Beiträge von Shoppy

    Hallo Sabine,

    man könnte die Spielberbeugung mit dem Clicker einfangen (immer einfach nur Clicken&Belohnen, wenn sie zufällig vom hund ausgeführt wird. Man kann sie aber auch durch Locken mit einem Leckerchen üben:
    Bei einem kleinen Hund setzt man sich dazu am Besten auf den Boden. Der Hund steht vor Dir, Du platzierst ein Leckerchen auf der Hundenase und "ziehst" diese mit dem Leckerchen (wie mit einem Magneten) senkrecht zum Boden. Wenn sie "Platz" schon kann, wird sie vielleicht gleich ganz zu Boden plumpsen. Falls ja, dann kannst Du Deine freie Hand unter ihren Bauch knapp vor den Hinterbeinen halten. Du lobst und belohnst zunächst ein paar Mal "Kopf folgt dem Leckerchen" dann mußt Du ein bißchen rumprobieren, wie Du das Leckerchen am Besten führst, sodaß sie die Typische "Verbeugungshaltung" einnimmt. Je nach Anatomie, muß man die Leckerchen Hand etwas vom Hund weg nach vorne bewegen, oder aber, im Gegenteil weiter nach hinten, zwischen die Vorderbeine - das muß man so ein bißchen austesten. Auch dieses dann einfach ein paar mal wiederholen. Wenn Du sie mit dem "Leckerchen-Magneten" in einer flüssigen Bewegung zu einer schönen Verbeugung bringen kannst, fügst Du das Wortsignal für die Verbeugung ein (z.B. "Königin" - dann hast Du den Supertrick, denn sie wird sich vor Dir verbeugen, wenn Du sie fragst: "Wer ist Deine Königin?" - mein Signal dafür ist "Tadaaaa!")

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    Das fand ich sehr interesant wenn man sich überlegt das jeder Reiter ein Pferd unter sich hat das ungefähr 600 kg wiegt

    Soll sogar Leute geben, die Killerwale, Elefanten, Eisbäre, Walrößer oder so, trainieren - ganz und gar ohne Leine...


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    Noch etwas wenn machen Leute einen Leineruck als "TIERSCHUTZRELEVANT" sehen dann wären ja die erziehungmethoden eines jeden Polizei und Schutzhundes Tierquälerei auf höchstem Niveau... eurer meinung nach.

    Genau. Aber Google man Steve White (plus Dog und Trainer, sonst kommen da irgendwie nur Musiker), dann wirst Du sehen, dass "es geht auch anders" keine leere Phrasendrescherei ist.

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    In der Ausbildung eines Polizei oder Schutzhundes ist der Leineruck gang und gäbe und zwar nicht an einem normalen Halsband und es ist noch kein Hund daran gestorben oder hat irgendwelche beschwerden deswegen.

    Tja, Lesen bildet: http://www.wuff.at/artikel.php?artikel_id=62

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    Warum tut den dann keiner von euch was dagegen wenn das so gesundheitschädlich ist und hier sogar Polizeihnde mit dieser Methode ausgebildet werden. Diese angeblichen Studien das der Leineruck dem Hund schaden zu fügt gibt es nicht und wenn es sie gibt dann sicherlich keine professionellen. (glaube keiner Studie, die du nicht selber gefälscht hast )
    ;)

    Die nicht vorhandenen Studien kannst Du in oben verlinktem Buch nachlesen. Und daran, dass dieser Thread ja so extrem kurz ist, und so einseitig diskutiert wird, mußt selbst Du erkennen können, dass WIR HIER WAS DAGEGEN tun.
    Ich bin kein Polizeihundeausbilder, das ist eine Baustelle an der ich nicht arbeiten kann, aber glaub mir - an der WIRD gebaut.

    "Nein" sagen hat oft wenig Erfolg, weil sie dann immer noch nicht wissen, was sie lassen sollen (sitzen, stehen, gehen, bellen, oh, ich belle??? ups!!) UND noch wichtiger, was sie stattdessen machen sollen.
    Ausserdem ist Bellen ein Ausdruck von Erregtheit.
    Damit hast Du schon zwei Ansatzpunkte:
    Du mußt die Aufregung senken und ein Ersatzverhalten eintrainieren.
    Die Aufregung senken kannst Du, indem Du ihre Aufmerksamkeit teilst. Das heißt, dass Du sie, nach dem sie den Fremden (oder Hund, oder was auch immer) gesehen hat, sie dafür "belohnst". -> Sprich sie an und reich ihr Leckerchen - großzügig. So verknüpft sie, dass das Auftreten von Fremden die Möglichkeit des Essenbekommens anzeigen. Damit werden Fremde zu was sehr, sehr angenehmen. Im Fachausdruck sagt man systematische Desensibilisierung und klassische Gegenkonditionerung dazu. Wenn Du das in die Suchfunktion eingibst und /oder googelst, wirst Du weitere nützliche Infos dazu finden.

