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Mir leuchtet nur nicht ein, wie der Hund lernen soll nicht aufs Sofa zu gehen, wenn sie an der Leine ist?!
Nun ja, dadurch lernt sie tatsächlich nicht NICHT auf Sofa zu gehen, aber NICHT kann man eh nicht beibringen, denn NICHT ist kein Verhalten...
ABER: Wenn sie die Gelegenheit hat, aufs Sofa zu gehen, wenn sie das möchte, übt sie eben genau dieses Verhalten.
Du mußt also 1. Das Unerwünschte Verhalten so verhindern, dass es nicht weiter eingeübt werden kann. und 2. ein Ersatzverhalten eintrainieren (z.B. "im Hundebett liegen").
Da Du nicht 24/7 üben kannst, kann die Leine oder die Box in der "Übungsfreien Zeit" - wenn Du z.B. gerade nicht aufpassen kannst, verhindern, dass sie "auf dem Sofa liegen" übt und festigt.
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Sitz und Platz kann sie schon lange, auch draussen. Wenn sie aber wild wird, dann vergisst sie alles. Sie sitzt nicht mehr, sie legt sich nicht mehr hin.
Das ist doch schon mal ein Anfang - und auch normal: Hunde sind schlechte Generalisierer, dass heißt, sie lernen nicht automatisch, dass "Sitz" IMMER heißt "Popo auf die Erde senken" - für sie ist "Sitz" im Wohnzimmer ganz was anderes als Sitz vor dem Einkaufszentrum, oder auf dem Hundeplatz, oder wen Fahrradfahrer vorbeisausen, oder auf dem Bahnsteig, oder, oder, oder. Das wiederum bedeutet, dass sie das in neuen Situationen auch erst neu lernen muß. "Neue Situation" heißt, nicht nur neuer Ort, sondern auch andere Arten von Ablenkung - erst wenn sie "Sitz" in vielen, vielen, vielen verschiedenen Situationen "von der Pike auf" gelernt hat, fängt sie an zu begreifen, dass "Sitz" auch tatsächlich immer das selbe bedeutet!
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Hm, was ist denn Tellington Touch?
Linda Tellington-Jones ist eine bekannte Trainierin, die sich viel damit beschäftigt hat, wie bestimmte Berührungen im Tierkörper bestimmte Reaktionen auslösen. Sie verwendet verschiedene "Massagegriffe", um auf das Nervensystem entspannend einzuwirken. Sie benutzt auch T-Shirts und/oder Körperbänder, diese üben leichten Druck auf den Körper aus, was bewirkt, das Hormone ausgeschüttet werden, die entspannend wirken. Ausserdem gibt es bestimmte Bodenarbeitsübungen, die die Konzentration des Hundes fördern.
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Und wie übe ich mit ihr ein Entspannungssignal?
Das geht so: WENN die junge Dame ruhig und entspannt ist (kurz vor dem Eindösen...), sagst Du leise "ruuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuhiiiiiiiiiiiiig" oder "eaaaaaaaaaaaaasy" oder so was.
WEnn Du Dich über Tellington Touch informiert hast und die kleinen Massage-Griffe ein wenig geübt hast, und sie das nett und entspannend findet, kannst Du das gewählte Wort auch während der Touch-Sessions sagen. Wichtig ist, dass Du es sagst, wenn sie entspannt ist, nicht, damit sie sich entspannt (jedenfalls anfangs).
Durch dieses wiederholte gemeinsame Auftreten von dem Entspannungssignal und dem entspannten Körpergefühl, lernt sie, das Wort mit dem Zustand zu verknüpfen.
Wenn sie das in der Wohnung angefangen hat zu verstehen (Du leitest eine TTouch-Session mit dem Entspannungssignal ein und Du erkennst, dass sie sich gut daruaf einstellt...), mußt Du das Entspannungssignal nach draussen "generalisieren" - am besten zunächst an Orten, die sie eh gar nicht aufregend findet. Wenn das Entspannungssignal gut verknüpft ist, bewirkt es sozusagen ein tiefes Einatmen, wenn Du es sagst, während sie gerade hochfährt - sie wird nicht umfallen und einschlafen, es ist mehr so ein "oooh, muß ich mich gar nicht so aufregen, ja okay!!" Das gibt Dir bessere Chancen, dass ein "Sitz" oder anderes Signal dann auch ausgeführt werden kann.
Das ist was was noch nicht in allzuvielen Weplengruppen/Hundeschulen gelernt wird: Das der Anblick von anderen Hunden, neuen Ablenkungen, neuen Situationen nicht notwenigerweise heißt, dass man abhebt vor Aufregung, sondern, dass man sich das auch erst mla in Ruhe ansehen kann UND auch noch weiterhin mit seinem Menschling zusammenarbeiten kann.
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Genau, dass mit den Leckerchen in der Box haben wir auch gemacht. Sie interessiert sich gar nicht dafür. Überhaupt mag sie das gar nicht mehr. 
hast Du das Leckerchen in die Box geworfen - als Lockmittel, oder hat sie das Leckerchen bekommen, WEIL sie in die Box gegangen ist - das ist ein wichtiger Unterschied!!
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Und ausserdem meinte er, sie soll nicht mehr so viel schlafen? Ich dachte eigentlich, sie würde zu wenig schlafen, so wie manche es vermutet haben. Aber wenn sie halt müde ist?! 
Verstehe ich jetzt auch nicht so ganz - mein Hund verschläft ca. 20 Stunden pro Tag, mehr macht ihm aber auch nix... Am besten fragst Du deswegen einfach noch mal nach - ist ja kein Verbrechen, wenn man was nicht verstanden hat. Und wenn er Dir das nicht schlüssig erklären kann, mußt Du es ja auch nicht umsetzen. Er ist der Fachmann, es ist seine Aufgabe, auch das "Warum" zu erläutern.
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Noch etwas: Besonders seit gestern Abend ist mir aufgefallen: Wenn ich mit ihr alleine bin, versteht sie, dass sie runter vom Sofa soll, versteht sie, dass sie in ihr Körbchen soll, denkt weder ans Zähne zeigen, noch ans beißen.
Wenn allerdings mein Bruder dabei ist, wird alles und jeder angesprungen, geschnappt, halt dieses Verhalten. Gestern Abend war er in der Küche, ich im Wohnzimmer... Sie hat etwas gespielt, und hat dann geschlafen. Kann sie ihn nicht leiden, oder was hat das damit zu tun?
Das kann auch einfach das oben schon erläuterte "Hunde generalisieren nicht besonders gut"-Problem sein. Jetzt hat sie verstanden, dass Deine Anwensen heit bestimmte Regeln geltend macht. Nun muß sie noch lernen, dass die IMMER gelten, egal wo, wer, wie wann oder was auch immer anders ist als sonst...