Hallo Volker!
Okay, lass uns in einem anderen Thread weiterdiskutieren
wenn Du magst. Ich will Dich nicht angreifen, ich möchte nur meinen Standpunkt klarer machen.
Du hast geschrieben:
jetzt ist geschehen, was ich im Grunde nach vermeiden wollte. Michelle steht da, liest diese Postings und nimmt nur noch am Rande teil und wir beide diskutieren hier über Trainingsmethoden, was Michelle im Moment nicht weiterhilft.
Richtig, wir diskutieren über Sachen, die nicht helfen. Denn die Ursachen, die in der Vergangenheit liegen, sind nicht mehr umkehrbar.
Tatsache ist und bleibt: der Hund ist 17 Wochen alt und reagiert unzuverlässig auf den Rückruf.
Der erfordert eben neben Training auch Managementmaßnahmen, die verhindern, dass der Hund Gelegenheit zum weiteren Üben des Fehlverhaltens bekommt.
Das ist im Grunde noch viel wichtiger, als das Üben des RICHTIGEN Verhaltens! Deshalb war es auch der erste Punkt, den ich genannt hatte.
Was soll sie denn machen, den Rückruf probieren, und dann merken, "uups, klappt nicht" und dann? Sie ärgert sich, der Hund hatte Gelegenheit Nummer x-zig zu lernen, dass "Kommt" heißt, "mach ruhig, was Du willst, denn ich (HuHa) kann einem Nichtbefolgen keine Konsequenzen folgen lassen."
Natürlich wäre es schön, wenn der Hund "Komm" in den letzten 6 Wochen perfekt gelernt hätte. Michelle hat aber geschrieben, dass er es bis vor wenigen Tagen gut befolgt hat. JETZT ist das Signal aber kaputt! Es ist egal warum! Ganz echt! Denn was macht es für einen Unterschied, ob es daran liegt, dass in Brasilien ein Schmetterling mit dem Flügel gewackelt hat, oder weil Möglicherweise der Rückruf nicht so belohnt wurde, wie es nötig gewesen wäre, oder weil der Hund Entwicklungsmäßig in der "wir bauen das Gehirn neu"-Phase steckt?
Michelle kann nicht in die Zeit zurückreisen und DORT ihr Trainingsverhalten ändern. Sie kann nur JETZT beginnen, ihren Trainingsplan zu überdenken und so zu planen, dass der Hund schnell lernt, wie "Komm" funktioniert.
"Du drehst mir ein wenig die Worte im Mund herum, gerade in Bezug auf den Zeitpunkt zum Einsatz der Schleppe. Einen festen Zeitpunkt wird es niemals geben, das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Allein ein Welpe braucht meines erachtens nach keine Schleppe - hat man in der Prägephase richtig gearbeitet."
Nein, ich drehe nicht. Genau das ist das Problem, Wir können die Zeit nicht zurückdrehen - es gibt keine Zeitmaschine - das Problem ist existent und muß mit den Mitteln behoben werden, die Mensch nun mal zur verfügung hat.
"Und ich habe versucht zu erklären, dass wenn Michelle den Hund von kleinauf (also ab der 8. Woche) hat, dass Sie es hätte schaffen können, den Folgetrieb, den ein Welpe nun mal in dieser Zeit hat, dahingehend zu festigen bzw. formen, dass sie ihn jetzt, wo er dem Welpenalter langsam entfleucht, auch ohne Schleppe bei sich halten bzw. zurückholen kann......
Und was sollen diese Aussagen Michell nun bringen? Ausser, dass sie sich möglicherweise angegriffen fühlt, weil sie vielleicht nicht so "perfekt" trainiert hat, wie es schön gewesen wäre?? Wie soll der Hund lernen, Grenzen zu erkennen, wenn man diese nicht durch Konsequenzen "erklären" kann? Noch mal, es ist unerheblich, wie alt der Hund ist, oder wie groß sein aktueller Radius ist. Wichtig ist einen Traingsplan zu erstellen, wie man den Raduis so eingrenzt oder den Rückruf wertmäßig so erhöht, dass beides Michelles Vorstellungen entspricht. Ein "hättest früher das oder jenes machen sollen" hilft niemandem weiter! Oder HAST Du eine Zeitmaschine? Die würde ich mir dann gerne mal leihen
Nochmal: grundsätzlich halte ich eine Schleppleine als durchaus sinnvolle Erziehungsmassnahme. Allerdings behebt die Schleppleine nicht das ursprüngliche Problem sondern verhindert lediglich dass aus dem Problem resultierende Verhalten.
