Beiträge von Shoppy

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    Mir ist schon klar was du sagen willst, aber ich sehe es halt anders und würde niemals in einer Angstsituation, die so extrem ist wie dargestellt, versuchen wollen, diese schön zu füttern oder schön zu kuscheln oder zu spielen oder was auch immer.


    IN einer soclhen Situation kannst du auch gar nichts mehr "Schönfüttern", denn da würde eh kein Futter mehr angenommen werden.
    Ein wesentlicher Bestandteil der klassischen Gegenkonditionierung ist, dass man so trainiert, dass die Stärke des Reizes gering genug ist, dass der hund sie warnimmt, aber bewältigen kann.
    Das kann man durch verschiedene Maßnahmen erreichen. z.B. durch größeren Abstand, oder dadurch dass man versucht, den GEsamtreiz in verschiedene Bestandteile zu zerlegen (z.B. Hund hat Angst vor großen Männern mit komischer Kleidung kann man zerlegen in kleinere Männer´, abgewand stehend, "normal" angezogen.)
    MAnn kann auch einen Sinneseindruck "ausschalten" in dem man z.B. mit einem Calming Cap arbeitet. So kann der Hund den Reiz riechen und hören aber nicht sehen.

    Immer hilfreich sind konditionierte Entspannungssignale, die man auch mit besonderen Gerüchen (z.B. DAP oder Lavendelduft) kombinieren kann. Und natürlich Körperbänder oder T-Shirts durch deren Tragen das Hormon Oxitozin ausgeschüttet wird, das eine beruhigende Wirkung hat (das wird übrigens auch bei fester Massage/Streicheln freigesetzt, daher ist Streicheln, wenn man es den leicht und fusselig und nervös zut, sondern mit festen langsamen ruhigen Zügen sehr wohl hilfreich bei Angst.

    Zitat

    Das ist es doch was ich sagte, wenn man den Hund in der Situation bei dem Reiz x tröstet, dann wird der Hund bei Reiz X immer wieder das Verhalten zeigen...

    Das hast Du geschrieben. Ich weiß!
    Du hast eber immer noch nicht den unterschied erkannt.
    Ich kann mich entscheiden zu zittern. Ich kann mich nicht entscheiden, Angst zu haben um dann zu Zittern.

    Und mal ganz im Ernst, wer würde sich, selbst wenn er die Möglichkeit hätte, entscheiden, Angst zu haben.


    Worauf ich hinaus will:
    Die Emotion (hier, Angst) ist an einen Auslösenden Reiz gekoppelt.
    Das ist wie bei Pavlov, Klingel, Futter, Sabbernde Hunde.

    Das Futter würde immer Sabbern auslösen, sofern jedenfalls der Hund etwas Hunger hat.
    Man kann sich aber nicht "entscheiden" zu speicheln. Man muß sich dazu wenigstens sein Lieblingsessen vorstellen.

    Wenn man jetzt die Emotion (und nicht das daraus resultierende Verhalten) behandeln möchte, muss man den Angsauslösenden Reiz mit etwas für den Hunde extrem positiven Verknüpfen.
    Mathematisch und in anlehnung an Pavlos klassische Konditionierung würde das in etwa so aussehen:

    böser Reiz --> Angst
    böser Reiz + extrem Angenehmes Etwas --> etwas weniger Angst

    Noch deutlicher wird es eigentlich, wenn Du Das RICHTIG mathematisch darstellst.

    Angst ist ein negatives GEfühl, deshalb ist
    Reiz = -50
    extrem Angenehmes = + 2
    Um die Gleichung nun "auszugleichen" mußt Du mindesten 25 mal den Bösen Reiz mit "etwas extrem Angenehmen" kombinieren.
    Strafe ist auch negativ, würde die Gelcihung also noch weiter in die Roten Zahlen reissen und "ignorieren ist bestenfalls Null, bringt also bestenfalls keine Veränderung.

    Mit dem "Souveränen" Ignorieren würde man alsobestenfalls darauf hoffen, dass beim Hund eine Gewöhnung eintritt.
    Dummerweise ist es aber in der Natur so geregelt, dass man sich nur schlechte an aversive oder potentiell Gefährliche Sachen gewöhnt, denn das wäre u.U. mit dem Leben zu bezahlen. --> Angst zu haben und zu behalten und weiter zu vererben macht aus sicht er Evolution Sinn, denn die zu Mutigen sind eben nicht vorsichtig genug, Gefahren aus dem Weg zu gehen.

    es kommt mir ziemlich viel vor.

    ich nehme mir meistens eine oder zwei verschiedenen Übungen vor, und mache die dann über den Spaziergang verteilt ein paar mal.

