Beiträge von Janosch2011

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    Eine Bitte habe ich an Euch, schickt den Hund nicht weg, er kann ja nichts dafür.


    Ähm, wie beschrieben ist es im Bekanntenkreis passiert. Es betrifft nicht mich, sondern die Cousine einer Freundin ;)

    Ich wollte damit nur zeigen, dass selbst ein guter Ansatz in die Hose gehen kann. Die Frage ist halt nur, wie weit kann man von einem Ersthundekäufer verlangen wirklich ALLES über die Hundeanschaffung zu wissen. Sie hat ja schon viel richtig gemacht - nicht vorrangig nach dem Preis den Hund ausgewählt, nach der RZV-Zugehörigkeit geschaut, Mutterhündin gesehen. Aber dennoch kann man Fehler machen, Gegebenheiten übersehen oder schlicht und einfach übers Ohr gehauen werden.

    Probleme hat sie übrigens (noch) keine mit dem Kleinen. Geimpft war er zum Glück. Verwurmt war er auch nicht. Darauf haben die Vermehrer schon Wert gelegt. Wahrscheinlich wäre das Geschäft sonst schon eher aufgefallen, wenn die ersten Welpen an Parvo sterben :verzweifelt:
    Nur eben, dass Sie einen Rassehund aus seriöser Zucht kaufen wollte und eigentlich unwissentlich Tierleid unterstützt hat (genau das was sie mit ersterem ja nicht wollte).

    Wer weiß schon auch, wieviele "Züchter" der Vermehrer bundesweit als Abnehmer hatte. Die Sache ist noch frisch, da wird sich sicherlich noch einiges ergeben.

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    Welche Privatleute kaufen einen illegalen Welpen für 1000 Euro?
    Ich bin beeindruckt.


    Grade aktuell im Bekanntenkreis geschehen: Die Käufer hatten sich soweit vorab über Hundehandel und Co. informiert, dass sie sich bewusst für einen DRC-Labbi entschieden haben. "Züchter" hatte ne tolle Homepage. Fotos von vielen Hunden und angeblichen Vorfahren + Nachkommen. Alles war sauber und aufgeräumt. (Vermutliche) Mutterhündin war vor Ort.

    Gekauft wurde für knapp über 1.000 € inkl. Ahnentafel etc. Problem war nur - der "Züchter" war gar nicht im DRC sondern hat die Ahnentafeln (inkl. Ahnen natürlich) eiskalt gefälscht. Die Käufer sind im Nachgang skeptisch geworden, als sie gemerkt haben, dass der "Züchter" beinah wöchentlich einen neuen Wurf im Internet stehen hatte.

    Ergebnis: Die Hunde kommen aus einer Massenzucht im Ostblock. Der "Züchter" hat sein Haus und Grundstück schön zur Verfügung gestellt so wurde ein guter Eindruck gemacht. Verkauft wurden so in den letzten Wochen wohl um die 30-40 Welpen. Gelohnt hat es sich allemal :verzweifelt:

    Was kann man den Käufern vorwerfen?
    Dass sie nicht im VDH-Verzeichnis oder beim DRC nachgeschaut haben?
    Klar, bloß die haben DRC und VDH gelesen und sich sicher gefühlt. Also Augen auf beim Hundekauf.
    Dass sie sich nicht gewundert haben, dass der Welpe sofort abgabebereit war?
    Sicherlich, allerdings ist auch das bei ordentlichen Züchtern ja nicht völlig ausgeschlossen.
    Dass sie nicht wussten, wer welche Unterschrift auf die Ahnentafel setzen muss, wie eine Ahnentafel tatsächlich auszusehen hat und wie die Stempel aussehen?
    Mal ehrlich, ich behaupte, dass wird selbst hier im Forum jeder Zweite nicht wissen.

    Anzeige wurde zwischenzeitlich erstattet. Welche Konsequenzen der "Züchter" zu erwarten hat - bis vielleicht auf die Urkundenfälschung - sei mal dahingestellt.

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    Was mich an dieser Pauschalisierung besonders ärgert ist die Tatsache, dass mit dieser Begründung massenweise Hunde aus den südlichen Ländern, die zum großen Teil Jagderfahrung haben, an Nichtjäger vermittelt werden, die dann ihrerseits zumindest teilweise vom Jagdtrieb völlig überrascht bzw. überfordert sind und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.

    Hierzulande wird gefordert, dass Vollblutjäger nur in Jägerhände abgegeben werden sollen, und dann möchte ein Jäger einen Tierschutzhund haben, der höchstwahrscheinlich ein solcher Vollblutjäger ist, und wird abgeleht, NUR weil er Jäger ist? Finde ich nicht okay.


