Beiträge von Maus1970

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    Also erstmal ist mir ziemlich gleich, ob Du den Vergleich mit der Rakete blöd findest oder nicht!
    Und zu Deiner anderen Ausführung kann ich nur sagen, dass man nur etwas behaupten sollte, was man wirklich weiß: Denn eine aufsichtsfreie Zeit kann es für ein Kind nicht geben, dass würde im Umkehrschluss bedeuten, dass ein nicht geschäftsfähiges Kind, machen kann was es will und voll dafür haftet, siehe § 832 BGB!Und wenn der Hund jetzt durch den Tritt auf die Rute verletzt worden wäre, wäre dass dann auch ein normales Verhalten, dass zu einem Schadensereignis geführt hat...?
    Den auch hier ist ja die Kausalität zu beachten: Hätte das Kind dem Hund nicht auf die Rute getreten, hätte der Hund ja auch nicht geschnappt! Dennoch muss der TS natürlich nach 833 BGB für den Schaden aufkommen, das ist keine Frage!

    Polizeihundeführern wird im Einsatz grundsätzlich ein Radius von ca. 2 Metern um den Hund gewährt, in den keiner
    einzudringen hat! Und ich denke, dass bis jetzt einfach nur kein Privatmann einen Präzedenzfall erstritten hat, der gleiches bzw. ähnliches regelt! Denn dann würden sich viele Eltern überlegen, ob sie ihre Kinder einfach zu jedem Hund hinlaufen lassen werden!

    Und hier irrst du dich Eltern sind zwar verpflichtet ihre Kinder deren Alter- und Entwicklungsstand entsprechend zu beaufsichtigen, dürfen ihren Kindern aber auch eben deren Alter entsprechende Selbständigkeit zutrauen. Ab einem bestimmten Alter müssen sie ihr Kinder also nicht mehr permanent im Auge haben, weil die Kinder Alt genug sind in der entsprechenden Situation ohne Aufsicht klar zu kommen. Ob Eltern in einem konkreten Fall hätten beaufsichtigen müssen oder nicht entscheidet dann im Zweifelsfall ein Gericht.
    Wenn Kinder unbeaufsichtigt einen Schaden verursachen sind sie ab einem Alter von 7 selbst dafür Haftpflichtig sofern ein Kind dieses Alters die Folgen seines Handelns hätte voraus- und einsehen können.
    Wenn die Eltern keine Haftpflicht für ihre Kinder haben bekommen die einen Schuldtitel der 30 Jahre gültig ist und müssen dann zahlen sobald sie eigenes Geld haben.
    Eltern müssen die Schäden ihrer Kinder nur dann regulieren wenn sie ihr Kind nicht hinreichend beaufsichtigt haben. Sie ihrem Kind also mehr Freiheiten zugestanden haben als für dessen Altes- und Entwicklungsstand angemessen wäre.

    LG

    Franziska mit Till

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    Ich würde den Hund dann entweder am Halsband fassen und wieder zurückbringen oder das Kommando "Stop" geben, wenn er das kennt.

    Ich glaube, daß man den Hund auf diese Weise sehr verunsichern und verwirren würde, weil er eine Korrektur erfährt obwohl er, aus seiner Sicht, nichts falsch macht. Er hat ja schlicht weg noch nicht verstanden, daß "Sitz" nicht bedeutet sich neben den Halter zu setzen, sondern sich sofort zu setzen und ist nicht ungehorsam. Bei sensiblen Hunden oder welchen mit sehr großem "Will to please" kann es passieren, daß sie sich dann auch beim normalen Sitz sehr unsicher werden und das Kommando nicht mehr ausführen möchte. Außerdem glaube ich nicht, daß der Hund auf diese Weise den Zusammenhang zwischen der Korrektur und dem was er tun soll verstehen kann.

    LG

    Franziska mit Till

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    Ja sorry, der ist auch ein wenig weit hergeholt. Deine Aussage brachte ich in Verbindung mit solchen und ähnlichen Beiträgen, in welchen eine unerwartete Reaktion eines Hundes kommentiert wird:


    Ich bin da anderer Meinung, wenn es sich um einen einzelnen Vorfall handelt. Meines Erachtens kann sowas passieren und wäre dementsprechend "normal". Zumal ein Abschnappen noch immer zur Warnung gehört.