Natürlich "trainiert" nicht die Schleppleine den Hund. Menschen trainieren Hunde. Um aber etwas trainieren zu können, muß man die Umstände und die Situation so einrichten, dass man die Konsequenz eines Verhaltens kontrollieren kann. Denn das Verhalten hängt von der auf das Verhalten folgenden Konsequenz ab. Nachzulesen bei Thorndike und Skinner. Die haben das studiert. Mehrere Jahrzehnte lang.
Lebewesen lernen immer. Sie lernen Verhaltensweisen, die ihnen was nützen. Und sie lernen Verhalten zu unterlassen, die nichts bringen oder gar schaden.
In Michelles Fall besteht das "Komm"-Training nicht mehr nur darin zu lernen, was es bedeutet, sondern auch darin, was es NICHT bedeutet und das wiederum erfordert, dass das, was es NICHT bedeutet VERHINDERT werden muss, denn sonst wird dieses unerwünschte Verhalten gefestigt!
Übung MACHT den Meister!
"Das "WARUM kommt mein Hund nicht zu mir", wird durch anlegen der Schleppleine nicht gelöst und genau daran sollte Michelle arbeiten: WARUM findet mein Hund alles andere interessanter als mich??? Wenn sie diese Frage beantworten kann, dann kann der Einsatz der Schleppleine unterstützendes Mittel sein bei der Behebung des Problems. Wenn sie im dunkeln tappt, wird auch die Schleppleine nicht das gewünschte Verhalten an den Tag bringen, da die Ursache unbehandelt bleibt."
Richtig, denn nicht Schleppleinen trainieren Hunde. Aber das sagte ich schon 
Die Schleppleine wird gerne als Allheilmittel angepriesen - anlegen und gut ist, aber dass gleichzeitig ein ganzer Berg Arbeit auf einen wartet, wird leider nicht oder nur kaum erwähnt. Du hast es ja in deinem letzten Posting angerissen, dass die Schleppe auch zur Krücke werden kann und man kann es nur ganz deutlich sagen: die Schleppe allein erzieht keinen Hund! Wenigstens da sind wir uns einig
Ja, das sind wir
Das ist im Ganzen aber kein Argument, ein Hilfsmittel, das für diese Situation prädestiniert ist, nicht zu verwenden, nur weil ein mögliches "Nicht-Training" oder eine mögliche "Falsche Anwendung" nich zum Trainingsziel "100%iger Rückruf" führen würde.
Fluffy hat hier im Forum einen guten Thread dazu eröffnet, wie man mit der Schleppe richtig trainiert. Auch gibt es gute Anleitungen darüber in Büchern (die beste Anleitung dazu findet man im "Antijagdtraining für Hunde" von Pia Gröning). Die Informationen, wie es geht, sind also frei verfügbar!
Warum ich die einzelnen Schritte/Massnahmen nicht geschildert habe ist ganz einfach: jeder Hund reagiert anders. Was bei meinem funktioniert hat muss bei Michelle nicht auch zwingend klappen. Sie muss es herausfinden, worauf der Hund besonders anspricht. Das kann ein Superleckerchen sein, oder ein Balli oder ein anderes Spielzeug. Vielleicht reicht es auch aus, wenn sie einfach nur schrill jauchzt und DAS ist es was ich mit Kommunikation meine: sie muss den Hund "lesen" lernen, damit sie ihn versteht und umgekehrt. Wenn sie das schafft, ist die halbe Miete im Kasten.
Da hast du (beinahe
) uneingeschränkt recht. Das Ding ist aber: Menschen lernen durch Anschauung. Floskeln helfen nicht.
Man kann zum Beispiel gerne mal den Rat "Du mußt die Bindung des Hundes zu Dir stärken, dann wird alles gut!" hören. Aber wie genau geht das nun. Natürlich geht das auf drei Millionen verschiedene Art und Weisen, die man nicht alle beschreiben kann. Aber wenigstens eine könnte man ja mal versuchen. Und andere Foris beschreiben dann möglicherweise eine weitere Methode oder bringen andere Beispiele. Wenn alle schreiben würden, "Bindung aufbauen" und keiner sagt, wie, dann hilft das gar nichts - verstehst Du was ich meine?
Wenn man den Weg nach Rom sucht, hilft ein Wegweiser mit der Richtung, nicht die wiederholte vorgetragene Anweisung "Fahr nach Rom!"
Ich wäre froh, Michelle würde sich auch nochmal zu Wort melden, damit wir ihr und ihrem Problem behilflich sein können statt uns hier über Sinn und Unsinn der Schleppe zu "duellieren"
Entschuldige, duellieren wollte ich mich nicht - ich fürchte ich darf keine weiteren Smilies mehr benutzen, daher so 
Finnchen hat geschrieben:
Erst mal vorweg: Ein 17 Wochen alter Welpe muß m.E. noch nicht in jeder Situation abrufbar sein. Das wäre schlicht zu viel verlangt. Wenn es bei manchen so sein mag schön! Aber verlangen kann man das nicht.
In diesem Beitrag kannst Du nachlesen, wie wir das HIER von Anfang aufgebaut haben. Das funktioniert - ein nicht zu stark frequentiertes Trainingsgebiet vorausgesetzt - wunderbar ohne Schleppleine. Ist aber so nicht als Patentrezept zu verstehen, sondern eher als Trainingsansatz, den man je nach Hund eventuell noch etwas modifizieren muß.
Also: ich habe den Beitrag, der hier offenbar verlinkt wurde, nicht gelesen. Aber hier sind jedenfalls konkrete Hinweise auf die Richtung nach Rom ;-> zu finden.
Das Ding ist, was macht man, wenn man gerade "nicht trainiert" - z.B. Weil der Hund nur mal eben aufs Klo gehen soll, und/oder man nicht wirklich Zeit hat (oder der Ort unpassend für das momentane Trainingslevel ist). Da hilft nur Management an der Schleppleine... denn sonst kommt es nur wieder zu Uups-er-kommt-nicht-Unfällen.
Shoppy hat Folgendes geschrieben:
...
Die Schleppleine ist einhervoragendes Hilfsmittel - es ist hervoragend geeignet zu verhindern, dass ein Hund dummzeug lernt, dass man nachher durch Monatelanges Training "abgewöhnen" müßte.
...
Hallo Martina!
Diese Aussage finde ich dann doch - zumindest für einen Anfänger - schon etwas irreführend. Die Schleppleine macht doch - bei richtiger Handhabe - von alleine mal überhaupt rein gar nichts! Sie stellt eigentlich in erster Linie eine Sicherung für den HH dar. Das kann zwar je nach Trainingsumfeld schon sehr viel und auch sehr hilfreich sein. Mehr aber auch wirklich nicht.
Meine Aussage ist extrem komprimiert. Ich hoffe, dass durch die in diesem Beitrag gemachten Anmerkungen klarer wird, was ich damit meine. Wie schon weiter oben geschrieben, trainiert nicht die Schleppleine den Hund. Wahr ist allerdings auch, dass nicht nur der Hundehalter den Hund trainiert. Auch die Umwelt trainert den Hund - sogar in viel größerem Maße, als es der Hundehalter könnte. Weil das so ist, und weil Hunde "todsicher" irgendwelche Sachen lernen, die sich für sie ungemein lohnen, aber nicht wirklich akzeptabel sind (Jogger jagen, Joggerfallen bauen, Sofas essen, Im Kuhfladen wälzen, etc) hat man als HuHa zwei Möglichkeiten:
Man läßt den Hund experimentieren und reagiert dann mit Belohnung und Strafe auf gewünschtes/nicht gewünschtes Verhalten.
Oder man richtet das Leben des Auszubildenden möglichst so ein, dass Fehlverhalten erst gar nicht vorkommt - sodaß man sich auf Belohnen von Erwünschtem Verhalten beschränken kann, zumindest größtenteils. Man ist ja selber auch keine perfekt funktionierende Maschine.
Ich finde die 2. Methode effizienter, denn der Hund muß nicht lernen, etwas zu unterlassen. Ja, ich weiß, das ist ein ziemliches wenig vereinfacht. Aber: wenn Hundi nicht auf den Rückruf reagiert, dann liegt das daran, dass ihn irgendwas in seiner direkten Umgebung gerade extrem dafür belohnt, dass er eben gerade nicht "kommt" (dieses Phenomen wird von Prof. David Premack studiert, seit Jahrzehnten). Der HuHa als Trainer MUSS dieses "irgendetwas" unter seine Kontrolle kriegen, sonst hat er verloren.
So wie Du es geschrieben hast - vielleicht war es ja nicht ganz so gemeint - klingt es so, als würde die Schleppleine Wunder vollbringen. Das macht sie aber nicht.