    Das Alternativverhalten übst Du erst mal zu Hause. Du brauchst Dich auch nicht auf nur ein zu beschränken, im Gegenteil, je mehr sie kann, desto besser!
    Ich nehme anfangs gerne ein "Sitz", denn Sitz ist eine neutrale Körperposition, weder submissiv, noch "dominant", neutral, eben. Daher können die Hunde sich darauf auch in etwas stressigen Situationen besser einlassen, als z.B. auf "Platz", denn Platz schränkt ihre Möglichkeiten stark ein, und sie empfinden diese Position daher als gefährlicher...
    Schön ist ein Vorsitz, weil Ihr dann auch besser Blickkontakt halten könnt.

    Was ich eine Weile gemacht habe, weil ich einen großen Hund habe, vor dem viele Menschen Angst haben könnten (die ihn nicht kennen), ist eine Spielverbeugung - wer kann Angst vor einem Hund haben, der eine Spielverbeugung macht. Ausserdem streckt sich der Hund bei einer Spielverbeugung, und das entspannt. Eine Spielverbeugung kann ausserdem auch ein "Clamin Signal" sein...
    Weiterhin ist nützlich (nicht nur in diesem Zusamenhang), wenn der Hund wirklich an hängender Leine gehen kann - Wenn sich Zug aufbaut, entsteht sofort Spannung - kontraproduktiv!
    Wenn sitzen oder Speilverbeugung oder was auch immer für ein Signal nicht mehr gehen, weil der Hund schon zu aufgeregt ist, wär es toll, wenn man "Kehrt marsch" geübt hat. Dazu dreht man einfach um ODER man selber geht rückwärts - folgt einem der Hund hat man ihn vor sich, man kann Blickkontakt aufnehmen, man kann den Abstand zu dem "Ding" vergrößern, was zur Abnahme der ERregung des Hundes führt, worauf man ein "Sitz" signalisieren kann und schwups hat man zwei Alternativverhalten, die man beide großzügig belohnen kann.

    Am aller aller wichtigsten ist aber, dass man dem Hund INFORMATIONEN gibt. Sprecht ihn freundlich, ruhig und leise an. Lobt ihn, gebt die Alternativverhalten-Signale, lobt, und bestärt angemessenes Verhalten großzügig. Lasst den Hund in einer solchen Situation nicht vor Euch rumlaufen und selber entscheiden müssen, wie mit diesem gefählichen "Ding" umgegangen werden muß. ERKLÄRT ihnen, wie man damit umgehen kann, nämlich ruhig, und gelassen.

    ich führe zur unterstützung dessen auch ein Entspannungssignal ein!

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    Pinkeln,Holly ist immer noch nicht sauber....und das Problem ist sie macht auch auf ihren Platz,in ihre Box...mir wurde mal gesagt "normale" Hunde machen das nicht,wieso macht sie das?


    Richtig, sie machen es nicht - ausser sie MUSSTEN es lernen. Das passiert, wenn sie nun mal dringend müssen und in ihrer Box fest stecken. Wichtig ist, man so gut aufpasst, dass man sie immer RECHTZEITIG rausläßt.
    Also:
    1. zum Tierarzt, vielleicht hat sie eine Blasenentzündung o.ä.
    2. Viiiiiel besser aufpassen.
    3. Püüscht sie draussen, anschließend großzügig belohnen. Passiert es drin, ignorieren, nicht ausschimpfen. Das bringt GAR NICHTS! auser noch größere Verunsicherung.
    4. Junge hund merken rein körperlich oft nicht, dass sie müssen, bis sie wirklich in nächster Sekunde MÜSSEN und dann schaft man es nur schwer, sie rechtzeitig rauszubringen. Da hilft nur, sie vorausschauend rauszubringen (nach dem Essen, nach dem Trinken, Nach dem Aufwachen und nach dem Spiel, und nach allgemein Aufregenden Situationen (Frauchen/Herrchen kommt nach Hause, Blumentopf fällt vom Fensterbrett, Kater springt auf den Hund...))


