Beiträge von Shoppy

    Zitat


    ..abwarten, bis der hund liegt.

    clickern, "platz" sagen und leckerlie geben. (manchmal bestimmt auch erst leckerlie und dann "platz"...)

    das ganze dann wiederholen, schon öfters. dann noch eine geste dazu nehmen. das kannst du aber auch später machen. wir zeigen mit dem finger auf den boden.


    Nein, leider ist diese Reihenfolge falsch.


    Zunächst "erklärt" man dem Hund per Click, dass das "Liegen" das Verhalten ist, dass man jetzt wünscht.
    Dazu wartet man (oder man lockt) bis der Hund liegt, dann Click, dann Leckerchen.

    Dieses Wiederholt man so oft, dass man "Vorhersagen" (in beiden Sinnen des Wortes) kann, wann sich der Hund hinlegen wird.
    Ist man sich sicher dass er sich gleich hinlegen wird, fürht man das gewünschte Signal (entweder ein Handzeichen oder ein Wort).
    Also:
    "Platz" --> (wenn man richtig vorhergesehen hat) Hund legt sich hin --> Click -- Leckerchen.
    Ein paar mal wiederholen. Pause.
    In einer neuen Session wiederholt man das ganze dann noch mehrfach, eben so lange , bis der Hund das Signal mit seinem Verhalten verknüpft hat.


    Zeigt er erst das Verhalten, wird dann geclickt, verbindet er das "Platzt" garantiert nicht mit dem liegen.


    Stell Dir vor, Du fährst in China Auto. Du bist im Gebirge unterwegs - und leider kennst Du die chinesischen Verkehrszeichen nicht. Aber, "Learning by doing" - Immer nachdem Du durch eine Halsbrecherische Haarnadelkurve grauscht bist, siehst Du ein Schild mit einem Schriftzeichen und einem breiten boten Strich.
    Oder sollte das Schild "Vorsicht, gefährliche Kurve, Langsam fahren" besser VOR der Kurve stehen, damit man verknüpfen kann "Schild" --> langsam Fahren --> Überleben?

    Zitat


    Könnte man also sagen, Hunde sind (ab einem gewissen Alter) eigentlich relativ schlecht anpassungsfähig?

    Ich finde, "relativ" ist hier das Zauberwort!
    Sind die Hunde in der dafür wichtigen Zeit mit viel verschiedenen Situationen, Orten, Menschen Tieren in positiven Kontakt bekommen, sind sie auch im Alter relativ gut in der Lage, sich an neue Situationen anzupassen, oder auf Neues zu reagieren.

    Fehlt die Erfahrung, hat der Hund nur ein begrenztes "Allgemeinwissen" kann er später eben nicht neue Situationen mit alten Erfahrungen vergleichen, weil er eben keine hat...

    Ich habe neulich einen Bericht über genau diese Thema bei Menschen gesehen: An Zwillingen hat man den Einfluß "Sozialisation" / Genetik erforscht und kam zum ERgebnis, dass die Sozialisation in den ersten paar Lebensjahren sehr großen Einfluß auf das Verhalten hat, und dass mit zunehmendem Alter die "Genetik" übernimmt...

    Daraus ergibt sich für mich: habe ich einen ängstlichen Hund erwischt, und muß die große Sozialisationsgießkanne auffahren, habe ich trotzdem später immer wieder daran zu arbeiten.
    Und weil Angst nicht nur leicht vererbt, sondern auch noch leicht erlernt wird (keine Sozialisation) hat man eben auch ein Hundeleben lang daran zu arbeiten, wenn Welpi nicht gescheit sozialisiert wurde...

    Den "perfekten" Hund bekommt man nur, wenn alle Rahmenbedingungen stimmen: gute Gene, gute Sozialisation, ständiges weiteres Umwelttraining.

