Hallo,
was Du falsch gemacht hast, weißt Du eigentlich schon - Du hast geschrieben: "Sie bellt und guckt uns dabei an und duckt sich ein wenig weil sie nicht weiß was gleich passiert, na spritzen die wieder oder meckern die?" ---> Eure bisherigen Versuche haben bewirkt, dass sie Verknüpft hat, "Wenn irgendwas auf mich zukommt, werden meine Menschen sauer und bestrafen mich"
Dadurch wird ihr Verhalten leider schlimmer nicht besser.
Versuch zunächst genau herauszufinden, was genau ihre "Auslöser" sind. Bellt sie WIRKLICH alles und jeden an, in JEDER Situation?
Oder sind es bestimmte Typen Mensch (z.B. große Männer mit Hut? oder Kinder unter 10? Oder Leute, die sich schnell bewegen?) Oder vielleicht tritt es verstärkt an bestimmten Orten oder zu bestimmten tageszeiten auf (in der Dämmerung und im Dunkeln ist es oftmals viel schlimmer als tagsüber).
Je genauer Du das ergründen kannst, desto präziser kannst Du danach trainieren.
Dann "zerlegst" Du die Auslöser in möglichst kleine "Bröckchen".
Angenommen es sind große Männer (am schlimmsten sind die mit Hut), die Euch in der Dämmerung schnell entgegen kommen oder plötzlich vor Euch auftauchen.
Das läßt sich gut "kleinbröseln".
Männer
Männer, die sich laaaangsam bewegen
Männer, die sich von einem weg bewegen
Männer, die sich etwas schneller bewegen
Männer mit Hut
Männer mit Hut, die sich laaaangsam bewegen
Männer mit Hut, die sich von einem weg bewegen
Männer mit Hut, die sich etwas schneller bewegen
Männer (ohne Hut) im dunkeln
Männer (ohne Hut), im Dunkeln, die sich laaaaaaaaaaangsam bewegen
Männer (ohne Hut), im Dunkeln, die sich etwas schneller bewegen
Männer (ohne Hut), die sich schnell bewegen
Männer mit Hut im Dunkeln......
Jede "Männer" Zeile stellt ein Level der "systematischen Desensibilisierung und Gegenkonditionierung" da.
In jedem Level wird ein kleines Teilchen des großen Reizes mit was extrem angenehmen verknüpft - am Besten mit dem aller besten Lieblingsleckerchen, das es für Deinen Hund gibt (und das es in der Zeit dieses Trainings NUR in diesen Trainingseinheiten gibt)
Man bleibt so lange auf jedem Level bis das Erscheinen des Reizes beim Hund ein "guck, da kommt ein Mann, wo bleibt mein Leckerchen?" auslöst - er Dich also erwartungsfreudig ansieht. Dann kannst Du ein weiteres Puzzelteilichen des Gesamtbildes hinzufügen.
Die Vorgehensweise ist immer so Hund entdeckt den Reiz ---> er bekommt seine Sucht-Leckerchen (ruhige mehrere kleine Bröckchen hintereinander), der Reiz verschwindet ---> Leckerchengeben stoppt.
Logischerweise muß man also den Hund beobachten und versuchen zu erkennen, wann er den "bösen" Reiz denn wohl wahrgenommen hat.
Denn die Reihenfolge ist wichtig. Erst muß der Hund den Reiz wahrnehmen, dann muß er das Leckerchen bekommen (auch während der Reiz noch da ist) denn sonst wird nicht der Reiz zur Ankündigung dass Lecker Essen folgt, sondern das Lecker Essen wird zur Ankündigung, dass das Böse Ding folgt,
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Versuch, viel über "Desensibilisierung" und "Gegenkonditionierung" zu lesen es gibt hier im Forum schon viele Beiträge dazu und durch die Verschiedenen Beiträge kann man gut das Schema hinter der Vorgehensweise erkennen. Wie man "Reize" in kleine Brocken zerlegt, in welcher Reihnenfolge man vorgeht, und was man sonst noch so beachten sollte.
In einem ähnlichen Thread habe ich heute auch eineige gute Bücher zum Thema empfohlen... :^^: