Beiträge von Kezarim

    ich denke Leute die sich die Mühe machen Hinweise und Ratschläge zu geben, verdienen auch über den Fortschritt auf dem Laufenden gehalten zu werden.

    Wir haben uns gestern mal zu dritt hingesetzt und intensiv darauf geachtet, wann er anfängt zu knapsen, in welchen Situationen und wie die sich dann entwickeln. Wir haben uns mal Gedanken darüber gemacht, warum er dieses Verhalten zeigt und mit welchem Zweck. Vielleicht finden wir ja so noch das ein oder andere heraus, das weiterhilft.

    Parallel haben wir all die guten Tipps beherzigt, und versucht umzusetzen. Natürlich ist es noch viel zu früh, als das man von Erfolg sprechen könnte. Aber er war gestern abend und heute morgen gefühlt schon etwas ruhiger und entspannter. Routine und Gewöhnung scheinen zu helfen. Er hat gestern abend auch Momo, den großen weißen Schäferhund wiedergetroffen, und die beiden haben sich ganz gut verstanden. Ich wollte erst außen rum gehen, aber da Timmy zu ihm hingezogen hat, dachte ich "okay" - würde er nicht wollen wenn er riesigen Schiß vor dem Hund hätte. Er wirkte auch hinterher nicht gestresst, sondern hat "gelächelt" und ist gemütlich mit erhobener Rute neben uns hergetrottet.

    Gerade hat er sich an meinem Bettende zusammengerollt und schaut mir beim Tippen zu. :)

    Ich werde die nächsten Wochen mal Bescheid geben, was die Trainerin sagt und welche Fortschritte wir machen. Ich brauche sicherlich noch den ein oder anderen Schubser in die richtige Richtung, bis das mit uns beiden hier richtig klappt.

    Erstmal vielen lieben Dank für all die guten Tipps und Hinweise.

    Das "körperlich werden" keinen Sinn hat ist mir auch sofort klar geworden. Das war leider der Tipp den ich von einigen anderen Hundebesitzern, mit denen ich mich vorher unterhalten hatte, andauernd gehört habe. Meistens mit Erläuterungen wie "Ja, bei allen anderen Hunden macht man sowas nichtmehr heute. Aber Huskies sind noch sehr rudelorientiert, die tanzen dir nur auf der Nase herum, wenn du denen nicht klar zeigst wo die Grenze ist". Ich weiß nicht wie korrekt die Aussage ist. Wieauchimmer, für Timmy funktioniert es nicht. Werden wir auch nichtmehr machen.

    Wir haben uns heute erstmal eine Weile in den Garten gesetzt und gemütliche Suchspiele gemacht, und ein wenig mit einem Kong gespielt. Und ein wenig Kommandos geübt. Er kann wirklich eine Menge.

    Dieschweizer: Was das "auf dem Platz bleiben" angeht, das verlange ich garnicht. Das problem war eher, das er, egal wo wir waren, hinterherkam und uns angeknurrt und angeknapst hat. Wir haben eher versucht eine "ruhige Atmopshäre" zu schaffen, indem wir uns irgendwo hingesetzt haben, uns ruhig unterhalten haben und sowas. Leider nur alles zwecklos.

    Also als weiteren Kurs würde ich dann folgendes machen:
    -Mehr Tricks beibringen (er kann schon wirklich viel, und an seiner Lernfähigkeit soll es nicht scheitern).
    -Ruhigere Spaziergänge machen. Die Route wo wir das Rudel Hunde getroffen haben ist leider schon wirklich die ruhigste hier in der Gegend. Überall sonst ist mehr los. Aber ich kann versuchen zu den "weniger besuchten" Zeiten hinzugehen.
    -Zu Hause nichtmehr spielen, sondern zum spielen in den Garten gehen. Dann ist auch eher klar wo aufgedreht werden soll und wo nicht.
    -Wenn er "rumknapst", auf seinen Platz schicken/führen und ihn dafür belohnen wenn er dort platz macht/bleibt.

    Klingt das sinnvoll? Ich habe außerdem (schon bevor es Probleme gab, ja sogar schon bevor ich ihn zur Pflege übernommen hab) bei einer Hundetrainerin angefragt. Mit der wollten wir uns am Dienstag treffen. Ich hoffe sie kann mir dann auch "vor Ort" etwas unter die Arme greifen.