    Dem stimme ich voll und ganz zu :gut:

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    Da würde meine wahrscheinlich auch abhauen um sich was zu fressen zu besorgen :D

    Ist das nicht etwas zu wenig für einen ausgewachsenen Labbi :???:

    Meine frisst je nach Appetit zwischen 800 gr. + 1000 gr. , wiegt 25 kg. und hat trotzdem ca. 1,5 kg. unter ihrem Ideal Gewicht.


    Naja, es kommt aufs Futter an. Würde Janosch nur Trockenfutter bekommen (derzeit Josera) dann wäre die Fütterungsempfehlung für einen normal aktiven 40 kg Hund 320 gr am Tag, entspricht also auch 2x160 gr. Würde ich ihm 1 kg davon geben, hätte ich hier wohl einen 80 kg Hund sitzen ;)

    Bei Nassfutter siehts dann schon wieder anders aus. Beim Lukullus, was wir derzeit haben, sagt die Fütterungsempfehlung 1.600 gr - was ich für meinen Hund als zuviel empfinde.

    Und beim Frischfüttern gibts bei uns eh immer viel Gemüse dazu, so dass wir da auch locker auf 1-1,5 kg am Tag kommen.

    @ TS: Labbis sind sehr verfressene Hunde. Wenn Ihr nur Trockenfutter füttern wollt (was ich persönlich nicht empfehlen würde), dann streckt das Futter doch wenigstens z.B. mit gekochtem Gemüse. Da hat zwar nicht den riesen Sättigungsgrad, ist aber zumindest ein Magenfüller.

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    Ein Hund erzieht sich nicht von alleine, auf Wunder braucht man nicht zu warten, das wird leider nichts.


    :gut:

    Warum sollte er dann von allein anfangen zu hören? Welchen Grund sollte er dafür haben? Versucht Euch doch mal in Euren Hund hinein zu denken. Er wird vor die Türe gelassen und dort wartet die große Freiheit auf ihn. Die Menschen beschäftigen sich eh nicht mit ihm, also geht er stiften. In der Nachbarschaft gibts lecker Katzenfutter - warum also schnell pullern und zurück zu Frauchen??? Was hätte er davon?

    Wurde ja eigentlich alles schon gesagt: Ihr habt ihn nicht erzogen, sondern bestochen. Er gehört konsequent an die Schleppleine bis Erfolge vorhanden sind. In Eurem Fall denke ich auch, dass Ihr Euch mal einen Trainer ins Haus holen solltet.

    Den Hund deswegen abzugeben, finde ich äußert fragwürdig. Mit Erziehung ist das alles in den Griff zu bekommen. Sicherlich, es ist jetzt schwieriger, weil der Hund sich seit 4 Jahren ständig selbst belohnt. Aber das habt Ihr selbst verschuldet, nicht der Hund. Wegen dem eigenen Fehlverhalten den Hund als Stressfaktor anzusehen :schweig:

    Er muss jetzt von Euch lernen, dass es sich absolut lohnt, bei Euch zu bleiben. Dazu gehört eben nicht im Türrahmen stehen zu bleiben bis der Hund sein Geschäft macht, sondern aktiv mitzugehen und z.B. ein kleines Spiel einzubauen.

    Ich würde auch erstmal konsequent aus der Hand füttern. Und wie gesagt, auch im eigenen Garten nicht von der Leine lassen.

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    Wie machen das nur andere?


    Janosch ging im ersten Jahr, wo er noch nicht zuverlässig stressfrei allein bleiben konnte in eine Hundetagesstätte. Bei uns sind das zum Glück nur durchschnittlich 3-4 Tage im Monat. Heute macht es ihm nichts mehr aus und er bleibt bis zu 8 Stunden stressfrei allein - braucht dann aber auch entsprechende Auslastung. Wie gesagt, es sind nur wenige Tage im Monat und ich finde das okay. Täglich 5 Stunden wären für mich absolut vertretbar, 6 Stunden die Grenze. Aber das ist meine persönliche Meinung und auch sehr auf meinen Hund gemünzt, der selbst wenn wir den ganzen Tag da sind, ohnehin bis mittags um 2 schläft ;)

    Hundetagesstätte jeden Tag sollte man natürlich auch finanziell mit einplanen. Wir haben 15 EUR am Tag gezahlt. Macht bei täglicher Inanspruchnahme mal eben mehr als 300 EUR.

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    Und 800€ sind für einen 4-jährigen Hund ohne Papiere zu viel? So viel würde ich nichtmal für einen mit Papieren zahlen.


    Warum nicht? Wenn ich einen gesunden, gut sozialisiert und erzogenen erwachsenen Rassehund dafür bekomme?

    Die Verkäufer werden sich ins Fäustchen lachen. War ja auch die perfekte Rassewahl - im Moment kann man für eine französische Bulldogge scheinbar jeden Preis nehmen.

