Beiträge von Shoppy

    Hallo Angela,

    in Anlehnung an Murmelchens Frage, ich würde sie noch mal komplett durchchecken lassen. Die Gelenke röntgen, auf Borreliose testen, ein komplettes Schilddrüsenprofil machen lassen (den anderen fällt bestimmt noch mehr ein).

    1. Wenn Du sie nicht einschläfern lassen willst (was ja verständlich ist, jeder liebt seinen Hund!!!), solltest Du dringend einen Trainer suchen, der Euch endlich nicht nur sagt, wie man "Platz" und "Sitzt" trainiert, sondern wie man auch das "Benimm" eines Hundes so verändert, sodaß Momo vielleicht doch bei Euch bleiben kann (wenn Du mir PNst oder mails wo Du wohnst, kann ich Dir vielleicht geeignete Trainer in Deiner Nähe nennen). Es sollte auf jeden Fall einer sein, der mit positiver Bestärkung arbeitet, denn Strafe kann im Fall von Momo nur nach hinten los gehen.
    Vielleicht magst Du ja eins oder mehrere der folgenden Bücher lesen:
    James O`Heare: Das Aggressionsverhalten des Hundes
    Emma Parsons: Click to Calm
    Pamela Dennison: Bringing light to Shadow
    Pamela Dennison: How to right a dog gone wrong.
    Nicole Wilde: Der ängstliche Hund
    Du mußt endgültige Entscheidung ja gar nicht jetzt sofort treffen. Ich würde jetzt erst mal alles was trainingsmäßig geht, probieren.
    Dann würde ich mich

    2. doch noch mal mit dem Gedanke "Abgabe" beschäftigen. Es gibt ja die Dobermann-Nothilfe, da hat logischerweise man Erfahrung mit Dobis, sie können Interessenten gut beraten und wissen ganz allgemein eben über Rassespezifische Besonderheiten gut Bescheid. Ich gleube nicht, dass ein Hund nur einmal in seinem Leben eine Bindung eingehen kann. Sonst würden Tierheimvermittlungen nie funktionieren.
    Es ist durchaus möglich, dass Momo in einen völlig neuen Umfeld sich anders verhält, einfach dadurch, dass sie noch keinerlei Assoziationen mit diesem neuen Umfeld hat, und sie erst neue bilden muß!!

    Und erst wenn beides wirklich völlig sinnlos erscheint, dann würde ich noch mal über das Einschläfern nachdenken.

    Frage: sind die Schnapper, die sie gegen Euch richtet, oft in Situationen, wo sie etwas (Knochen, Essen, Spielzeug) hat, das sie gegen Euch verteidigen möchte?

    Zu dem Tip mit dem Haken: den empfehle ich auch! Denn so sind Eure Gäste sicher, Ihr könnt Euch deshalb entspannen, und wenn Ihr Euch entspannt, kann Momo es auch - die Emotionen übertragen sich immer: wenn Ihr angespannt seid, merkt sie das ganz klar!

    Hallo Jassex,

    das mit dem "Guck, da da kommt ein Hund" mache ich auch!

    Ganz zu Anfang fordere ich aber keinen Blickkontakt ein. Da gibts Freie Buffet einfach nur WEIL ein anderer Hund auftaucht. Eine Gegenleistung (Sitz. Platz, Schau) muß da noch nicht erbracht werden.
    Das trainiere ich in "Reizfreien" Situationen.
    Wenn beides klappt (also der Hund beim Anblick eines anderen Hundes von alleine nach dem Buffet "fragt" und die Alternativübungen in anderen Situationen gut generalisiert sind, füge ich beides in Babyschritten zusammen.

