Beiträge von Shoppy

    Zitat


    Einiges hab ich schon mit ein wenig Erfolg versucht, wobei ich aber immernoch keine ahnung habe wie ich ihn beruhige, *g* Er springt ja immer gleich wie ein Schaf durch die Gegend, an hinlegen ist dann nicht mehr zu denken.

    Versuch erst mal in ruhiger, häuslicher umgebung das oben beschriebene Entspannungssignal aufzubauen. Auch wenn Du es anfangs draussen in einer "Erstfallsituation" noch lange nicht anwenden kannst, wird er sich daran gewöhnen, dass er sich im Beisammensein mit Dir auf ein bestimmtes Signal auch mal beruhigen kann. Dieses schiebst Du dann gemächlich auch in andere Situationen, z.B. nach draussen in den Garten, wenn es da todlangweilig ist, und dann irgendwann auf eine einsame wiese, wo ausser Mücken nichts rumsaust, und dann baust Du immer weiter Ablenkungen ein. Leiber anfangs dabei ein Schneckentempo anschlagen, desto besser setzt sich "ruuuuuuuuuuuuuuuhig" als tatsächlich bedeutungsvoll (mit der richtigen Bedeutung) fest.

    Was Du auch mal probieren kannst: Nimm ihn an die Leine und albere in einige Sekunden an, so dass er ein ganz kleines bißchen "animiert" wird.
    Dann brichst Du das sofort (also nach nur einigen Sekunden) ab und ignorierst ihn komplett (nicht ansehen, nicht anfassen, nicht ansprechen) bis er sich auch wieder ruhig verhält. Gu ist wenn Du diese Pausen mit einem Signal ankündigst: z.B. Spielen, "Pause" sagen, jede Interaktion mit dem Hund stoppen.
    Dann fängst Du wieder an, ihn für einige Sekunden zu "animieren". (auch das kannst Du mit einem Signal ankündigen z.B. "Kaspern".
    Also im Wechsel: Minikurze "Action" mit so lange ToteHose, wie er zur Beruhigung eben braucht. Das wiederholst Du drei bis vier Mal direkt hintereinander. Und eine solche "Aufreg-Abreg"-Session kannst Du so oft Du magst im Tagesablauf einbauen.
    Nach und wirst Du sehen, dass er, sofern er eben gerne spielt und rumkaspert, er lernt, sich immer schneller abzuregen, weil so lange eben einfach gar nichts passiert, und es laaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig ist. Er hat es quasie in der Hand, wann gespielt wird.
    Wenn er gelernt hat, auf die Signale (besonderst das Pause-Signal) schnell zu reagieren, kannst Du die Dauer der Spielphasen oder die Intensität der Spielaction steigern.
    So lehrst Du ein Signal für eine Pause, die Du auch nutzen kannst, wenn Hundi wegen was anderem aus dem Fell zu fahren droht.

    Also mal ganz ehrlich. Von wem stammen denn die "fünf Minuten pro Lebensmonat" und auf welchen Hund genau treffen sie zu? Wieviel Sinn macht eine Aussage in Minuten? Oder in Strecke, oder in was auch immer?

    Ich wette, das haben Züchter erfunden, Züchter von Rassen, die gerne mal Gelenkprobleme bekommen, denn dann können sie einfach sagen, ja die bösen Halter haben die Kleinen viiiiel zu früh viiiiiel zu stark beansprucht. Dabei sagen "Minuten" nix über die Beanspruchung aus! Oder? Wenn ich 10 Minuten am Stück meinem 9 Wochen alte Würstchen strammen Schrittes durch Asphaltwüsten presche, ist das sicher was ganz anderes, als wenn ich mich 10 Minuten auf eine Parkbank setze und dem Knirps beim Spielen mit anderen Hunden zusehe. Und sicher ist es ein Unterschied, ob ich diese Strecke einem auf dem Boden schleifendem Basset zumute oder einer Rennmaschine wie einem Windhund, Dalmatiner oder RR. Das ist so als wollte man Marathonläufern empfehlen nach 100m-Sprinter-Trainingsplänen zu arbeiten, oder einem Turner am Sandsack boxen lassen.
    Für jeden einzelnen Hund gibt es jeden Tag ein "genau richtig" ein "zu wenig" und ein "zu viel" - das muß jeder lernen zu erkennen "fünf Minuten"-Tipps sind da nur hilfreich zum Rantasten ans "genau richtig". das als Dogma zu nehmen ist aber blödsinnig!

    Solche Sitter gibt es ja auch. Du rufst die Kollegin in Hamburg an und erklärst genau, was Du Dir vorstellst, und wie Deine Hunde untergebracht sein sollten, und was die "Gasteltern können müssen, dürfen, sollen etc. und entweder hat sie einen passenden, oder aber auch nicht,... Auf jedenfall hat er dann Familienanschluß und sitzt nicht im Zwinger...

    Huhu,

    sind ja schon gute Hinweise gekommen.

    Ich habe ein paar Anmerkungen:

    "3 Stunden laufen" sagen für mich gar nichts aus. Wird am stück gejoggt und der Hund muß mit?
    Ist es ein langer gemütlicher Spatziergang und der Hund hat immer die Möglichkeit, selber die Geschwindikeit zu wählen und oder Pausen einzulegen?
    Wird 3 mal am Tag für durchschnittlich eine Stunde "gelaufen"? Auf welchem Untergrund wird gelaufen.....

