Beiträge von Maus1970

    Und das ist doch genau der springende Punkt. Solange man das im Blick hat ist Hundesport für mich keines Falls schädlich.
    Ein weiterer wichtiger und entscheidender Punkt ist für mich noch die Frage was dann mit Hunden passiert wenn sich der hoffnungsvolle Welpe doch ganz anders entwickelt wie erwartet oder ein Hund, wie in deinem Fall, eine folgenreiche Verletzung hat.
    So wie ich dich verstanden habe wirst du deinen Hund in Zukunft, in Bezug auf Hundesport, so führen wie es ihrem Gesundheitszustand und ihrer Leistungsfähigkeit entspricht und sie wird weiterhin bei dir ihr zu Hause haben und das bekommen was sie braucht und du wirst das unterlassen was halt eventuell nicht mehr gehen sollte. Das halte ich für eine absolut richtige, gute und sehr wichtige Einstellung. Denn genau da sehe ich die Gefahr wenn man sich einen Hund speziell für einen bestimmten Anlass auswählt. Sei es nun für den Hundesport oder aber auch zur Zucht oder anderen Dingen.

    LG

    Franziska mit Till

    Hallo ihr Lieben!

    Ich möchte euch einmal etwas schildern:
    Heute Nachmittag waren mein Mann und ich mit unserem Hund trailen. Wir haben uns zu Hause eine Strecke ausgeguckt und abgesprochen und sind dann mit dem Auto zum Startpunkt gefahren. Mein Mann ist losgegangen und hat sich versteckt. Die Strecke führte unten an einem Bahnsteig lang, dann die Treppe hoch, an der Straße zurück und am Schluß über die Straße und dann ein kleines Stück weiter in eine Straße hinein. Dort war das Versteck. Also durch einen Wall und die Straße getrennt fast Gegenüber dem Punkt wo der Bahnsteig begann. (Ich hoffe es ist zu verstehen was ich meine)e
    Als mein Mann sich versteckt hatte habe ich Till aus dem Auto geholt und dann fstgestellt, daß es doch wieder erwarten sehr windig war und der Wind ausgerechnet aus Richtung der Versteckperson zu uns her wehte.
    Till hatte zwar zu kämpfen aber er hat es mit voller Motivation und voll sichtbarer Freude eigenständig gelöst bekommen. Worauf ich, ehrlich gesagt, schon ein wenig stolz war.
    Als wir den Bahnsteig entlang gegangen sind zog Till immer noch oben und checkte den Weg dahin gehend ab. Klar der Wind kam ja von da. Ich habe ihn scannen lassen. Jedes Mal hat er sehr schnell alleine gemerkt, daß der Trail dort nicht weiter führt und sich selbst korrigiert und weiter voran gezogen. Er ist dann auch problemlos die Stelle gefunden an der es hoch ging.
    Als wir dann paralell zum Bahnsteig gegangen sind hat er immer wieder Mal den links abgescannt, weil der Wind ja den Geruch dort hinüber drückte. Auch da wieder das selbe Spiel. Sofortige selbständige Eigenkorrektur.
    Die Straße hat er ein wenig später überquert. Er hatte da wohl schon den frischen Geruch der Versteckperson in der Nase. Mein Mann hatte sich unweit der Abbiegung hinter einem LKW versteckt.
    Nun meine Frage:
    Wie kann man seinen Hund bei schwierigen Windverhältnissen am Besten unterstützen? Habe ich das soweit richtig gemacht?

    LG

    Franziska mit Till

    Zitat

    Das mit dem Runterfahren ist doch wie beim Skifahren :D : wer nicht bremsen kann, sollte es tunlichst lassen, allzu steil und schnell den Berg runter zu fahren.

    Mein Hund darf sich gerne austoben und auch austicken: solange ich weiss, wie er zu bremsen ist bzw. wie es in Bahnen zu lenken ist, ist das ja kein Problem. Aber meiner Erfahrung nach muss man das üben, damit der Hund lernt, umzuswitchen und beide ein besseres Gefühl für die Feinheiten kriegen - abgesehen davon, dass es auch auf den Hund ankommt, siehe Nightst..