    Ja, das stimmt schon.
    Ich bin auch nicht der Meinung, daß so ein Verhalten zwangsläufig nicht normal ist oder irgendetwas mit dem Hund "nicht stimmt". Hunde sind da nun einmal genau so unterschiedlich wie Menschen. Allerdings wäre das Abschnappen etwas dem ich als Halterin auf den Grund gehen wollen würde. Einfach um sicher zu gehen, daß ich nichts übersehen oder falsch eingeschätzt habe und sich mein anscheinend so entspannter Hund eventuell unter vielen Leuten im Park doch nicht so wohl fühlt wie ich immer dachte. Das sind ja Dinge die für mich wichtig für den weiteren Umgang mit meinem Hund wären.

    LG

    Franziska mit Till

    Du kannst zunächst mit einer Barriere arbeiten um zu verhindern, daß der Hund zu dir gelaufen kommt.
    Am Besten geht das anfangs drinnen.
    Suche dir in deinem Haus irgend einen Platz den du mir irgendetwas zu absperren kannst, daß der Hund nur einen schmalen Durchgang hat durch den er gerade durch passt. (Vielleicht kannst du die Couch ein wenig verschieben, so daß Hund dahinter passt, oder ähnliches.) Nun wirfst du dem Hund ein Leckerli dahinter, du selbst bleibst auf der anderen Seite aber noch direkt an der Barriere auf Höhe des Leckerli/Hundes. Lass ihn das Leckerli fressen. Dann sagst du "Platz". Dadurch, daß der Hund nicht sofort zu dir kann und der direkte Weg versperrt ist legen die meisten Hund sich dann an Ort und Stelle hin. Das wird natürlich sofort stark belohnt. :D
    Mache das ein paar Mal. Dann kannst du die Distanz zwischen dir und Barriere immer erhöhen. Wichtig ist, daß du das Leckerli immer möglichst weit weg vom Durchgang wirfst und du selbst direkt gegenüber des Hundes um die Tendenz zu dir zu gehen durch deine Position und durch die Barriere zu unterbinden. Wenn du das ein paar Mal gemacht hast wird Hund lernen, daß mit "Platz" nicht gemeint ist: "Gehe zum Halter und mache dort Patz" Sondern: "Mache dort Platz wo du gerade bist."
    Ich hoffe es ist zu verstehen was ich meinte.

    LG

    Franziska mit Till

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    Mich bzw. meinen Hund hat gestern schier ein Fahrrad über den Haufen gefahren (auf dem FUßGÄNGERWEG und ohne zu klingeln) als er sich zwischen meinem Hund und einer Laterne durchquetschen musste, und das auch noch in einem Affenzahn. Mein Hund vor lauter Schreck nach dem Fahrrad geschnappt, es ist nichts passiert weil ich schnell reagiert habe und der Hund noch ein Halti trug. Wäre ich in dem Fall auch alleine Schuld gewesen wenn der Typ ein Loch in der Hose oder sogar eine Schramme am Bein gehabt hätte? :???:
    Viele HHs nehmen ja schon wirklich Rücksicht und da schließe ich mich explizit mit ein. Aber bei manchen Leuten habe ich das Gefühl dass sie total hirnlos durch die Weltgeschichte traben und falls es einen Unfall mit einem meiner Hunde geben sollte, haben die Leute echt noch Glück gehabt, hätte auch ein Auto sein können. Nur ist man selber dann der dumme.

    Und auch ein 7 jähriges Kind hat Augen im Kopf und ein Gehirn zum verarbeiten von visuellen Informationen. Und selbst einem Kind muss klar sein dass man schaut wo man hinläuft und keinem Hund irgendwo drauf tritt. Es war ja nun keine volle Bahn sondern ein Park in dem es genug Platz gegeben hat.

    Nur weil ich Hunde habe lasse ich mich nicht immer als die böse hinstellen. Ich nehme weissgott extrem viel Rücksicht und meistens sagen Radfahrer kein Wort des Dankes. Ich bin inzwischen so frustriert dass ich jedem Radfahrer dem ich ausgewichen bin, die Hunde absitzen lies und mich so weit es geht an die Seite gequetscht habe und der nicht mal ein Danke rausbekommt ein "gern geschehen" hinterherschnauze.

