mit dem MDR ist, aber anscheinend nicht. Wir sind halt nicht sicher, ob sie tatsächlich reinrassig ist, vom Gefühl her ist sie es nicht.

    Lucy hatte das Advantix gerade erst drauf, da fing sie an zu kratzen. Bis zum nächsten Morgen rannte sie wie ein Duracell-Hase durch die Wohnung, sodass ich direkt morgens in der Praxis angerufen habe. Sollte das beobachten, manchmal wäre es der Geruch. Bis zum Abend hatte sie 3 Näpfe Wasser geleert und nicht eine Minute gelegen. Wieder beim TA angerufen und den Tipp bekommen, das Zeug mit einem Waschlappen (!) zu entfernen.

    Ich hab Lucy direkt unter die Dusche gestellt und da hat sie total gezittert.

    Am nächsten Morgen noch mal eine Dusche - obwohl das Mittel sicherlich schon komplett aufgenommen war über die Haut - und gegen Abend hat sie das erste Mal wieder geschlafen. 16 Stunden am Stück. Die war fix und alle.

    Seitdem trau ich mich an SpotOn nicht mehr ran.

    Die Beurteilung ist dennoch völliger Quatsch:

    "freundlich, neugierig, menschenbezogen, gerne anfassbar"

    Das beißt sich mit den Videos und ich seh dazwischen März und Mai auch keinen Fortschritt.

    "Verträglich mit anderen Hunden" und dann heißt es, sie sitzt mit einer Hündin zusammen, mit der es "klappt". Was heißt "klappt"? Sie müssen nicht jeden Tag den Tierarzt da rein schicken?

    Die Hunde werden - eigene Aussage - nicht ausreichend medizinisch versorgt.

    Wie sinnvoll ein Photo ist, wo der Hund im eigenen Dreck erstickt ... weiß ich nicht.

    Alles in allem wäre das nicht meine Wahl, weil ich sowas nicht unterstütze.

    Die vermitteln Hunde, die erst hier in Deutschland auf schwerwiegende Erkrankungen getestet werden, obwohl die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man einen kranken Hund kauft. Auf den Kosten bleibt der neue Besitzer sitzen und die sparen sich eine weitere Stange Geld.

    Selbst die Wurmkur wird nur sporadisch durchgeführt.

    Meiner Einschätzung nach ist das kein Hund, der einfach so mitlaufen wird.

    Und es fehlen Video oder zumindest Photos zur Interaktion mit anderen Hunden. So kann man zur Verträglichkeit nicht mal Schätzungen abgeben.

    Und nochwas:

    Zitat

    Die kurz vor Abreise erfolgte Entwurmung in Rumänien ist kein zuverlässiger Schutz gegen Würmer und gar kein Schutz gegen Giardien. Daher raten wir eine gründliche Entwurmung einschl. Entwurmung gegen Giardien unmittelbar nach Ankunft in Deutschland zu beginnen oder eine dreitägige Sammelkotprobe einschl. auf Giardien untersuchen zu lassen. Die Entwurmungskosten für die Medikamente belaufen sich je nach Gewicht des Hundes auf bis zu 30€.

    Ein gründlicher Tierarztcheck sollte ebenfalls kurz nach Ankunft erfolgen, denn dies ist in den rumänischen Tierheimen nicht möglich.

    Neben der Schutzgebühr ist daher im Monat der Aufnahme bei einem gesunden Hund für eine erste medizinische Versorgung (Erstuntersuchung, Reisekrankheitencheck, Entwurmungen) mit ca. 300€ zu rechnen.

    Hunde von dort sind also weder anständig entwurmt, hatten keinen Check auf MMK, der neue Besitzer bekommt direkt quasi mitgeteilt, dass er eine medizinische Baustelle erhält.

    Auf der Seite, wo man sich als Pflegestelle bewerben kann, steht, dass man Abstand nehmen sollte, wenn der Hund im Falle von Unverträglichkeit, Krankheit oder nicht-vorhandener-Stubenreinheit wieder die Stelle verlassen müsste.

    Ehrlich. Das klingt absolut nicht kompetent und seriös.

    Ist das die Hündin?

    Ich sehe da keine menschenbezogene Hündin, die sich gern streicheln lässt.

    Sie lässt es über sich ergehen. Sie steht da wie eingefroren, bewegt sich kaum. Hechelt und schmatzt unter Stress.

    Mein Eindruck, die hätte lieber ihre Ruhe.

    Wird ziemlich deutlich, als die anderen Hunde bellen. Und das war im Mai 22 ....

    Das Video von März finde ich furchtbar. Sie zeigt gerade etwas Mut, zieht sich zurück und wird dann im Schutzhaus "bedrängt".

    Und diese Leute schätzen ihren Charakter ein? Die so wenig Empathie haben? Klar, man braucht ja Bilder für die Vermittlung, aber das ist ein Fail ...