Ich würde das nicht IN den Situationen versuchen, sondern FÜR diese Situationen trainieren.
z.B. kannst Du folgende Übung machen: Du sitzt oder stehst oder liegst in völlig langweiliger Umgebung rum und tust absolut nichts. Schaut Paula Dich an, Marker (geht aber auch ohne) --> Leckerchen. Du kannst sie so, wenn es sein muß, ihr ganzes Futter erarbeiten lassen.
Steigerung: Wenn sie Dich in einer Situation schon recht häufig ansieht, sagst Du WENN (und nicht DAMIT) sie Dich ansieht "Luna" und gibst ihr dann erst das Leckerchen (falls) Du doch mit Marker arbeitest, käme der Marker nach "Paula" und vor dem Leckerchen).
Diese beiden Versionen machst Du immer schwieriger, indem Du die Ablenkung laaaaaaaaaaaaaaaaaaangsam steigerst und das ganze in ungleublich vielen Situationen immer wieder übst. Schalt Deine Augen auf Scanner-Modus "Hund schaut mich an" und bemerke dieses, damit Du es auch bestärken kannst, wenn sie es ausserhalb deiner Übungseinheiten spontan anbietet.
Der Zweck der Übung ist, dass ihr Name so wertvoll wird, dass das Hören von "Paula" reflexartig zur Umorientierung zu Dir führt. Du kannst alles als Belohnung nutzen, was Paula gerne Frist, und, vielleicht noch wertvoller, gerne tut. Da sie Pinscher ist, würde ich denken, dass Spielangebote vielleicht noch viiiiiiel besser ankommen.
Übrigens kannst Du Dein Rückrufsignal auf die gleiche Weise aufwerten, indem Du es in die "Steigerung" einbaust:
WENN Paula Dich ansieht: "Paula, komm!" --> Marker --> Belohnung
Da Du ja parallel an Impulskontrolle und Entspannungssignal arbeitest, solltest Du eigentlich auf dem Weg dahin sein, dass sie irgendwann auch in für sie aufregenden Situationen besser mit ihrem STreß klar kommt, und sich nicht so hoch fährt.
Du kannst DAS allerdings auch noch gezielt üben:
Du nimmst ein Spielzeug, das sie so NAJAAAA mag, und animierst sie damit zu einem gemeinsamen Spiel. Wenn sie ein bißchen anfängt mitzuspielen, sagst Du "Pause" und bleibst entspannt aber unbeweglich stehen (wenn das Spielzeug sie zu sehr aufregt, steckst Du das dazu weg). Du bleibst so lange unbeweglich stehen, bis Paula ebenfalls stehen bleibt (später kannst Du Deinen Anspruch an sie erhöhen und warten, bis sie sich setzt, und noch später sogar legt). Dieses kannst Du markieren und sie wieder zum Spielen animieren. Das ganze machst Du dann einige male im Wechsel.
Lernziel: Paula soll rausfinden, das das Spiel um so schneller weitergeht, je schneller sie eine ruhige Körperhaltung einnimmt. WICHTIG die "Pause" nicht erst einlegen, wenn der Hund schon in der Marsumlaufbahn rotiert, sondern schon, wenn sie noch in den Startvorbereitungen zum Abheben steckt, denn dann hat man es viiiiel einfacher.
Eine ähnliche Übung, die man gut draussen (an der Leine oder im Freilauf) machen kann: Man fängt einige Schritte an zu laufen und wedelt möglicherweise ein wenig mit den Armen um den Hund zum mitrennen und einwenig zum hüpfen anzuregen. Weiter geht es dann wie oben: "Pause" sagen und einen entspannten Baum nachahmen.
"Pause" wird so schnell zu einem Signal für, tja, eine Pause in der Action, eben. Mit all den anderen Signalen, die sie noch lernt, hast Du mit
Paula, Pause.....ruuuuuuuuuuuuuuuuhig!" ein gutes Werkzeug, um sie gar nicht erst total abheben zu lassen!