    Dieses On-Off, also das Switchen zwischen Hochfahren und Impulskontrolle kann auch sehr viel Spass machen für Beide: z.B. beim Zergeln und Aus! Oder überhaupt bei der Aus-Übung, indem man nicht tauscht, sondern den Hund lehrt, den Fang zu öffnen, den Gegenstand aber im geöffneten Maul hält bis zum Signal Nimms!.

    Ich glaube halt, mit Hundesport - wobei ich da auch konzentriertes Nasenarbeiten dazu zähle - kann man genau diese Kommunikation oder Zusammenarbeit verbessern und das kommt auch dem Alltag zugute.

    Das ist für mich irgendwie noch wichtiger als das, dass es mein Hund direkt "braucht" und auch wichtiger als die Bewegung an sich, denn die ertobt er sich auch mit seinen Kumpels.

    Das ist für mich auch ein ganz wichtiger Punkt. Wenn ein Hund in seiner Erregung nur schwer oder eventuell sogar gar nicht mehr ansprechbar und zu lenken ist, ist das kein positiver Zustand mehr für einen Hund und der angebotene Reiz ist zu intensiv. Für mich gibt es in einer solchen Situation zwei Mögliche Konsequenzen:
    1. Ich setze den Hund diesen Reiz gar nicht mehr aus oder
    2. Ich arbeite mich langsam heran in dem ich zunächst beim Training die Reizintensivität und/oder die Zeitdauer soweit reduziere, daß mein Hund damit umgehen kann und dann beides schrittweise steigere.

    Der zweite Punkt ist eigentlich ein Grundsatz für die gesamte Ausbildung unseres Hundes. Sei es im Bereich des Grundgehorsams oder jetzt im Bereich des Hundesports (Mantrailing)
    Gerade für einen Jagdhund wie unserem Beagle ist ja die Impulskontrolle das A und O um ihn auch ohne Leine laufen lassen zu können. Nichts ist für ihn schwerer zu kontrolieren als der Reiz von flüchtendem Wild oder einer intensiven Wildspur. Aber er schafft es und das freudig und fröhlich. Da wir diese Reize nicht von ihm fern halten können war es uns von Anfang an wichtig, daß er lernt mit seinen Trieben jeglicher Art umzugehen.

    LG

    Franziska mit Till

    Für mich ist die Frage ob Hundesport nötig, überflüssig, schädlich oder nützlich ist wie eigenlich alles im Leben eine Frage des was, wie und wieviel.
    - Hundesport im Verein kann für Hund und Halter etwas unwährscheinlich Schönes und Bereicherndes sein.
    wenn der für das Team richtige Sport im für das Team richtige Maß ausgeübt wird.
    - Hundesport kann schädlich sein wenn zum Beispiel zu großer Ehrgeiz im Spiel ist oder das Maß oder die Sportart
    nicht passen.
    - Hundesport im Verein kann überflüssig sein wenn sie das Hund-Halterteam außerhalb eines Vereins für sich
    passend miteinander beschäftigen
    - Kein Hundesport im Verein kann schädlich sein wenn dem Halter ohne den Verein die Anregung fehlt sich
    passend mit seinem Hund zu beschäftigen...
    - ?
    ich denke denke da könnte man noch eine ganze Menge Punkte aufzählen die aufzeigen wie individuell man diese Frage betrachten sollte.

    Was die Vertäglichkeit mit anderen Hunden angeht wäre für mich nicht die Frage: "Muß sich ein Hund mit anderen Hunden vertragen?" Sondern eher: "Warum verhält sich der Hund so wie er es tut?" und, vor allem "Geht es ihm gut damit.?"

    LG

    Franziska mit Till

    Zitat

    Und wo besteht der Unterschied für den Hund?

    Mara wurde als reiner Familienhund "angeschafft". Durch die Welpen- und Junghundestunde im Verein kamen wir dann zum THS. Mara liebt es und ich auch. Und es ist - wenn man auf Vierkampf trainiert die perfekte Mischung aus Action (Laufdisziplinen) und ruhigem Gehorsam (Unterordnung).

