Beiträge von Shoppy

    Wenn sie schon verstanden hat, dass hund an der Leine nicht zieht, stelle ich es mir es eigentlich einfacher vor - da hat sie die Begrenzung, die So eine Leine produziert ja schon akzeptiert.

    Was ich auch gelegentlich mache ist "sitzen" auf einem umgestürzten Baumstamm oder einem großen Stein, oder auf einer Bank - eben irgend einem klar definierten "Ort" - den kann man verwenden, wie die "Deckenbegrenzung" - Wenn man viele verschienden Orte nimmt, generalisiert sich das "egal wo" schön schnell rein.

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    Die Variante mit Leine werde ich nur im Notfall nutzen, bisher hat eigentlich alles über clicker ohne "Gewalteinwirkung" funktioniert.

    Ah, wenn Du clickerst, kannst Du ausserdem spontanes Sitzen einfangen: Click sie an, wenn sie sich irgendwo hinsetzt, warum, wo wie ist egal.

    Wobei, ich finde ja nicht, dass "anleinen" "Gewalteinwirkung" ist - die Leine verhindert ja nur das hinterherdackeln. Nur aussschleichen muß man sie dann irgendwie.

    Manche üben das auch gerne hinter einem Zaun und schleichen dann diese auch recht starke Barriere aus.

    Manchmal ist es auch hilfreich, wenn man mehrere Ansätze zum gleichen Lernziel übt, weil damit klarer wird, worauf mensch hinaus will - gerade wenn man verschiedene Hilfsmittel wieder ausschliechen muß - wenn man verschiedene benutzt hat, hat der Hund schon beim benutzen der Hilfsmittel (Decke, "Warte", Zaun oder Leine") die Möglichkeit, herauszufinden, was die gemeinsame Schnittmenge ist: Mensch steht auf Distanz, Mensch sagt "Sitzen" Hundepopo senkt sich auf Boden...

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    mmh lernt denn der Kleine dadurch was falsches wenn ich mit ihm in der Gruppe gehe??? Wir versuchen schon immer den Großen umzulenken wenn er gerade auf den kleinen stiert und er lässt sich dann auch immer abrufen. Nur wenn er schon beim unterwerfen ist dann ruft sie ihn nicht, damit er nicht ihre Aufmerksamkeit als Bestätigung bekommt oder so.


    Naja, das kommt darauf an, was er denn für weitere Erfahrungen da sammelt.
    Wenn er weiterhin "aus dem Hinterhalt" von einem Großen "angefallen" wird, wird er vielleicht lernen, dass große Hunde doof und potentiell gefährlich sind.
    Gut ist, dass Ihr schon versucht umzulenken. Ich würde aber auf jeden Fall abrufen, wenn er schon dabei ist, oder ihn von anderen Hund abpflücken. Man kann das ja relativ "geschmacksneutral" tun, wenn man denkt, das das sonst als Belohnung aufgefasst werden könnte.
    Andererseits: wenn ein Verhalten bis zum Ende ausgeführt werden kann (und das passiert ja, wenn er nicht abgerufen wird) belohnt er sich sowieso selber - die Frage ist, welche Belohnung ist die stärkere.
    Dazu könnte man mal gucken, was denn die Motivation in dem Moment ist (denn wenn die Motivation befriedigt werden kann, ist das die stärkste Belohnung, die in der Situation möglich ist) - Was möchte der große Rüde in dem Moment: Frauchens Aufmerksamkeit, oder den kleinen Rüden unterwerfen?? Ich denke die Antwort darauf ist eindeutig...


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    Wirklich vermeiden lässt sich das wohl nur, wenn ich gar nicht mehr mit der Gruppe gehe nur dann bleibt gar keine Gruppe mehr, da es in der anderen ähnliche Probleme gibt. Dort wurde allerdings der andere Hund (größer aber jünger) sofort mit Geschrei weggezogen, unterworfen beschimpft, was nun zur Folge hat, dass meiner sich den anderen immer schon mit Abwehrknurren auf Abstand hält, wenn er ihn nur sieht, da beide ja nie geklärt haben, wie sie miteinander umgehen sollen.

    Dann bleib lieber in der Geschreifreien Gruppe. Am leichtesten wird es sein, wenn ihr einfach mal absprecht, wie Ihr noch besser mit solchen Situationen umgehen könnt - der Anfang ist ja gemacht, die Halterin versucht ja schon, die Ansätze zu verhindern. Vielleicht kannst Du sie überzeugen, dass sie auch, "wennst passiert" eingreift.
    Du kannst aber auch was tun: Du könntest darauf achten, dass Dein Hund den Hundedamen nicht so sehr auf den Pelz rückt, wenn der andere gerade "in schlagweite" ist. Ruf ihn ab, mach ein kleines Spielchen, frag einen Trick ab und lenk seine Aufmerksamkeit auf was anderes. Dann hat der "Große" auch keinen Grund mehr, "ausfällig" zu werden.


