Beiträge von Haberstein

    Unsere Boxerhündin ist heute morgen in der Tierklinik untersucht worden, alle Maßnahmen wären nur eine Lebensverlängerung um max. 6 - 12 Monate mit wöchentlicher Chemo gewesen, für unsere Angsthündin ein enormer Stressfaktor. Nach einer schweren Entscheidung ist unsere Hündin dann friedlich eingeschlafen, wir danken ihr hier für die Zeit die sie uns geschenkt hat...

    Hallo,

    ich danke Euch schon mal für die Reaktionen. Ich versuche das zugegeben etwas verwuselt wirkende Geschreibsel mal klar zu definieren:

    - Mein Vater wohnte bis vor ca. 3 Monaten in einer Wohnung, mit 2 Hunden (Lulu und Paula). Diese Hunden waren zu Lebzeiten meiner Mutter richtig gehende "Mama-Hunde". Als meine Mutter verstorben ist (vor 1,5 Jahren) ist mein Vater augenscheinlich immer mehr eingegangen, alles in der Wohnung erinnerte ihn an sie. Die zwei Hunde hat er natürlich behalten.

    - Um meinem Vater zu helfen, sind wir vor ca. 5 Monaten in eine Wohnung GENAU gegenüber der Wohnung meines Vaters gezogen, mit unserer Boxerhündin (Aisha). Diese kannte die Hunde meines Vater aber, weil sie mit den beiden als Welpe das erste Jahr ihres Lebens verbracht hat (damals halt noch in einem riesigen Haus mit riesigem Garten).

    - Wir haben meinem Vater geholfen die Wohnung aufzulösen, er wollte da unbedingt raus. Er musste auch ins Krankenhaus, anschließend auf eine Psychotherapiestation. Es hat sich schnell gezeigt, das er nicht mehr in seine Wohnung zurück kommen wird, also haben wir die Wohnung übernommen (sind also eine Tür weiter gezogen) und leben seit Anfang April mit der Boxerhündin und den anderen beiden in der ehemaligen Wohnung meines Vaters.

    - Mein Vater wiederum ist direkt nach der Entlassung aus der Klinik in eine neue Wohnung gezogen (die wir ihm organisiert haben), hat klar gesagt: "Die Hunde wollte ich ja eh nie, ich habe sie damals nur Mutter zur Liebe gekauft, endlich bin ich den Ballast los und kann leben!". Inzwischen hat mein Vater eine neue Frau kennen gelernt und zieht zu selbiger.

    Wir haben hier leider keinen weiteren Familienanhang, keine Bekannten, kein gar nichts - sonst wäre ggf. auch mal eine Ausweichmöglichkeit gegeben. Und mein Vater, der angeblich nichts mehr konnte: Macht jetzt "Halli Galli". Wir haben die Hunde nun kurzfristig in einer SEHR familiären Pension abgeben können (hat sich wirklich in den letzten Stunden entschieden), dort waren sie schon einmal als mein Vater im Krankenhaus lag und wir die Hunde damals nicht nehmen könnten. Den Hunden ging es dort bestens, was wir heute bei der Abgabe auch gemerkt haben. Bis kommenden Montag können wir hier vor Ort daher die Situation hoffentlich ein wenig entschärfen und die Boxerhündin kann zur Ruhe kommen und wir sie beobachten ob es ihr gut tut.

    Wenn wir wirklich die anderen beiden Hunde dauerhaft abgeben müssten, dann wollen wir den neuen Besitzern natürlich nicht reinreden, aber doch die Möglichkeit des Besuchens wahrnehmen dürfen. Insgesamt bleibt nun nur die Hoffnung, dass die Boxerhündin noch ein ruhiges Leben führen kann, denn die Lymphen am Hals sind stark geschwollen, vor etlichen Wochen fing das an - sie bekam eine geringe Dosis Cortison und nach 4 Tagen waren die Knubbel: Weg. Kamen dann aber mit vermehrtem Stress (so zumindest unser Eindruck) wieder zurück. Nun bekommt sie eine etwas höhere Dosis Cortison und wird kommenden Freitag punktiert - was uns natürlich sehr, sehr viel Angst macht bzw. das Ergebnis. Wenn die Boxerhündin sich jedoch in den kommenden Tagen entspannter zeigt und sich tatsächlich die Knubbel zurück bilden (die Hündin ist SEHR empfindsam auf seelischen Druck), dann wäre die Antwort insgesamt klar - so sehr sie schmerzt.

    Ich denke auch NICHT, dass es schwer werden würde, die beiden (Lulu und Paula) in gute Hände zu vermitteln. Und ich vertrete ebenfalls die Meinung, dass eine räumliche Trennung nichts bringt - denn wie schon erwähnt: Die Hunde bekommen sich ja untereinander mit, hören und riechen sich - eine räumliche Trennung unter einem Dach wäre wohl noch mehr Stress als eine dauerhafte und bringt damit auch niemandem etwas...

    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Klarheit einbringen?