    Müsste ich mir jetzt einen Hund zulegen, würde ich definitiv eine Rasse wählen, die vom Standard her auch für THS geeignet ist. Ergo würde ich mir einen Hund FÜR den Sport kaufen. Warum sollte es diesem Hund dann bei mir schlechter gehen als Mara jetzt?
    Wichtig ist nur eines meiner Meinung nach: Egal ob Sporthund oder Couchpotatoe: Man sollte immer das Wohl des Hundes im Auge behalten. Und ich - und das ist meine Meinung - kenne mehr Tutnixe, die gerne was tun würden, Herrchen meint aber "neee, keine Lust, der geht 3x am Tag Gassi", als überdrehte und überforderte Sporthunde, denn mit solchen Hunden macht Sport schlicht und ergreifend überhaupt keinen Spaß.

    Der Unterschied besteht für mich darin, daß ihr es mit Mara so genommen habt wie es kam. Ihr habt durch die Hundeschule THS kennen gelernt und für euch entdeckt. Du bist also ohne Erwartungen an die Sache heran gegangen. Folglich konnte Mara auch keine enttäuschen. Wäre Mara für THS vollkommen ungeeignet gewesen wärst du vermutlich auch nie auf die Idee gekommen es mal mit ihr ausprobieren und hättest auch nichts vermisst. In dem Moment in dem man sich einen Hund aussucht mit dem man eine bestimmte Sportart machen kann besteht immer die Gefahr, daß man den Hund irgendwo hineindrückt wo er nicht hinein passt, weil man selbst den Hundesport gerne betreiben möchte.

    LG

    Franziska mit Till

    Zitat

    Kalle wurde ganz gezielt für den Sport gekauft. Das finde ich auch in keinster Art und Weise schlimm. Wieso auch?

    Ich finde das im Prinzip auch nicht schlimm. Zu einem Problem wird es, in meinen Augen, nur dann wenn ein Hund die sportlichen Erwartungen seines Halters nicht erfüllt (es besteht ja immer die Gefahr, daß sich ein Hund anders entwickelt wie gedacht) und dann mit Macht in etwas hineingedrängt wird, was ihm nicht liegt und gut tut. (Ich meine damit jetzt nicht dich persönlich)

    Ansonsten kann ich mich nur denen anschließen die geschrieben haben, daß man das sehr individuell beurteilen und den Hund unbedingt immer im Blick haben muß. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß mein erster Hund auch ohne Hundesport glücklich und zufrieden war. Ich hatte nie das Gefühl, daß ihm da etwas fehlte. Für meinen jetzigen Hund und mich hingegen ist der Hundesport (Mantrailing und nur für uns Dummy/Apportiertraining) etwas wunderschönes. Es macht uns Beiden großen Spaß zusammen zu arbeiten und gemeinsam etwas zu erreichen...
    Wobei auch die Wahl des richtigen Hundesports sehr wichtig ist.

    LG

    Franziska mit Till

    Zitat

    Aber wir waren doch alle selbst mal welche :???: Und ich weiß, dass ich oftmals nicht sooo sett zu Insekten und Co. war... :hust:

    ...und das hat bei Kindern oftmals weniger mit quälen wollen zu tun als damit, daß die Insekten ihren Schmerz nicht so äußern können, wie Kinder es verstehen. Wenn ein Kind Beispielsweis einer Spinne ein Bein ausreißt fängt diese nicht vor Schmerz an zu schreien oder zu weinen wie ein Kind es erwarten würde; sondern bleibt total stumm. Die Kinder bekommen von dem Insekt keine unmittelbare Rückmeldung, daß sie ihm weh tun. Gerade kleine Kinder folgen dem Denken: "Was ich nicht sehe, ist auch nicht da" (die meisten kennen die Situation, daß sich ein 2 jähriges Kind die Hand vor Augen hält und glaubt es ist nicht mehr zu sehen, da es selbst seine Umwelt nicht mehr sieht) Kinder können sich einfach nicht vorstellen, daß sie dem Tier weh tun, weil es dabei weder weint noch schreit. Auch wenn wir Erwachsenen den Kindern das erklären bedarf es einer gewissen geistigen Reife bis ein Kind diese abstrakte Denkleistung vollbringen können.

    LG

    Franziska mit Till