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    Was wäre denn normales Verhalten, wenn beide Rüden in einer Gruppe laufen? Und wie gesagt meiner ist schon frech, nicht direkt zu dem anderen Rüden aber so allgemein.
    Shoppy der letzte Absatz von dir ist sehr hilfreich danke!!!


    Das Ding ist: es ist normales Hundeverhalten! Von beiden Rüden. Deshalb ist es ja auch so leicht zu sagen "die machen das..."!
    Das andere Ding ist: Hunde leben nicht mehr wie Wölfe in festen Rudelstrukturen: die beiden Rüden gehören nicht in ein Rudel - sondern (Teile) ihrer jeweiligen Rudel treffen sich gelegentlich zum gemeinsamen Spatzieren gehen (wie wolfsähnlich ist das denn, bitte schön? die Würden sich plattmachen!!!). Wir wollen also einerseits, dass sie sich "natürlich" benehmen, machen aber andererseits die Situation völlig künstlich. Und WEIL diese Situation künstlich ist, müssen wir eben "künstliche" Regeln aufstellen, damit es nicht zu blutigen Konfikten kommt.
    Ich finde die Regeln "der Große darf den Kleinen nicht "plätten" UND der Kleine darf seine Nase nicht zu tief in die Hündin bohren" sind hier einfach ein Mittel, damit man gemeinsam spatzieren gehen kann - das klappt, wenn sich die HuHas darüber einig sind.
    Sind sie es nicht, wird es schwierig, besonderst, wenn man der HuHa mit dem kleineren Hund ist, weil der nun mal die schlechteren Karten hat.

    In welcher Distanz fängst Du denn an?

    Ich mache es nämlich anderst herum: Erst lernt Hund ja, "Sitzen" ist, wenn ich den Popo auf den Boden senke, wenn HuHa direkt neben mir steht. Hunde "glauben", dass "HuHa neben mir steht" gehöre zum Signal dazu, wenn Du also zu weit weg bist, stellen sie das Teil, was zum Signal gehört (neben Dir stehen) erst mal her (sie kommen näher) und setzen sich dann hin.

    Dein Schnuppi hat jetzt eine vage Ahnung, dass es irgendwas mit dem Poposenken zu tun hat, aber eben auch, dass es was mit Dir zu tun hat. daher die lustige "Senkpo-Annäherung" (läßt sich da ein lustiger Trick draus formen???)

    Ich "forme" mich also Millimeter für Millimeter weiter weg, wenn ich "sitzen" übe.
    Wenn Dein Hund Dir dabei immer noch hinterher wandert, könntest Du ihm entweder eine visuelle oder körperliche Grenze setzen:
    z.B. verwende ich gerne eine Decke: "Sitzen" findet auf dieser Decke statt. Dazu lehrt man entweder vorher erst auf diese Decke zu gehen - dann kann man die Leckerchen so (auf die Decke) werfen, dass Hund das Leckerchen wieder aufsammeln gehen muß - und gibt dann ein neues "Sitzen"-Signal. Der Hund hat sozusagen "freilauf" auf der Fläche der Decke.

    Oder Du übst es, indem Du den Hund anbindest und dich dann mit Übungsfortschritt von ihm entfernst.

    Ich habe auch gute Erfahrungen mit einem weiteren Zwischenschritt: Crispel kann "Warte" - da heißt, "bleib an der Stelle, wo Du jetzt bist, bis ich Dich rufe, ich bei Dir bin, oder ich Dich mit "Okay" wieder freigebe.
    Mit dem "warte" "fixiere" ich ihn quasi an eine Ort - wenn ich dann "sitzen" sage, setzt er sich dort hin. Dazu muß das "warte" aber wirklich schon sehr gut gefestigt sein.

    Ich habe einen großen Ridgeback Rüden - und er dürfte so nicht mit anderen Hunden umspringen. Ich seh das so wie Mücke - allerdings versuche ich, solche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen, und falls es doch mal passiert (ist es bisher noch nicht) würde ich mich hoffentlich erinnern, ihn einfach normal abzurufen.

    Ich habe es hier schon häufiger mal geschrieben: ich bin gegen "die machen das unter sich aus", weil ich schon gesehen habe, wie das aussieht, wenn sie "machen". Das Ergebnis fällt nicht immer so nett aus, wie Mensch sinch das vorstellt!
    Das ist eine Gratwanderung, aber gerade weil ich einen großen Hund habe (hier in der Gegend wäre er wahrscheinlich immer der "größte") möchte ich nicht, dass er lernt, sich "größenwahnsinnig" zu benehmen.