Nein, das war so nicht gemeint, und das habe ich meiner Meinung nach in dem Beitrag mit dem "Krücken"-Beispiel klar gestellt. Die Schleppleine macht nicht, dass der Hund spontan das Verhalten ändert. Aber sie verhindert eindeutig, dass der Hund sein Verhalten (nicht kommen) festigen kann, indem er es konsequenzslos wiederholen kann. (wobei, bei zweiten lesen: es ist ja eben NICHT konsequenzlos - nur ist ds eben die von Hund gewünschte nicht die vom Menschen benötigte Konsequenz... )
Im Prinzip macht man mit Schleppleine alles ganz genauso, wie ohne Schleppleine, wenn man das Prinzip mal verstanden hat. JA!!!!!
Also kann man auf die Schleppleine aus trainingsmethodischer Sicht auch verzichten.
Die Schleppleine ist m.E. mehr ein das Sicherheitsgefühl des Halters steigerndes Hilfsmittel.
Jein...
In Trainingssituationen, wo man die Konsequenz des Verhaltens OHNE die Schleppleine unter Kontrolle hat (weil z.B. ein Trainigspartner irgendwie verhindert, dass der Hund sich seine eigene Belohnung nehmen kann) - dann kann man darauf verzichten.
Ja, sie erhöht auch das Sicherheitsgefühl des Halter, aber das ist eben nach meiner Ansicht nur ein angenehmer Nebeneffekt. Mir geht es um das Verhindern des Übens des unerwünschten Verhaltens.
Bei einem 17 Wochen alten Welpen würde ich ehrlich gesagt auch noch keine Schleppleine einsetzen - zumindest nicht für das Abrufen. Ausgenommen vielleicht, der Hund würde so überhaupt nicht folgen - was ich in dem Alter aber für sehr unwahrscheinlich halte - oder man kann sich mit dem Hund ausschließlich in ablenkungsstarker, "gefährlicher" Umgebung aufhalten.
Die Sache ist doch die: Man übt Sachen erst mal ohne Ablenkung.
Dann legt man die Sache nach draussen - und weil Hunde schlechte Generalisierer sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie am neuen Ort das Signal komplett neu erlernen müssen. Sie lernen aber nur, wenn man (verzeiht, dass ich mich wiederhole) kontrolliert, welche Konsequenzen auf ihr Verhalten folgen. Die Schleppleine ist eine (von zugegebenermaßen verschiedenen) Möglichkeit(en), diese ansonsten unfassbar ungreifbaren Konsequenzen in Schach zu halten.
Das soll jetzt kein Beitrag gegen die Schleppleine sein, denn es gibt nichts womit man den Hund sonst auf Entfernung "sichern" kann. Aber das soll klarstellen, dass man sich als HH an der Schleppleine so verhalten muß, als wäre der Hund abgeleint. Erst wenn man das begriffen und auch praktisch umgesetzt hat, wird der Hund später auch ohne Schleppleine die Kommandos ebenso befolgen.
Das ist so richtig, dass ich es jetzt auch noch Fett markiert habe!
Volker hat dann noch geschrieben:
...aber es ist in der Tat so, dass gerade die Schleppleine hier immer wieder angepriesen wird, die Arbeit die damit aber einhergeht, in den meisten Fällen jedenfalls, unter den Tisch gekehrt wird.
Nein, das finde ich nicht. Es gibt hier schon viele Threads darüber, wann, wofür, und vor allen Dingen wie man eine Schleppe richtig einsetzt.
Zugegebenermassen, in betroffenen Thread nicht allzu ausführlich.
Und vielleicht setzte ich zu viel voraus: Ich setze voraus, dass man, wenn man noch Fragen hat, diese einfach mal stellt, und/oder an anderen Stellen nach einer Antwort sucht. Ich setze voraus, dass hier selbstständig denkende Menschen unterwegs sind, die, auf der Suche nach Hilfe, nicht nur den "Einen" Thread lesen, sondern sich durch viele andere zu ähnlichem Thema schaufeln. Ich setze voraus, dass Mensch die Fähigkeit des "Übertragens" nicht nur hat, sondern auch nutzt - nämlich das man Prinzipien z.B. wie ein Lebewesen lernt, von der Übung "Sitz" auf die Übung "Platz" übertragen kann, ohne dazu noch mal haarklein beschriebene Anleitungen zu benötigen.
Setze ich zuviel voraus?