    Ich habe einen Ridgeback und der hat sich über die Maßgabe 5min/Lebensmonat kaputtgelacht!! Wir waren immer vieeeeel länger als das unterwegs, aber, es waren immer "weiche" Untergründe (Feld, Wald, Wiese), wir haben oft Pausen eingelegt. Ich habe drauf geachtet, dass er sich beim Spiel mit anderen Hunden nicht hochfährt usw. Man muß einen goldenen Mittelweg finden zwischen "Hund bestimmt das Tempo/Dauer selber" und "Mensch entscheidet verantwortlich im Hinblick auf Wachstum über Pausen etc."
    Wenn man sich überlegt, wie das im Welpen"elternhaus" abgeht: aufwachen, spiel, bis man umfällt, oder es was zum Essen gibt, schlafen, spielen, essen, und zwischendurch aufs Klo....
    Grundsätzlich würde ich Sachen vermeiden, die entweder einen sehr stark abgehackten Bewegungsablauf haben (Frisbee, Flyball...), oder andererseits sehr monoton sind (Laufen am Fahrrad...).

    Zum Überdrehen kann ich meinen "Vorschreibern" nur beipflichten.
    Im Prinzip finde ich "Entspannung" das wichtigste, was ein Welpe schnell lernen sollte, das und Impulskontrolle. Hunde finden unterschiedliche Sachen "hochdrehend". Meiner findet z.B. Bälle oder Frisbees zum gäääääähnen langweilig. Trike-Fahren ist sein Ding, wenn ich ihn da nicht zwischendurch bremse, fahren wir ohne Pause bis an die Nordsee....

    Wenn Du beim Üben den Eindruck hast, dass er sehr hochdreht, mach die Übungen kürzer. Und/Oder arbeite kleine Entspannungsübungen ein.
    Wirksamer als (trotzdem empfehlenswerte "Bleib"-Übungen) sind richtige Entspannungsübungen:
    Dazu suchst Du Euch einen gemütlichen Platz, und "bringst" den Hund in eine stabile Seitenlage (z. B. indem Du ihn erst ins Platz bringst, und ihn dann durch sanftes Massieren in die Seitenlage "lotst". Da das ganze entspannen soll, möglichst ohne Druck arbeiten.
    Wenn er dann liegt, kannst Du entweder deine Hände auf seine Schulter und seine Hüfte legen und warten bis er sich komplett entspannt ("Zen-Down nach Trish King) oder Du arbeitest mit TTouches (nach Tellington-Jones). Wenn Du merkst, dass er entspannt ist, führst Du ein Entspannungssignal ein, indem Du z.B. "ruuuuuuuuuuuuuuuuuuuhiiiiiiiig" (oder was ähnliches) sagst. Je öfter ihr das übt, und je öfter er das "ruuuuuuuuuhiiiiiiiig" mit seinem eigenen entspannten Gefühl verknüpft, desto besser kannst Du das Signal "ruuuuuuuhiiiiiiiiiiiig" als konditioniertes Entspannungssignal einsetzen, wenn er gerade aufdrehen will, du das aber unterbrechen möchtest. Logischerweise muß dieses Signal, genau wie alle anderen, die ein Hund beherrschen soll, gründlich generalisiert werden.


    Beschäftigung: das Lernen vieler, vieler neuer Signale ist tierisch anstrengend für einen jungen Hund. Kauf mal ein Hundetrickbuch (z.B. "Trickschule für Hunde" von Manuela Zeitz, oder "Das große Spielebuch für Hunde" von Christina Sondermann) oder eins über Dogdancing. Da gibt es tolle Angregungen darüber, was man einem Hund lehren kann. Tricks üben ist für mich das Equivalent zu Vokabeln einer Fremdsprache pauken. Es strengt an, ist vielleicht sogar langweilig, aber wenn man die Sprache dann mal sprechen kann, will man immer mehr und mehr lernen...

    Hallo Ulrike!

    schöner Beitrag!

    Ich würde einen unsicheren Hund auch niemals ins Platz legen, denn dadurch wäre er in der Situation ja noch viel angreifbarer - und: er weiß das auch.
    Sitzen lassen ist an sich eine gute Idee, aber das kann man ja unterschiedlich aufbauen, und entsprechen dann dabei Fehler machen.
    Auf jeden Fall sollte das "Sitz" vorher ausschießlich positiv aufgebaut sein.

    Frage: Hast Du mehr mit "Platz" gearbeitet, und aus diesem Verhalten ist Dein Hund dann bei zu nahen Hunden aufgesprungen? Oder auch aus dem sitzen? Möglich ist auch, dass Du zu schnell vorgegangen bist, und zu schnell die Distanz verringert hast.
    Vielleicht hat Dein Hund eben auch eine "starke" Intimsbereichsgrenze - wenn die unbterschritten wird, kann er eben nicht mehr wie von Dir gewünscht Sitzen bleiben. DA sollte man dann noch mal genauer gucken, wie dort das gesamte TRaining aufgezogen wurde.

    Zu dem zweiten Punkt mit den Raufergruppen:
    Ja, genau so sehe ich das auch. Ist ja auch völlig logisch, oder?
    Wenn ich gescheite Tischmanieren beigebracht bekommen möchte, melde ich mich ja auch bei GRaf Knigge an, und nicht bei Meister Schlammcatch, oder?
    Oder wenn ich Hilfe bei den Mathjehausaufgaben brauche, frage ich den Klassenkamerad mit der 1 und nicht den mit der 5+!