    Hallo,

    wir möchten einmal versuchen, kurz unsere Situation anzureissen, denn alleine fällt uns eine Entscheidung unglaublich schwer. Wir leben in einer 90qm² Wohnung im Kreis Warendorf (Münsterland). Es ist die ehemalige Wohnung meiner Eltern, meine Mutter ist vor 1,5 Jahren verstorben. Mein Vater hat dann noch etwas über einem Jahr hier gelebt mit den Hunden Paula und Lulu, beide ein eingespieltes Team, Bordeauxdogge und franz. Bulldogge. Mein Vater sah sich irgendwann als überlastet an, wir sind in eine frei gewordene Wohnung im gleichen Gebäude eingezogen, haben uns gekümmert - um Mensch und Hund. Vor dem ganzen "Elend" wohnte ich bis vor ca. 6 Jahren mit meinen Eltern in einem riesen Haus mit riesem Garten, teilweise hatten wir bis zu 4 Hunde. Dann hat mein Vater Mist gebaut, davon nichts berichtet, wir mussten raus aus dem Haus - damals habe ich 2 Hunde mitgenommen (Boxerhündin und franz. Bulldogge "Bolle", leider verstorben), meine Eltern nahmen die bereits erwähnten Hündinnen Paula und Lulu mit in die ebenfalls erwähnte Wohnung in der wir jetzt leben.

    Aktueller Stand der Dinge ist: Wir leben mit drei Hunden auf 90qm² - was an und für sich keine Problematik darstellt, Paula und Lulu sind sehr zufriedene, faule Hunde, man muss sie zum mehrmals täglichen Gassigehen teilweise auffordern. Unsere Boxerhündin Aisha lebte VOR dem Einzug ca. 4 Jahre mit uns zusammen, OHNE weitere Hunde und wurde vor wenigen Monaten ungefragt in die Situation "geschmissen", sich das Reich mit 2 weiteren Hunden teilen zu müssen - und OBWOHL die Boxerhündin mit den beiden anderen groß geworden ist, gibt es immer wieder Reibereien, die Boxerhündin steht unter enormem Stress. Sie ist schon von klein auf ein Angsthund, Trainingsversuche und Therapien brachten: Nichts. Im Gegenteil: Es wurde nur noch schlimmer. Sie ist (wenn sie alleine ist) ein herzensguter, verschmuster, zutraulicher Hund und hat uns nicht EINMAL gebissen oder gar angeknurrt.

    Jetzt wurden bei der Aisha auch noch Lymphprobleme festgestellt, am Hals alles geschwollen. Wir sind bei einer guten Ärztin die auch keine Augenwischerei betreibt - wenn Heilung nicht gegen wäre: Sie würde es offen sagen. Entsprechend ist Aisha noch griffiger, will ihre Ruhe, geht manchmal schon auf Ihre Mitbewohnerinnen Lulu und Paula - die natürlich entsprechend "verhuscht" sind. Nun stehen wir angesicht der doch belastenden Situation vor der schweren Entscheidung, ggf. Paula und Lulu in SEHR, SEHR, SEHR gute Hände abzugeben - denn die beiden fühlen sich pudelwohl miteinander. Mein Vater hatte Sie vor einigen Monaten auch mal in eine Pension geben müssen - dort wollten die beiden nach einer Woche gar nicht mehr raus, waren nicht irgendwie "komisch" danach, wirkten sehr gelassen und entspannt. Emotional hängt viel an den beiden, sie waren die Hunde meiner Mama - eine Art "lebendes Erbe" mit viel Erinnerungen. Das macht es noch einmal schwerer.

    Wir fühlen uns auf der einen Seite wie "Abschiebetäter", auf der anderen Seite versuchen wir, die Vernunft über die Emotionen zu stellen. Und ein Hund, der ggf. 80% Heilungschancen hat, würden wir nie im Leben einschläfern so nach dem Motto: "Dann hätten alle Ruhe!", nein. Würde der Hund sich quälen, gäbe es keine Chance: Ja. So: Nicht. Wir vermuten auch, dass der dauernde Stress die Boxerhündin zusätzlich an der Seele kränkeln lässt - sie ist halt eine Einzelgängerin, braucht ihr ruhiges Reich. Unsere Frage ist daher eine ganz offene: Wer von Euch kennt solche Situationen, wie würdet Ihr handeln? Wir denken daran, Paula und Lulu in gute Hände abzugeben mit der klaren Vorgabe, jeder Zeit nach dem Rechten schauen zu dürfen bzw. zu Besuch zu kommen. Wir würden weiterhin für ärztliche Behandlungen aufkommen und bewusst nach einem neuen zu Hause in unserer Nähe suchen. Dazu eine Schutzgebühr nehmen, die wir aber für eine soziale Einrichtung im Tierschutz spenden möchten.

    Sind wir kalte Herrchen und Frauchen, wenn wir so agieren oder denkt ihr das es angesichts der geschilderten Situation eine vernünftige (wenn auch schwere) Lösung ist? Oder habt Ihr Alternativen? Umzug kommt leider im Moment nicht in Frage, wir können uns nicht mal eben so ein riesen Haus mieten mit eigenem Garten - den haben wir jetzt hinter unserer Wohnung, dürfen ihn aber nicht nutzen, bedingt durch einen etwas "komischen" Mitbesitzer des von uns angemieteten Objektes.

    Wir sind dankbar für JEDE Meinunge, jeden Tipp, jeden Denkanstoss...