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    An manchen Tagen wenn sie nicht sofort ihr Futter kriegt,pinkelt sie sogar aus trotz ins wohnzimmer...Sie macht zwar nicht mehr andauernd in die Wohnung,aber wenn dann oft aus trotz...


    Da hund ihr Pipi nicht ekelig finden, ist das eine ziemlich unsinnige Methode (aus Hundesicht), Trotz auszudrücken. Hunde machen, weil sie müssen, weil sie sich sehr, sehr sehr freuen, bei Unterwerfung und wenn sie Harnwegskrankheiten haben...

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    Was kann ich machen das sie nicht mehr auf ihren Platz,ihre Decke pinkelt? Den ich bin wirklich nur noch am waschen...

    siehe oben, besser aufpassen!


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    Dann,klaut Holly jedem das Futter....unsere Katze hat das Futter auf dem Regal...Holly krabbelt irgendwie dort hin frisst es,ich hab sie schon oft auf frischer Tat ertappt....da gabs dann mecker,aber sie macht es immer wieder...und nicht nur bei der katze,auch auf dem küchentisch usw..
    Wir stellen extra schon alles höher,aber trotzdem schafft sie als noch


    Freu Dich, Du hast einen Futtermotivierten Hund! Hunde "klauen" kein Futter - wenn da was steht, das offenbar niemand anderer gerade haben will, ist es eben ihrs. So sind sie genetisch programmiert. Wer was unbeaufsichtigt stehen läßt, ist eben selber schuld. Stell das Katzenfutter so auf, dass sie entweder nicht dran kommt. Oder füttere die Katze nach Zeitplan: sprich sie bekommt zu festen Zeiten Futter: Das Futter wird hingestelt, Katze frisst, Futter kommt wieder weg - keine Möglichkeit zum stehlen!


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    Ja und dann das Thema Katzenklo...das Katzenklo steht auf dem Boden,ich kann es auch nicht auf einen schrank ect. stellen...da zeigt mir die Katze den vogel..

    Holly geht immer ans Katzenklo,wenn sie keinen Kot findet (ich mach´s ja täglich sauber..) streckt sie trotzdem den Kopf rein und frisst das Katzenstreu :/ Ich hab sie schon so oft ertappt,nach nein´s gab es auch mal nen Klaps auf den hintern...nichts hilft,ne halbe stunde später sitzt sie wieder dran :/

    Es zieht sich durch. Katzenfutter und Katzenkot essen ist selbstbelohnend. Da kommst Du mit bestrafen nicht weiter. Entweder stellst Du das Katzenklo so auf, dass der Hund nicht dran kommt (in einen Raum, in den nur die Katze durch eine Katzenklappe "eindringen" kann (z.B. Bad), oder erhöht, wie in dem anderen Beitrag beschrieben) ODER du "fixierst" den Hund so, dass er nicht an das Katzenklo gelangen kann. Ich persönlich habe die "Katzenklappen"-Variante im Betrieb und die klappt hervoragend.

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    Bei den Passantan arbeite ich so, dass ich klicker, wenn einer auftaucht und Finn noch ruhig ist.
    Dadurch ist die Distanz, in der er sich aufregt, schon ziemlich viel kleiner geworden. Bei manchen schaut er nur kurz hin uns geht unbeirrt weiter. Dafür wird dann megatoll gelobt.

    Fahrräder werden so ähnlich behandelt, meistens bleib ich aber stehen und wir schauen uns das ganze aus sicherer Entfernung an. Ich hab so das Gefühl, dass die Aufregung auch weniger wird.

    erkennst Du ein Muster? Je schneller und je größer "Das DING" wird, desto Größer ist seine Aufregung. Aber Du machst Das genau richtig!! Man nennt es systematische Desensibilisierung (in kleinen Stufen steigernd dran gewöhnen) und klassische Gegenkonditionierung (durch Verknüpfung mit was Positivem die Emotionale Reaktion auf "das Ding" ändern).

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    Mit den Autos weiß ich nicht so ganz, ob ich mit der Clickermethode weiter komm, er regt sich nach wie votr furchbar auf...hat jemand einen braucbaren Tipp?
    Wenne r total auszuticken droht, knie ich mich neben ihn und halt ihn gut fest, erstmal, damit er sich einkriegt und eben nicht auf die Starße springen kann.
    Habt ihr Tipps, wie ich daran arbeiten könnte?


