Ich weiß, Du hast gesagt, Du liest hier jetzt nicht mehr, vielleicht erreichen Dich meine Worte dennoch.
Zuerst: ich verstehe den Wunsch. Ich hätte auch gern vorher gewusst, was wir uns mit unserer Lucy ins Haus holen.
So wurde ich von Zeckenkrankheiten, Niereninsuffizienz, Arthrose UND einem Herzproblem überrollt.
Und da liegt der Knackpunkt: wir hatten vor der Übernahme einen "gründlichen" Tierarzt-Check.
Lucy war ein Jahr alt, als wir sie bekamen. Das normale Blutbild war bis auf grenzwertigen Krea unauffällig. Das Gangbild junghundtypisch und die Hechelei wurde der Aufregung zugeschrieben. Beim Abhören des Herzens gab es keine Auffälligkeiten.
Ein halbes Jahr später: stundenlanges Hecheln, hohe Atemfrequenz. Ich hab hier tagelang Blutdruck gemessen und bin mit den Werten zum Tierarzt "unauffällig". Abhören: unauffällig.
Erst im Herzultraschall und EKG kamen Auffälligkeiten zutage. Erhöhter Druck in der Pulmonalvene.
Das war im normalen Gesundheitscheck einfach nicht zu erkennen. Es macht sich dadurch bemerkbar, dass sie unter Belastung schnell aufgibt, kein großes Problem und sie braucht auch noch keine Medis, aber es wird auf uns zukommen.
Irgendwann fing sie an zu lahmen. Gezerrt? Hüfte? Gleichzeitig veränderten sich die Blutwerte, die Schilddrüse hat gesponnen und bei der großen Blutuntersuchung auf "Alles" kam dann noch Anaplasmose raus. Während der Schilddrüseneinstellung wurde noch die CNI entdeckt.
Das Lahmen kam also vermutlich von der Anaplasmose (oder Schilddrüse) und inzwischen hat sie auch Arthrose, massive Rückenverspannungen.
On top kam dann Anfang des Jahres noch die Diagnose Borreliose.
Alles keine Dinge, wegen denen ich sie abgelehnt hätte. Aber so wurde ich innerhalb des ersten halben Jahres trotz Untersuchungen vollkommen überrumpelt. Mit einem "normalen Check" hat man das nicht mit bloßem Auge sehen können. Dafür wären große Blutuntersuchungen und Ultraschall, Narkose und Röntgen zwingend notwendig gewesen, denn äußerlich und "grob" untersucht, war sie fit.
Was ich damit sagen will: Wenn ein "kranker Hund" für Dich kein Problem ist, dann folg Deinem Bauchgefühl. Du hast keine Sicherheit. Ich höre raus, dass Du aufmerksam genug bist, zu merken, wenn was nicht stimmt. In den allermeisten Fällen ist dann noch früh genug zum Tierarzt zu gehen und Maßnahmen zu ergreifen. Auch, wenn jetzt ein Herzproblem vorliegt, welches man durch abhören nicht sofort bemerken kann, dann heißt das nicht, dass der Hund beim ersten Gassi mit Dir tot umfällt. Hunde sind nicht so blöd und wenn er es ein, zwei oder drei Jahre damit geschafft hat, dann wird er auch bei Dir damit klar kommen. Ich merke Lucy sehr gut an, wann es zuviel ist und dann wird halt pausiert.
Ihr geht es soweit gut, sie braucht regelmäßig Blutuntersuchungen und Kontrollen, aber jetzt wissen wir, was wir kontrollieren müssen.