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    Ich hoffe dann nur, dass deine Freundin und und ihr Freund mehr Ahnung haben
    von der HundeHALTUNG als vom HundeKAUF....


    Dem stimme ich zu :gut:

    Auch wenn es persönlich nicht meine Haltungsbedingungen wären, finde ich es jetzt nicht absolut mega-unpassend zu sagen, nachts im Zwinger, tagsüber dabei. Der durchschnittliche Wohnungshund ist schließlich auch den halben Tag allein in der Wohnung. Und auf einer Landwirtschaft sind die Menschen von früh sehr zeitig bis abends sehr spät draußen unterwegs, d.h. der Hund wäre wohl nur zum Nachtschlaf im Zwinger.

    Aber Ihr müsst bedenken, ein Welpe kann nicht gleich eine ganze Nacht allein im Zwinger verbringen. Entweder Ihr schlaft bei ihm bis er sich eingewöhnt habt oder nehmt ihn mit rein. Das kann schon einige Wochen oder auch Monate dauern. Oder Ihr schaut gleich nach einem erwachsenen Hund. Aber auch der wird nicht von heute auf morgen stressfrei im Zwinger schlafen.

    Vielleicht habt Ihr die Möglichkeit den Hund zumindest im Flur schlafen zu lassen? Oder ihm im Stall eine schöne Ecke zu schaffen? Ansonsten sollte auf jeden Fall ein vernünftiger Zwinger mit gut isolierter Hundehütte her. Einem Berner z.B. machen auch Temperaturen von unter 0 Grad nichts aus, wenn er eine zugfreie Rückzugsecke hat.

    Ob ich den Berner empfehlen kann? Wohlfühlen würde er sich bei Euch sicherlich auf jeden Fall. Ich sehe drei Probleme:
    - Geringe Lebenserwartung von nur ca. 7-8 Jahren - über die muss man sich einfach im Klaren sein und bei der Züchterauswahl ganz gezielt nach Züchtern schauen, die auf das Merkmal "Lebenserwartung" viel Wert legen
    - Aufgrund der Größe und der leider rassebedingten Gelenkprobleme nur bedingt als Wanderhund zu empfehlen; es gibt Hunde die problemlos den ganzen Tag mitlaufen können, aber leider auch viele Rassevertreter die schon mit 2-3 Jahren Goldimplantate oder Hüftgelenk-OPs brauchen, weil sie nicht mehr schmerzfrei laufen können - auch hierbei ist die Züchterwahl ein ganz großes Thema
    - Misstrauen. Ich kenne beim Berner eigentlich nur zwei Extreme. Die extrem verschmusten die zu jedem Fremden hingehen und Kuscheleinheiten einfordern und die Misstrauischen, die Fremde am liebsten verbellen und sich gar nicht anfassen lassen wollen. Das ist wohl aber bei allen "Hofhundrassen" ein Problem. Da Ihr auch Gäste habt, solltet Ihr darauf achten, dass der Züchter extrem Wert auf die Sozialisierung legt und ein Welpe von klein auf lernt, alle Menschen sind toll und auch darauf, dass Ihr das Wachverhalten des Hundes von klein auf in richtige Bahnen lenkt. Sonst habt Ihr schnell einen Hund, der Euch die Gäste vom Hof verbellt.

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    Ist es nicht skandalös genug, dass in einem soooo reichen Land Menschen auf der Straße leben müssen? Ganz ehrlich, an deren Hunde denke ich dabei echt zuletzt!


    In einem Land mit einem so eng gestrickten Sozialsystem muss eigentlich keiner auf der Straße leben. Aber, und das ist das Problem einiger (wohlgemerkt - ich sage nicht aller) Obdachloser, man muss sich auch an gewissen Regeln halte. Zum Amt gehen, Wohnung beantragen, Unterstützung beantragen, vielleicht noch bewerben...usw.
    Egal wie reich ein Land ist und wie gut die Sozialsysteme sind, es wird immer Obdachlose geben. Insofern finde ich das nun nicht direkt skandalös.

    Zum Thema - ich denke, dass manche Hunde es prinzipiell gut haben (sieht man mal von vielleicht mangelhafter Ernährung und geringer medizinischer Versorgung ab). Aber die Hunde sind täglich in enger Verbindung zu ihrem Sozialpartner, haben Zuspruch und viele Kontakte.

    Dass alle Obdachlose ihre Hunde gut behandeln, ist aber leider ein Gerücht. Für manche ist der Hund auch nur Mittel zum Zweck - zum Schutz, zum Betteln, zum Nichtalleinsein. Zumindest habe ich bisher mehr Obdachlose nach ihren Hunden treten sehen, als andere Halter.