    Der Trick ist, dass man auf das Erregungsniveau der anwesenden Hund achtet, und eingreift wenn der erste ein kleines wenig zu aufgeregt wird.
    Dadurch kann man den "Erregungspegel" in der Gruppe niedrig halten und solche Situationen entstehen gar nicht erst!

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    Ich arbeite jetzt seit ein paar Tagen mit dem Clicker mit ihr, den hat sie wunderbar angenommen und sie lernt auch sehr schnell und sehr gerne. Ich hab auch das Hier mit ihr geübt. Und zwar rufe ich "Hier" und halte ihr meine flache Hand hin und wenn sie die mit der Nase anstößt dann gibts Click und Leckerlie... klappt wunderbar in der Wohnung und auch draußen an der Leine und sogar wenn ich sie losgemacht habe, aber eben nur in den fünf Minuten.

    Naja, sie ist ja erst 11 Wochen alt - da kann man sich nioch nicht so lange konzentrieren.
    Deine "Hier"-Methode ist toll - so ähnlich mache ich das auch. Mach Das einfach weiter. Steigere langsam die Ablenkung, unter der Du das übst und mach es nur für jeweils 2-3 Minuten. Dann spielst Du mit ihr - vielleicht ein Zergelspiel oder ein kleines Rennspiel (am Besten Anfangs an der (langen) Leine, damit sie Dir nicht abzischt). Oder Du läßt sie mit anderen Hunden spielen - aber nur an absolut sicheren Orten (eingezäunte Wiese, Garten...)


    Was Du sonst noch clickern kannst, sind freiwillige Blickkontakte: Du clickst einfach immer, wenn sie dich von sich aus ansieht.
    Und freiwilliges zu Dir kommen: clicken, wenn sie zufällig näher zu Dir kommt (anfangs muß sie nach gar nicht bis zu Dir kommen - wirf ihr das Leckerchen ruhig anfangs zu) - nach und nach shapst Du dann ein immer dichteres Herankommen. (Das kannst Du auch fördern, indem Du die Leckerchen vor Dir auf die Erde wirfst).


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    Wenn Sie wegrennt dann bleibt sie meistens irgendwo sitzen und beobachtet was. Ich renne dann immer weg (in der Hoffnung sie folgt) und mach den totalen Affen, damit ich möglichst interessant für sie bin, aber vergeblich.

    Wenn das nicht funktioniert, probier folgendes: geh zu dem Ding, was sie so interessant findet (sie reagiert wahrscheinlich deshalb nicht auf Dich, weil sie so darauf konzentriert ist, dass sie Dich gar nicht wahrnimmt) und interessiere Dich gemeinsam für diese unglaublich spannende Ding. DAdurch klinkst Du Dich in Ihre Welt ein - nach und nach wird es ihr leichter fallen, sich in Deine einzuklinken! Besonderst, wenn Du unabhängig davon viele andere Sachen mit ihr übst --> durch das Üben entwickelt ihr eine gemeinsame "Sprache", mit der Ihr Euch verständigen könnt!


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    Naja, mir wurde immer gesagt Welpen haben einen natürlich Folgetrieb zumindest zwischen der 8. und 12. Woche, aber bei Numa kann ich nichts davon spüren...

    Gibt es Welpen ohne Folgetrieb???
    Was soll ich denn noch machen...?
    :hilfe:

    Verzweifelte Grüße

    Leela

    Ich denke, sie ist einfach von der neugierigen, eigenständigen Sorte. Da wirst Du viel mehr Arbeit mit haben, als mit Welpen, die automatisch überall "mitgehen". Andererseits weißt Du so von vorneherein, dass Du da richtig Arbeit reinstecken mußt und bist nicht in 2 Monaten total überrascht, dass der "Folgetrieb", plötzlich "wegen Pubertät geschlossen" ist.
    Viele HuHas sind so vom automatischen Folgen begesitert, dass sie glauben, der Hund "könnte" das schon, und müßte nicht mehr belohnt werden. Leider bleibt Verhalten nur erhalten, wenn es sich lohnt, und wenn der Hund dann eigenständiger wird, ist es mit dem automatischen Folgen vorbei, und weil man nicht bestärkt hat, wurde auch nichts gelernt - dumm gelaufen... Aber das kann Dir jetzt nicht mehr passieren! :p

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    Außerdem finde ich, daß der Vergleich mit dem Menschen (ich könnts auch nicht leiden, wenn man mir das Essen wegnähme) sehr hinkt. Es sind Hunde, keine Menschen.

    Nur in der Hinsicht, dass Menschen halt mit Worten sagen können: "Bitte unterlassen Sie das!" (Andererseits sind Menschen die einzige Spezies, die Massenvernichtungswaffen für nötig hält - trotz der angeblichen so hoch entwickelten Kommunikationsfähigkeit...).
    Hunde sagen eben mit einem Knurren, dass sie jetzt gerade irgendwas nicht möchten.
    WEnn wir Menschen aber möchten, dass Hunde ihre "Präziosen" abgeben - wie sollen wir es ihnen erklären? Indem wir so handeln, wie die Hündin in Deinem Beispiel?
    Dazu kann ich Dir sagen, was der Welpe da warscheinlich gelernt hat, nämlich: wenn ich was habe und die große das will, muß ich es entweder abgeben, weil ich sonst Dresche kriege, oder ich muß es schneller runterschlucken! Und da Hunde nicht generalisieren, kann es durchaus sein, dass er es nur für diese Hündin gelernt hat.
    Wenn Mensch ebenso verfährt, kann es sein das Welpe lernt: "wenn Herrchen meinen Knochen will, gebe ich ihn besser ab, weil ich sonst Dresche kriege, oder ich schling ihn schnell runter." Ob er dann weiß, dass er das bei Frauchen auch besser abgeben sollte, und bei den Kindern?
    Und davon mal ganz abgesehen, ist es potentiell extrem gefährlich, wenn er den "oder ich schling es schnell runter"-Part perfektioniert!

    Es ist viel weniger gefährlich für alle beteiligten Parteien, wenn der Hund lernt, dass wenn er einen Kauknochen hat, er mit noch mehr tollen Sachen rechnen kann, wenn er ihn losläßt. Es ist ungefährlich für den Hund, denn so lernt er den "schling ich es eben runter"-Part nicht. Es ist ungefährlich für die Menschen, denn sie werden nicht gebissen.
    Ich praktiziere das sogar bei Hunden, die futterneidisch auf andere Hunde sind: sie bekommen zur "Belohnung", dass sie anderen Hunden beim Essen zusehen und dabei ruhig bleiben und diese nicht zerfleischen, richtig gute Leckerbissen. Bei meinem eigenen Hund ist es inzwischen so (er war nie futterneidisch - vielleicht, weil er es nie nötig hatte??), dass wenn eigentlich er was bekommen sollte, ein anderer Hund aber schneller war, oder die Brocken auf den Boden gefallen sind, und von dem anderen aufgeschnorchelt werden, er sich hinsetzt und "dort" auf seine neuen Leckerchen wartet: er taucht nicht runterfallenden Bröckchen hinterher - braucht er nicht, bei mir gibts genug!
    Das kann man mit der "Hündinnen"-Methode nicht lehren!

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    Ich möchte natürlich nicht sagen, daß Gewalt gegenüber Hunden gut sei, nur daß Hunde anders empfinden und auch anders lernen als Menschen.

    Gruß luzebut

    Dazu zwei Zitate:
    "Tieren Gefühle abzusprechen ist schlechte Biologie" Dr. Marc Bekoff

    "Das schlimmste was du einem Tier antun kannst ist es zu ängstigen." Temple Grandin

    Vielleicht googelst Du interessehalber mal, wer das jeweils ist, was sie beruflich machen und was sie sonst noch so geschrieben haben.

    Alle Lebewesen lernen auf die gleiche Art und Weise: Sie lernen unangenehmes zu vermeiden und angenehmes zu suchen.
    Das gute daran ist, dass sie dieses Angenehme/Unangenehme lernen, mit ihrem eigenen Verhalten zu verknüpfen.
    In der Fachsprache heißt das Klassische und Operante Konditionierung.
    Alles, was ein Lebewesen lernen kann, lernt es durch eine oder eine kombination der beiden Konditionerungen, wobei es natürlich eine genetische Prädiposition hat: Beagle lernen extrem leicht, einer Spur zu folgen. Border Collies leren extrem schnell Schafe zusammen zu treiben.
    Umgekehrt können sie das jeweils andere auch lernen - es wird ihnen aber möglicherweise schwerer fallen.

    Dazu gibt es einen schönen Artikel: "The missbehaviour of organisms" von Marian & Keller Breland (1961) . Schon alt, gilt aber immer noch!!

    Versuch macht klug. Also wenn das klappt - dann klappt es :roll:

    Ic h finde die Idee ungewöhnlich, aber as heißt ja nicht, dass es nicht funktioniert.

    Hast Du es schon mal mit einem Eiskong versucht?

    DAs ist wie bei dem Spruch, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muß der Berg halt zum Propheten...

    nur umgekehrt - wenn du das Sofa nicht wegräumen kannst, "räum" den Hund so "weg", dass er nicht an Sachen kommt, die er nicht zerbeißen darf.