    Ich seh das so:
    Wenn ein Hund ausflippt, wenn er einen anderen Hund sieht, ist er im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr ganz bei sich (nämlich ausser sich!). Ich muß erst durch Klassische Konditionierung erreichen, dass die Emotion (Angst), die der Reiz (anderer Hund) auslöst, sich in eine andere Emotion (oh, lecker Essen, yummie!) verändert. Also der emotionale Zustand so wird, dass der Hund bei sich ist und überhaupt was lernen kann.
    Bob Bailey sagt: "Pavlov sitzt immer auf unseren Schultern", sprich klassische Konditionierung sticht operantes Konditionieren aus.
    Wenn Hund also "ansicht eines anderen Hundes" mit "OH MEIN GOTT ICH KRIEG PANIK" verknüpft hat, kann man operant konditionieren, bis man umfällt, es wird nix bringen, wenn man nicht gleichzeitig, oder am besten noch vorher klassisch gegenkonditioniert hat.
    Klassisch am Besten vorher, weil man sich damit schon einen Startpunkt vorbereitet, an dem man loslegen kann.

    Zitat

    Leinenführigkeit haben wir dort schon geübt, mit Begegnung anderer Hunde. Das klappt prima ... wenn ich ihn die ganze Zeit mit Leckerlies vollstopfe.
    Ich verstehe aber zum Beispiel nicht, was der Hund dabei lernen soll. Er wird unentwegt mit den Leckerlies bombardiert, merkt den anderen Hund noch nicht mal, weil er so aufs fressen konzentriert ist ...

    Es kommt ein bißchen darauf an, in welcher Reihenfolge dort was geschieht.

    1. Wenn er erst den anderen Hund wahrnimmt, und DANN ein Leckerchen bekommt, wird er verknüpfen, dass es toll ist einen anderen Hund zu treffen, weil das den Futterautomaten (Dich) startet.

    2. Wenn er ERST ein Leckerchen in den Mund geschoben kommt, kann es sein, dass er a.) den anderen Hund gar nicht bemerkt -> NULL Lerneffekt.
    oder dass er b.) anfängt, das Leckerchen als Signal verknüpft für, "ups, da kommt jetzt ein anderer Hund!" Und je nach dem, wie er andere Hunde nun findet, löst das Signal "Leckerchen" auch die Emotion mit aus die zum "Ups, da kommt ein anderer Hund" dazu gehört.
    Wenn er also Angst vor anderen Hunden hat, und das Leckerchen das Auftauchen von Hunden ankündigt, dann wird er anfangen, vor dem Leckerchen angst zu bekommen...

    Also: auf die Reihenfolge achten! gib in die Suche "systematische Desensibilisierung", "Gegenkonditionierung" und vielleicht noch Pendeltraining ein, und ließ alles dazu was Dir vor die Nase kommt!

    Hallo Björn,

    ich würde das so üben, wie von Silvia beschrieben.
    Ich clickere sowohl ruhiges Ansehen eines anderen Hundes (oder eben des bedrohlichen Reizes, was immer der sein sollte) UND Blickkontakt.
    Das schließt einander nicht aus. Im Gegenteil!

    Das Anschauen clickere ich, weil ich die EMOTION, die der Reiz auslöst (Angst, Unsicherheit, etc) verändern will - das ist Klassische Konditionierung! "Böse Hunde" öffnen das Buffet...
    Blickkontakt clickere ich, weil ich ein VERHALTEN, das dem Reiz folgen soll, verstärken will - das ist operante Konditionierung.

    Weil Du ja mit Emma schon einige Zeit trainierst und sie daher gut kennst, könntest Du so eine Art Pendeltraining machen:
    DAzu brauchst Du einen Menschen mit einem möglichst fremden, ruhigen "bösen" Hund. Den stellst Du irgendwo in die Landschaft. DAnn bewegst Du Dich mit Emma auf ihn zu. Während Emma auf ihn zu geht und ruhig bleibt gibts Leckerchen (die besten der WElt, die es nur zu diesem Anlass gibt und in obszönen Mengen!). Merkst Du die allerersten Zeichen der Anspannung, umdrehen, Leckerchen-Geben stoppen, entfernen. Geh zurück auf die Ausgangsdistanz und wenn Emma wieder ganz ruhig und entspannt ist, machst Du einen neuen Anlauf.

