Es war gestern ein wunderschöner Tag mit unserem Ehrengast! Ricka ist 22 Jahre geworden! 17 Jahre davon kenne ich sie, seit 13 Jahren bringt sie mich manchmal zur Weißglut
Es begann vor 15 Jahren damit, dass sie ein Fohlen bekam, Tanne, ein wunderschönes Stutfohlen und ihr erstes Fohlen. Leider hatte sie panische Angst vor dem kleinen Ding und konnte sich nicht an es gewöhnen. Tanne wurde dann von unserem Stallpfleger aufgezogen und Ricka über ein Jahr auf die Koppel gestellt und nicht gearbeitet...
Als man sich dann wieder ihr erinnerte, war dementsprechend wieder "roh" und noch dazu sehr schreckhaft. Jeder der auf ihr saß, saß da nicht lange... Ich, jung und motiviert, ritt zu diesem Zeitpunkt junge Pferde mit ein und ritt sie dann zum Verkauf vor. Jeder, der davon lebt, mag das verstehen - aber für mich als 13jähriges Mädchen, war es grausam. So fragte ich den Stallbesitzer nach einem Pferd, welches noch länger im Stall stehen würde und wen bekam ich...Ricka. Ricka lehrte mich das fallen, aber immer wieder stieg ich auf. In einer Stunde hörte mein Vater bei 30x absetzen auf zu zählen...ich hatte den Sand überall und weinte nur noch - aber aufgeben? NIE! Also wieder rauf auf den Bock und quer durch die Halle. An der Bande lang laufen ging nach einem Jahr, dann gingen wir langsam auf den Außenreitplatz. Von da ging es Stückchenweise ins Gelände - Meter um Meter habe ich gekämpft und dabei gelernt, wie man sich auf einem steigenden und bockenden Pferd hält...
Es war eine schwierige Zeit, in der ich viel darüber gelernt habe, wie sehr man ein Pferd als Mensch kaputt machen kann und wie lange es dauert, bis wieder Vertrauen aufgebaut ist. Unseren Stallbesitzer mag sie bis heute nicht...
Nun ja, als Ricka wieder Pferd war, kam was kommen musste: Kaufinteressenten... Und das kurz vor Weihnachten. Ich war am Boden zerstört und es stand fest, ich höre auf mit reiten, denn ein eigenes Pferd durfte ich nicht haben. Am 23.12. verabschiedete ich mich von Ricka und dem Reiten und es folgte das traurigste Weihnachten aller Zeiten...oder auch das Glücklichste. Denn das letzte Geschenk war eine Rolle Papier, auf der Stand: Verkaufsurkunde, Rickas Bild und mein Name
Nichts machte davon Sinn und ich schrie meine Eltern nur an, warum sie mir das antuen würden und mich so verar...en würden. Ich konnte es nicht glauben und hielt es für einen bösen Scherz... ABER es war wirklich wahr! Und seitdem ist Ricka meine Maus, meine Dicke!
Ach ja, Exoten waren wir schon immer - und auch heute noch werden wir oft belächelt, kritisiert und böse von der Seite angemacht - Aber dies ist und egal! Denn Ricka und ich sind Freunde geworden, Freunde fürs Leben - und ich habe mein Verlasspony fürs Gelände! Ich bin stolz auf meine Dicke und wünsche mir weitere, tolle 22 Jahre mit ihr
Sie ist für mich die Schönste
und auch etwas albern...
und auch auf der Koppel werde ich noch beachtet...
Ach ja, dass musste sein! Guten Nacht