    Doch, wirst Du auf Dauer. Du solltest aber versuchen, ihm die SAche etwas einfacher zu machen.
    1. Versuch (zunächst) Straßen zu meiden, auf den viele Autos schnell fahren. Vielleicht gibt es bei Euch ja Spielstraßen ( 30 km-Zonen) - da geht es besinnlicher zu und er muß sich nicht so aufregen. ODER Du Suchst Dir Straßen, wo nicht gar so viele Autos fahren, und wo Du Dich in für Finn erträglicher Entfernung plazieren kannst. Dort kannst Du auch das Ruhig Bleiben clickern.
    Und in der Tat: knien und gut festhalten ist eine gute Idee, denn beim festen Umfassen werden bestimmte Hormone ausgeschüttet (Oxitozin), die beruhigen!! Aus diesem Grund arbeitet man bei Ttouch mit Körperbandagen und T-Shirts!! (vielleicht magst Du dich da mal weiterinformieren (g**gle Ttouch, Tellington-Jones, Körperbandage ect. oder Kauf Dir das Buch "Tellingtontraining für Hunde" von Linda Tellington-Jones).
    Auch solltest Du zu Hause ein Entspannungssignal konditionieren. Das geht so:

    WENN Finn entspannt ist (kurz vor dem Einschlafen, oder wenn Ihr Eure Kraulstunde macht, etc.) sagst Du leise und säuselnd "ruuuuuuuuuhiiiiig" oder "eeeeaaaaaasyyy" oder ähnliches. Dabei kannst Du auch phantastisch die Ttouches anwenden. Dieses wiederholst Du häufig (also alle paar Minuten während so einer Entspannungs-"Session" - und die "Sessions" eben sooft Finn entspannt ist), damit Finn seine Emotion (entspannt sein, sich gut und sicher fühlen) mit dem Signal ("ruuuuuhiiig") verknüpft.
    Unterstützen kannst du diese Verknüpfung noch durch: Einsatz von T-Shirt oder Körperbandage und durch DAP. DAP ist ein Pheromon, dass nur Hunde riechen können, und das sie beruhigt. DAP kann man z.B. auf ein Halstuch sprühen, das der Hund "angezogen" bekommt. Mit diesen Maßnahmen unterstützt Du das "wohlige" Gefühl und dieses wird stärker mit dem "Ruuuuuhiiiig" verknüpft.
    Wenn Du das 1 - 2 Wochen konditioniert hast, kannst Du es auf Dein Fußgänger und Radfahertraining anwenden und auch auf das Autotraining, wenn Du letzeres so gestaltest, dass Finn recht entspannt dabei bleiben kann (größere Distanz zu den (langsameren) Autos.
    Kommt Dir also ein "Ding" entgegen, kanst Du jetzt clickern UND Dein Entspannungssignal sagen!! UND ihn dann fürs Entspannen Clickern.

    Ich würde auch auf jeden Fall als Leckerchen etweas extrem begehrenswertes nehmen, etwas wofür er töten würde und das er jetzt nur noch für dieses Gegenkonditionieren bekommt.


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    So, jetzt sagen mir nur viele Leute, darunter auch meine Family, dass ich so niemals einen "normalen" Hund aus Finn mache. Es würde zu lange dauern und sowieso mit den Leckerchen bringt das auch nix...
    Welche Möglichkeiten hätte ich sonst, was wäre effektiver?
    Wäre schön, wenn ihr mir weiterhelfen könntet!

    Etwas verunsichert, Dina

    Lass Dich nicht verunsichern - Du machst das genau Richtig. Niemand kann wissen, was aus Finn werden kann, wenn man es nicht versucht!
    Und wenn es eben länger dauert, na und? Was wäre denn ihrer Meinung nach die Alternative? Weggeben? Einschläfern?? Problem so lassen wie es ist? Wie würden sie es trainieren??? Mit Bestrafung??
    Letzteres wäre EXTREM Kontraproduktiv. Das ist in vielen Wissenschaftlichen Studien erwiesen - und es gibt einige gute Bücher zum Thema.
    Wie gesagt, Du machst es richtig und Erfolge hast Du ja auch schon. Richte Dich im Trainingsfortschritt nach dem Lerntempo von Finn - dazu ist es sinnvoll, wenn man die Streßsignale seines Hundes gut erkennen kann - damit man ihm niemals zuviel zumutet! Das Motto ist: "einklitzekleinesbißchen Streß braucht man zum Lernen - zu viel und man lernt auch, aber das falsche!!"

    vielleicht sind die vier Sekunden zu lang. Auch mußt Du aufpassen, dass nicht irgendwas anderes das Futter "ankündigt", dass dann den "click" übertönt. Das passiert z.B, wenn man clickt ung schon gleichzeitig nach dem Futter greift und/oder mit der Futtertüte knistert...