    Der Vorteil: Emma ist in Bewegung, "kontrolliert" aber die Entfernung. Dabei macht sie ausschließlich positive Erfahrungen: sie muß nicht näher heran, als sie will UND bekommt "Kaviar" dafür.
    Ich erklär hier jetzt nicht den ganzen GEneralisierungs-Vorgang, den wirst Du selber ableiten können -> Näher ran, anderer Hund, andere Ablenkung, größeres Tempo, größerer Hund
    Soweit war das der "Klassische Konditionierungs-Teil" - wenn sie also die Hunde dann auf kleinere Distanzen gut handeln kann, fragst Du Übungen ab.

    Sprich, erst gibts Leckerchen für blosses "sein", dann gibts Leckerchen für Arbeiten im "Angesicht".


    Umgedreht geht es auch: Du stehst mit Emma und fütterst, während sich ein "böser" Hund nähert. Spannt Emma sich an, "befiehlst" Du dem anderen den Rückzug und stoppst das füttern.

    Ich würde das sogar abwechseln. Eine Session mit einer Bewegten Emma, 15 Min Pause mit entspannendem MAssieren, eine Session mit einer stationären Emma. Feierabend!

    Zitat

    Bachblüten?? Mhhh.. wofür denn??

    Ne also erwähnt haben die das nicht! Muss schon sagen, find ich ganz schön dumm, denn das is ja schon wichtig!

    Ich finde das okay, das die nicht sagen "bei Hundeproblem xy gibt man 4x4 Tropfen von Bachblüten cz.
    Ich denke, dass das auch jeden Hund ganz individuell abgestimmt werden muß.

    Ja, ich finde auch, dass das mit dem Zeitraum bis zum Folgebesuch hätte man präziser formuliert werden könnte.

    Toll würde ich finden, wenn vielleicht zwischen den einzelnen Fällen immer einige besondere Trainingsmaßnahmen (wie z.B. die Targetübung zum "Komm" bei Schröder oder das Lockere Leine gehen bei "Teisen") noch genauer beschrieben würde. Wie der genaue Ablauf von Signal, Leckerchen Handbewegung etc ist. WARUM der Ablauf so ist, und wieso das ganze wichtig ist!

    Aber im großen und ganzen ist das die vernünftigste Hundesendung die ich die letzten Jahre gesehen habe.

    Wenigstens hatten alle drei Damen Ahnung vom Clicker, positiver Bestärkung und darüber, dass Hunde, die Unfug treiben gelegentlich einfach unterfordert sind und nicht die WEltherschaft anstreben, oder ihr Sofa-Fressen-Hobby aus reiner Bosheit ausüben.
    Ich fands sehenswert...

    Hallo Nase-,

    kennst du das "Antijagdtraining für Hunde" von Pia Gröning?
    da wirst Du wichtige Hinweise drin finden, wie Du weiter trainieren kannst.
    Das meiste machst Du ja schon, und auch richtig.
    Das mit dem Belohnen bei verspäteten Rückruf ist so eine Sache.
    "Eigentlich" belohnte man ja auch das "erst mal weg bleiben".
    Ich sehe es so: Wenn ein Hund nicht kommt hat das verschiedenste Ursachen, selten ist "purer Widerwille" der Grund.
    Bei Deinem Hund hört es sich so an, als ob er da gerade mächtigen Spaß hat, wenn er durch den Wald sausen kann - er will rennen, rennen, rennen.
    Ich glaube, jeder weiß, wie schwer es ist, sich von einer Lieblingsbeschäftigung loszureissen, wenn man stattdessen "arbeiten" soll.
    Ich bin daher ehr nachsichtig, wenn ein Rückruf mal nicht so geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt habe, obwohl ich ja selber ein verfechter des "Übung macht den Meister" bin - und mein Hund übte dort gerade nicht den perfekten Rückruf - ich aber auch nicht... Denn ich habe wohl entweder vorher gepennt, oder als ich rief nicht erkannt wie hoch die ERregungslage des Hundes ist.
    Wie immer, gibt es nicht die alleseeligmachende Lösung - nur Du kannst sie finden. Vielleicht ist es gut, wenn er zwischen den einzelnen Freirennphasen eine Weile an der Leine gehen "muß".
    Gut finde ich Deine Methode mit den vielen kleinen Aufgaben zwischendurch - das wende ich auch selber an!
    Wenn der Crispel ziemlich weit weg ist, oder so aussieht als hätte er irgendwas auf der Naht, versuche ich den Rückruf so zu timen, dass er entweder noch ansprechbar ist, oder ich warte bis er wieder ansprechbar ist. Letzteres kann man durch verschiedene SAchen versuchen "herzustellen". z.B. durch schnelles Laufen in die entgegengesetze Richtung. Ich rufe gene mal "grundlos" ab, weil er mich eh gerade ansieht - oder sowieso gerade in meine Richtung unterwegs ist.
    Auch rufe ich ihn manchmal mit der Pfeife (das ist sein Supersignal) ab - und er bekommt ein Katzen-Nassfutterbeutelchen. Das mache ich auf manchen Spaziergängen auch bis zu drei mal in relativ kurzen Abständen.
    Dann ist er meistens extrem aufmerksam, weil er süchtig nach diesem Katzenfutter ist.
    Vielleicht findest Du auch eine Möglichkeit, wie Dein Hund "kontrolliert" rennen oder "jagen" kann - dazu gibt es auch Anregungen in o.g. Buch.
    WEnn er ein Windhundmix ist, ist vielleicht Coursing was für ihn, oder Du machst was in Richtung Cani-Cross... Dabei kann er rennen, muß dich aber quasi "Mitnehmen"...