    Ridgebacks sind ja auch bekannt dafür, dass sie schnell das interesse an Sachen verlieren, wenn sie es zu häufig wiederholen sollen.

    zu den "gelpanten" Übungen mache ich dann noch, je nach dem was mir so unterwegs einfällt, ein paar alberen Hundetricks. Halt so, dass er alle paar hundert Meter irgendwas mit mir machten "muß". Dafür gibts dann verschiedenste Belohnungen, Leckerchen (in verschiedener "Güte"), oder ein "hüpfspiel", weil der Gute ein flummyhund ist, und es LIEBT, wenn Frauchen mit ihm albern in der Gegend rumspringt. Ich schick ihn rennen (another favourite) oder schnüffeln, oder mit anderen Hunden spielen, oder löcher graben, oder was er sonst noch gerade so vorhat (ich versuch immer zu sehen, was er an dem Tag gerade besonderst gerne macht, damit ich genau das als Belohnung nehmen kann.

    Also wenn ich am Stück 2 Stunden mit ihm unterwegs bin, gibts vielleicht 15 Minuten (verteilt auf mehrere "Sessions) die vorgeplanten Übungen, ca. weitere 20-30 Minuten sind Hundetricks, auf Baumstämme klettern und balancieren, rumalbern und so ein Gedöns. Der Rest ist "freizeit" für den Hund.

    Ich sags jetzt auch noch mal.

    Du mußt die Konsequenzen ihres Verhaltens unter kontrolle haben.
    Sprich, Du mußt verhindern können, dass sie sich mit was selbst belohnt, was sie lieber mag, als die Belohnung, die sie von Dir bekommen "könnte".

    Du mußt weiterhin kreativer werden, mit dem WIE und WOMIT Du sie belohnst. Wenn sie lieber an einem Busch schnüffelt als sich ein Leckerchen abzuholen oder mit Dir zu spielen, dann gestalte die Übung so, dass sie als Bleohnung anm Busch schnüffeln darf.

    Ich glaube auch, Du hast unterwegs Trainingsschritte ausgelassen. Nich unbedingt in der "Sitz" Übung, aber im Aufmerksamkeitstraining...

    Hallo Andrea,

    Du mußt es erstmal schaffen, dass der Hund von seinem Dauerstreßpegel wieder runterkommt. Ich würde ihn dazu erstmal NICHT mehr überall mithinnehmen und wenn dann nur an geräuscharme, ruhige Orte.
    Bei Streß, Angst, etc. werden Hormone ausgeschüttet, die teilweise (je nach Hormon) mehrere Tage brauchen, um wieder aufs normale Level abgebaut zu werden.
    Im Moment schaufelst Du Dir also einen Riesenberg an Streßhormonen in den Hund, und der kommt mit dem abbau nicht hinterher...
    Auch Besuch von Fremden sollte erst mal eingestellt werden und falls es doch notwenig sein sollte, sollte der Hund tatsächlich die Möglichkeit haben an einen sicheren Ort auszuweichen.
    Ich würde:
    Den Hund komplett tierärztlich durchchecken lannser, besonderst ein großes Schilddrüsenprofil!!
    Ein Entspannungssignal konditionieren
    Ich würde mich beim TA beraten lassen ob DAP helfen könnte
    Ich würde bei einem guten THP nachfragen, ob man homöopatisch helfen könnte.
    Ich würde mit Tellington Ttouch anfangen (incl. T-shirt und oder Körperbändern)

    Flennel ist nicht empfehlenswert, denn sie beruft sich in ihren Aussagen auf wissenschaftlich längst völlig überholten Beobachtungen an Gehegewölfen, bzw. auf Fernsehdukumentationen über freilebende Wölfe.
    Hunde sind aber weder Gehegewölfe, noch sind sie wildlebende Wölfe.
    Hunde sind domestiziert, das heißt, sie sind mehrere Jahrtausende lang über unzählige Generationen an das Zusammenleben mit Menschen angepasst und zeigen daher Verhaltensweisen, die nur in diesem Lebensraum Sinn machen.

    Wenn man schon Bücher empfiehlt, sollten das welche sein, die auf wissenschaftlich nachgewiesenen Erkenntnissen beruhen.
    Hier würde ich "DAs andere Ender der Leine" von Patricia McConnell und "Hunde sind anders" von Jean Donaldson empfehlen.

    ausserdem sollte man sich "DAs Alpha-Syndrom" von Anders Hallgren gönnen!