    Kommt darauf an. Wenn das Fahrradfahren auf dem Fußweg dort verboten gewesen ist, würde der Fahrradfahrer zumindest eine nicht unerhebliche Mitschuld bekommen., da er gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen hat. Aber schuldfrei würdest auch du nicht ausgehen. Die Frage ist allerdings ob der Fahrradfahrer dich in einem solchen Fall überhaupt Anzeigen würde, da er ja selbst mit Konsequenzen zu rechnen hat...

    LG

    Franziska mit Till

    Linchen7 Ich sehe das im Grunde genau so wie du. Wir Hundehalter sind in der Pflicht unsere Hunde zu sichern und, genau so wie du, bin ich der Meinung, daß man nicht alles vorhersehen und verhindern kann. Das ist halt leider das berühmte Restrisiko. (Ähnlich ist es ja wenn ein 5 jähriges Kind mit seiner Mutter zusammen mit dem Fahrrad unterwegs ist, gegen mein Auto fährt und mit dem Lenker eine Delle in mein Auto haut. Da bezahle ich den Schaden als Autohalterin dann auch komplett alleine. Das Kind ist noch nicht Haftpflichtig also zahlt keine Haftpflichtversicherung, die Mutter war dabei somit war das Kind beaufsichtigt ergo keine Aufsichtspflichtverletzung sondern ein Unfall der jeden passieren kann. Heißt Restrisiko für mich als Autobesitzerin)
    Wenn Kinder meinen Hund traktieren wollen, ist meine Pflicht als Halter meinen Hund davor zu schützen. Da hilft es nichts auf die Kinder zu schimpfen oder gar zu sagen: "Dann lasse ich meinen Hund sich mal wehren. Dann hören die schon auf" Sondern nur, den Hund aus der Situation zu holen. Anschließend gäbe es eine Megastandpauke für die Kinder. Sollte das alles nichts helfen und die Kinder ihr Verhalten nicht ändern würde ich gegeben Falls die Vorgänge protokollieren und die Familie beim Jugendamt melden und bei der Polizei anzeigen.
    Auch wenn das zunächst keine großartigen Folgen haben sollte, da die Kinder noch Strafunmündig sind dürfte in vielen Fällen alleine der Ärger mit Polizei und Ordnungsamt ausreichen um dafür zu sorgen, daß die Eltern ihren Kindern dann doch einmal erklären, daß sie damit aufzuhören haben...

    Ich persönlich halte es nicht unbedingt für normal, daß ein Hund dem man einmal versehentlich auf den Schwanz tritt gleich nach vorne geht und abschnappt. Jemand schrieb hier bereits, ich weiß leider nicht mehr wer, daß er ja auch nicht gleich zuschlagen würde, wenn ihn jemand versehentlich auf die Füße tritt. Das sehe ich auch so. Ich empfinde das schon als eine ziemlich niedrige Reizschwelle bei einem Hund. Zumal der ja nicht gerade im Tiefschlaf gelegen haben dürfte im Park. Von daher fände ich eine Wesensüberprüfung und Einschätzung des Aggressionspotential von professioneller Seite schon sehr wichtig. Als Halterin der Dogge würde ich das, egal was von offizieller Seite kommt, aus eigenem Antrieb in die Wege leiten.
    So gesehen wäre ich mir, aus diesem Grunde, nicht einmal sicher ob ich als Mutter des Kindes nicht auch Anzeige erstattet hätte. Denn in aller Regel kenne ich die Halter ja nicht so gut, daß ich einschätzen kann ob die von sich aus die richtigen Schritte in die Wege leiten und die notwendigen Konsequenzen ziehen. Letztendlich möchte ich als Mutter ja auch nicht, daß einem anderen Kind später schlimmeres passiert, weil ich nichts gesagt habe und deshalb nichts passiert ist.
    Natürlich hätte ich meinem Kind noch einmal ganz deutlich klar gemacht, daß es in Zukunft beim Rennen und Toben besser aufpassen muß wo es hinläuft damit es niemandem weh tut. Egal ob Hund oder Mensch oder sonst wem.

    LG

    Franziska mit Till

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    Zum Thema Reizangel:
    ich denke es ging hier "ganz einfach" um Beziehungsarbeit. Ganz ohne jedweigen anderen Bezug...
    Ich finde es sehr nachvollziehbar über Stärkung der Beziehung zwischen HH und Hund die Ansprechbarkeit des Hundes in angespannten/spannungsgeladenen Situationen zu fördern.