    Zitat

    Da hast du mich wohl falsch verstanden. Sie findet weder Schuhe noch Spielzeug o.ä., wir haben all diese Dinge weggeräumt um ihr eben erst gar nicht die Gelegenheit dazu zu geben.
    Sie hat Kauspielzeuge: einen Knoten, einen Kauknochen, einen Ring aus Hartgummi...


    Gut!!


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    Siehe meine Erklärung an sara: sie hat ihren festen Platz, der wie beschrieben eingerichtet ist, den sie auch oft freiwillig aufsucht und dort teilweise 1-2 Stunden schläft.
    Wie kann ich ihn noch interessanter für sie machen?


    Indem Du sie lobst und mit Leckerchen belohnst, wenn sie dort liegt. Du kannst auch häufig das "Geh auf Deinen Platz" mit Futterbelohnung üben, auch das wertet den Platz auf.
    Du kannst Dich zu ihr setzen, wenn sie im Körpchen ist und sie im Körbhcnen Streicheln und kraulen. Du kannst ihr einen "Körbchen-Kong" füllen - einfach einen Kong mit dem Leckersten Etwas füllen, das sie sich vorstellen kann und den gibt es dann nur im Körbchen. Du kannst ihr im Körbchen Leckerchen verstecken, wenn sie gerade wo anders ist, damit sie es findet, wenn sie wieder hingeht und so gerne von alleine dort vorbeischaut, ob wieder was dort versteckt ist. Und bestimmt fällt noch jemandem was anderes dazu ein....


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    Würde sie das denn verstehen? Ich befürchte, daß sie das schlecht unterscheiden wird können, so daß sie, auch wenn wir auf der Couch sind, immer wieder versuchen wird auch hinaufzukommen.

    Ja, dass versteht sie schon, dazu mußt Du halt fleißig "runter" üben und "runter" logischerweise stark belohnen.

    Ein Problem würde ja erst entstehen, wenn sie drauf ist, und sich nicht runterschicken ließe und dann z.B. anfängt Euch zu "korrigieren" indem sie z.B. knurrt.
    Wenn Du aber sowohl ihr Körbchen schön aufgewertet hast, als auch fleißig "runter" geübt hast, dann wird es dazu nicht kommen.


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    Kann es übrigens sein, daß sie so wild auf die Couch ist, weil sie in ihrem alten Zuhause bei Mama und Geschwistern auf die Couch durfte? Die Welpen lebten zusammen mit alle erwachsenen Hunden im Haus, alle durften anscheinend ungehindert auf die Couch.


    Ja, natürlich!
    Der Hund ist ein ebenso "schlimmes" :D Gewohnheitstier, wie der Mensch.