    Super, erste Woche mit dem "eigenen" Hund, und schon auf ganzer Linie versagt. :/

    Hallo ihr Lieben,

    ist wohl ein längerer Text geworden, sorry dafür :)

    seit Donnerstag wohnt Timmy, ein Husky, bei mir. Er ist ungefähr 1-2 Jahre alt. Erstmal nur zur Pflege. Der Hund stammt aus dem Tierheim, und wurde wohl abgegeben, weil er dem Vorbesitzer zu oft ausgebrochen ist. Tatsächlich öffnet er Türen und Fenster ohne Probleme.

    Schon im Tierheim hat Timmy uns mit Maulspielchen begrüßt. Aber immer nur mit den Händen, und immer sehr vorsichtig. Und bei jedem "Au" wurde sofort aufgehört.

    Als er dann hier eingezogen ist, wurden die Maulspielchen immer fester, bis deutlich über die Schmerzgrenze. Da "au" auch plötzlich nichtmehr geholfen hat, haben wir uns dann auf wegdrehen und ignorieren verlagert, also das Spiel abgebrochen.

    Ein deutlich zu festes ins-Gesicht-knapsen habe ich mit runterdrücken und über die Schnauze fassen quitiert, da das Gesicht nunmal tabu ist, und besonders nicht in fest. Nicht das Timmy das besonders beeindruckt hätte, aber mit Spielen war dann zumindest Schluß, das hatte er wohl verstanden.

    Soweit war und ist ja nun alles in Ordnung. Bis gestern. Gestern morgen beim Gassigehen haben wir ein Rudel aus drei anderen Hunden kennengelernt. Die drei waren nicht angeleint, also kam es zu einem Treffen und die haben ihn erstmal kräftig untergebuttert. Ableinen konnte ich ihn nicht, er ist nicht abrufbar, und in der Gegend rennen viele Kaninchen herum. Außerdem ist mir das laut Pflegevertrag verboten. Also blieb mir da nicht viel als "zuschauen und abwarten". Zumindest fiel mir nicht allzu viel ein. Mittags mussten wir eine kurze Runde durch die Innenstadt zum Einkaufen. Abends haben wir schon auf der Gassirunde gemerkt das irgendwas nicht okay ist. Und kaum daheim angekommen ging es dann los. Timmy fing an hemmungslos in alles zu knapsen, was zu einem Menschen gehört. Teilweise richtig fest. Wegdrehen und ignorieren wurde mit Knapsen in die Beine belohnt. Ihn zu seinem Platz bringen und dafür belohnen das er dort Platz macht klappte exakt solange bis das Leckerchen weg war, dann wurden wir angesprungen und weiterbeknapst. Wir haben es wirklich über eine Stunde versucht, den Hund irgendwie zu beruhigen. Weggehen - Hund kommt hinterher und knapst. Ihn im Zimmer einsperren damit er sich etwas beruhigt - man wird sofort angesprungen wenn man wieder reinkommt.

    Zugegeben, ich war an der Stelle massiv überfordert. Ich habe zwar einige Jahre hundeerfahrung (nicht mit einem eigenen Hund, aber es wohnte lange einer im gleichen Haushalt), aber Timmy ist doch ein anderes Kaliber. Runterdrücken und Schnauze fassen habe ich dann auch versucht (weil überfordert), aber musste sofort einsehen das das eher gegenteiligen Effekt hat.

    Also habe ich mir bei einer Bekannten mit viel Erfahrung Hilfe geholt. Sie vermutete, der Hund wäre von dem vielen neuen und den ganzen Erfahrungen einfach überfordert. Am Ende und nach einiger Zeit und Duzenden Schrammen haben wir es geschafft, das er "runtergekommen" ist, indem wir ihm auf seinem Platz einen Kauknochen gegeben haben, und nach 5-10 Minuten geschäftigtem "Arbeiten" ist er dann dort eingeschlafen.

    Soweit so gut. Heute wache ich auf, Timmy hat sich wohl in der Nacht zum Kuscheln zu mir ins Bett gelegt (was okay ist). Liebster Hund der Welt, verschmust, verkuschelt. Naja, und nach der Gassirunde heute morgen, die absolut ruhig verlaufen ist, kaum andere Hunde, nur ein paar Kaninchen - geht es wieder los.

    Also suche ich mir mal bei euch Rat :hilfe: was will der Hund mir sagen? Woran könnten diese "Angriffe" liegen? Spielzeug ist ihm egal, er schnappt spezifisch nach uns. Futter hat er ausreichend, Wasser ebenfalls, laut Tierheim sollte er kerngesund sein. Ich kann keinerlei Verletzungen feststellen. Und die wichtigste Frage: wie verhalte ich mich korrekt?