Es macht schon Sinn, den Hund absitzen zu lassen, weil Bewegung die Erregung steigert. Und die will man ja senken.
Dem Hund ist es in erster Line ziemlich wurscht, ob sein Mensch nun denkt, dass seine Angst begründet ist, oder nicht - der Hund hat Angst! Der Mensch hat nun die Möglichkeit, diese Angst zu ignorieren, oder etwas dagegen zu unternehmen. Ich weiß, es wird immer und immer wieder empfohlen, dass man die Angst ignorieren soll, aber ist das wirklich sinnvoll?
Wie machen Mütter das, wenn ihre Krabbelkinder vor etwas erschrecken?
Ignorieren, Augen zu und durch?
Kinder, die sich schnell beruhigen, erleben folgendes: Sie erschrecken, die Mütter nehmen sie hoch (je nach größe, natürlich), sagen was wie, "das ist doch nur ein xy-Ding - da braucht Du keine Angst haben, halten das Kind, bis es sich beruhigt hat und gehen dann zur "normalität" über.
Natürlich können wir Hunden nicht mit Worten sagen "das ist doch nur ein harmloser Mann mit Hut und Angelausrüstung!" #Ist ja jedem klar, dass der Hund das nicht versteht.
Aber wie "erkläre" ich es denn nun dem Hund.
Ich finde, die Beste Möglichkeit besteht darin, dem Hund die Möglichkeit zu geben, das unheimliche Ding in seinem eigenen Tempo als etwas positives zu erfahren, zu verknüpfen: "Das Ding ist nicht doof, sondern (zumindest) okay!"
Wenn man sich Fragt, was bei der "Augen zu, wir ignorieren das Ding, die Angst und den Hund!"- Methode verknüpft wird, muß man leider sagen "Keine Ahnung!", denn man nimmt ja keinen Einfluß und hat daher keinerlei Kontrolle über die Situation, und was der Hund verknüpft.
Ich finde es daher sinnvoll, gezielt Situationen zu stellen, die man so kontrollieren kann, dass der Hund die Chance hat, das zu verknüpfen, was wir gerne hätten!!
Zum Nasentouch: AM BEsten Übst Du den erst mal alleine. Du Tunkst Zeige und Mittelfinger in was nett duftendes (führ den Hund - z.B. Würstchenwasser) und hälst ihm die Zwei Finger ausgestreckt vor die Nase. Wenn Du clickerst, kannst Du das an Deinen Fingern riechen anclicken. Ansonsten sagst Du einfach "Fein" und gibst gleich anschließend ein Super-Leckerchen (z.B. ein kleines Stückchen besagter Würstchen
). Das wiederholst Du einige Male. Wenn er anfängt, die Finger gezielt anzustupsen, um weitere Wurststücke zu "verdienen" sagst Du "Sag Guten Tag!" kurz bevor er die Finger anstubst. (übrigens kannst Du den Duft ziemlich bald auch weglassen...)
Wenn Du den Eindruck hast, dass er nach einigen Wiederholungen anfängt zu verstehen, dass er nach "Sag guten Tag" ausgestreckte Finger mit seiner Nase berühren soll, fängst Du an, die Hand weiter weg zu halten (nur kurze Stückchen zu Anfang) oder mal etwas höher oder tiefer...
Wenn er das bei Dir gut kann, auch auf einige Entfernung (er steht etwas von Dir weg, Du sagst das Signal und er kommt um die Finger zu Touchen), suchst Du Dir einen Trainingspartner, der seine Finger zum touchen zur Verfügung stellt. Das beginnst Du genau wie oben beschrieben:
Dein Helfer hält seine gut duftenden Finger genau vor Hundis Nase. beim Beschnüffeln sagst Du "Fein" und gibst ein Leckerchen.
Das hat den Effekt, dass der Hund sich gleich anschließend an den Touch Dir zuwendet, um sich sein Leckerchen abzuholen, denn Du möchtest ja wahrscheinlich nicht, dass er irgendwann sämtliche Passanten wegen Leckerchen anbaggert...
Auch die weiteren Trainingsschritte sind wie oben: Wenn er raus hat, dass er einfach nur die angebotenen Finger anstubsen soll, fügst Du das "Sag Guten Tag!" ein.
Jetzt kann man langsam sehen wo das hinführen soll: Menschn strecken gerne ihre Finger nach Hunden aus, und manche Hunde finden das bedrohlich, weil sie keine Kontrolle über die Situation haben, und keine Ahnung, wie sich sich verhalten sollen, damit sie "sicher" sind, also fangen sie an zu bellen, in die Leine zu springen, sprich, Verhalten zu zeigen, dass heißt: "Geh weg, ich will nicht, dass Du mich anfasst!"
Mit dem "Sag Guten Tag!" bekommt der Hund die Kontrolle: er hat eine Aufgabe auf die er sich konzentrieren kann und dann gleich anschließend einen Grund sich abzuwenden, um das Leckerchen abzustauben...
Doch weiter im Text. Wenn Dein Hund gelernt hat, die Finger von deinem Helfer zu touchen, vergößert ihr den Abstand zwischen Euch, sodaß der Hund auf den Helfer zugehen muß, um den Touch auszuführen.
Dann kann der Abstand schritt für Schritt vergrößert werden.
Du kannst auch anfangen, einen weiteren Helfer touchen zu lassen (immer mit den ersten Schritten starten - wahrscheinlich hat der Hund aber das system schon ziemlich durchschaut, sodaß jeweils nur wenige Wiederholungen nötig sind um zur nächsten Lernstufe gelangt zu sein.
Wenn der Hund das "Sag Guten Tag" gelernt hat, kannst Du ihn damit "fragen" ob er einen Menschen, den Ihr trefft, begrüßen (hingehen und touchen) will, oder ob er lieber nicht hingehen mag: Wenn er nicht losgeht, um die Finger zu touchen, ist das kein "Ungehorsam" sondern schlichte Information an Dich: "Nein, vor dieser Person habe ich zu große Angst, da möchte ich mich nicht nähern!"
Durch diese Info kannst Du dann entsprechend handeln und dem Menschen eben aus dem Weg gehen, oder eben einfach dran vorbei, oder ein Absitzen, oder was auch immer sich im weiteren Training am Sichersten für Deinen Hund bewährt hat...
Andererseits: je mehr Menschen er sich in seinem Tempo genähert hat, ohne dass etwas schreckliches mit ihm passierte (im Gegenteil, es hagelte Leckerchen..) desto weniger bedrohlich werden POassanten für ihn werden. Und das ist ja Trainingsziel.