    Züngeln, Gähnen, Ohren nach hinten, Falte über den Augen, Schwanz nach unten, leicht zwischen die Beine gezogen, gesenkter Kopf, Blick abwenden, Wal-Augen, hochgezogener Rücken, Gesenkter Po.

    Habe ich noch was vergessen?

    Wenn das ein Glücklicher Hund ist....

    Und aprospos Angst: Angst ist genetisch fixiert und wird "konservativ" vererbt. das heißt, es ist evolotionsmäßig sinnvoll ein gewisses Maß an Angst zu vererben (nicht umsonst gibt es das Sprichwort "Neugier war der Katze Tod!)

    Daher spielen Gene sehr wohl eine Rolle! Wenn man einen genetisch ängstlichen Hund nicht sozialisiert und habituatisiert (schreibt man das so??) ist die Katastrophe vorprogramiert. Je weniger "Angst" der Hund in den Genen hat, desto weniger fällt eine nicht optimale Sozialisation (ich fasse unter diesem Begriff alles Zusammen, was zwischenhundliches Verhalten, Verhalten zu Menschen und Umweltsicheres Verhalten umfasst) ins Gewicht, aber das birgt dann wieder andere Gefahren.

    Ich will damit nicht sagen, dass man selbstsichere Hunde nicht zu sozialisieren braucht!!!!!

    Für mich ist die Sozialisierung (nach meiner Definition, siehe oben) wie ein offenes Fenster: in dieser Zeit kann der Hund angstfrei alle möglichen Sachen kennenlernen und positiv verknüpfen. Damit werden diese dann als "Sicher" einstuft. Alles was in dieser Zeit nicht als "Sicher" eingestuft ist, ist eben später in der Kathegorie "Gefährlich" untergebracht.
    Also: alles was nicht als Positiv = Sicher abgespeichert ist ist potentiell gefährlich!!! Daher reicht es nicht, dass Hund die Sachen kennengelernt hat, er muß sie auch noch positiv verknüpft haben.


    Je vielfältiger die positiven Sozialisations"-Verknüpfungen sind, desto einfacher wird der Hund auch später neue Sachen akzeptieren.

    Zitat

    Tatsächlich? So oder ähnlich hab ich ihr bisher das Meiste beigebracht. ich dachte, shapen besteht zu großen Teilen aus "warten, daß dem Hund zur gegebenen Situation was einfällt".Die Variante mit dem großen Teppichpunkt gefällt mir am Besten. Genau richtig für mich und die dämliche Pummelfee :D . Da werd ich mir mal gleich so ein Stück besorgen. Danke!

    das wäre, genau genommen "Free shaping". Shaping heißt einfach nur "Formen" und genau dass macht man beim Training ja immer.

    Du könntest versuchen, mehrgleisig vorzugehen.

    Zunächst könntest Du Nasestubsen ganz aus dem Belohnungssystem rausnehmen. Dagegen belohnst Du ab sofort alles, was sie pfötetelt.

    In dem Training mit dem Punkt bewegst Du die Hand rictung Boden, wie du schon selber vermutet hast. Du könntest aber auch in richtung einer senkrechten Fläche "reisen" und den Punkt dann an diese Fläche übertragen.
    Und wenn Du auf das "Pfötchengeben" zunächst verzichten kannst, könntst Du, um ihr zu verdeutlichen, dass es um den Punkt und nicht Deine Hand geht, nur noch Pföteln der Hand mit Punkt belohnen. Hat die Hand keinen Punkt, wird nicht belohnt.

    Alternativ könntest Du auch mit einem großen "Punkt" anfangen (TEppichstück oder so) auf Das Du sie Drauf lockst. Und dann wird der Punkt immer kleiner.

    Oder Du klebst den Punkt auf eine Fliegenklatsche. Diese hälst Du zunächst in der auf die Handfläche und schiebst dann die Klatsche "aus der Hand heraus"...

    Oder, oder, oder.... :D


    PS.: Was Du da versuchst ist übrigens Shapen... :roll: