Beiträge von Shoppy

    Dann hast Du ein tolles Timing - und irgend ein Brückensignal (vielleicht ein "Lobwort"?

    Noch mal: nicht das Leckerchen, Spiel oder sonstwas ist die Brücke.
    Das Signal ist die Brücke.
    Leckerchen oder Spiel, oder was immer es ist, für das der Hund arbeitet, ist der Bestärker.

    Stell Dir vor Du nimmst einen Aufzug - drinn ist schon eine Person - wo stellst Du Dich hin? Direkt (mit fast-Körperkontakt) neben sie? Ehr nicht, oder?

    Andere Situation: Du nimmst den Aufzug - wieder ist diese Person drinn - und mit ihr noch 10 andere - aber neben dieser Person ist noch ein winziges Stückchen Platz - stellst Du Dich jetzt direkt neben sie?

    Der "Persönliche Raum" ist relativ in Abhängigkeit der äußeren Umstände. Wenn man genügend Raum hat, findet man (fremde) Leute, die einen ungefragt bedrängen anders, als wenn nur wenig Platz da ist, und man sich arrangieren muß.

    Hinzu kommt vielleicht folgendes: Auf dem Marktplatz warst Du im Trainings-Modus - konzentriert, mit einem gewissen Maß an Spannung (positiver, denn es klappte ja uich alles gut!)!
    Danach hast Du den Trainings-Modus "abgeschaltet".
    Hättest Du ihn angehabt, hättest Du vielleicht diese Situation als weitere TRainingsgelegenheit genutzt und so eine andere Ausstrahlung gehabt.
    Das Ding ist: Auch Hunde kommen in Trainings-Modus - ich kenne viele, die sich in Trainingssituationen, in HuSchus, auf Seminare als Vorbildlcih zeigen, im realen Leben aber, nunja...
    Oft liegt das nicht nur daran, dass in den realexistierendenSituationen noch nicht genügend geübt wurde - Hunde merken sehr genau an der Körperhalten usw ihrer Menschen, ob sie gerade "auf der Arbeit" sind, oder ob sie gerade "freizeit" haben.
    Versuch solche Situationen als "Trainingssituationen" zu betrachten, das ändert DEINE Haltung dazu und damit auch die des Hundes. Du kannst ja ruhig die Straßenseite wechseln - ist ja auch höflich gegenüber dem GEgenverkehr - aber "trainiere" dann eben "Straßenseitenwechsel in Formvollendung" mit Schönschrift "Fuß" und SchnörkelSitz an der Bordsteinkannte und Kehrtwende auf der Gegenseite...

    Zitat

    und was macht man bei einen Hund, der Leckerlies nicht interessnter findet als andere Hunde?? :???:

    Man verändert die Intensität des Reizes - z.B. könnte man die "Hunde" in größerer Distanz "betrachten", sie könnten liegen (was viiiiiel langweiliger ist, als rennende Hunde...), Man nimmt Hunde, die der eigene uninteressant findet UND man sucht sich einen Bestärker, den der Hund besser findet, als den abgeschwächten Reiz.

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    Sry ich bin echt zu doof um das zu verstehen. Warum soll ich den Hund mit dem Clicker und nicht beispielsweise mit Spiel bestätigen?

    Der Click ist das Markersignal.

    Das Spiel (oder Leckerchen, oder, oder, oder) ist der Bestärker.

    Das Markersignal dient dazu, das Verhalten, das gewünscht ist zu "markieren" - es deutlich für den Hund herauszuheben, WELCHES Verhalten, oder welches DETAIL eines Verhaltens genau gemeint ist.

    Stell Dir einen Clicker vor wie einen Fotoapperat: der Hält auch ein bestimmtes Detail eines "Verhaltens"-Films fest. Ein Schnappschuß.
    Der Click übermittelt die Information: genau DIESES Verhalten.

    Die Bestärkung FOLGT dem Verhalten - und findet dementsprechend GLEICHZEITIG mit einem inzwischen ANDEREN Verhalten statt - besonderst bei BElohnung durch Spiel, denn da macht hund zweifelos was ganz anderes als das zu bestärkende Verhalten.

    Ausserdem trägt der Click die Information: Du hast Dir eine Belohnung verdient, die sogleich folgt. Damit ist der Click zusätzlich auch noch ein "Brücken"-Signal: es überbrückt die Zeit vom markierten Verhalten zum Eintreffen/Stattfinden der Belohnung.
    Deshalb ist der Clicker so hervoragend geeignet, u.a. Verhalten auf Distanz zu "bearbeiten" weil diese Distanz von der "Brückenfunktion" des Markers überbrückt wird.
    z.B. bei Sitz auf Distanz: ich Clicke, wenn Hundi sich in 10m entfernung setzt - und habe dann genügend Zeit, mit der Belohnung zm Hund zu gehen und diese dort "abzuliefern". Mit herkömmlichen Methoden ist diese Präzisität kaum möglich, weil es eben Zeit braucht, diese Zehn Meter zurück zu legen - der Hund könnte in der Zwischenzeit schon wieder ganz was anderes gemacht haben...

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    Ich lern ja gern dazu - aber wieso der Clicker?

    Der Clicker ist ein sehr präzises Markersignal, das dem Hund sagt: "das Verhalten, dass Du jetzt gerade gezeigt hast/ gerade zeigst, ist das gewünschter, wofür du eine belohnung verdient hast.


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    Löst der Klicker nicht nur bei dem Hund die Reaktion aus auf den HF zu achten, damit dieser sofort mit Leckerli belohnen kann?

    Diese Frage verstehe ich nicht.
    Der Click wird ausgelöst, wenn der Hund ein Verhalten zeigt, das man bestärken möchte. Also nicht der Clicker löst eine reaktion aus, sondern das Verhalten löst einen Click aus.
    Oder habe ich Dich falsch verstanden?
    In der Tat ist es so, das Clickerhunde gerne Verhalten "anbieten" - besonders Verhalten, für dass sie schon mal geclickt wurden und ganz besonderst solche, für die sie in letzter Zeit einige male geclickt wurden.
    Daher ist man dann in der Lage, ein und das selbe Verhalten oft hintereinander zu bestärken UND man ist (weil es ja vorhersehbar gezeigt wird) schnell in der Lage, es mit einem Signalwort oder Handzeichen zu verknüpfen.
    IUn dem Fall könnte man sagen, dass ein Click ein Verhalten "auslöst" - oder besser, what you click, you see more off (was Du clickst, wirst Du öffter zu sehen bekommen) - aber das ist es ja gerade, was man erreichen möchte - dass der Hund ein Verhalten gerne ausführt, weil es sich für ihn lohnt.


    Möglichkeit wäre noch, ein paar Schritt mit dem Hund im "Fuss" zu gehen, mit dem Leckerli in der linken Hand am Bein, Leine in der rechten. 3 Schritt vorm halten langsamer werden und Hand am Körper hoch zur Brust führen. Nach den langsamen 3 Schritten ist die Hand dann oben und der Mensch steht. Hat der Hund der Geschwindigkeit und der Hand gefolgt geht er auch automatisch mit dem Hintern runter. Dabei ein lannnnnggeeesss SIIIIIIIITTTTTTTTTTTTTZZZZZZZZZ (also über die 3 Schritte). WICHTIG, das Kommando kommt nur 1 mal nicht öfter, macht er kein Sitz, wieder angehen und selbes Spiel. Sollte er nicht raffen was du willst, brichst du sobald du ungeduldig wirst ab - weil diese Ungeduld nur Druck aufbauen würde. Verfalle nicht in dieses 5000mal Sitz sagen und der Hund sitzt immer noch nicht (vorhin erst wieder erlebt).

    Wichtig nicht zu oft üben, nur kleine Einheiten und nicht zu oft am Tag.[/quote]

    Die Methode ist gut - aber sie beinhaltet wiederum ein Leckerchen in der Hand, das dann wieder zum Signal gehört (besonderst, wenn Du das Wortsignal schon gleich gleichzeitig mit einführst), was dann wieder ausgeschlichen werden muß.
    Das Problem war aber ja gerade, dass das Leckerchen Signalbestandteil ist. Mit Deiner Methode generalisierst Du es noch deutlicher rein - ziemlich alle anderen wahrnehmbaren Sachen sind anders, nur das Leckerchen ist noch da.
    Eigentlich macht man es genau anderst rum - eine bestimmte Sache bleibt gleich - und alle anderen Sachen ändern sich - besonderst das Vorhandensein/nichtvorhandensein des Bestärkers

    Ich denke, er hat aus Versehen verknüpft, dass das Leckerchen mit zum Signal gehört - das kann leider passieren, wenn man das Leckerchen nicht ziemlich schnell wieder "auschleicht" - nach 3-5 Versuchen (und da du das jetzt schon seit ein paar Tagen machst, hat es sich u.U. schon ziemlich fest in das Signal-System eingeflochten....)

    Ich würde das mit dem Clicker ganz neu wieder aufbauen - und zwar würde ich spontanes hinsetzen von Paco "einfangen" - oft genug, dass er das als sehr lohnenswerte Tätigkeit empfindet und dann (wenn du gut vorhersehen kannst, wann er sich setzen wird) nicht mit einem Handzeichen, sondern einem Wortsignal verknüpfen. Handzeichen kannst du später immer noch leicht dazufügen, wenn das Wortsignal 'sitzt' :roll:

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    Meine Mama geht halt immer mit. Wenn die nicht dabei ist, geht sie ja nicht. Deswegen kann ja kein anderes Familienmitglied mit ihr Gassi gehen :(

    Sollte man es vielleicht mal versuchen, wenn Mama gar nicht im Haus ist?
    Also wenn Mama schon 2-3 Stunden weg ist und man Gioia animieren kann?
    Sonst war es immer so, dass Mama z.B. im Haus geblieben ist und wir raus sind auf den Hof. Dann hat Gioia gesucht.


    Ich denke, Ihr solltet erst noch weiter als "Familie" gehen. Sie ist die "Sicherheitsleine" für Gioia (ich hoffe ich habe das richtig geschrieben :ops: ).
    Versucht diese Spaziergänge so auf zu bauen, dass Deine Mutter zwar "da" ist, aber nicht wirklich was mit Gioia unternimmt. Das macht ihr (ich würde erst mal EINE weitere Bezugsperson aufbauen und wenn das geklappt hat, mit anderen weitermachen).
    Angenommen, Du übernimmst den Part:
    Du solltest das Füttern übernehmen - besonderst Handfütterung (auf den Spaziergängen) eigent sich sehr gut. Wenn sie gerne spielt, belohn sie auch mit den Spielen, die sie gerne mag.
    Kennst Du Clickertraining? Das ist eine weitere tolle Möglichkeit, ihr mehr Selbstvertrauen auszubauen, weil sie bei der Art Training selber Sachen ausprobieren kann/soll/muß um sich die Belohnungen zu erarbeiten.

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    Aeneas wird nun bald 2 Jahre alt. Langsam wird er selbstbewusster.

    Er versteht sich mit jedem Hund, ist immer zu jedem freundlich und lieb und geht jedem Streit aus dem Weg...

    Seit kurzer Zeit fällt mir auf, dass sobald eine Hündin dabei ist - die er toll findet - und ein anderer Rüde kommt dazu, wird er echt zum Ars.... Er lässt den anderen Rüden nicht zur Hündin und verteidigt diese, mit knurren.


    Kannst Du das bei bestimmten Rüden vorhersehen, dass er dass dan machen wird, oder macht er es bei allen?
    Meistens kann man es schon vorher an der Körpersprache sehen - die fangen dann an, sich aufzuplustern - da würd eich dann spätestens abrufen.


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    Auf einen anderen ist er noch nicht los gegangen, vorher rufe ich ihn ran, mache ich ihn an die Leine und gehe.

    Verhalte ich mich richtig? Was kann ich noch tun oder anders machen?

    Wenn Du die Möglichkeit hast, sprich, nach Absprache mit den anderen HuHas, könntest Du folgendes versuchen:
    Ruf ihn ran, und belohne jedwedes ruhiges Verhalten. Wenn Du Euch dazu ein Stückchen entfernen mußt, mach das aber geh nicht ganz weg - gerade eben so weit, dass Aeneas sich wieder beruhigen kann.
    Hilfreich bei dieser Art von Training ist ein Markersignal (Clicker) und ein Signal für konditionierte Entspannung. Als Belohnung nimmst du das leckerste was Aeneas sich vorstellen kann - und als Jackpot, die Möglichkeit mit der Dame seines Herzens spielen zu dürfen + dass der andere Rüde aus der Situation entfernt wird.

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    Mit einem neuen Gegenstand (Fliegenklatsche z.B.) den Nasentouch neu aufbauen und erstmal den Fokus darauf legen, dass du zeitig genug clickst und die Anforderungen ganz langsam steigerst.

    Ich denke auch, dass Du es so machen solltest. Wenn er die Fliegenklatsche sofort essen möchte, könntest Du es mit einem Esslöffel (Metall) versuchen, da mögen die meisten Hunde nicht so gerne reinbeißen


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    Das was Scherbenstern vorschlägt mit 'Schade' würde ich nicht machen. Der Hund könnte es nämlich als negative Strafe (d.h. es gibt keine Belohnung, obwohl er eine erwartet) empfinden und 'dicht' machen.

    LG Theresa


    Manchen Hunden hilft das - aber bei einem Anfänger würd eich das auch nicht machen. Meine Shaping-Übersprudelbirne ist so eine, bei der ein "versuch was anderes"-Signal hilft, weil die sonst tausend Varianten zum gleichen (jetzt nicht Clickauslösenden) Verhalten zeigt - aber die versteht das auch nicht als negative Strafe - sondern tatsächlich als - hierlang bist Du auf dem Holzweg, versuch ganz was anderes...