Knurren ist Kommunikation
Stell Dir vor, Du bist beim Essen in einem teueren Restaurant, Kellner kommt und nimmt Deinen Teller weg. Deine natürliche Reaktion wäre wahrscheinlich, ihm zu sagen, er solle die Finger wegnehmen, oder.
Oder Du bist beschäftigt und ein Freund will Dich irgendwohin mitnehmen und zerrt Dich vom Stuhl. Du sagst, bitte lass mich das noch gerade fertigmachen...
Nichts anders ist Knurren. Nich mehr und nicht weniger. Es ist eine Information vom Hund an Dich. Es ist KEIN perönlicher Angriff, Übergriff, oder sonstwas.
DAs Problem ist, dass Mensch und Hund unterschiedliche Kommunikationssysteme haben, und Mensch eben nicht notwendigerweise sofort versteht, was "grrrr" gerade wirklich heißt. Deshalb kann man in genau der Situation eben nichts anders machen, als zumindest auf weitere Konfrontation (am Kragen packen, in die Augen starren, androhen...) zu verzichten.
Da der Mensch angeblich aber schlauer ist als der Hund und sein zukünftiges und vergangenes Tun analysieren/planen kann muß man eben versuchen herauszufinden, was "grrr" bedeutet (in der Situation) und dann Wege finden, das Hund es in ähnlichen Situationen nicht wieder für nötig hält "grrrr" zu sagen.
Ich gehe IMMER erst mal davon aus, dass, knurrt mich ein Hund an, er es tut, weil er nicht verstanden hat, warum jetzt gerade irgendetwas mit ihm geschieht (und er das daher nicht will).
Ich finde, dass ich in der Mensch-Hund-Beziehung dafür verantwortlich bin, dem Hund an konfliktfreies Leben zu ermöglichen, daher ist es mein Job, dem Hund zu erläutern (durch Training) was okay ist, und was nicht.
Und (wichtig), wenn ich erkenne, dass ein Hund irgendetwas nicht leisten kann, dann darf ich es nicht verlangen.
z.B. ist Ressourcenverteidigen ein ganz normales Hundeverhalten. Sagt Hund "grrr" wenn er denkt, ich wolle ihm seinen Knochen stehlen ist das also völlig normal. Da es aber berechtigte Gründe gibt, die es nötig machen könnten, dass ich ihm irgendwann mal einen Knochen, ein Spielzeug, oder irgendwas potentiell gefährliches wegnehmen muß, muß ich sein normales "Programm" um eine Information erweitern.
Nämlich die, dass Menschen gelegentlich Sachen haben wollen, aber extrem großzügig sind und dafür etwas im Austausch geben.
Nicht immer ist, zugegebenermaßen, der Grund für ein Knurren 1. so leicht zu verstehen und 2. so leicht zu beheben, wie beim Verteidigen von Ressourcen.
Nur eines habe ich gelernt: je mehr man Hunde einschränkt oder man könnte sagen frustriert, desto mehr muß man mit garstigen Nebenwirkungen rechnen.
Man KANN Hunde sehr wohl einschränken, aber man sollte es eben auf die nette weise tun, und so, dass es sich für sie auch lohnt. Dann geht es Problemlos!