Beiträge von cardoro

    Wir lesen immer noch aufmerksam mit :-)

    Sammy1612: Das Körbchen (mit zwei Decken und einem kleinen Kissen) nimmt sie als Ruhe- und Schlafplatz gut an. Auch deinen Ratschlag mit "neutralem Boden" werden wir annehmen, das Wetter verspricht ja im nächsten Monat eher besser zu werden, so dass das nicht schwierig sein dürfte.

    Was wir nun auch beherzigen ist, nicht zu viel Aufmerksamkeit nur auf den Hund zu richten. Es stimmt schon: Er soll sich hier ja an das normale Leben gewöhnen und nicht zur kleinen Prinzessin werden.

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, wir werden die Ratschläge beherzigen :)

    Zu deiner Frage:
    Die Angehörige 1 wohnt mit im Haus (örtliche Nähe) aber nicht im selben Haushalt. Sie ist schon öfter hier in Erscheinung getreten, aber nur kurz. Die Angehörige 2 nicht, sie war nur zu Besuch. Das macht für Lissy aber wahrscheinlich keinen Unterschied, sie hat sicherlich beide als fremden Besuch empfunden...

    Wir sind natürlich für weitere Vorschläge und Rückmeldungen offen, jede Perspektive erweitert unsere Sicht und gibt uns Sicherheit im Umgang.

    PS: Sicherlich heisst "kein Besuch" auch "kein Besuch durch den anderen Hund"? Wir haben in vier Wochen die unausweichliche Situation, den anderen Hund für eine Woche aufnehmen zu müssen. Gibt's da gute Tipps, wie wir uns dann verhalten sollen? Sollten wir Begegnungen dann vermeiden?

    Hallo, liebe Hundeforumler.

    Vor vier Tagen sind wir in den Besitz einer dreijährigen Chihuahua-Mischlingshündin gekommen. Wir sind nicht hundeunerfahren, hatten aber bis dato keinen eigenen Hund. Wir haben bislang vier Tage die Woche auf einen Mischlingshund aufgpasst, der ein traumhaft gutes, ausgeglichenes und liebes Wesen hat.

    Die Anschaffung eines eigenen Hundes war mehr oder weniger geplant, jedoch überstürzten sich die Ereignisse in der Familie, so dass uns die Entscheidung, um was für einen Hund es sich letzlich handeln sollte, abgenommen wurde. "Lissy" (so heisst unsere Hundedame) war eigentlich für jemand anders bestimmt, der sich jedoch als völlig ungeeigneter Hundehalter herausstellte.

    Lissy wurde aus furchtbaren Verhältnissen übernommen: Bislang hat sie auf einem heruntergekommenen, alten, in ein Wohnhaus umfunktionierten, Bauernhof die letzte Geige gespielt. Sie wohnte dort mit der mehrköpfigen Familie (einige kleine Kinder waren auch dabei) und neben total heruntergekommenen Vögeln und anderen Nage- und Kleintieren. Sie hatte keinerlei "eigenen Besitz" außer ihrer Leine und ihrem Halsband, somit wurden uns weder Körbchen noch Decke noch sonst irgendetwas überreicht. Leine und Halsband entpuppten bei naher Betrachtung ihren Zustand: Sie waren so dreckig, dass wir sie am ersten Mülleimer auf der Heimfahrt entsorgten.

    Lissy wohnt nun seit vier Tagen bei uns und wir haben uns größte Mühe gegeben, ihr ihr Leben bei uns so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir haben ihr sofort eine Decke, ein Körbchen und etwas Spielzeug sowie ein Halsband, ein Geschirr und eine Leine gekauft. Zwei Näpfchen, ein paar Leckerlis und Trockenfutter standen auch direkt nach ihrer Ankunft bereit.

    Bis heute hatten wir mit Lissy überhaupt gar keine Probleme. Sie war zwar etwas ängstlich, was aber angesichts ihrer bisherigen Wohn- und Lebenssituation auch nachvollziehbar erscheint. Ansonsten war Lissy lieb, nach einiger Beschäftigung auch zutraulich und, zu unserer Überraschung, überwiegend sehr still. Wir hatten eigentlich bei der Größe einen kleinen "Kläffer" erwartet.

    Doch heute, am vierten Tag, begann Lissy plötzlich, ein neues Verhalten zu zeigen. Als eine Familienangehörige (bei der sie schon einen Nachmittag in Ruhe und Frieden und ohne Probleme verbracht hatte) den Raum betrat begann sie plötzlich zu knurren. Als sie sich dem Sofa (auf das Lissy durfte und an das sie sich gewöhnt hatte) näherte, intensivierte Lissy ihr Knurren und schappte plötzlich nach ihr.

    Wir erklärten uns ihr Verhalten zunächst als Abwehr einer Bedrohung, nämlich der Annäherung unserer Familienangehörigen an das Sofa, das Lissy als ihr "Territorium" zu betrachten schien.

    Wenig später spielte sich jedoch ein ähnliches Szenario noch einmal mit einer anderen Familienangehörigen ab: Diese setzte sich auf das Sofa, während Lissy von uns festgehalten wurde. Als wir uns dann selbst mit Lissy auch aufs Sofa setzten, biss Lissy ohne Vorwarnung zu, obwohl keine augenscheinliche Bedrohung bestand: Unsere Familienangehörige verhielt sich völlig ruhig und sass sogar leicht abgewendet und mit jemand anderem ins Gespräch vertieft zu Lissy.

    Auch nach einem anderen Familienmitglied schappte Lissy noch wenig später.

    Nach langer Vorgeschichte nun unsere Fragen:
    - Wie geht man mit diesem Verhalten um?
    - Wie können wir eingrenzen, wessen Fehler und welche Faktoren Lissy zum genannten Verhalten bringen?
    - Wie können wir Lissy dazu bringen, nicht mehr zu beissen? Oder besser formuliert: was können wir ändern, damit Lissy nicht mehr beisst?

    Wir haben damit begonnen, sie sehr konsequent nicht mehr aufs Sofa zu lassen und ihrem Knurren oder Beissen SOFORT eine gezielte negative Reaktion folgen zu lassen (kurzes, lautes Schimpfen) in der Hoffnung, sie verknüft diese Reaktion mit ihrem Verhalten.

    Zusätzlich beschäftigt uns noch der Hund, der uns bislang vier Tage die Woche besuchte. Er kann zur Zeit natürlich gar nicht mehr zu uns kommen, was uns auch sehr am Herzen nagt. Lissy hat, trotz der nur leicht geringeren Größe, Angst vor ihm und wir befürchten, sie könnte auch nach ihm schnappen oder ihn sogar beissen.


    Viele Grüße und vielen Dank für eure Antworten.