    Und mal so ganz allgmein: Ist es nicht so, dass diese Sendung(en) auch dazu dienen, sich das rauszunehmen, was einem helfen und vor allem auch entsprechen kann?
    Ich glaube es ist wichtig, einen authentischen Weg zu finden! Ich kann besser leise und mit Unterstützung von Handzeichen arbeiten. Laute Signale sind nicht meine Stärke. Ob das gut oder schlecht ist finde ich sei erstmal dahin gestellt. Wichtig finde ich, dass das, was ich dem Hund vermitteln will, glaubwürdig ist.
    Und so sind eben die Wege unterschiedlich.
    Ist jetzt auch Off- Topic.

    Ich finde Martin Rütters Ansätze meistens sehr gut. Aber eben auch nicht alles. Und das ist doch auch normal oder? Es gibt so viele Ansätze und ich finde es gerade gut, sich aus dieser Vielfalt das suchen zu können, was dem eigenen Charakter und dem des eigenen Hundes/ der eigenen Hunde entsprechen kann.

    Das sehe ich genau so! :gut:

    LG

    Franziska mit Till

    Ich denke in diesem Fall kann man niemanden einen Vorwurf machen und es gibt, in meinen Augen, keinen Schuldigen. Es halt leider einfach total blöd gelaufen. Das Kind wollte nur toben und ist dem Hund versehentlich auf den Schwanz getreten. Der Halter hatte seinen, bis dahin, so wie ich es verstanden haben, absolut unauffälligem Hund, wirklich gut gesichert. Der Hund hat sich vermutlich nur sehr erschrocken, weil er gedöst bzw. geschlafen hatte. Was geblieben ist, ist das berühmte Restrisiko. Klar muß der Halter für den Schaden aufkommen und hätte er aufmerksamer sein können/müssen. Aber von Schuld kann man hier, meiner Meinung nach, nicht sprechen.
    Allerdings würde ich als Halter meinen Hund nach so einem Vorfall trotzdem auf jeden Fall einem kompetenten Trainer/in anschauen lassen. Denn, und das klang ja hier auch schon häufiger an, nicht jeder Hund geht in einer solchen Situation "nach vorne" und schnappt ab. ( Ich habe zwar erst den Zweiten, aber mein Erster hat es nicht getan und auch bei Till wäre ich mir sehr sehr sicher, daß er es ebenfalls nicht tun würde. )
    Von daher wäre es mir als Halterin wichtig, nach einem solchen Vorfall, zu wissen ob ich meinen Hund da richtig einschätze, oder er doch über einen höheres Aggressionspotential verfügt als ich denke; um dann in Zukunft richtig handeln zu können.

    LG

    Franziska mit Till

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    Danke schön für alle Eure Beiträge :gut:
    Wir haben einen kleinen Garten, grenzen aber direkt an Feld- und Waldwege. Mein Mann hat im Sinn, die jüngere zum Jogging und Agility zu nehmen, dann kann ich dann währenddessen mit der alten gemütlich spazieren gehen.
    Pipipfützen und solche Sachen stressen mich nicht. Darauf sind wir vorbereitet.
    Hab vorhin nochmals mit der Frau von der Organisation telefoniert, sie hat mir versichert, falls es ernsthaften Streit geben soll, ich die Ältere bei ihr abgeben kann. Ich hoffe jetzt einfach ganz fest, dass dieser worst case NICHT eintritt. Hab mich doch in beide Mäuse verliebt :D

    Ich denke der Entscheidende Faktor wird er Zeitfaktor sein, da die Beiden Hunde vermutlich doch sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben werden. Aber da ihr zu zweit seid und ihr offensichtlich beide Lust habt euch mit den Hunden zu beschäftigen sind das doch schon mal ganz gute Voraussetzungen. Zudem lassen sich zu Zweit sicherlich auch "Baustellen" leichter in den Griff bekommen. Außerdem habt ihr so auch die Option, daß sich jeder Hund zu einem anderen von Euch als Hauptbezugsperson hin orientiert; falls die Hunde eine Bezugsperson als wichtige Ressource sehen und nicht teilen wollen.

    LG

    Franziska mit Till